04. August 2026, Tägliche Marktsicht
SMI startet mit leichten Gewinnen in den August
Der Schweizer Aktienmarkt hat den Monatsauftakt leicht im Plus beendet. Entspannungssignale im Nahostkonflikt stützten die Stimmung. Heute stehen die Quartalszahlen von Ams Osram im Fokus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.18%, SPI: +0.23%, SMIM: +0.37%
Der Schweizer Aktienmarkt hat den Monatsauftakt mit leichten Gewinnen beendet. Für Unterstützung sorgten erneut Entspannungssignale im Nahostkonflikt. US-Präsident Donald Trump erklärte, geplante Angriffe auf iranische Ziele vorerst ausgesetzt zu haben. Stattdessen sollen die Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran wieder aufgenommen werden. Die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung liess die Ölpreise sinken, wodurch Inflationssorgen nachliessen und auch die Anleiherenditen zurückgingen. Im Handelsverlauf verlor der Markt jedoch etwas an Dynamik, sodass der SMI seine zwischenzeitlichen Gewinne bis Handelsschluss nicht vollständig behaupten konnte. Der Leitindex SMI schloss 0.2% höher. Von den 20 SMI-Titeln schlossen elf im Plus, acht im Minus und UBS zeigte sich unverändert. Die Grossbank geriet gegen Handelsschluss etwas unter Druck, nachdem sie in den USA wegen Versäumnissen bei der Geldwäschereibekämpfung und anderer Compliance-Verfehlungen mit einer Busse von USD 125 Mio. belegt worden war. Die Pharmaschwergewichte entwickelten sich uneinheitlich. Während Roche (+0.7%) zulegte, belastete Novartis (-1.7%) den SMI deutlich. Der Pharmasektor rückte zudem wegen Medienberichten über mögliche Fusionsgespräche zwischen Bristol-Myers Squibb und AstraZeneca in den Fokus. Auch Nestlé (-0.3%) gehörte zu den Belastungsfaktoren des Leitindex. Zu den grössten Gewinnern im SMI gehörten Logitech (+4.0%), Partners Group (+3.3%), Amrize (+3.3%), Sika (+3.0%), Geberit (+2.7%) und Alcon (+2.2%). Gefragt waren insbesondere Titel, die im bisherigen Jahresverlauf hinter dem Gesamtmarkt zurückgeblieben waren. Zudem kursierten Marktgerüchte, wonach ein grösserer Verkaufsauftrag bei Partners Group abgeschlossen worden sei. Am Tabellenende stand Holcim (-2.1%). Der Verkauf des Philippinen-Geschäfts an Huaxin Building Materials vermochte die Aktie nicht nachhaltig zu stützen, obwohl ein Broker die Transaktion als strategisch sinnvoll beurteilte. Ebenfalls unter Abgaben litten Kühne + Nagel (-1.5%), Lonza (-0.4%), Swiss Life (-0.2%) sowie Swisscom und Zurich Insurance (je -0.1%).
Am breiten Markt setzte Clariant (+7.0%) die Erholung nach besser als erwarteten Halbjahreszahlen, dem Gerichtserfolg im Milliardenstreit mit Shell und einer Kaufempfehlung eines Brokers fort. Im Zuge der positiven Vorgaben aus den USA für KI-bezogene Technologiewerte legten auch die Halbleiterzulieferer Comet (+6.8%), Inficon (+3.9%) und VAT (+0.9%) zu. Landis+Gyr (+3.6%) wurde vom angekündigten Aktienrückkauf gestützt. Sandoz (-2.7%) gehörte hingegen zu den Verlierern, nachdem sich der Generikahersteller im US-Kartellstreit auf Vergleiche in Höhe von rund USD 480 Mio. geeinigt hatte.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +1.08%, DAX: +1.45
Die europäischen Aktienmärkte haben den Wochenauftakt mit deutlichen Gewinnen beendet. Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Nahostkonflikt sorgten für Rückenwind, nachdem US-Präsident Donald Trump eine neue Gesprächsrunde mit dem Iran angekündigt und weitere Angriffe vorerst ausgeschlossen hatte. Der EuroStoxx 50 (+1.1%) und der deutsche DAX (+1.5%) erreichten dabei neue Rekordstände. Auch der französische CAC 40 (+1.2%) und der italienische FTSE MIB (+1.3%) schlossen klar im Plus. Einzig der britische FTSE 100 (-0.1%) beendete den Handel leicht tiefer. Auf Sektorenebene stand der Zyklische Konsum an der Tabellenspitze, gefolgt von Kommunikationsdienste, Industrie, Finanzen und