Hohe Energiepreise verlängern Schwächephase in der Industrie
Nachdem die Ostschweizer Industrie mit einer gewissen Zuversicht ins neue Jahr gestartet war, haben sich die Aussichten mit dem Iran-Krieg und den gestiegenen Energiepreisen zuletzt wieder eingetrübt.
Die Rahmenbedingungen für die exportorientierte Ostschweizer Industrie sind schon länger anspruchsvoll. Die schwache Entwicklung in Deutschland, die US-Zölle und der traditionell starke Franken belasten die Exportwirtschaft. Die direkten und indirekten Auswirkungen der hohen Energiepreise trüben die Aussichten nun zusätzlich, nachdem Anfang Jahr vorsichtige Anzeichen einer Erholung sichtbar gewesen waren.
Die Ostschweizer Wirtschaft ist über verschiedene Kanäle von den hohen Energiepreisen betroffen. Analog zu den US-Zöllen ergibt sich die grösste Belastung indirekt aus der verlangsamten Weltwirtschaft und der verlängerten wirtschaftlichen Schwächephase Deutschlands. Dies betrifft grosse Teile der Ostschweizer Exportindustrie. Zusätzlich leiden Produzenten von Investitionsgütern unter den globalen Konjunktursorgen und aufgeschobenen Investitionsentscheiden. Direkt betroffen sind energieintensive Firmen, z.B. aus der chemischen Industrie oder der Metallerzeugung. Wie stark sich die höheren Energiepreise auf die Geschäftslage auswirken, ist jedoch sehr individuell und hängt massgeblich von der Energiequelle ab. Ebenfalls branchen- und unternehmensspezifisch sind die Auswirkungen gestörter Lieferketten. Themen wie längere Lieferfristen und die Verfügbarkeit von Vorprodukten rücken gemäss aktueller Umfrage aber für Firmen vieler Branchen wieder stärker in den Fokus. Positiv zu werten ist, dass sich der Schweizer Franken trotz geopolitischer Turbulenzen seit Kriegsausbruch nicht weiter aufgewertet hat.
In der Geschäftslage zeigen sich die Auswirkungen der höheren Energiepreise bisher erst vereinzelt. Insgesamt entwickelte sich diese seit Jahresbeginn stabil. Allerdings haben die Abwärtsrisiken deutlich zugenommen. Folglich erwarten die Ostschweizer Industrieunternehmen aktuell keine Verbesserung der Geschäftslage mehr. Die Auswirkungen des Iran-Kriegs dürften sich gemäss den befragten Unternehmen in den kommenden Monaten noch akzentuieren. So erwartet über die Hälfte der Industrieunternehmen steigende Einkaufspreise. Rund ein Drittel plant auch die Verkaufspreise zu erhöhen. Auch Lieferengpässe dürften sich in den kommenden Monaten vermehrt zeigen.
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