Energiepreise als Konjunkturrisiko
Versorgungsengpässe und hohe Energiepreise erhöhen die Konjunkturrisiken. Nach den starken Kursanstiegen reduzieren wir deshalb die Aktienquote auf neutral.
Die Entwicklung an den Finanzmärkten wird weiterhin durch die Energiepreise geprägt. Seit dem fragilen Waffenstillstand schwankt der Ölpreis um die Marke von 100 US-Dollar pro Fass und liegt damit rund 40 % über dem Vorkrisenniveau. Zentrale Unsicherheitsquelle ist die Strasse von Hormuz, die faktisch kaum passierbar ist. Auch das Ausmass der Schäden an Förder- und Verarbeitungsinfrastrukturen sowie der Zeitrahmen für deren Behebung bleiben unklar.
Abschwächung der Konjunktur und erhöhte Inflationsrisiken
Wir gehen in den nächsten Wochen von einer Normalisierung der Lage im Nahen Osten aus. Die Folgen der Verknappung der Energieversorgung werden sich jedoch zunehmend zeigen. Die letzten Tanker, die vor Kriegsausbruch die Strasse von Hormuz durchquert haben, haben ihre Zielhäfen mittlerweile erreicht. Reduzierte Fördermengen, tiefe Lagerbestände sowie mögliche Infrastrukturschäden sprechen für anhaltend erhöhte Energiepreise. Der Ölpreis dürfte mittelfristig zwar sinken, aber über dem Vorkrisenniveau bleiben. Die Notenbanken befinden sich damit im Spannungsfeld zwischen Konjunkturabschwächung und Inflationsrisiken. Die Dynamik der Weltwirtschaft wird sich verlangsamen, bleibt aber auf Wachstumskurs. Länder wie die USA und China sind relativ betrachtet weniger stark von den höheren Energiepreisen betroffen als Europa oder asiatische Staaten wie Japan.
Übergewichte in der Schweiz und den USA
Die Erholung an den Aktienmärkten im April ist historisch betrachtet sehr stark ausgefallen. Zahlreiche Indizes konnten neue Höchststände verzeichnen oder notieren nur knapp darunter. Die Auswirkungen der Energieengpässe auf die wirtschaftliche Entwicklung werden ausgeblendet. Die direkten und indirekten Auswirkungen der erhöhten Energiepreise werden sich erst in den kommenden Monaten vollständig zeigen. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, reduzieren wir das seit November bestehende Übergewicht der Aktien auf neutral. Die Übergewichte bei Schweizer Aktien sowie beim technologiegetriebenen US-Aktienmarkt behalten wir bei. Schwellenländer gewichten wir neutral, und in Europa und in der Region Asien-Pazifik sind wir untergewichtet. Obligationen bleiben aufgrund der tiefen Schweizer Zinsen untergewichtet, stellen jedoch zusammen mit Gold und der erhöhten Liquiditätsquote eine ausgewogene Portfolioallokation sicher.
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