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15. September 2026, Tägliche Marktsicht

SMI trotzt KI-Sorgen und steigenden Ölpreisen

Defensive Schwergewichte trieben den SMI zum Wochenauftakt an, während KI-Sorgen Zykliker belasteten. Im Fokus steht der morgige US-Zinsentscheid.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.75%, SPI: +0.43%, SMIM: -0.56%

Der Schweizer Aktienmarkt ist mit Gewinnen in die neue Woche gestartet. Der SMI legte um 0.8% zu, wobei insbesondere die defensiven Index-Schwergewichte für Unterstützung sorgten. Der marktbreite SPI gewann 0.4%, während der auf mittelkapitalisierte Unternehmen ausgerichtete SMIM 0.6% verlor. Bei den 20 SMI-Titeln hielten sich Gewinner und Verlierer die Waage. Für Zurückhaltung sorgten die hohen Ölpreise sowie neue Bedenken rund um die Entwicklung der künstlichen Intelligenz. Mehrere führende Köpfe der KI-Branche hatten sich für eine Verlangsamung des Entwicklungstempos ausgesprochen und damit Zweifel an der bisherigen Dynamik der KI-Investitionen geweckt. Dies setzte insbesondere Technologie- und andere zyklische Werte unter Druck. Im Fokus der Anleger steht nun die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwochabend. Am Markt wird inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 90% mit einer Zinserhöhung gerechnet.

Bei den Einzelwerten führte Roche (+5.0%) die Gewinnerliste an. Der Pharmakonzern profitierte von positiven Studiendaten zu einem Lungenkrebsmedikament. Im Sog legte auch Novartis (+1.7%) zu und erholte sich damit von den deutlichen Verlusten der Vorwoche. Ebenfalls stark gefragt war das dritte Index-Schwergewicht Nestlé (+2.1%). Die drei defensiven Schwergewichte waren damit massgeblich für das Plus des SMI verantwortlich. Zu den weiteren Gewinnern zählten Alcon (+1.9%), Givaudan (+1.3%) und Swisscom (+1.2%). Kühne + Nagel (+1.7%) gilt als Profiteur der Spannungen im Nahen Osten. Auf der Verliererseite geriet ABB (-4.1%) unter Druck. Der Technologiekonzern, der mit seinen Produkten für Rechenzentren zu den Schweizer Profiteuren des KI-Investitionsbooms zählt, litt besonders unter den neu aufgekommenen Bedenken rund um die weitere Entwicklung der künstlichen Intelligenz. Weitere Verlierer waren UBS (-2.8%) sowie die Bautitel Holcim (-2.5%), Sika (-2.2%) und Amrize (-2.1%).

Am breiten Markt gerieten ebenfalls Unternehmen mit Bezug zum KI- und Rechenzentrengeschäft stark unter Druck. Belimo (-9.2%) verzeichnete besonders starke Verluste. Ebenfalls deutlich unter Druck standen Accelleron (-5.9%) und Huber + Suhner (-5.0%). Kräftige Abgaben verzeichneten auch die Zulieferer der Halbleiterindustrie. Comet (-8.9%), VAT (-7.7%) und Inficon (-6.6%) verloren deutlich. Für positive Kursbewegungen sorgten hingegen Analystenkommentare. Siegfried (+3.5%) und Straumann (+1.3%) profitierten jeweils von positiven Einschätzungen.

Unternehmensberichte

Free Float bei SMG erhöht sich

SMG Swiss Marketplace Group gab heute Morgen bekannt, dass die Mobiliar 7.5% ihrer SMG-Aktien veräussert und ihren Anteil damit auf 11.8% reduziert. Davon übernimmt der Mehrheitsaktionär TX Group 3.5% und erhöht seine Beteiligung auf 34.9%. Weitere 1% der Aktien werden von SMG selbst zurückgekauft. Die verbleibenden 3% werden am Markt platziert, wodurch sich der Free Float von 21.1% auf 24.1% erhöht. Die Platzierung des zusätzlichen Aktienvolumens dürfte kurzfristig für einen Angebotsüberhang sorgen und die SMG-Aktie heute entsprechend belasten. Mittelfristig ist der höhere Free Float hingegen positiv für die Handelbarkeit und Liquidität der Aktie zu werten.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -1.02%, DAX: -0.50%

