25. August 2026, Tägliche Marktsicht
SMI tritt zum Wochenauftakt auf der Stelle
Der Schweizer Aktienmarkt schloss gestern in einem von geopolitischen und handelspolitischen Unsicherheiten geprägten Umfeld leicht tiefer. Hierzulande stehen heute die Halbjahreszahlen von Arbonia, Orior, SMG und TX Group im Fokus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: -0.07%, SPI: -0.03%, SMIM: +0.13%
Der Schweizer Aktienmarkt zeigte sich zum Wochenauftakt leicht schwächer. Für Verunsicherung sorgten insbesondere der eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und Kanada sowie die weiterhin angespannte Lage im Nahen Osten. US-Präsident Donald Trump drohte mit weiteren Zöllen gegen Kanada und einer Verschärfung der Sanktionen gegen den Iran. Belastend wirkten zudem die hohen US-Anleiherenditen. Im weiteren Wochenverlauf richtet sich der Fokus auf die Quartalszahlen von Nvidia am Mittwoch sowie den Auftritt von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole am Freitag. Der SMI schloss zum Wochenauftakt praktisch unverändert mit einem Minus von 0.07%. Dabei überwogen die Gewinner. Von den 20 SMI-Titeln schlossen 14 im Plus und sechs im Minus. Auch der breite SPI (-0.03%) bewegte sich kaum, während der auf mittelgrosse Unternehmen ausgerichtete SMIM (+0.13%) leicht zulegte. An der Tabellenspitze stand UBS (+1.7%), gefolgt von Logitech (+1.4%), Richemont (+1.3%) und Givaudan (+1.0%). Nestlé (+1.0%) legte ebenfalls zu und schloss wieder über der Marke von CHF 80. Unter Druck standen hingegen die Pharmaschwergewichte Roche (-1.4%) und Novartis (-0.5%). Roche konnte dabei nicht von der US-Zulassung eines gemeinsam mit Eli Lilly entwickelten Bluttests zur Erkennung von Alzheimer-Symptomen profitieren. Das Tabellenschlusslicht bildete ABB (-2.5%). Nach den deutlichen Kursgewinnen im Zuge des KI-Booms litt die Aktie unter Gewinnmitnahmen. Kühne+Nagel (-0.1%) schloss nach dem Tod des Mehrheitsaktionärs Klaus-Michael Kühne nahezu unverändert. Amrize (-0.7%) kündigte nach US-Börsenschluss einen überraschenden Wechsel an der Finanzspitze an. CFO Baris Oran tritt aus persönlichen Gründen mit sofortiger Wirkung zurück und wird durch den bisherigen Strategie- und Übernahmechef Samuel J. Poletti ersetzt.
Am breiten Markt war Swissquote (+4.2%) deutlich gesucht, ohne dass nennenswerte Unternehmensnachrichten vorlagen. Sonova (-0.6%) gab trotz der Vorstellung einer neuen Produktgeneration mit KI leicht nach, nachdem die Aktie zuletzt bereits deutlich zugelegt hatte. Allreal (-2.8%) geriet nach der Publikation der Halbjahreszahlen unter Druck. Metall Zug (+0.5%) legte nach der Vorlage des Halbjahresergebnisses hingegen leicht zu.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: -0.22%, DAX: -0.11%
Die europäischen Aktienmärkte haben zum Wochenauftakt uneinheitlich geschlossen. Für Zurückhaltung sorgten die angekündigten neuen US-Sanktionen gegen den Iran sowie die weiterhin angespannte geopolitische Lage. Der EuroStoxx 50 (-0.2%) und der französische CAC 40 (-0.4%) gaben leicht nach, während der spanische IBEX 35 (+0.7%) und der britische FTSE 100 (+0.4%) zulegten. Letzterer profitierte insbesondere von steigenden Metallpreisen. Unter Druck stand hingegen der Technologiesektor. Schwache Vorgaben aus Asien und den USA sowie die bevorstehenden Quartalszahlen von Nvidia belasteten insbesondere die Halbleiterwerte. Infineon (-3.2%), STMicroelectronics (-2.0%) und ASML (-1.1%) mussten entsprechend deutlichere Abgaben hinnehmen.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.26%, S&P 500: -0.28%, Nasdaq: -0.76%
Die US-Aktienmärkte haben zum Wochenauftakt uneinheitlich geschlossen. Während Standardwerte überwiegend leicht zulegten, gerieten Technologiewerte unter Druck. Für Zurückhaltung sorgten negative Vorgaben aus Asien sowie die mit Spannung erwarteten Quartalszahlen von Nvidia am Mittwoch. Die angekündigten neuen US-Sanktionen gegen den Iran bewegten die Märkte hingegen kaum. Der Dow Jones (+0.3%) schloss leicht höher, während der S&P 500 (-0.3%) und der technologielastige Nasdaq (-0.8%) nachgaben. Bei den Einzelwerten standen Nvidia (-2.9%) und Tesla (-3.8%) unter Druck. Im Vorfeld der Quartalszahlen von Nvidia herrschte Unsicherheit darüber, ob der KI-Chiphersteller die hohen Markterwartungen erneut übertreffen kann. Im Sog von Nvidia gaben auch andere Halbleiterwerte deutlich nach. Tesla wurde hingegen von einer umfangreichen Rückrufaktion in China belastet, von der knapp drei Millionen Fahrzeuge betroffen sind.
