07. Oktober 2026, Tägliche Marktsicht
US-Indizes erreichen neue Höchststände
Angetrieben von einer zwischenzeitlichen Entspannung bei den Ölpreisen und den Anleiherenditen erreichten der S&P 500 und der Nasdaq gestern neue Höchststände.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.62%, SPI: +0.54%, SMIM: +0.16%
Der Schweizer Aktienmarkt gab einen Teil seiner anfänglichen Gewinne im Tagesverlauf wieder preis, schloss aber dennoch im Plus. Der Schweizer Leitindex SMI legte schliesslich um 0.6% zu. Für Rückenwind sorgten zwischenzeitlich tiefere Ölpreise und leicht nachgebende US-Anleiherenditen. Für den Rückgang des Ölpreises der Sorte Brent unter die Marke von USD 100 trugen zunehmende Öltransporte am Persischen Golf bei. Bei den grosskapitalisierten Werten standen gestern 17 Gewinner drei Tagesverlierern gegenüber. Angeführt wurde das Tableau von den Zyklikern Amrize (+1.7%), Holcim (+1.4%) und UBS (+1.4%). Tagesverlierer waren die Gesundheitstitel Alcon (-0.8%), Sandoz (-0.4%) und Galderma (-0.1%). Im Fokus stand Partners Group (+0.7%). Der Privatmarktspezialist steht vor der Auflösung eines in London kotierten Private Equity Fonds. Nur wenig zulegen konnte der Pharmazulieferer Lonza (+0.2%), trotz positiver Studienergebnisse des US-Kunden Vaxcyte. Im breiten Markt entwickelten sich Titel mit Bezug zum Thema Künstliche Intelligenz verhalten bis negativ: Belimo (+1.4%), Inficon (+0.8%), Huber+Suhner (+0.0%), Accelleron (-0.3%), Comet (-1.6%), VAT (-1.6%). Ohne unternehmensspezifische Gründe legten die Aktien von Komax (+8.1%), Ascom (+4.9%) und Aryzta (+4.1%) zu. Avolta (+0.8%) gab nach Börsenschluss bekannt, einen neuen 20-jährigen Duty-Free-Vertrag am Flughafen Seattle-Tacoma erhalten zu haben.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +0.48%, DAX: +0.77%
Die Zeichen an den europäischen Aktienmärkten standen gestern auf grün. In Frankreich sorgte der Vorschlag der Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen, das Staatsdefizit bis 2032 auf unter 3% des BIP zu senken, für Erleichterung an den Anleihenmärkten. Der französische CAC 40 legte um 0.4% zu. Der länderübergreifende Euro Stoxx 50 gewann 0.5% hinzu und der zyklischere deutsche DAX 0.8%. Nach Sektoren waren die Bereiche Basiskonsum, Finanzen und Immobilien gefragt. Unter Abgabedruck standen hingegen die Branchen Kommunikationsdienste und Energie.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.49%, S&P 500: +0.58%, Nasdaq: +0.45%
Die US-Aktienmärkte profitierten von tieferen Ölpreisen und einer Entspannung an den Anleihenmärkten. Der technologielastige Nasdaq (+0.5%) und der breiter gefasste S&P 500 (+0.6%) erreichten neue Höchststände. Der US-Leitindex Dow Jones legte um 0.5% zu. Für Unterstützung sorgte der Rekordkurs des Index-Schwergewichts Nvidia (+0.1%). Nvidia steuert als wertvollstes Unternehmen der Welt auf eine Marktkapitalisierung von USD 6 Billionen zu (gestern: USD 5.77 Billionen). Im Fokus stand gestern Constellation Energy mit einem Kurssprung von 12.2%. Alphabet (+0.3%) gab bekannt für seine KI-Rechenzentren einen milliardengrossen Vertrag für Atomstrom mit dem AKW-Betreiber abgeschlossen zu haben. Der Filmkonzern Paramount gab zudem den Abschluss der USD 110 Mrd. schweren Übernahme von Warner Brothers Discovery bekannt. Das neu entstandene Unternehmen firmiert unter dem Namen Skydance (-2.6%).
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 5.31%; DE: 3.48%; CH: 0.52%
Die US-Kapitalmarktzinsen legten gestern eine Verschnaufpause ein. Noch immer notiert die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen jedoch über 5.3% und damit nur minim unter ihrem Mehrjahreshoch. Seit Mitte Jahr ist die Rendite damit um mehr als 0.8 Prozentpunkte gestiegen.
Währungen
Euro in Franken: 0.936
US-Dollar in Franken: 0.833
Euro in US-Dollar: 1.123
Nach den Verlusten in der Vorwoche hat sich der Euro gestern wieder etwas erholt. Stützend wirkten insbesondere die Aussagen der französischen Präsidentschaftskandidatin Marin Le Pen zu ihrem Haushaltsplan. Darin schlug Le Pen vor, das Staatsdefizit bis spätestens 2032 unter drei Prozent des Bruttoinlandprodukts zu senken.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 101.55 pro Fass
Goldpreis: USD 4'136.60 pro Unze
Der Ölpreis ist im gestrigen Tagesverlauf wieder etwas angestiegen. Zwar ist die Blockade der Strasse von Hormus durch den Iran in den letzten Wochen etwas löchriger geworden. Allerdings kursierten gestern erneut Meldungen von Angriffen auf Schiffe in der Meerenge. Ohne belastbaren Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran wird es keinen deutlichen Rückgang des Ölpreises geben.
Wirtschaft und Konjunktur
Schweiz: Arbeitslosenrate (September, saisonbereinigt)
aktuell: 3.1% (erwartet: 3.1%, Vormonat: 3.1%)
Die um saisonale Schwankungen bereinigte Arbeitslosenrate in der Schweiz ist im September stabil geblieben. Die Rate verharrt damit seit Juni bei 3.1%. Zuvor ist die seit Mitte 2023 tendenziell angestiegen. Gemäss dem Staatssekretariat für Wirtschaft SECO hat sich die Lage am Schweizer Arbeitsmarkt in den letzten Monaten stabilisiert. Es sei aber noch zu früh, um von einer echten Trendwende zu sprechen.
Deutschland: Auftragseingänge Industrie MoM (August)
aktuell: -10.6% (erwartet: +1.0%, Vormonat: +3.2%)
Die Auftragseingänge in der deutschen Industrie sind im August im Vergleich zum Vormonat überraschend stark zurückgegangen. Der Rückgang ist bei genauerer Betrachtung aber zu relativieren: Das Minus ist von einem geringeren Volumen neuer Grossaufträge im Rüstungsbereich getrieben. Diese waren in den vergangenen Monaten jeweils sehr hoch ausgefallen. Betrachtet man die Auftragseingänge ohne Grossaufträge, blieb das Volumen neuer Bestellungen im Vergleich zum Vormonat praktisch konstant. Die neuen Daten bestätigten das Bild einer verbesserten Dynamik in der deutschen Industrie, welche aber noch stark von staatlichen Aufträgen für die Rüstungsindustrie abhängig ist.
Tobias Kistler
8021 Zürich
Patrick Häfeli
8021 Zürich
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