18. August 2026, Tägliche Marktsicht
SMI startet mit Verlusten in die neue Woche
Die Aktienmärkte wurden zum Wochenauftakt von den anhaltenden Unsicherheiten im Nahen Osten belastet. Hierzulande stehen heute die Halbjahreszahlen von Huber + Suhner, Medartis und PSP Swiss Property im Fokus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: -0.61%, SPI: -0.64%, SMIM: -0.60%
Der Schweizer Aktienmarkt ist mit Verlusten in die neue Woche gestartet. Nach dem Rekordhoch des Leitindex SMI in der Vorwoche fehlten neue Impulse, während die ins Stocken geratenen Friedensgespräche zwischen den USA und Iran für Verunsicherung sorgten. Neue gegenseitige Drohungen liessen zudem die Ölpreise leicht steigen. Unternehmensseitig blieb es zum Wochenauftakt ruhig. Im weiteren Wochenverlauf legen hierzulande jedoch zahlreiche Unternehmen ihre Zahlen vor, mehrheitlich aus der zweiten Reihe. Der SMI schloss zum Wochenstart 0.6% tiefer. Von den 20 SMI-Titeln beendeten 13 den Handel im Minus und sechs im Plus, während UBS unverändert schloss. Als Bremsklotz im SMI erwies sich Nestlé (-2.8%). Ein Medienbericht, wonach das Russland-Geschäft des Lebensmittelkonzerns unter staatliche Verwaltung gestellt werden könnte, sorgte für Verunsicherung. Nestlé erklärte, bislang nicht von den russischen Behörden kontaktiert worden zu sein und keinen Rückzug aus dem Land zu planen. Unter Abgabedruck stand auch der Luxusgüterhersteller Richemont (-3.1%). Schwächer als erwartete Konjunkturdaten aus China verstärkten die Sorgen um die Nachfrage auf dem wichtigen Absatzmarkt. So stiegen die Detailhandelsumsätze im Juli lediglich um 0.6%. Zusätzlich belasteten die anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten die Konsumentenstimmung. Auch Konkurrentin Swatch (-3.7%) musste deutlich Federn lassen. Unter Verkaufsdruck standen zudem Alcon (-3.0%), Givaudan (-2.7%), Geberit (-1.8%) und Amrize (-1.6%). Auf der Gewinnerseite stand Kühne + Nagel (+1.2%). Der Logistiker setzte damit die positive Entwicklung der Vorwoche fort und profitierte weiterhin von der Aussicht auf höhere Frachtraten infolge von Handelsengpässen. Stützend wirkten zudem die Pharmaschwergewichte Novartis (+0.8%) und Roche (+0.3%). Ebenfalls fester schlossen Swiss Re (+0.7%), Lonza (+0.7%) und ABB (+0.3%).
Am breiten Markt geriet SIG (-17.6%) nach dem überraschenden Abgang von CEO Mikko Keto massiv unter Druck. Keto verlässt das Unternehmen bereits nach rund fünfeinhalb Monaten, womit es innerhalb kurzer Zeit erneut zu einem Wechsel an der Konzernspitze kommt. Finanzchefin Ann-Kristin Erkens übernimmt neben ihrer Rolle als Finanzchefin zusätzlich die CEO-Funktion. Deutlich gesucht war hingegen Accelleron (+5.6%) nach einer Hochstufung. Auch Sandoz (+2.6%) legte zu. Für Rückenwind sorgten eine neue Partnerschaft mit dem chinesischen Unternehmen Henlius zur Entwicklung und Vermarktung von bis zu zehn Biosimilars sowie eine Kurszielerhöhung.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: -0.14%, DAX: -0.38%
Die europäischen Aktienmärkte sind angesichts der weiterhin angespannten Lage im Nahen Osten verhalten in die neue Woche gestartet. Der EuroStoxx 50 (-0.1%) schloss leicht tiefer, hielt sich aber in der Nähe seines Rekordhochs aus der Vorwoche. Deutlichere Verluste verzeichneten der spanische IBEX 35 (-0.9%) und der französische CAC 40 (-0.7%), während der britische FTSE 100 (-0.3%) moderat nachgab. Der italienische FTSE MIB (+0.01%) beendete den Handel praktisch unverändert. Bei den Einzelwerten stach der belgische Biotech-Spezialist Argenx (+17.1%) hervor und erreichte ein neues Rekordhoch. Für Rückenwind sorgten positive Ergebnisse einer zulassungsrelevanten Phase-III-Studie für ein Medikament gegen eine seltene entzündliche Muskelerkrankung. Neben dem Gesundheitssektor waren auch Energie- und Technologiewerte gefragt. Unter Druck standen hingegen Titel aus den Bereichen Basis- und zyklischer Konsum sowie Kommunikationsdienste und Immobilien.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: -0.51%, S&P 500: -0.52%, Nasdaq: -0.32%