Unternehmensberichte
Arbonia senkt EBITDA-Prognose nach Belastungen bei Garant
Arbonia steigerte den Umsatz im 1. Halbjahr 2026 um 3.6% auf CHF 318.2 Mio. Organisch resultierte ein Wachstum von 2.3%, wobei insbesondere Westeuropa, Zentral- und Osteuropa sowie die Schweiz eine erfreuliche Entwicklung zeigten. In Deutschland ging der Umsatz hingegen um 3.7% zurück, hauptsächlich aufgrund von Problemen im Zusammenhang mit der Einführung eines neuen SAP-/ERP-Systems bei der Tochtergesellschaft Garant. Der bereinigte EBITDA ging um 8.8% auf CHF 23.8 Mio. zurück, während sich die entsprechende Marge von 8.5% auf 7.5% verringerte. Die vorübergehenden Belastungen aus der SAP-/ERP-Transformation bei Garant schmälerten das Ergebnis um rund CHF 8.4 Mio. Ohne diesen Effekt hätte die EBITDA-Marge bei knapp 10% und damit über dem Vorjahresniveau gelegen. Zusätzlich belasteten höhere Material-, Transport- und Personalkosten sowie negative Währungseffekte. Der EBIT fiel auf CHF -4.5 Mio., nach CHF 1.1 Mio. im Vorjahr. Für das Gesamtjahr senkte Arbonia aufgrund der Belastungen bei Garant die EBITDA-Prognose. Neu erwartet das Unternehmen einen bereinigten EBITDA weitgehend auf dem Vorjahresniveau von CHF 57.3 Mio., nachdem bislang ein Wachstum von 15% bis 20% in Aussicht gestellt worden war. Die übrigen Ziele für 2026 sowie die Mittelfristziele für 2029 wurden bestätigt. Während Arbonia beim Umsatz die Markterwartungen leicht übertraf, blieben der bereinigte EBITDA und der Reingewinn hinter den Analystenschätzungen zurück.
Orior senkt Umsatzprognose nach schwachem Halbjahr
Orior verzeichnete im 1. Halbjahr 2026 einen Umsatzrückgang von 7.1% auf CHF 283.3 Mio. Organisch lag das Minus bei 5.7%. Die Umsatzentwicklung war über alle Segmente hinweg rückläufig. Belastend wirkten insbesondere tiefere Schweinefleischpreise, die anhaltenden Verwerfungen im Schweizer Detailhandel, der Wegfall eines Volumenauftrags in den Niederlanden sowie die Beendigung des defizitären Bahngeschäfts in Deutschland. Der bereinigte Betriebsgewinn (EBITDA) sank um 4.8% auf CHF 15.5 Mio. Dank tieferer Einkaufspreise und Kosteneinsparungen verbesserte sich die bereinigte EBITDA-Marge dennoch leicht von 5.4% auf 5.5%. Unter dem Strich stieg der Reingewinn deutlich von CHF 1.3 Mio. auf CHF 4.6 Mio. Die Nettoverschuldung erhöhte sich gegenüber Ende 2025 um 7.0% auf CHF 162.9 Mio., womit das Verhältnis von Nettoverschuldung zu bereinigtem EBITDA bei 4.3x lag. Für das Gesamtjahr senkte Orior die Umsatzprognose und erwartet neu einen organischen Rückgang von 6% bis 8% (zuvor: 3% bis 6%). Die Prognose für die bereinigte EBITDA-Marge von 6.3% bis 6.6% wurde hingegen bestätigt. Insgesamt entsprach das Zahlenset in etwa den Markterwartungen, wobei der Umsatz leicht darunter und die bereinigte EBITDA-Marge etwas darüber lag.
SMG mit zweistelligem Wachstum und höherer Profitabilität
SMG steigerte den Umsatz im 1. Halbjahr 2026 um 11.3% auf CHF 179.8 Mio. Das Wachstum war breit abgestützt. Der Bereich Immobilien legte um 11.5% zu, Automotive um 12.2% und General Marketplaces um 13.0%. Der bereinigte EBITDA erhöhte sich um 15.8% auf CHF 101.5 Mio., während sich die entsprechende Marge um 220 Basispunkte auf 56.5% verbesserte. Unter dem Strich verdoppelte sich der Reingewinn auf CHF 56.4 Mio. Für das Gesamtjahr präzisierte SMG die Umsatzprognose nach oben und erwartet neu ein Wachstum von 11% bis 12% (zuvor: 10% bis 12%). Die Prognose für die bereinigte EBITDA-Marge von 56% bis 58% sowie die Mittelfristziele wurden bestätigt. Zudem kündigte SMG einen Führungswechsel an. CEO Christoph Tonini wird seinen Posten per Ende Jahr an den bisherigen Leiter des Autogeschäfts, Alberto Sanz de Lama, übergeben und soll im April 2027 das Verwaltungsratspräsidium übernehmen. Mit dem Zahlenset übertrifft SMG die Markterwartungen.
