Candle Chart auf einem Bildschirm

11. August 2026, Tägliche Marktsicht

SMI startet mit Kursgewinnen in die Woche

Der Schweizer Aktienmarkt verzeichnete grösstenteils einen freundlichen Wochenstart. Heute stehen in der Schweiz die Geschäftszahlen von Alcon und Tecan im Fokus.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.61%, SPI: +0.37%, SMIM: -0.47%

Der Schweizer Aktienmarkt ist mehrheitlich freundlich in die neue Woche gestartet. Nach einem zunächst verhaltenen Handelsbeginn nahm die Kaufbereitschaft am Nachmittag zu. Für Unterstützung sorgte die Entspannung im Nahen Osten. Der SMI gewann 0.6%. Kurstreibend wirkten die defensiven Schwergewichte Roche (+1.6%) und Novartis (+0.7%), während Nestlé (-0.7%) erneut nachgab. An die Spitze der Blue Chips setzte sich Richemont mit einem Plus von 2.7%. Die Aktie überschritt dabei erstmals die Marke von CHF 200 und erreichte ein neues Rekordhoch. Ebenfalls gesucht waren Alcon (+1.7%), Logitech (+1.3%) und Lonza (+1.2%). Auf der Verliererseite standen Geberit (-0.9%) und Amrize (-1.1%). Amrize gab nach den enttäuschenden Halbjahreszahlen vom Freitag weiter nach. Zusätzlich belastete die Aktie eine Ratingabstufung eines Brokers. Im breiten Markt brach die Aktie von Aryzta um 11.2% ein. Der Backwarenkonzern enttäuschte insbesondere beim organischen Wachstum, wobei sich das schwache Deutschland-Geschäft als starke Belastung erwies. Weniger starke Verluste wiesen die Titel von Galderma (-3.0%) und Centiel (-5.9%) aus. Positiv entwickelten sich die Aktien von Swatch (+3.0%) und Tecan (+3.5%). Letzteres Unternehmen legt heute Morgen die jüngsten Geschäftszahlen vor.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +0.18%, DAX: +0.02%

Die europäischen Aktienmärkte präsentierten sich gestern ohne klar Richtung, bewegten sich jedoch überwiegend stabil bis leicht verändert. Während der Eurozonen Leitindex Eurostoxx50 um 0.2% und der französische CAC40 um 0.1% zulegten, schloss der britische FTSE100 0.4% im Minus. Kurstreibende Impulse fehlten grösstenteils. Auf Sektorenebene zählten Energie, Technologie und Gesundheit zu den Gewinnern. Unterdurchschnittlich entwickelten sich hingegen die Bereiche Versorger, Basiskonsum und Kommunikationsdienste.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -0.11%, S&P 500: -0.06%, Nasdaq: -0.32%

Die amerikanischen Aktienmärkte sind mit leichten Verlusten in die neue Woche gestartet. Im Fokus stand insbesondere die Strasse von Hormus, nachdem der Iran die Einführung von Gebühren für die Durchfahrt von Handelsschiffen angekündigt hatte. Der Dow Jones gab 0.1% nach, der S&P 500 schloss nahezu unverändert (-0.1%), während der technologielastige Nasdaq um 0.3% zurückfiel. Unter den Technologiewerten gerieten Intel (-4.1%), Nvidia (-2.9%) und Apple (-1.5%) unter Druck. Nvidia bestätigte nach Börsenschluss eine Partnerschaft mit grossen US-Investoren zur Finanzierung von KI-Infrastruktur im Umfang von USD 500 Mrd. Intel kündigte derweil eine Kapitalerhöhung von USD 15 Mrd. zur Finanzierung seiner KI-Wachstumsstrategie an. Nennenswerte Kursbewegung gab es bei Palo Alto (+5.8%), Crowdstrike (+5.0%) und SpaceX (+4.2%). Tiefer notierten Marvell (-4.6%) und ARM Holdings (-5.2%).

