25. September 2026, Tägliche Marktsicht

SNB belässt Leitzins bei 0%

Die Schweizerische Nationalbank hat gestern ihren Leitzins bei 0% belassen. Wir beleuchten die Hintergründe. Derweil entwickelten sich die Aktienmärkte leicht rückläufig.

Leitzinsen in der Schweiz bleiben bei 0%

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) belässt ihren Leitzins wie erwartet unverändert bei 0%. An der gestrigen Medienkonferenz begründete das Direktorium um Präsident Martin Schlegel ihren Entscheid mit der mittelfristigen Inflationsdynamik. Die Inflation ist in den letzten Monaten zwar leicht angestiegen. Der Anstieg ist aber in erster Linie auf höhere Energiepreise zurückzuführen, deren inflationäre Wirkung durch den zuletzt schwächeren Schweizer Franken verstärkt wurde. Abgesehen von den höheren Energiepreisen bleibt die grundlegende Inflationsdynamik aber moderat. Dies zeigt sich auch an der neusten bedingten Inflationsrate der SNB: Diese liegt zwar für den Zeitraum bis Mitte 2027 leicht höher als im Sommer, bleibt aber klar im Zielbereich zwischen 0-2%. Danach rechnet die SNB wieder mit tieferen Inflationsraten. 

Weitere Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs gab die SNB traditionell nicht. In unserem Basisszenario wird die SNB ihren Leitzins weiter bei 0% halten. Die grundlegende Preisdynamik dürfte weiter moderat bleiben. Es zeichnet sich auch für die nächsten Monate kein Handlungsbedarf ab. Die mittlerweile erhebliche Zinsdifferenz zum Ausland könnte der SNB zwar die Möglichkeit bieten, im Verlauf von 2027 die Zinsen leicht zu erhöhen und sich ohne Aufwertungsrisiken beim Franken etwas geldpolitischen Spielraum für künftige Krisen zu schaffen. Die SNB schaut bei ihren Entscheidungen aber traditionell stark auf die Inflation: Für eine Zinserhöhung müsste sich der aktuelle Preisdruck deshalb erst noch verbreitern.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: -0.11%, SPI: -0.24%, SMIM: -0.69%

Der Schweizer Aktienmarkt schloss am Donnerstag leicht im Minus. Der SMI verlor 0.1%, während der SPI und der SMIM nachgaben. Belastend wirkten insbesondere der erneute Anstieg der Ölpreise sowie höhere Anleiherenditen. Brent verteuerte sich um rund 4.7% auf knapp USD 108 je Fass. Gleichzeitig stieg die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit 2004, wodurch die Sorgen vor länger hohen beziehungsweise weiter steigenden Zinsen zunahmen. Die SNB sorgte dagegen für keine Überraschung und beliess den Leitzins wie erwartet bei 0%. Im SMI führte Swiss Re (+1.7%) die Gewinner an und profitierte von der Stärke der europäischen Rückversicherer. Dahinter folgten Lonza (+1.5%) und Novartis (+1.2%). Auf der Verliererseite gaben ABB (-2.3%), Partners Group (-5.4%) und Logitech (-6.1%) am stärksten nach. Am breiten Markt zogen die Titel von DSM-Firmenich (+2.8%), Orell Füssli (+3.3%) und Tecan (+4.7%) deutlich an. Im Minus standen Centiel (-4.8%), Orior (-5.0%) und AMS-Osram (-11.8%).

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -0.43%, DAX: -0.57%

Die europäischen Aktienmärkte schlossen am Donnerstag tiefer. Belastend wirkten erneut steigende Ölpreise und höhere Anleiherenditen, nachdem die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten nachliess. Der EuroStoxx50 verlor 0.4%, der DAX 0.6% und der CAC40 0.5%. Auf Sektorenebene profitierten vor allem Energiewerte vom höheren Ölpreis. Auch Aktien im Bereich Basiskonsum hielten sich gut. Am schwächsten präsentierten sich dagegen Industrie- und Technologiewerte. Bei den Einzelwerten legte Munich Re um 2.0% zu und gehörte damit zu den stärksten Titeln im EuroStoxx 50. Infineon verlor 3.9% und litt an der allgemeinen Schwäche der Technologiewerte. Stellantis fiel um rund 4.3% auf ein neues Mehrjahrestief. Belastend wirkten Marktanteilsverluste in Europa.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -0.31%, S&P 500: -0.02%, Nasdaq: +0.01%

Die amerikanischen Aktienmärkte schlossen am Donnerstag nach einem volatilen Handel nahezu unverändert. Zwischenzeitlich sorgten höhere Ölpreise und steigende Anleiherenditen für stärkeren Verkaufsdruck, ehe Berichte über mögliche Gespräche zwischen den USA und Iran zur schrittweisen Wiederöffnung der Strasse von Hormus die Indizes von ihren Tagestiefs zurückkommen liessen. Auf Sektorenebene waren Kommunikationsdienste dank der Stärke von Meta klarer Spitzenreiter im S&P 500, während Grundstoffe und Versorger am schwächsten abschnitten. Meta gewann 4.5%, getragen von der anhaltenden Begeisterung um den KI-Assistenten Muse und neue Partnerschaften. Auf der Verliererseite gaben Intuit 3.4%, Sandisk 3.5% und Arm Holdings 7.9% nach.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 5.18%; DE: 3.60%; CH: 0.65%

Die Kapitalmarktzinsen haben gestern ihren Trend nach oben auf beiden Seiten des Atlantiks fortgesetzt. Die stetig steigenden Energiepreise verstärkten die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen. Die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen und deutscher Bundesanleihen mit vergleichbarer Laufzeit erreichten dadurch ein neues Mehrjahreshoch.

Der gestrige Zinsentscheid der Schweizerischen Nationalbank sorgte hingegen für keine zusätzlichen Impulse. Obwohl die SNB erwartungsgemäss keine Anzeichen auf eine baldige Zinserhöhung gab, konnten sich die Schweizer Kapitalmarktzinsen dem internationalen Trend nicht entziehen. So notiert auch die Rendite der 10-jährigen Eidgenossenanleihe auf einem neuen Jahreshoch.

Währungen

Euro in Franken: 0.943
US-Dollar in Franken: 0.829
Euro in US-Dollar: 1.137

Der Franken verlor nach dem gestrigen Zinsentscheid der Schweizerischen Nationalbank an Boden. Damit stieg der EUR/CHF-Kurs wieder deutlich über die Marke von 0.94. Auch der US-Dollar konnte gegenüber dem Franken noch einmal zulegen.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 105.59 pro Fass
Goldpreis: USD 4'268.73 pro Unze

Der Ölpreis hat auch am gestrigen Handelstag noch einmal deutlich zugelegt. Die Sorgen über die fragile Lage in der Golfregion halten weiterhin an. Daran konnten auch Gespräche der USA mit dem Iran in New York sowie ein neuer Vorschlag zur Wiedereröffnung der Strasse von Hormus nichts ändern.

Wirtschaft und Konjunktur

Neben dem Zinsentscheid der SNB wurden gestern keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe publiziert.

Florian Hiltpold

Portraitfoto von Florian Hiltpold, Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Patrick Häfeli

Portraitfoto von Patrick Häfeli, Senior Strategieanalyst Fixed Income bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst Fixed Income
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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