Technologie. Unter Abgabedruck standen hingegen die Sektoren Gesundheit, Basiskonsum und Energie. Bei den Einzelwerten stand AstraZeneca (-9.0%) im Fokus. Die Aktie brach nach Medienberichten über eine mögliche Übernahme des US-Pharmakonzerns Bristol Myers Squibb deutlich ein. Gefragt war hingegen SAP (+4.4%), der von der anhaltenden Erholung im Softwaresektor profitierte. Siemens Healthineers (+6.0%) legte nach überzeugenden Quartalszahlen und einem angehobenen Kursziel eines Brokers ebenfalls deutlich zu. Deutsche Telekom (+5.0%) verzeichnete deutliche Kursgewinne nach Berichten, wonach die US-Tochter T-Mobile US mögliche Fusionspläne nicht weiterverfolgen will.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +1.32%, S&P 500: +1.48%, Nasdaq: +2.13%
Die US-Aktienmärkte sind mit deutlichen Gewinnen in die neue Woche gestartet. Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Nahostkonflikt sorgten für Rückenwind, nachdem die USA weitere Angriffe auf den Iran vorerst ausgeschlossen hatten. Vor allem Technologiewerte, die zuletzt unter Druck gestanden hatten, zeigten eine kräftige Erholung. Der technologielastige Nasdaq (+2.1%) verzeichnete dabei die stärksten Gewinne, während sich der S&P 500 (+1.5%) und der Dow Jones (+1.3%) ihren Rekordständen näherten. Auf Sektorenebene legten die Bereiche Kommunikationsdienste, Zyklischer Konsum und Industrie am stärksten zu. Unterdurchschnittlich zeigten sich die defensiveren Sektoren Energie, Basiskonsum und Gesundheit. Bei den Einzelwerten standen Technologietitel im Fokus. Amazon (+4.6%) profitierte weiterhin vom KI-Boom und überschritt erstmals eine Börsenbewertung von USD 3 Bio. Auch Alphabet (+4.9%) und Microsoft (+4.9%) gehörten zu den stärksten Gewinnern, während Apple (-1.8%) gegen den Trend nachgab. Boeing (+8.0%) führte den Dow Jones an. Positive Analystenkommentare sowie die Zulassung der 737 Max 7 sorgten für deutlichen Rückenwind. Chevron (-1.9%) und Exxon Mobil (-0.4%) gerieten hingegen unter Druck, belastet vom rückläufigen Ölpreis sowie der Kritik von US-Präsident Donald Trump an den hohen Gewinnen der Ölkonzerne.
Unternehmensberichte
Ams Osram übertrifft die Erwartungen und bestätigt den Ausblick
Ams Osram steigerte den Umsatz im 2. Quartal 2026 um 3.9% auf EUR 805 Mio. und übertraf damit das obere Ende der eigenen Prognose. Der bereinigte EBITDA ging zwar um 6.2% auf EUR 136 Mio. zurück, die bereinigte EBITDA-Marge lag mit 16.9% jedoch ebenfalls am oberen Ende der Zielspanne. Das Halbleiter-Kerngeschäft entwickelte sich erfreulich und wuchs auf vergleichbarer Basis und zu konstanten Wechselkursen um 13%, getragen von einer starken Nachfrage aus den Bereichen Automobil und Industrie. Für das 3. Quartal 2026 erwartet das Unternehmen einen Umsatz zwischen EUR 770 Mio. und EUR 870 Mio. sowie eine bereinigte EBITDA-Marge zwischen 14.5% und 17.5%. Gleichzeitig bestätigte Ams Osram den Ausblick für das Gesamtjahr 2026. Aufgrund der Veräusserung von Geschäftsbereichen und negativer Währungseffekte rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem leicht tieferen Umsatz, während die bereinigte EBITDA-Marge im Übergangsjahr 2026 vorübergehend durch Sondereffekte belastet bleibt. Mit dem Zahlenset übertraf Ams Osram die Markterwartungen auf allen Ebenen klar.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.69%; DE: 3.15%; CH: 0.42%
Nach den starken Bewegungen in der Vorwoche im Nachgang an die Fed-Zinssitzung verlief der erste Handelstag im August an den Kapitalmärkten ruhiger. Die Renditen tendierten am Montag seitwärts und liegen in den USA und Deutschland nahe ihrer Jahreshöchststände. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen stieg in der Vorwoche zeitweise auf über 4.74%. Für Verunsicherung sorgten die wenig eindeutigen Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh zum weiteren geldpolitischen Kurs.