Die europäischen Aktienmärkte sind überwiegend mit Verlusten in die neue Woche gestartet. Die deutlichsten Abgaben verzeichneten der italienische FTSE MIB (-1.7%) und der spanische IBEX 35 (-1.4%). Auch der EuroStoxx 50 (-1.0%), der französische CAC 40 (-0.8%) und der deutsche DAX (-0.5%) schlossen tiefer. Gegen den schwachen europäischen Trend legte der britische FTSE 100 (+0.4%) zu. Unterstützung erhielt er insbesondere von den defensiven Index-Schwergewichten. Besonders stark unter Druck standen die europäischen KI-Profiteure. Die Chiphersteller Infineon (-7.7%) und STMicroelectronics (-6.6%) sowie der Halbleiterausrüster ASML (-6.1%) mussten kräftige Abgaben hinnehmen. Auch Schneider Electric (-6.5%) und Siemens Energy (-0.8%), die aufgrund des hohen Strombedarfs von Rechenzentren ebenfalls vom KI-Investitionsboom profitieren, schlossen tiefer.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -0.29%, S&P 500: -0.48%, Nasdaq: -0.56%

Die US-Aktienmärkte haben zum Wochenauftakt Verluste verzeichnet. Die anhaltende Sicherheitsdebatte rund um die künstliche Intelligenz belastete insbesondere Technologie- und Halbleiterwerte. Der technologielastige Nasdaq (-0.6%) verzeichnete die deutlichsten Abgaben, gefolgt vom marktbreiten S&P 500 (-0.5%) und dem Dow Jones (-0.3%). Auf Sektorenebene waren Kommunikationsdienste, Gesundheit und Basiskonsum gefragt. Deutliche Abgaben verzeichneten hingegen die Bereiche Technologie, Industrie, Versorger und Grundstoffe. Besonders stark unter Druck standen Halbleiterwerte. Arm Holdings, Marvell Technology und Applied Materials verloren zwischen 7.1% und 9.7%, während Nvidia (-3.4%) ebenfalls deutlich nachgab. Von den zunehmenden Sicherheitsbedenken rund um KI profitierten hingegen Cybersecurity-Unternehmen. CrowdStrike, Palo Alto Networks und Okta legten zwischen 12% und 14% zu.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 5.01%; DE: 3.51%; CH: 0.62%

Die Kapitalmarktzinsen sind gestern auf beiden Seiten des Atlantiks gestiegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe kletterte dabei über die Marke von 5%. Im Unterschied zur letzten Woche erfasst der Aufwärtsdruck nun auch die Schweiz. Die Rendite der 10-jährigen Eidgenossenanleihe notiert mit 0.62% ebenfalls auf einem neuen Jahreshoch.

Mit den wieder gestiegenen Energiepreisen richtet sich der Blick auf die Zinsentscheide der Notenbanken. In der zweiten Wochenhälfte entscheiden die Bank of England, die Bank of Japan und vor allem die US-Notenbank Fed.

Währungen

Euro in Franken: 0.944
US-Dollar in Franken: 0.818
Euro in US-Dollar: 1.153

Im Einklang mit den höheren US-Renditen und dem gestiegenen Ölpreis legte gestern auch der US-Dollar zu. Entsprechend gewann der Greenback gegenüber den meisten G10-Währungen an Terrain. Gegenüber dem Schweizer Franken notiert der US-Dollar seit Jahresbeginn rund 2% im Plus.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 107.46 pro Fass
Goldpreis: USD 4'296.71 pro Unze

Der Preis der Ölsorte Brent handelte gestern in einer Spanne zwischen 105 und 110 US-Dollar. Damit liegt er rund 20% höher als noch zu Monatsbeginn. Der Drohnenangriff auf die saudische East-West-Pipeline vor einigen Tagen unterstreicht die fragile Lage in der Region. Zusätzlich sorgen die Huthi mit ihrem Vormarsch am wichtigen Seeweg durch den Bab al-Mandab für Unsicherheit. Saudi-Arabien bekundet immer mehr Mühe, sein Öl über das Rote Meer auf die Weltmärkte zu bringen. Der Ölpreis wird in den nächsten Tagen entsprechend stark schwanken und auf jegliche Meldungen und Gerüchte reagieren.

Wirtschaft und Konjunktur

Gestern wurden keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe veröffentlicht. In dieser Woche steht der Zinsentscheid der US-Notenbank am Mittwochabend auf der Agenda. Es wird mit einer Zinserhöhung um 0.25% gerechnet.

Anja Felder

Portraitfoto von Anja Felder, Senior Finanzanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Daniel Wachter

Portraitfoto von Daniel Wachter, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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