Die US-Aktienmärkte sind mit Verlusten in die neue Woche gestartet. Belastend wirkten die schwindenden Hoffnungen auf eine baldige Beilegung des Nahostkonflikts, nachdem US-Präsident Donald Trump eine härtere Gangart gegenüber dem Iran signalisiert hatte. Der S&P 500 und der Dow Jones (je -0.5%) gaben entsprechend nach. Leicht besser hielt sich der technologielastige Nasdaq (-0.3%). Bei den Einzelwerten waren insbesondere KI-bezogene Technologiewerte gefragt. Starke Umsatzsignale von Anthropic stärkten die Zuversicht, dass sich die hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz auszahlen könnten. Davon profitierten unter anderem Micron, Sandisk, Western Digital und Marvell Technology mit deutlichen Kursgewinnen zwischen 4.1% und 8.9%. Nike (-4.0%) geriet hingegen nach einem negativen Analystenkommentar unter Druck und fiel auf den tiefsten Stand seit mehr als zwölf Jahren. Auf Sektorenebene konnte einzig die Energiebranche zulegen, während Kommunikationsdienste, Basiskonsum, Finanzen sowie Zyklischer Konsum zu den schwächsten Bereichen gehörten.
Unternehmensberichte
PSP Swiss Property mit deutlichem Ergebnisanstieg
PSP Swiss Property erzielte im 1. Halbjahr 2026 einen Liegenschaftsertrag von CHF 174.0 Mio., der praktisch auf Vorjahresniveau lag. Der Betriebsgewinn (EBITDA ohne Liegenschaftserfolge) stieg hingegen deutlich um 26.0% auf CHF 187.4 Mio. Haupttreiber war der Verkauf des Entwicklungsprojekts «Richtipark» in Wallisellen, aus dem ein Erfolg von CHF 39.7 Mio. resultierte. Die EBITDA-Marge verbesserte sich von 85.1% auf 87.1%. Der Gewinn ohne Liegenschaftserfolge erhöhte sich um 40.1% auf CHF 149.7 Mio., während sich der ausgewiesene Reingewinn auf CHF 236.5 Mio. (+21.7%) belief. Die Leerstandsquote erhöhte sich gegenüber Ende 2025 von 3.5% auf 4.0%, unter anderem aufgrund der Umklassierung eines fertiggestellten Projekts in Lausanne. Für das Gesamtjahr bestätigt PSP Swiss Property die EBITDA-Prognose ohne Liegenschaftserfolge von CHF 335 Mio. und erwartet per Jahresende eine Leerstandsquote von 3.5%. Der Analystenkonsens hatte beim Liegenschaftsertrag mit etwas mehr gerechnet, jedoch konnte PSP Swiss Property die Erwartungen auf den weiteren Stufen übertreffen.
Huber+Suhner bestätigt Jahresziele trotz tieferer Profitabilität
Huber+Suhner steigerte den Auftragseingang im 1. Halbjahr 2026 um 5.1% auf CHF 542.8 Mio., während der Auftragsbestand per Ende Juni bei CHF 516.7 Mio. lag. Das Book-to-Bill-Verhältnis erhöhte sich von 1.16x auf 1.19x. Der Umsatz legte um 2.6% auf CHF 457.4 Mio. zu. Bereinigt um Währungs-, Kupferpreis- und Portfolioeffekte betrug das Wachstum 6.0%. Besonders dynamisch entwickelte sich das Industriesegment, das von einer starken Nachfrage aus der Luft-, Raumfahrt und Wehrtechnik sowie der Prüf- und Messtechnik profitierte. Schwächer entwickelte sich hingegen das Kommunikationssegment, wo eine rückläufige Nachfrage sowie hohe Vorinvestitionen für den Ausbau des Rechenzentrengeschäfts die Profitabilität belasteten. Der Betriebsgewinn (EBIT) ging um 8.4% auf CHF 41.2 Mio. zurück, während die EBIT-Marge von 10.1% auf 9.0% sank. Unter dem Strich verringerte sich der Reingewinn um 4.6% auf CHF 34.9 Mio. Für das Gesamtjahr bestätigt Huber+Suhner den Ausblick und rechnet weiterhin mit einem deutlich stärkeren 2. Halbjahr. Das Unternehmen erwartet ein organisches Umsatzwachstum von mindestens 10% sowie eine EBIT-Marge zwischen 10.5% und 12.0%. Während Huber+Suhner beim Auftragseingang die Markterwartungen übertreffen konnte, blieben die übrigen Kennzahlen hinter dem Analystenkonsens zurück.
