06. August 2026, Tägliche Marktsicht

SMI zieht am Mittwoch weiter an

Heute stehen in der Schweiz die Geschäftszahlen von Zurich Insurance, Swiss Re, Swisscom, Galenica, Adecco und OC Oerlikon im Fokus.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.61%, SPI: +0.67%, SMIM: +1.24%

Der Schweizer Aktienmarkt setzte am Mittwoch seine Erholung fort und knüpfte damit an die Gewinne seit Wochenbeginn an. Für Rückenwind sorgten vor allem neue Hoffnungen auf eine diplomatische Entspannung im Nahostkonflikt. Im Fokus der Einzelwerte standen Sandoz, deren Halbjahreszahlen mit einem deutlichen Kursanstieg honoriert wurden. Der SMI beendete den Handel mit einem Plus von 0.6%. Bei den 20 grosskapitalisierten Werten im SMI standen 11 Tagesgewinner 9 Tagesverlierern gegenüber. Angeführt wurde das Tableau von Sika (+2.6%), Givaudan (+2.1%), Amrize (+2.1%) und Roche (+2.0%). Tiefere Kurse stellten Alcon (-0.8%), Swisscom (-0.9%), Swiss Life (-1.1%) und Logitech (-2.4%).

Am breiten Markt waren die Werte von Swissquote (+4.1%), Centiel (+5.6%) und Sandoz (+6.0%) gefragt. Beim Pharmaunternehmen waren Auslöser dafür die über den Erwartungen liegenden Umsätze in den USA sowie im Biosimilars-Geschäft. Noch stärker schnitten die Aktien von AMS Osram (+7.8%) ab, die den Aufwärtstrend nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen fortsetzten. Verluste zu verbuchen hatten die Titel von Schweiter Technologies (-2.5%) und R&S Group (-6.6%). Die Aktien des Transformatorenherstellers R&S gerieten nach der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen unter Druck. Der Konzern verfehlte sowohl beim Auftragseingang als auch beim Umsatz die Erwartungen und enttäuschte zudem mit seinem Ausblick.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +0.15%, DAX: -0.29%

Die europäischen Aktienmärkte präsentierten sich am Mittwoch uneinheitlich. Der EuroStoxx 50 erreichte im frühen Handel zwar nochmals ein Rekordhoch, konnte die Gewinne jedoch nicht halten und schloss 0.2% tiefer. Der deutsche DAX verlor 0.3%, während der britische FTSE100 mit 0.1% leicht zulegen konnte. Trotz neuer Signale der USA und des Irans in Richtung einer möglichen Einigung im Nahostkonflikt blieben die Anleger angesichts der anhaltenden Unsicherheit über eine Öffnung der Strasse von Hormus vorsichtig. Auf Sektorenebene zeigten sich gestern die Bereiche Grundstoffe, Gesundheit und Nichtzyklischer Konsum stark und stiegen an, während Energie und Kommunikationsdienste zurückblieben.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.49%, S&P 500: -0.17%, Nasdaq: -0.83%

Auch die amerikanischen Aktienmärkte schlossen am Mittwoch mit einer uneinheitlichen Tendenz. Während der Dow Jones seine Rekordserie fortsetzte und um 0.5% auf ein neues Allzeithoch zulegte, gerieten der S&P 500 (-0.2%) und der Nasdaq (-0.8%) im Handelsverlauf unter Druck und beendeten den Tag im Minus. Unterstützung erhielt der Markt zunächst von Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Nahostkonflikt. Medienberichten zufolge stehen die USA, der Iran und Oman kurz vor einer Übergangsvereinbarung zur Wiederöffnung der für den Welthandel wichtigen Strasse von Hormus. Im Technologiesektor standen die Einzelwerte SpaceX (-13.6%) und AMD (-7.0%) deutlich unter Druck. SpaceX erlitt den grössten Kursverlust im Nasdaq 100, nachdem Anleger die ambitionierten Zukunftspläne von Elon Musk, darunter ein Jahresumsatz von einer Billion US-Dollar, skeptisch aufgenommen hatten. Auch die Aktie des Chipentwicklers geriet trotz solider Geschäftszahlen unter Verkaufsdruck. Die Aktien von Eli Lilly (+4.9%) zählten zu den Gewinnern, nachdem der Pharmakonzern seine Umsatzprognose dank der starken Nachfrage nach seinen Abnehmmedikamenten erneut angehoben hatte.