Währungen
Euro in Franken: 0.932
US-Dollar in Franken: 0.810
Euro in US-Dollar: 1.150
Der US-Dollar wurde gestern von besser als erwarteten US-Konjunkturdaten gestützt. Letzte Woche kam der Greenback im Nachgang der Fed-Sitzung zwischenzeitlich unter Druck und schwächte sich zum Franken bis auf 80 Rappen ab, konnte diese Marke jedoch halten. Zum Wochenstart stand die gemeinsame Aktion des japanischen und des US-Finanzministeriums am Devisenmarkt gegen den schwachen Yen im Fokus. Vorübergehend konnte der Yen-Kurs zwar um rund 3 Prozent auf 52 Rappen pro 100 Yen zulegen, doch solche Interventionen haben in der Regel nur einen kurzfristigen Effekt.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 85.02 pro Fass
Goldpreis: USD 4'059.26 pro Unze
Der Ölpreis bleibt geprägt von der Nachrichtenlage im Nahen Osten. Zum Wochenstart sank der Brent-Preis trotz Irans Dementi eines bevorstehenden Treffens um mehr als fünf Prozent auf 83 Dollar pro Fass und handelt derzeit wieder etwas darüber. Ein Nebenschauplatz bleibt die Opec+, die am Sonntag eine Erhöhung der täglichen Förderquote um rund 188'000 Fass ab September beschloss. Ohne nachhaltige Lösung am Persischen Golf bleibt das wirkungslos, da selbst die Golfstaaten innerhalb der Opec+ am eigentlichen Umstand, einer Blockade der Strasse von Hormus, nichts ändern können.
Wirtschaft und Konjunktur
Schweiz: Inflationsrate yoy (Juli)
aktuell: 0.4% (erwartet: 0.4%, Vormonat: 0.5%)
Die Jahresteuerung schwächte sich im Juli erwartungsgemäss auf 0.4% ab, nach 0.5% im Juni. Die Kerninflation verharrte bei 0.3% und bleibt damit im internationalen Vergleich tief. Haupttreiber bleibt der Dienstleistungssektor mit einem Preisanstieg von 0.9%, während die Güterpreise um 0.5% nachgaben. Die SNB hob in ihrem letzten Zinsentscheid im Juni die kurzfristige Inflationsprognose leicht an, liess die mittelfristige aber praktisch unverändert. Die Juli-Inflation liegt damit leicht unter der SNB-Prognose von 0.7% für das dritte Quartal und bewegt sich weiterhin komfortabel innerhalb des Zielbands von 0-2%.
Schweiz: Einkaufsmanagerindex Industrie (Juli)
aktuell: 53.2 (erwartet: 54.9, Vormonat: 54.3)
Die Schweizer Industrie bleibt auf Wachstumskurs. Der Einkaufsmanagerindex lag im Juli bei 53.2 Punkten. Auf diesem Niveau deutet der Indikator trotz der geopolitischen Unsicherheiten auf eine anhaltende Expansion der hiesigen Industrie hin. Noch deutlich besser sieht die Situation im Dienstleistungssektor aus, der vor allem inlandorientiert ist. Hier stieg der Indikator im Juli auf 63.9 Zähler und damit den höchsten Stand seit 2017.
USA: Einkaufsmanagerindex Industrie (Juli)
aktuell: 55.6 (erwartet: 53.9, Vormonat: 53.3)
Die US-Industrie setzte ihre Erholung im Juli fort. Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe erreichte mit 55.6 Punkten den höchsten Stand seit vier Jahren. Die Indikatoren für neue Aufträge und Produktion legten zu, gestützt durch hohe Investitionen, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz, sowie durch Verteidigungsausgaben. Zudem signalisierte der Beschäftigungsindikator wieder eine Verbesserung am Arbeitsmarkt. Am Freitag wird der offizielle Arbeitsmarktbericht veröffentlicht.
Daniel Wachter
8021 Zürich
Anja Felder
8021 Zürich
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