21. Oktober 2026, Tägliche Marktsicht
Starke Gesundheitswerte treiben an
Der Schweizer Aktienmarkt profitierte von einer starken Entwicklung bei Roche und Novartis. Heute stehen die Quartalszahlen von SpaceX im Fokus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.76%, SPI: +0.63%, SMIM: -0.09%
Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag nach einem verhaltenen Start deutlich zugelegt und sich damit klar besser entwickelt als die übrigen europäischen Börsen. Unterstützung kam am Nachmittag von neuen Hoffnungen auf eine mögliche diplomatische Lösung im Konflikt zwischen den USA und Iran. Gleichzeitig blieb die Stimmung gegenüber Technologie-, KI- und Rechenzentrumstiteln angespannt. Davon profitierte die defensive Ausrichtung des Schweizer Leitindex. Der SMI gewann 0.8% hinzu. Von den 20 SMI-Titeln schlossen 17 im Plus. Unter den Schwergewichten waren insbesondere Roche (+2.6%), Novartis (+1.9%) und Nestlé (+0.7%) gefragt. Roche profitierte unter anderem von einer Rating-Hochstufung durch einen Broker. Zu den weiteren Gewinnern gehörten Alcon (+2.2%), Lonza (+1.9%) und Amrize (+1.5%). Auch Swiss Re (+1.1%) und Zurich Insurance (+1.0%) legten zu. Deutlich gegen den Markttrend entwickelte sich hingegen ABB (-5.0%). Der Industriekonzern meldete zwar einen starken Auftragseingang, steigende Umsätze und hob den Jahresausblick leicht an. Die gestrige Kursentwicklung wurde jedoch durch die allgemeine Skepsis gegenüber Aktien mit Rechenzentrums- und KI-Bezug zurückgehalten.
Am breiten Markt zeigte sich diese Zurückhaltung ebenfalls. Inficon (-3.8%), VAT (-3.1%) und AMS Osram (-2.8%) gerieten im Zuge der erneuten Schwäche bei Halbleiter- und Technologiewerten unter Druck. Also (-5.8%) gab nach einer Herabstufung durch einen Broker einen Grossteil der kräftigen Vortagesgewinne wieder ab. Gegen den Branchentrend legte Comet (+4.7%) nach besser als erwarteten Geschäftszahlen und einer angehobenen Jahresprognose deutlich zu. Auch Huber+Suhner (+4.1%) überzeugte mit seinen Zahlen. Besonders stark entwickelten sich die Aktien von Kuros (+11.2).
Aktienmärkte Europa
Euro Stoxx 50: -0.38%, DAX: -0.06%
Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag erneut überwiegend nachgegeben, konnten ihre zwischenzeitlich deutlich höheren Verluste gegen Handelsende aber weitgehend reduzieren. Der Euro Stoxx 50 verlor 0.4%, während sich der DAX mit einem Minus von 0.1% nahezu unverändert hielt. Der französische CAC 40 gab 0.4% und der britische FTSE 100 0.3% nach. Für etwas Entspannung sorgten am Nachmittag Spekulationen über einen möglichen Vermittlungsvorschlag von Katar und Pakistan im Konflikt zwischen den USA und Iran. Belastend wirkte dagegen die politische und fiskalische Unsicherheit in Frankreich. Besonders unter Druck standen Industrie- und Technologiewerte. Schneider Electric (-3.3%), ASML (-2.7%) und Siemens Energy (-2.1%) gehörten zu den grösseren Verlierern. Gefragt waren dagegen defensivere Branchen, insbesondere Gesundheitswerte.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +1.02%, S&P 500: +0.28%, Nasdaq: -0.02%
Die amerikanischen Aktienmärkte haben sich am Dienstag uneinheitlich entwickelt. Der Dow Jones gewann 1.0% und der S&P 500 legte 0.3% zu, während der technologielastige Nasdaq beinahe unverändert schloss. Nach der Technologieerholung vom Montag schichteten Anleger verstärkt in defensivere Aktien um. Besonders gefragt waren Gesundheitswerte, während Technologie- und Kommunikationsaktien erneut zurückblieben. Unterstützung erhielten die Märkte von neuen Hoffnungen auf Fortschritte im Konflikt zwischen den USA und Iran. Bei den Einzelwerten sprang Hasbro (+11.2%) nach starken Quartalszahlen nach oben. 3M (+5.8%) profitierte von einer höheren Gewinnprognose. Auch der Gesundheitssektor entwickelte sich stark. Eli Lilly legte 3.5% zu. Deutlich unter Druck geriet hingegen General Motors (-6.8%).