Medartis erhöht Umsatzprognose nach starkem Halbjahr
Medartis erzielte im 1. Halbjahr 2026 einen Umsatz von CHF 160.8 Mio., was einem Anstieg von 30.7% entspricht. Der Kernumsatz wuchs zu konstanten Wechselkursen organisch um 17.0%. Wachstumstreiber waren insbesondere die USA und die Region EMEA. In den USA legte der Kernumsatz organisch um 27.4% zu, wobei sich die Daumenprothese TOUCH als wichtiger Wachstumstreiber erwies. Der Kern-EBITDA stieg auf CHF 28.8 Mio., nach CHF 21.8 Mio. in der Vorjahresperiode. Die entsprechende Marge verbesserte sich trotz negativer Währungseffekte und höherer US-Zölle leicht von 17.8% auf 18.0%. Unter dem Strich erzielte Medartis einen Kerngewinn von CHF 6.8 Mio., nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von CHF 0.4 Mio. angefallen war. Nach dem starken 1. Halbjahr erhöhte Medartis den Ausblick für das Gesamtjahr. Neu erwartet das Unternehmen ein organisches Kernumsatzwachstum von 17% bis 19% (zuvor: 16% bis 18%). Die Prognose für die Kern-EBITDA-Marge im hohen Zehnprozentbereich wurde bestätigt. Mit dem Zahlenset übertrifft Medartis die Markterwartungen.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.74%; DE: 3.22%; CH: 0.41%
Mit den höheren Ölpreisen sind gestern die langfristigen Kapitalmarktzinsen auf beiden Seiten des Atlantiks erneut angestiegen. Damit setzt sich der Aufwärtstrend aus der ersten Jahreshälfte fort. Neben der Entwicklung des Ölpreises fielen dabei auch die Bewegungen nach dem letzten Fed-Meeting von Ende Juli ins Gewicht. Die unklare Kommunikation des neuen Fed-Präsidenten Kevin Warsh hatte an den Märkten Zweifel an dessen Bereitschaft zur Bekämpfung der Inflation geweckt.
Währungen
Euro in Franken: 0.939
US-Dollar in Franken: 0.812
Euro in US-Dollar: 1.157
Für den Schweizer Franken bleibt 2026 ein atypisches Jahr. Während er in den letzten 25 Jahren zum Dollar und Euro im Schnitt jeweils rund 2% dazugewonnen hat, verlor er in diesem Jahr bisher 2.2% bzw. 0.9%. Seine in unsicheren Zeiten übliche Rolle als sicherer Hafen kam im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg bisher nicht zum Tragen. Ein Grund dafür sind veränderte Erwartungen an die Geldpolitik. Während in der Eurozone und in den USA über Zinserhöhungen diskutiert wird, werden von der SNB keine entsprechenden Schritte erwartet.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 91.52 pro Fass
Goldpreis: USD 4'393.06 pro Unze
Der Ölpreis ist gestern wieder über die Marke von 90 US-Dollar gestiegen – das erste Mal seit Ende Juli. Auslöser waren unter anderem Aussagen von US-Präsident Trump, wonach keine Eile bestehe, den Krieg mit dem Iran zu beenden. Hoffnungen auf eine baldige Entspannung rund um die Strasse von Hormus haben damit weiter nachgelassen.
Der Goldpreis bewegte sich in den letzten Tagen seitwärts, nachdem er zu Monatsbeginn innert kurzer Zeit um rund 8% angestiegen war. Mit rund 4'400 US-Dollar kostet eine Unze Gold aktuell ähnlich viel wie zu Jahresbeginn.
Wirtschaft und Konjunktur
Es wurden gestern keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe veröffentlicht.
Anja Felder
8021 Zürich
Roman Elbel
8021 Zürich
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