TX Group steigert bereinigtes Ergebnis deutlich
TX Group verzeichnete im 1. Halbjahr 2026 einen Umsatzrückgang von 5.7% auf CHF 402.4 Mio. Dabei gingen die Umsätze in allen Segmenten zurück, am deutlichsten bei 20 Minuten. Der bereinigte Betriebsgewinn (EBIT adj.) erhöhte sich hingegen deutlich um 74.3% auf CHF 67.1 Mio., während sich die entsprechende Marge von 9.0% auf 16.7% verbesserte. Getrieben wurde die Ergebnisverbesserung insbesondere von der positiven Entwicklung der digitalen Plattformen sowie den Fortschritten bei der Transformation der Medienunternehmen. Den grössten Ergebnisbeitrag lieferten weiterhin die Beteiligungen an SMG und JobCloud, während auch Goldbach und 20 Minuten ihre Profitabilität steigern konnten.
Auf ausgewiesener Basis resultierte hingegen ein EBIT von CHF -9.9 Mio., nach CHF 7.0 Mio. im Vorjahr. Hauptgrund war eine einmalige, nicht liquiditätswirksame Wertminderung von CHF 46.4 Mio. bei Goldbach aufgrund der rückläufigen Entwicklung des linearen TV-Geschäfts. Unter dem Strich fiel entsprechend ein Verlust von CHF 14.6 Mio. an, nach einem Gewinn von CHF 4.2 Mio. im Vorjahr. Bei Tamedia verzögert sich der Transformationsprozess aufgrund eines stärker als erwartet ausgefallenen Umsatzrückgangs im Leser- und Werbemarkt. Das ursprünglich für 2027 angestrebte Margenziel von 8% bis 10% soll nun mittelfristig erreicht werden. Einen konkreten Ausblick für das Gesamtjahr gibt TX Group wie gewohnt nicht. Zudem verlässt COO Tanja zu Waldeck das Unternehmen. Ihre Aufgaben übernimmt Chief Portfolio Officer Daniel Mönch, während TX Group die Organisation weiter verschlankt.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.70%; DE: 3.24%; CH: 0.40%
Die langfristigen Zinsen in den USA bleiben erhöht. Die Ankündigung des US-Finanzministeriums von letztem Mittwoch, die Rückkäufe langlaufender Anleihen zu erhöhen, hat nur eine geringe Wirkung entfaltet. Letzte Woche hatte die Rendite auf die 30-jährige US-Staatsanleihe den höchsten Wert seit 19 Jahren erreicht. Mit rund 5.2% liegt die aktuelle Rendite nur leicht darunter. Im Verlauf der Woche blicken die Kapitalmärkte nach Jackson Hole. An der dortigen Notenbank-Konferenz wird der neue Fed-Präsident Kevin Warsh am Freitag eine Ansprache halten. Die Märkte erhoffen sich davon neue Hinweise auf den zukünftigen geldpolitischen Kurs der USA.
Währungen
Euro in Franken: 0.937
US-Dollar in Franken: 0.804
Euro in US-Dollar: 1.166
Der US-Dollar bewegt sich weiterhin um die Marke von 80 Rappen und damit rund 1% tiefer als noch vor einer Woche. Hintergrund sind neue Diskussionen um die US-Staatsschulden und die hohen Langfristzinsen. Letzten Mittwoch hatte das US-Finanzministerium eine Ausweitung der Rückkäufe langlaufender Anleihen angekündigt. In der Folge hatte der Dollar gegenüber allen G10-Währungen teils erheblich an Wert verloren. Besonders gefragt war dabei der Schweizer Franken.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 92.31 pro Fass
Goldpreis: USD 4'652.11 pro Unze
Nach dem Anstieg der Vorwoche ist der Ölpreis gestern wieder leicht gesunken. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostet aber weiterhin mehr als 90 US-Dollar. Am Montagabend hat US-Finanzminister Scott Bessent neue Sanktionen gegen den Iran angekündigt. Im Fokus stehen die Finanzquellen der iranischen Revolutionsgarden. Zudem sollen Länder und Institutionen sanktioniert werden, welche mit dem Iran handeln oder diesen anderweitig unterstützen. Die Märkte reagierten nur wenig auf die neuen Ankündigungen. Es werden unter anderem Zweifel geäussert, ob die USA tatsächlich wirksame Sanktionen gegen chinesische Finanz- und Energiefirmen erlassen werden, welche mit dem Iran Geschäftsbeziehungen pflegen.
Wirtschaft und Konjunktur
Es wurden gestern keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe publiziert.
Roman Elbel
8021 Zürich
Anja Felder
8021 Zürich
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