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20. August 2026, Währungen

Atypisches Jahr für den Franken

In den letzten Monaten belasteten die Zinserwartungen den Franken, nachdem er im Vorjahr noch zur Stärke tendierte. Zugleich war er als sicherer Hafen nicht gefragt.

Die Rohstoffwährungen der Industriestaaten haben im laufenden Jahr Rückenwind erhalten. Die norwegische Krone sowie der australische und der neuseeländische Dollar notieren zum Franken klar im Plus. Auch das britische Pfund und der US-Dollar, zwei weitere Währungen mit deutlich höherem Zinsniveau, haben zugelegt. Eine Zinssenkung war für die Fed zuletzt kein Thema. Vielmehr drehten die Erwartungen der Finanzmärkte in Richtung einer möglichen Zinserhöhung. Davon profitierte der US-Dollar, der zum Franken Ende Juli bei knapp 82 Rappen ein Jahreshoch erreichte. Der zinsbedingte Höhenflug des Dollars bleibt jedoch anfällig. Die Argumente, die den US-Dollar bis zum Beginn des Nahost-Konflikts belasteten, sind nicht verschwunden, etwa die Schuldensituation der grössten Volkswirtschaft oder politische Unsicherheiten im Zusammenhang mit den Zwischenwahlen.

Franken schwächelt, September-Zinsentscheide im Fokus

Auch das EUR/CHF-Paar hält sich bei 94 Rappen auf dem höchsten Stand seit 12 Monaten. Etwas bessere Konjunkturdaten in Europa und ein allgemeines Abwarten, was in den Konfliktzonen der Welt passiert, helfen der Gemeinschaftswährung. Dazu kommt, dass die EZB im September wahrscheinlich den Leitzins erneut anheben wird. Der wichtigste Taktgeber am Devisenmarkt bleibt derzeit der Ölpreis, der die Inflations- und damit direkt die Zinserwartungen bestimmt. Die Inflationslage ist dabei für die Fed und EZB anspruchsvoller als für die Schweizerische Nationalbank (SNB). Der Einfluss der Energiepreise ist in den USA und der Eurozone grösser. Die Zinsdifferenz bestimmt auf Dauer den Wechselkurs jedoch nur bedingt, als kurzfristiger Signalgeber ist sie ein wichtiger Faktor. Daneben zählt auch die Marktstimmung. Die jüngste Underperformance des Frankens sagt wenig über seinen Status als sicheren Hafen aus. Der Franken wird auch künftig bei steigenden Risiken am Finanzmarkt gefragt sein. Der zuletzt ausgebliebene Aufwertungsdruck erhöht den Spielraum der SNB.

Unsere Währungsprognosen auf einen Blick

20.08.26 In 3 Monaten In 12 Monaten
EUR/CHF 0.9348 0.90 - 0.95 0.90 - 0.95
USD/CHF 0.8004 0.78 - 0.83 0.76 - 0.81
EUR/USD 1.1678 1.13 - 1.18 1.15 - 1.20
Quelle: Bloomberg, Prognosen SGKB

Kursentwicklung Euro und US-Dollar zum Franken

Quelle: Bloomberg, Prognosen SGKB

Daniel Wachter

Portraitfoto von Daniel Wachter, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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