Symbolbild für Kurse an der Börse: Zahlen auf einer Anzeige

29. September 2026, Tägliche Marktsicht

SMI startet wenig verändert in die neue Woche

Der SMI konnte gestern die Auftaktgewinne nicht halten und beendete den Tag schliesslich praktisch unverändert. Weiterhin bremsen die hohen Ölpreise und steigende Obligationszinsen den Risikoappetit an den Märkten. Heute steht die Gewinnwarnung von Lindt & Sprüngli im Fokus.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: -0.02%, SPI: -0.06%, SMIM: -0.23%

Der Schweizer Aktienmarkt startete zunächst mit moderaten Kursavancen in die neue Handelswoche. Allerdings schmolzen die Kursgewinne nach der schwachen Eröffnung der US-Börsen am Nachmittag wieder komplett ab. Der SMI schloss praktisch unverändert. Die anhaltende geopolitische Unsicherheit und ein erneuter Anstieg der Ölpreise bremsten die Risikobereitschaft der Anleger. Gewinner und Verlierer hielten sich im Leitindex die Waage. Zuoberst im Tableau standen die Aktien von Lonza (+2.6%), die nach positiven Studiendaten des Grosskunden Kodiak Sciences gefragt waren. Unter den Gewinnern reihten sich zudem die baunahen Konzerne Sika (+1.4%), Geberit (+0.9%) und Holcim (+0.6%) ein. Sie erhielten Rückenwind von einer optimistischen Branchenstudie eines Brokers. Unterstützung kam zudem vom Index-Schwergewicht Novartis (+1.3%), das seinen Erholungskurs im Anschluss an die Korrektur von Anfang September infolge enttäuschenden Studienergebnisse fortsetzte. Auf der Verliererseite stand hingegen der zweite Pharmariese Roche (-1.4%), der anlässlich des gestrigen «Pharma-Days» seine Prioritäten erläuterte und die Zielsetzung bestätigte. Ebenfalls unter Abgabedruck standen die Aktien von Logitech (-1.4%), die nach der jüngsten Kurserholung unter Gewinnmitnahmen litten.

Am breiten Markt gehörten dormakaba (+4.2%) nach einer neuen Kaufempfehlung eines Brokers zu den Tagesgewinnern. Der Hörgerätehersteller Sonova (+4.2%) erhielt ebenfalls Unterstützung von einem Analystenkommentar. Generell waren Aktien aus dem erweiterten Gesundheitsumfeld wie beispielsweise Ypsomed (+1.8%), Skan (+2.4%) und Tecan (+3.1%) gefragt. Calida sprangen um 5.3% nach oben, nachdem das Unternehmen eine höhere Dividende und ein neues Aktienrückkaufprogramm ankündigte.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -0.02%, DAX: -0.13%

Die europäischen Aktienmärkte gaben ihre anfänglichen Kursgewinne kurz vor Handelsschluss ebenfalls wieder ab und schlossen insgesamt wenig verändert. Ein erneuter Anstieg der Ölpreise, steigende Obligationszinsen und korrigierende US-Aktien belasteten das Sentiment gegenüber den Risikopapieren am späteren Nachmittag. Der EuroStoxx50 schloss praktisch unverändert, während der deutsche Leitindex DAX um 0.1% zurückfiel. Aus Branchensicht gehörten Aktien aus den Bereichen Konsumgüter und Energie zu den Gewinnern. Am stärksten unter Abgabedruck standen Unternehmen aus den Sektoren Autohersteller, Rohstoffe und Telekommunikation.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -0.67%, S&P 500: -0.77%, Nasdaq: -0.92%

Die amerikanischen Aktienmärkte verloren zum Wochenauftakt klar an Terrain. Neben dem ungünstigen Cocktail aus steigenden Zinsen und höheren Ölpreisen belasteten neue KI-Ängste die Stimmung an den Märkten. Bei einem Zwischenfall beim GTP-Anbieter OpenAI fand ein KI-Modell Daten von einem externen Chatbot, obwohl sein Zugang zum Internet gesperrt worden war. Anscheinend hat das Modell eine Lücke in den Netzwerkeinstellungen ausgenutzt. Der technologielastige Nasdaq sackte um 0.9% ab, während der S&P 500 0.8% und der Dow Jones 0.7% nachgaben. Besonders stark unter Druck standen Hardwarewerte mit Bezug zum KI-Ausbau: Intel, Qualcomm und ARM rutschten zwischen 5.7% und 8.7% ab. Das Facebook-Mutterhaus Meta sackte um 4.8% ab, nachdem das Unternehmen eine weitere Niederlage an einem US-Gericht erlitt, diesmal im Zusammenhang mit Datenschutz und Redefreiheit.