Unternehmensberichte

Zurich Insurance hebt Mittelfristziel leicht an
Der Versicherer Zurich Insurance steigerte im 1. Halbjahr 2026 den Betriebsgewinn um 13% auf USD 4.77 Mrd. Unter dem Strich resultierte ein 14% höherer Reingewinn von USD 3.49 Mrd., was einer Eigenkapitalrendite von 25.0% entspricht. Angetrieben wurde das Resultat von der Sparte P&C, wo die Prämieneinnahmen um 10% auf USD 29.9 Mrd. zulegten. Der entsprechende Schaden-Kosten-Satz verschlechterte sich leicht um 30 Basispunkte auf 92.7%. Der Betriebsgewinn nahm in der Sparte um 16% auf USD 2.81 Mrd. zu. In der Lebensversicherung legte der Betriebsgewinn um 23% auf USD 1.27 Mrd. zu und bei Farmers um 2% auf USD 1.18 Mrd. Der mittelfristige Ausblick wurde bestätigt und für das Lebensversicherungsgeschäft wurde die Wachstumsprognose für den Betriebsgewinn leicht auf 10% angehoben. Mit dem Zahlenkranz wurden die Analystenerwartungen übertroffen.

Swiss Re übertrifft Analystenerwartungen
Der Rückversicherer Swiss Re steigerte den Reingewinn im 1. Halbjahr 2026 um 9% auf USD 2.8 Mrd. Der Umsatz sank hingegen von USD 20.9 Mrd. auf USD 20.3 Mrd. Im Hauptgeschäft P&C Re verbesserte sich der Schaden-Kosten-Satz um 440 Basispunkte auf 76.7%. Der Gewinn stieg um 18% auf USD 1.45 Mrd. In der Sparte L&H Re konnte der Reingewinn von USD 839 Mio. auf USD 1.05 Mrd. gesteigert werden. Das Sparziel wurde bis 2028 von USD 300 Mio. auf USD 500 Mio. erhöht. Mit den Zahlen wurden die Analystenerwartungen klar übertroffen.

Swisscom trotz tieferem Umsatz mit höherer Profitabilität
Swisscom verzeichnete im 1. Halbjahr 2026 ein 3% tieferen Umsatz von CHF 7.2 Mrd., wobei der schwache Euro das Ergebnis negativ beeinflusste. Der Umsatz in der Schweiz sank um 0.7% auf CHF 3.87 Mrd.  Der EBITDA nach Leasingaufwand nahm indes um 3.3% auf CHF 2.56 Mrd. zu. Der Reingewinn lag 6.9% höher bei CHF 668 Mio., Kosteneinsparungen in der Schweiz und Synergien aus der Fusion von Fastweb und Vodafone Italia waren dafür verantwortlich. Der finanzielle Ausblick 2026 wird bestätigt. Das Zahlenset liegt leicht über den Markterwartungen.

Galenica im Rahmen der Erwartungen 
Der Umsatz von Galenica stieg im ersten Halbjahr 2026 um 7.1% auf CHF 2.14 Mrd., während der bereinigte EBIT ebenfalls um 7.1% auf CHF 117.7 Mio. zulegte. Bereinigt um Sondereffekte aus dem Vorjahr entsprach dies einem EBIT-Wachstum von 12.6%. Wachstumstreiber waren die steigende Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen in Apotheken, das Home-Care- und Diagnostikgeschäft sowie der Pharmagrosshandel von Galexis. Für 2026 bestätigt Galenica die Prognose eines Umsatzwachstums von 5 bis 7% und eines bereinigten EBIT-Anstiegs von 6 bis 8%. Die Sonderkosten für die Schliessung der Bichsel-Produktion dürften mit rund CHF 30 Mio. tiefer ausfallen als bisher erwartet. Das Zahlenset entspricht den Analystenerwartungen.

Adecco mit gemischten Zahlen
Der Umsatz von Adecco stieg im 2. Quartal 2026 organisch um 5.6% auf EUR 6.0 Mrd., während der Konzern seinen Marktanteil gegenüber wichtigen Wettbewerbern um 160 Basispunkte ausbaute. Das Kerngeschäft verbuchte ein Wachstum von 6.6%, getragen von Amerika, Asien-Pazifik und Europa ausserhalb Frankreichs. Der bereinigte EBITA erhöhte sich um 21% auf EUR 165 Mio., die entsprechende Marge verbesserte sich um 30 Basispunkte auf 2.8%. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte um 31% auf EUR 0.61 zu. Der Nettogewinn betrug EUR 47 Mio., was einem Rückgang von 19% entspricht. Für das 3. Quartal erwartet Adecco eine leichte Verbesserung der Bruttomarge sowie tiefere Verwaltungskosten. Zudem will der Personaldienstleister den Anteil technologiegestützter Umsätze bis Jahresende von bereits erreichten 50% auf 70% erhöhen. Die Zahlen übertreffen die Erwartungen beim Umsatz, verfehlen jedoch gewinnseitig.

