03. September 2026, Tägliche Marktsicht
US-Aktien stabilisieren sich zur Wochenmitte
Nach dem schwachen Wochenstart zeigten die amerikanischen Aktienmärkte gestern eine Gegenbewegung. Der Schweizer Aktienmarkt konnte zwischenzeitliche Verluste wettmachen und schloss leicht höher.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.20%, SPI: +0.14%, SMIM: +0.00%
Der Schweizer Aktienmarkt verlor gestern zunächst deutlich an Terrain, konnte seine Verluste aber im späteren Handelsverlauf wieder wettmachen und drehte noch in die Pluszone. Mit wenig Neuigkeiten aus dem Unternehmens- und Konjunkturbereich dominierte weiterhin der ungelöste Konflikt zwischen den USA und dem Iran die Schlagzeilen. Die hohen Ölpreise wecken Inflationssorgen und haben zuletzt die Wetten auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank wieder erhöht. Der SMI verabschiedete sich 0.2% höher aus dem Handel. Im Leitindex der 20 grössten börsenkotierten Unternehmen hielten sich Gewinner und Verlierer etwa die Waage. Weit vorne im Tableau lagen mit Lonza (+1.0%) und Alcon (+1.8%) zwei Gesundheitsunternehmen, die im Zuge einer allgemeinen Branchenstärke gefragt waren. Die UBS (+1.1%) setzte ihren Aufschwung fort. Sie profitieren davon, dass die Wahrscheinlichkeit auf abgeschwächte Kapitalanforderungen nach dem Entscheid des Ständerates Anfang Woche gestiegen sind. Nestlé kletterte um 0.2% nach oben. Der gestern angekündigte Verkauf des Vitamingeschäfts für USD 1.0 Mrd. an einen US-Finanzinverstoren löste keine grösseren Kursfantasien aus. Auf der der Verliererseite rangierte ABB (-0.5%). Die Aktien des Industriekonzerns kommen seit Anfang Sommer nicht mehr vom Fleck. Grund dafür dürfte die Schwäche im KI-Bereich sein, der für ABB ebenfalls ein wichtiger Wachstumsfaktor darstellt. Am Ende des Tableaus standen mit Sika (-1.0%), Amrize (-1.3%), Holcim (-1.4%) und Givaudan (-1.5%) vier Vertreter aus der Grundstoffbranche. Amrize wurde von einer Rating-Abstufung eines Brokers in Mitleidenschaft gezogen.
Im breiten Markt gehörten die Halbleiterzulieferer VAT (+4.0%), Comet (+3.4%) und Inficon (+1.8%) nach einer optimistisch formulierten Branchenstudie eines Brokers zu den Tagesgewinnern. Einen Freudensprung von 13.3% machten die Aktien von Bioversys. Das Biotechunternehmen erhielt für das Antibiotikum BV100 zur Behandlung von bakteriellen Lungenentzündungen von der US-Arzneimittelbehörde den sogenannten Fast-Track Status gewährt. Damit profitiert Bioversys beim laufenden Zulassungsprozess von einem abgekürzten Verfahren. Dormakaba (+5.8%) erhielt einen Tag nach den positiv aufgenommen Jahreszahlen und der Ankündigung der vereinfachten Eigentümerstruktur Rückenwind von Anschlusskäufen. Montana Aerospace gaben 1.9% nach. Beim Industrieunternehmen wird Miteigentümer Michael Teuner neu als Verwaltungsratspräsident und CEO amten.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: -0.11%, DAX: -0.50%
Die europäischen Aktienmärkte verloren gestern mehrheitlich an Terrain. Ein Mix aus Inflations-, Konjunktur- und Zinsängsten lastete auf der Anlegerstimmung. Dazu kam der Respekt vor dem September, der in der historischen Perspektive zu den schwächsten Börsenmonaten zählt. Der EuroStoxx50 gab zur Wochenmitte 0.1% nach. Stärker fiel das Minus beim DAX aus, der 0.5% zurückfiel. Der deutsche Leitindex wurde unter anderem durch schwache Autowerte gebremst. Volkswagen (-3.8%) wird per 21. September aus dem EuroStoxx50 rausfallen, nachdem die Aktien seit Jahresanfang um mehr als 20% gesunken sind. Ebenfalls verkauft wurden Einzelhandelsaktien wie Zalando (-4.7%). Sie standen im Zuge der gestiegenen Konjunktursorgen auf den Verkaufszetteln. Positiv aus dem Rahmen fielen die europäischen Bankenwerte wie ING (+2.4%) oder Deutsche Bank (+1.1%), die vom Zinsumfeld und positiven Analystenkommentaren angetrieben wurden.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.56%, S&P 500: +0.46%, Nasdaq: +0.45%
