24. September 2026, Zinsen & Geldpolitik
Die Zinsen steigen – SNB macht nicht mit
Während die EZB und die Fed ihre Leitzinsen im September erhöht haben, bleibt die SNB wie erwartet bei ihrem bisherigen Satz von 0%.
Die SNB hat ihren Leitzins im September unverändert bei 0% belassen. Die Inflation ist zwar zuletzt auch in der Schweiz leicht angestiegen. Im August betrug das Preiswachstum im Vergleich zum Vorjahresmonat +0.8%. Der Anstieg ist in erster Linie auf höhere Energiepreise zurückzuführen, deren inflationäre Wirkung durch den schwächeren Schweizer Franken verstärkt wurde. Dies zeigt sich auch in der bedingten Inflationsprognose der SNB, welche für die kurze Frist leicht höher ausfiel als noch im Sommer. Der prognostizierte Pfad bleibt aber klar innerhalb des Zielbandes von 0-2%. Abgesehen von den höheren Energiepreisen bleibt die Inflationsdynamik in der Schweiz moderat. Belastbare Anzeichen für Zweitrundeneffekte gibt es weiterhin nicht. Zudem spielen beim erwarteten Anstieg der Inflation bis Ende Jahr auch statistische Basiseffekte eine Rolle. Das Preiswachstum im Herbst 2025 war nur sehr gering, was automatisch zu höheren prozentualen Unterschieden führen wird.
Zinsen im Ausland weiter angestiegen
In den USA und der Eurozone ist die Inflationsrate nicht nur energiebedingt stärker angestiegen als in der Schweiz. Auch die Kernraten sind klar erhöht. Vor diesem Hintergrund hat die EZB im September den erwarteten zweiten Zinsschritt vorgenommen. Und auch die Fed hat unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh ihren Leitzins ein erstes Mal erhöht. Auch die langfristigen Kapitalmarktzinsen in den USA und Europa sind im September weiter angestiegen. Trotz einer strukturell anderen Ausgangslage konnten sich die Zinsen in der Schweiz diesem Trend im September nicht vollständig entziehen.
Komfortable Ausgangslage für die SNB
In unserem Basisszenario wird die SNB ihren Leitzins weiter bei 0% halten. Die grundlegende Preisdynamik dürfte moderat bleiben. Es zeichnet sich auch für die nächsten Monate kein Handlungsbedarf ab. Die mittlerweile erhebliche Zinsdifferenz zum Ausland könnte der SNB zwar die Möglichkeit bieten, im Verlauf von 2027 die Zinsen leicht zu erhöhen und sich ohne Aufwertungsrisiken beim Franken etwas geldpolitischen Spielraum für künftige Krisen zu schaffen. Die SNB schaut bei ihren Entscheidungen aber traditionell stark auf die Inflation: Für eine Zinserhöhung müsste sich der aktuelle Preisdruck deshalb erst noch deutlich verbreitern.
Unsere Zinsprognosen auf einen Blick
| 24.09.26 | In 3 Monaten | In 12 Monaten | |
|---|---|---|---|
| SARON | -0.04% | -0.10% bis 0.00% | -0.10% bis 0.00% |
| Swap 5 Jahre | 0.63% | 0.30% bis 0.50% | 0.35% bis 0.55% |
| Swap 10 Jahre | 0.82% | 0.55% bis 0.75% | 0.60% bis 0.80% |
Langfristige Zinsentwicklung
Patrick Häfeli
8021 Zürich
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