OC Oerlikon übertrifft Erwartungen und hebt Prognose an
Der Umsatz von OC Oerlikon stieg im ersten Halbjahr 2026 bei konstanten Wechselkursen um 6.7% auf CHF 790 Mio., während der Auftragseingang um 19% auf CHF 920 Mio. zulegte. Das operative EBITDA erhöhte sich auf CHF 156 Mio., entsprechend einer Marge von 19.7%, unterstützt durch Kostensenkungen, Standortoptimierungen und höhere Rohstoffpreise. Der Reingewinn erreichte dank des Verkaufs von Barmag CHF 328 Mio. Zudem senkte Oerlikon die Verschuldung schneller als geplant. Für 2026 hebt das Unternehmen seine Jahresprognose an und erwartet nun ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und eine operative EBITDA-Marge von 18.5% bis 19.5%. Voraussetzung ist, dass die Preise für Wolfram und Yttrium weitgehend stabil bleiben. Die ausgewiesenen Geschäftszahlen übertreffen die Analystenerwartungen.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.61%; DE: 3.11%; CH: 0.38%

Nach der volatilen Vorwoche verlief der gestrige Handel an den Kapitalmärkten ruhig. Sowohl in Europa als auch in den USA bewegten sich die Zinsen nur wenig. Sie notieren jedoch weiterhin nur knapp unter den Ende Juli erreichten Höchstständen.

Währungen

Euro in Franken: 0.933
US-Dollar in Franken: 0.807
Euro in US-Dollar: 1.155

Der Schweizer Franken notierte gestern gegenüber dem US-Dollar leicht stärker und gegenüber dem Euro weitgehend unverändert. Im Fokus steht nun der US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag, der neue Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs der Fed liefern dürfte. Auch der japanische Yen bewegte sich kaum. Die gemeinsame Intervention Japans und der US-Notenbank entfaltet bislang jedoch keine nachhaltige Wirkung. Entsprechend bestehen weiterhin Zweifel, ob damit eine dauerhafte Aufwertung des Yen erreicht werden kann.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 79.45 pro Fass
Goldpreis: USD 4'246.82 pro Unze

Gemäss Medienberichten steigen die Chancen auf eine befristete Vereinbarung zur Wiederöffnung der Strasse von Hormus. Im Gespräch ist eine 60-tägige Regelung mit getrennten Routen für ein- und auslaufende Schiffe sowie einer möglichen Minenräumung. Eine Einigung könnte den kommerziellen Schiffsverkehr stabilisieren, die Ölpreise entlasten und das Risiko einer erneuten militärischen Eskalation reduzieren. Noch liegt jedoch kein verbindliches Abkommen vor. Der Erdölpreis notiert deshalb weiterhin nahe der Marke von 80 US-Dollar je Fass.

Die Aussicht auf eine Wiederöffnung der Strasse von Hormus stützte gestern auch den Goldpreis. Tiefere Erdölpreise dämpfen die Inflationserwartungen und verringern die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen der US-Notenbank. Dies erhöht die Attraktivität des unverzinsten Edelmetalls. Der Goldpreis stieg gegenüber dem Vortag um 4.1% und legte damit den dritten Handelstag in Folge zu. Zugleich festigte sich die zuletzt beobachtete Bodenbildung im Bereich von 4'000 US-Dollar je Unze.

Wirtschaft und Konjunktur

USA: Einkaufsmanagerindex DL-Sektor (ISM, Juli)
aktuell: 54.1 (erwartet: 54.5, Vormonat: 54.0)

Der US-Dienstleistungssektor bleibt auf Wachstumskurs. Der Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management veränderte sich im Juli gegenüber dem Vormonat nur geringfügig und notiert weiterhin klar über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die Geschäftsdynamik bleibt dank der robusten Konsumnachfrage solide. Steigende Kosten für Dienstleistungen und Materialien belasten die Unternehmen jedoch weiterhin. Ein ähnliches Bild zeigt der methodisch vergleichbare Index von S&P Global. Dessen finaler Juli-Wert liegt mit 54.6 Punkten ebenfalls deutlich im Expansionsbereich.

Dominik Schmidlin

Portraitfoto von Dominik Schmidlin, Leiter Anlagestrategie und Analyse bei der St.Galler Kantonalbank
Leiter Anlagestrategie und Analyse
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Florian Hiltpold

Portraitfoto von Florian Hiltpold, Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Tobias Kistler

Portraitfoto von Tobias Kistler, Senior Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Angela Truniger

Portraitfoto von Angela Truniger, Senior Finanzanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Ihr nächster Schritt

Möchten Sie unsere Research-Berichte als Newsletter erhalten? Abonnieren Sie die Themen-Newsletter unseres Investment Centers oder verschaffen Sie sich mit unserem kompakten Anlagemagazin /sicht einen Gesamtüberblick.