Nach den Verlusten seit Anfang Woche zeigten die amerikanischen Aktienmärkte eine gewisse Gegenbewegung. Positiv aufgenommen wurden die Aussagen des Fed-Mitglieds John Williams, der sich optimistisch bezüglich der Inflationsentwicklung äusserte. Der Dow Jones schloss 0.6% höher, während der S&P 500 um 0.5% und der technologielastige Nasdaq jeweils 0.5% anzogen. Im Fokus standen unter anderem die Aktien von Dell, die nach besser als erwarteten Quartalszahlen und einer erhöhten Jahresprognose um 15.8% nach oben sprangen. In die andere Richtung ging es für Palo Alto Networks. Die Aktien des Cybersecurity-Spezialisten fielen trotz besser als erwarteten Zahlen um 9.3% zurück. Nach dem starken Lauf seit Mitte März nahmen die Anleger Gewinne mit. Das Pharma- und Medizintechnikunternehmen Johnson & Johnson kletterte um 1.3% nach oben und markierten ein neues Allzeithoch. Anteil daran hatte ein optimistischer Analystenbericht eines Brokers.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.77%; DE: 3.37%; CH: 0.45%
Der Trend bei den langfristigen Marktzinsen in den USA und Europa zeigte zuletzt nach oben. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe liegt aktuell mit 4.77% in Schlagdistanz zu ihrem diese Woche erreichten Jahreshoch. In der Schweiz ist dies noch nicht der Fall. Ein wesentlicher Treiber der steigenden Zinsen ist der Inflationsschub infolge des Iran-Konflikts. Vor diesem Hintergrund rücken die anstehenden Zinsentscheide in den Fokus. In den nächsten zwei Wochen entscheiden sowohl die EZB als auch die Fed über ihre Leitzinsen. Während in der Eurozone eine Zinserhöhung eingepreist wird, ist die Lage in den USA weniger eindeutig. Äusserungen des Chefs der New Yorker Fed, John Williams, schlossen eine Zinserhöhung im September zwar nicht aus, dämpften aber die Markterwartung eines solchen Schritts. Die SNB folgt mit ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung am 24. September, Änderungen werden nicht erwartet.
Währungen
Euro in Franken: 0.941
US-Dollar in Franken: 0.812
Euro in US-Dollar: 1.159
Der Schweizer Franken zeigt sich vor der Veröffentlichung einiger Konjunkturdaten fester. In den vergangenen zwei Tagen hatte er gegenüber dem Euro und dem US-Dollar aufgrund der divergierenden Zinserwartungen geschwächelt. Heute Vormittag stehen in der Schweiz die neusten Inflationsdaten sowie die BIP-Wachstumszahlen auf der Agenda.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 95.07 pro Fass
Goldpreis: USD 4'438.20 pro Unze
Der Ölpreis der Sorte Brent bewegte sich gestern zwischen 93 und 97 US-Dollar pro Fass und damit auf dem höchsten Niveau seit rund zwei Monaten. US-Präsident Donald Trump sagte, die erneuten Angriffe auf den Iran würden nur von kurzer Dauer sein. Gleichzeitig signalisierten US-Vertreter, dass die Energieflüsse durch die Strasse von Hormus weiterhin gewährleistet seien. Die Lage im Nahen Osten bleibt jedoch angespannt. Nach drei schwachen Handelstagen zeigte der Goldpreis gestern eine Gegenbewegung und legte um rund 1% zu.
Wirtschaft und Konjunktur
Gestern wurden keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe veröffentlicht. Für heute stehen in der Schweiz die Inflationszahlen für August sowie die BIP-Wachstumszahlen für das 2. Quartal auf der Agenda.
Matthias Müller
8021 Zürich
Daniel Wachter
8021 Zürich
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