30. September 2026, Tägliche Marktsicht
Wenig Bewegung an den Märkten
Der SMI konnte die anfänglichen Gewinne erneut nicht halten und schloss den Handelstag leicht in der Verlustzone.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: -0.22%, SPI: -0.19%, SMIM: -0.33%
Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag nach einem zunächst freundlichen Verlauf leicht nachgegeben. Hoffnungen auf Fortschritte im Konflikt zwischen den USA und Iran sorgten am Morgen noch für Unterstützung, mangels konkreter Ergebnisse bröckelten die Gewinne im Tagesverlauf jedoch ab. Zurückhaltung herrschte zudem vor dem US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Der SMI verlor 0.2%, während der Brent-Ölpreis leicht nachgab. Unter den SMI-Werten führten Richemont (+2.5%), Galderma (+2.4%) und Alcon (+1.5%) die Gewinnerliste an. Auf der Gegenseite verloren Roche (-1.7%) am stärksten. Ebenfalls deutlich schwächer schlossen Swiss Re (-1.6%) und Nestlé (-1.0%), während Novartis um 0.4% nachgaben.
Der breitere SPI sank um 0.2%. Im Fokus stand die Aktie von Julius Bär (+7.2%), nachdem die FINMA ihre Verfahren, darunter zur Signa-Affäre, abgeschlossen hatte. Gefragt waren zudem Schweizer Technologiewerte. AMS-Osram (+8.8%), Comet (+4.8%), VAT (+3.9%) und Inficon (+3.3%) stiegen im Zuge einer Erholung des europäischen Halbleitersektors. Dagegen verloren Straumann 4.4% nach Analystenkommentaren. Accelleron entwickelte sich 4.1% rückläufig, nachdem ein Broker die Aktien-Abdeckung mit «Verkaufen» aufgenommen hatte. Lindt & Sprüngli (-8.7%) verlor, nachdem das Unternehmen eine deutliche Senkung der Umsatzwachstumsprognose für 2026 von 4% bis 6% auf 0% bis 2% bekannt gab. Lindt verwies insbesondere auf eine höhere Preissensitivität der Konsumenten und schwächere Bestellungen in Europa.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +0.30%, DAX: +0.10%
Die europäischen Aktienmärkte entwickelten sich am Dienstag uneinheitlich. Der EuroStoxx 50 gewann 0.3%, während der DAX um 0.1% zulegte. Der französische CAC 40 verlor dagegen 0.5%. Der FTSE 100 gab um 0.5% nach. Hohe Ölpreise und Anleiherenditen begrenzten die Kaufbereitschaft, gleichzeitig setzten Anleger weiterhin auf eine mögliche Entspannung im Nahost-Konflikt und damit nachlassenden Druck auf die Energiepreise und die Inflation. Zu den gestrigen Gewinnern gehörten die Halbleiterwerte ASML (+4.2%) und Infineon (+4.8%), die von einer besseren Stimmung im europäischen Technologiesektor profitierten. Auf der Verliererseite fiel thyssenkrupp um 4.0% nach dem Kapitalmarkttag zurück. Bayer (-3.8%) geriet ebenfalls deutlich unter Druck, nachdem ein Broker die Aktie auf «Verkaufen» herabgestuft hatte. Aus Branchensicht gehörten Aktien aus den Bereichen Technologie und Industrie zu den Gewinnern. Am stärksten unter Abgabedruck standen Unternehmen aus den Sektoren Basiskonsum und Energie.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: -0.26%, S&P 500: -0.17%, Nasdaq: -0.09%
Die amerikanischen Aktienmärkte zeigten sich am Dienstag insgesamt wenig verändert. Vor dem US-Arbeitsmarktbericht am Freitag sorgten unter anderem die gestiegenen Anleiherenditen für Zurückhaltung. Gleichzeitig bleibt der Nahost-Konflikt ein Unsicherheitsfaktor. Der Dow Jones verlor 0.3%, der S&P 500 und der Nasdaq gaben um 0.2% bzw. 0.1% nach. Bei den Einzelwerten stach Bloom Energy (+10.8%) hervor. Applied Materials (+5.2%) profitierte von der anhaltenden Zuversicht für den Halbleiterausrüstungssektor. Marvell Technology (+4.5%) erhielt ebenfalls Rückenwind von einer positiven Analysteneinschätzung mit Blick auf die Chancen im Geschäft mit KI-Rechenzentren. Unter Druck stand dagegen Apple (-2.7%). Lululemon (-3.7%) setzte seine Schwäche fort. Die Aktie leidet weiterhin unter der verhaltenen Nachfrage und dem Anfang September gesenkten Jahresausblick.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 5.23%; DE: 3.62%; CH: 0.61%
Der Anstieg der langfristigen Kapitalmarktzinsen pausierte gestern. Zuvor waren die Zinsen auf beiden Seiten des Atlantiks weiter gestiegen und hatten vergangene Woche nochmals an Schwung gewonnen. Allein im September stieg die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen um über 40 Basispunkte, seit Jahresbeginn um einen Prozentpunkt. Auch in der Schweiz sind die langfristigen Zinsen gestiegen, bewegen sich im Vergleich jedoch auf einem weniger aussergewöhnlichen Niveau.