Unternehmensberichte
SpaceX überrascht mit starkem KI-Wachstum und Gewinnsprung
SpaceX hat im 3. Quartal 2026 deutlich besser als erwartet abgeschnitten. Der Umsatz stieg um 161% auf USD 14.6 Mrd., während aus dem operativen Verlust des Vorjahres ein operativer Gewinn von USD 2.8 Mrd. wurde. Der Nettogewinn erreichte USD 4.4 Mrd., nach einem Verlust von USD 1.1 Mrd. im Vorjahr. Wachstumstreiber war insbesondere das Geschäft mit KI. Der Segmentumsatz erhöhte sich auf USD 7.6 Mrd. und hat damit Starlink erstmals als grössten Umsatzbereich überholt. Treiber waren neue Cloud-Verträge, der Ausbau von KI-Rechenzentren, die Übernahme von Cursor und eine stärkere Nutzung von Grok. Auch das Connectivity-Geschäft mit Starlink entwickelte sich stark. Der Umsatz stieg um 69% auf USD 5.2 Mrd., während die Zahl der Starlink-Kunden auf 13.6 Mio. zunahm. Die Investitionsausgaben erreichten im Quartal USD 19.6 Mrd., davon USD 16.4 Mrd. für die KI-Infrastruktur. Für das 4. Quartal stellt das Management sogar USD 35 bis 40 Mrd. Capex in Aussicht. SpaceX bestätigte das Ziel, bis Jahresende eine annualisierte Umsatzrate von USD 100 Mrd. zu erreichen. Die ausgewiesenen Zahlen lagen über den Analystenerwartungen. Die Aktie stieg nachbörslich rund 8%.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 5.12%; DE: 3.40%; CH: 0.53%
Die wieder aufgekommenen Zweifel an den Perspektiven des Technologiesektors sorgten vergangene Woche für eine höhere Nachfrage nach sicheren Staatsanleihen. Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries sank dadurch innerhalb von zwei Tagen von 5.33% auf zeitweise unter 5.05%. Auch in Europa gingen die Staatsanleiherenditen zurück, allerdings weniger stark. Nach diesen deutlichen Bewegungen fielen die Renditeschwankungen in dieser Woche bislang geringer aus. In Frankreich bleibt die politische Lage angespannt. Die Rendite 10-jähriger französischer Staatsanleihen liegt mit rund 4.9% weiterhin nahe ihrem höchsten Stand seit 2002.
Währungen
Euro in Franken: 0.926
US-Dollar in Franken: 0.825
Euro in US-Dollar: 1.123
Am Devisenmarkt notierten der Euro und der US-Dollar gegenüber dem Franken auf Vortagesniveau. Seit seinem Jahreshoch Ende September hat der Euro gegenüber dem Franken jedoch rund 2% an Wert verloren. Neben den hohen Energiekosten belasteten jüngst auch die politischen und fiskalischen Turbulenzen in Frankreich die Gemeinschaftswährung.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 110.23 pro Fass
Goldpreis: USD 4'144.63 pro Unze
Der Ölpreis der Sorte Brent notiert mit rund 110 US-Dollar pro Fass auf dem höchsten Stand seit Mai. Im gestrigen volatilen Handel schwankte er zwischen 106 und 112 US-Dollar, getrieben von widersprüchlichen Meldungen aus dem Nahen Osten. Berichte über einen Kompromissvorschlag zur Beendigung des Iran-Konflikts sorgten zwischenzeitlich für sinkende Ölpreise. Meldungen über eine unmittelbar bevorstehende Einigung wurden jedoch dementiert.
Der Goldpreis bewegt sich im Oktober bislang ohne klare Richtung. Zuletzt schwankte er zwischen 4'100 und 4'200 US-Dollar pro Unze. Neue Impulse liefern kommende Woche die Zinsentscheide der Fed und der EZB.
Wirtschaft und Konjunktur
Gestern wurden keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe publiziert.
Florian Hiltpold
8021 Zürich
Daniel Wachter
8021 Zürich
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