Unternehmensberichte

Lindt & Sprüngli korrigiert Jahresziele erneut nach unten
Nach der Kürzung im März kappt der Schokoladenhersteller seine Jahresziele erneut. Für 2026 rechnet Lindt & Sprüngli nun nur noch mit einem organischen Umsatzanstieg von 0% bis 2%. Zuvor hatte das Management noch einen deutlich höheren Anstieg von 4% bis 6% prognostiziert. Als Hauptgrund für die schwächere Entwicklung nennt das Unternehmen die extreme Sommerhitze und die hohe Preissensibilität der Kunden. Lindt hatte zuletzt aufgrund von höheren Kakaopreisen die Preise für ihre Schokoladeprodukte deutlich erhöht, was sich negativ auf die Nachfrage auswirkte. Die EBIT-Margenzielsetzung, die eine Steigerung von 20 bis 40 Basispunkten gegenüber dem Vorjahr erwartet, bleibt bestehen. Ab 2027 rechnet der Konzern wieder mit einem positiven Volumenwachstum und wegen den gesunkenen Kakaokosten mit Rückenwind auf der Kostenseite. An der mittelfristigen Zielsetzung, die ein jährliches organisches Umsatzwachstum von 6% bis 8% und eine Margenverbesserung von 20 bis 40 Basispunkten veranschlagt, hält das Unternehmen fest. Allerdings rechnet das Management erst 2028 mit einer Rückkehr in den angepeilten Wachstumskorridor.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 5.25%; DE: 3.64%; CH: 0.66%

Der Anstieg der langfristigen Kapitalmarktzinsen setzt sich weiter fort. Die Rendite auf die 10-jährige US-Staatsanleihe beträgt mittlerweile 5.25%. So hohe Werte wurden zuletzt 2007 erreicht. Auf der anderen Seite des Atlantiks erreichte die Rendite der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe ebenfalls ein neues Mehrjahreshoch. Auch in der Schweiz sind die langfristigen Zinsen erhöht, bewegen sich im historischen Vergleich jedoch auf einem weniger aussergewöhnlichen Niveau.

Währungen

Euro in Franken: 0.946
US-Dollar in Franken: 0.833
Euro in US-Dollar: 1.136

Das atypische Jahr für den Franken akzentuiert sich immer mehr: Im langjährigen Schnitt gewinnt die Schweizer Währung zu Euro und US-Dollar jeweils fast 2% dazu. Dieses Jahr hat sie schon 1.7% bzw. 5.1% verloren. Hintergrund ist die mittlerweile erhebliche Differenz bei den kurzfristigen Zinsen, welche durch die Zentralbanken beeinflusst werden. So beträgt der Leitzins in den USA mittlerweile 3.75-4% und an den Märkten werden weitere Zinserhöhungen erwartet. In der Schweiz hat die SNB erst letzte Woche die Fortsetzung ihrer Nullzins-Politik bestätigt.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 107.33 pro Fass
Goldpreis: USD 4'127.26 pro Unze

Im Iran-Krieg gibt es weiterhin keine belastbaren Zeichen einer diplomatischen Annäherung. Entsprechend bleibt der Ölpreis im Bereich von 105 US-Dollar pro Fass. Erheblich zurückgegangen ist dagegen gestern der Goldpreis (-3.5%). Der erneute Anstieg der Marktzinsen setzte dem zinsfreien Edelmetall zu. Mittelfristig betrachtet kann man die Geschichte aber auch positiv erzählen: Obwohl durch den Iran-Krieg die geldpolitischen Erwartungen erheblich verschoben wurden, hat der Goldpreis seit Anfang Jahr nur rund 4% verloren.

Wirtschaft und Konjunktur

Es wurden gestern keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe publiziert.

Matthias Müller

Portraitfoto von Matthias Müller, Senior Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich

Roman Elbel

Portraitfoto von Roman Elbel, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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