Unternehmensberichte

Alcon erhöht Margenausblick
Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 8% auf USD 2.8 Mrd., währungsbereinigt betrug das Wachstum 7%. Die operative Marge stieg um 1.5% auf 20.5%, während der bereinigte Gewinn je Aktie 10.5% zulegte und USD 0.84 betrug. Für 2026 wird weiterhin ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 5% bis 7% erwartet, während die erwartete Verbesserung der bereinigten operativen Marge auf 90 bis 190 Basispunkte angehoben wurde (zuvor: 70 bis 170 Basispunkte). Die Prognose für das bereinigte EPS-Wachstum wurde von 10% bis 13% auf 12% bis 15% erhöht. Belastend wirken weiterhin US-Zölle, deren Nettoeffekt Alcon für das Gesamtjahr auf USD 40 bis 90 Mio. schätzt. Gleichzeitig erwartet das Unternehmen im dritten Quartal eine Zollrückerstattung von rund USD 60 Mio., wovon etwa zwei Drittel wieder in das Geschäft investiert werden sollen. Insgesamt bestätigen die Zahlen eine solide Wachstumsdynamik bei gleichzeitig verbessertem Margenausblick. Die Gewinnzahlen lagen über den Analystenschätzungen. Die Aktie stieg in der US-Nachbörse rund 3%.

Tecan mit solidem Zahlenset
Tecan erzielte im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von CHF 427.5 Mio., was einem Wachstum von 3.4% in Lokalwährungen entspricht. Der Auftragseingang legte um 3.0% zu. Die bereinigte EBITDA-Marge erreichte 15.1%. Operativ verbesserte sich die zugrunde liegende Profitabilität zwar um 180 Basispunkte, negative Währungseffekte (-120 Basispunkte) und Zölle (-50 Basispunkte) kompensierten jedoch einen Grossteil davon. Das bereinigte EPS sank leicht um 1.5% auf CHF 2.62. Für 2026 bestätigt Tecan den Ausblick mit einem niedrigen einstelligen Umsatzwachstum in Lokalwährungen und einer bereinigten EBITDA-Marge von 15.5% bis 16.5%. Auch die Mittelfristziele für 2028 bleiben bestehen: CHF 1 Mrd. Umsatz und 20% EBITDA-Marge. Die Geschäftszahlen erfüllen die Analystenerwartungen.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.71%; DE: 3.18%; CH: 0.42%

Mit den zu Wochenbeginn wieder gestiegenen Ölpreisen ging es gestern auch bei den langfristigen Marktzinsen weiter nach oben. Die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen der USA, Deutschlands und der Schweiz notierten 4-6 Basispunkte höher.

Währungen

Euro in Franken: 0.935
US-Dollar in Franken: 0.810
Euro in US-Dollar: 1.154

An den Devisenmärkten bleiben die gemeinsamen Interventionen der USA und Japans zur Stärkung des Yen im Fokus. Die Wirkung solcher Interventionen war in der Vergangenheit aber wenig nachhaltig. So auch dieses Mal: Nachdem der japanische Yen Ende Juli infolge gezielter Interventionen vorübergehend an Wert gewonnen hat, tendiert er seither wieder zur Schwäche.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 87.57 pro Fass
Goldpreis: USD 4'413.36 pro Unze

Der Ölpreis ist zu Wochenbeginn wieder leicht angestiegen. Hintergrund sind neue Forderungen des Irans für eine Öffnung der Seestrasse von Hormus. Über das Wochenende kam es zudem auf der anderen Seite der Arabischen Halbinsel zu neuen Angriffen von den vom Iran unterstützten Huthi-Milizen. Mit rund 87 US-Dollar liegt der Preis für ein Fass der Nordsee-Sorte Brent aktuell rund 25% über dem Niveau vor Kriegsausbruch. Von den Höchstständen der Monate März bis Mai ist man aber weit entfernt.

Der Goldpreis hat derweil seinen positiven Trend der letzten Woche fortgesetzt und gestern den höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten erreicht. Ein möglicher Grund für den Anstieg sind die Erwartungen an die morgen publizierten US-Inflationsdaten. Eine vergleichsweise tiefe Inflation könnte die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen durch die US-Notenbank beeinflussen und damit die Attraktivität des zinslosen Golds erhöhen.

Wirtschaft und Konjunktur

Es wurden gestern keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe veröffentlicht.

Roman Elbel

Portraitfoto von Roman Elbel, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Florian Hiltpold

Portraitfoto von Florian Hiltpold, Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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