Währungen
Euro in Franken: 0.945
US-Dollar in Franken: 0.834
Euro in US-Dollar: 1.133
Die schwächer als erwartete US-Konsumentenstimmung hat den US-Dollar gestern nicht belastet. Der Greenback profitiert derzeit vor allem von den hohen US-Renditen und den Erwartungen weiterer Zinserhöhungen der Fed. So war der US-Dollar im September mit einer Ausnahme die stärkste aller Industriewährungen. Einzig der zuvor lange schwache japanische Yen legte nach den jüngsten Interventionen noch stärker zu. Das eher untypische Jahr für den Franken setzte sich im September fort. Seit Jahresbeginn hat er sich zum US-Dollar und Euro um rund 5% bzw. 1.5% abgeschwächt. Während in den USA weitere Zinserhöhungen erwartet werden, hält die SNB an ihrer Nullzinspolitik fest.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 103.14 pro Fass
Goldpreis: USD 4'178.55 pro Unze
Der Preis der Ölsorte Brent notiert im Vergleich zum Montag wieder sechs Dollar pro Fass tiefer, verharrt aber weiterhin über der 100-Dollar-Marke. Die Wiederaufnahme höherer Liefermengen über die wichtige saudische East-West-Pipeline, welche die Strasse von Hormus umgeht, hat für etwas Entspannung gesorgt. Ein diplomatischer Durchbruch rund um die Strasse von Hormus lässt jedoch weiter auf sich warten.
Wirtschaft und Konjunktur
Schweiz: KOF-Konjunkturbarometer (September)
aktuell: 109.1 (erwartet: 106.0, Vormonat: 107.5)
Das KOF-Konjunkturbarometer übertraf im September die Erwartungen deutlich. Damit erreichte der Frühindikator den höchsten Stand seit fünf Jahren. Positive Impulse kamen insbesondere aus der Industrie, dem Dienstleistungssektor und dem Bau. Innerhalb der Industrie verbesserten sich vor allem die Aussichten der Chemie- und Pharmaunternehmen, während sich die Aussichten im Fahrzeug- und Maschinenbau eintrübten. Die Aussichten für die Schweizer Konjunktur bleiben damit positiv.
USA: Conference Board Konsumentenstimmung (September)
aktuell: 81.9 (erwartet: 89.0, Vormonat: 88.6)
Die vom Conference Board erhobene Konsumentenstimmung in den USA hat im September einen deutlichen Dämpfer erhalten. Der Index fiel auf den tiefsten Stand seit 2014. Die Haushalte beurteilen sowohl die aktuelle Lage als auch die Aussichten für die nächsten Monate pessimistischer. Sorgen bereiten insbesondere die hohen Lebenshaltungs- und Energiepreise sowie die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Weitere Hinweise dazu liefert am Freitag der offizielle US-Arbeitsmarktbericht für September.
Florian Hiltpold
8021 Zürich
Daniel Wachter
8021 Zürich
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