22. September 2026, Tägliche Marktsicht

SMI startet mit kräftiger Erholung in die Woche

Sinkende Ölpreise und tiefere Marktzinsen sorgten zum Wochenauftakt für Rückenwind. Der SMI machte die Verluste vom Freitag mehr als wett.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +1.23%, SPI: +1.26%, SMIM: +1.32%

Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Montag vom Rückschlag von Ende letzter Woche erholt. Für Rückenwind sorgten vor allem die weiter sinkenden Ölpreise. Nachlassende Sorgen vor Versorgungsengpässen sowie Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte im Iran-Krieg sorgten am Ölmarkt für Entspannung. Dies dämpfte die Inflationssorgen und liess zugleich die Renditen am Anleihemarkt zurückgehen. Zusätzliche Unterstützung lieferten positive Signale im Vorfeld des Treffens zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping. Der SMI gewann 1.2% dazu und machte damit die Verluste vom Freitag mehr als wett. Nach einem freundlichen Auftakt baute der Leitindex seine Gewinne im Tagesverlauf weiter aus. Bei den 20 SMI-Titeln standen 17 Gewinnern lediglich drei Verlierer gegenüber.

Bei den Einzelwerten führte Givaudan (+3.7%) die Gewinnerliste an. Der Aromen- und Riechstoffhersteller profitierte von positiven Analystenaussagen. Gefragt waren auch ABB (+2.7%) und Logitech (+1.9%), die von der Stärke der Technologiewerte profitierten. Logitech legte dabei trotz des Dividendenabschlags von CHF 1.36 zu. Ihren ersten Handelstag als neue SMI-Mitglieder beendeten Galderma (+2.0%) und Sandoz (+1.6%) mit Gewinnen. Galderma erhielt zusätzlich Rückenwind durch eine leicht erhöhten Umsatzprognose. Die beiden aus dem SMI ausgeschiedenen Titel entwickelten sich ebenfalls positiv. Kühne + Nagel (+4.2%) profitierte von einer vertieften Zusammenarbeit mit Amazon, während Swisscom (+1.3%) ebenfalls zulegte. Auch die Schwergewichte Roche (+2.2%), Nestlé (+1.1%) und Novartis (+0.9%) stützten den Markt. Unter Druck geriet hingegen Geberit (-1.4%), nachdem eine Gewinnwarnung des deutschen Konkurrenten Villeroy & Boch als negatives Signal gewertet wurde. Ebenfalls leicht an Wert verloren Holcim (-0.4%) und Alcon (-0.3%).

Am breiten Markt sorgte AMS Osram (+22.9%) für Furore. Der Sensoren- und Halbleiterhersteller vermeldete einen Durchbruch bei einer neuen Dünnschicht-Lasertechnologie für KI-Rechenzentren und profitierte zusätzlich vom positiven Sentiment im KI-Sektor. Auch weitere Technologiewerte waren stark gefragt. Huber+Suhner (+7.0%), Sensirion (+6.7%), Inficon (+4.4%), Comet (+4.1%) und VAT (+3.7%) legten kräftig zu. Sunrise (+2.3%) gewann nach der Ankündigung eines möglichen Stellenabbaus ebenfalls an Boden. Das Telekomunternehmen plant im Rahmen einer grösseren Restrukturierung bis zu 450 Stellen abzubauen, was rund 15% der Belegschaft entspricht.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +1.31%, DAX: +1.07%

Die europäischen Aktienmärkte sind mit deutlichen Gewinnen in die neue Woche gestartet. Unterstützung erhielten die Märkte vor allem von den sinkenden Ölpreisen und Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte im Nahen Osten. US-Präsident Donald Trump signalisierte, dass er am Rande der diese Woche stattfindenden UN-Generalversammlung möglicherweise zu einem Treffen mit dem iranischen Präsidenten bereit wäre. Für Zuversicht sorgte zudem das bevorstehende Treffen zwischen Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping. Der EuroStoxx50 gewann 1.3%, während der italienische FTSE MIB mit einem Plus von 1.6% noch stärker zulegte. Der französische CAC 40 gewann 0.9% und der britische FTSE 100 0.8%. Besonders gefragt waren Technologiewerte, nachdem Trump eine weitere Beschleunigung der KI-Entwicklung in den USA angekündigt hatte. Entsprechend gehörten Infineon (+4.4%), Schneider Electric (+3.2%), ASML (+2.5%) und Siemens (+2.1%) zu den stärksten Werten im EuroStoxx50. Deutlich unter Druck geriet hingegen Novo Nordisk (-7.7%). Der Pharmakonzern enttäuschte am Kapitalmarkttag mit seinen mittelfristigen Wachstumszielen. Anleger hatten sich ambitioniertere Vorgaben und konkretere Anhaltspunkte zum Wachstumsausblick erhofft.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.71%, S&P 500: +1.49%, Nasdaq: +2.26%

Die US-Aktienmärkte haben am Montag deutlich zugelegt. Sinkende Ölpreise und Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte im Nahost-Konflikt sorgten für eine freundliche Stimmung. Besonders gefragt waren Technologie- und Halbleiterwerte. Der technologielastige Nasdaq (+2.3%) verzeichnete die stärksten Gewinne und erreichte den höchsten Stand seit drei Monaten. Der S&P 500 (+1.5%) und der Dow Jones (+0.7%) legten ebenfalls zu. Besonders stark gefragt war Meta (+11.3%). Der neue KI-Assistent Muse erreichte nur wenige Tage nach seiner Markteinführung den Spitzenplatz in den US-App-Stores von Apple und Google. Davon profitierten auch wichtige Halbleiterzulieferer. Arm Holdings, Intel und AMD legten zwischen 10% und 17% zu. AMD überschritt dabei erstmals eine Marktkapitalisierung von USD 1 Bio. Accenture (+2.7%) gewann nach der Ankündigung einer Partnerschaft mit dem KI-Unternehmen Anthropic ebenfalls an Wert. Warner Bros. (+10.8%) legte kräftig zu, nachdem eine wichtige rechtliche Hürde für die geplante Übernahme durch Paramount (-2.9%) ausgeräumt worden war.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.98%; DE: 3.46%; CH: 0.56%

Die Renditen langjähriger Staatsanleihen wurden gestern einmal mehr durch den leicht tieferen Ölpreis beeinflusst. Die Logik: Tiefere Energiepreise reduzieren den Inflationsdruck und damit den Handlungsbedarf für Notenbanken. Entsprechend sind gestern auch die Renditen auf 10-jährige Staatsanleihen auf beiden Seiten des Atlantiks leicht zurückgegangen. Mittelfristig betrachtet bleibt das Niveau aber klar erhöht. Bei der 10-jährigen US-Staatsanleihe beträgt die Rendite im Moment immer noch fast 5%.

Währungen

Euro in Franken: 0.941
US-Dollar in Franken: 0.820
Euro in US-Dollar: 1.148

Mit dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed von letzter Woche hatte der US-Dollar zum Franken nochmals klar an Wert gewonnen. In den letzten Tagen hat er einen Teil dieser Zugewinne wieder verloren. Ein Dollar kostet im Moment 82 Rappen. Im Vergleich zu Anfang Jahr ist das ein Plus von rund 3.5%. Am Donnerstag wird dann die Schweizerische Nationalbank ihren neusten Zinsentscheid fällen. An den Märkten wird von einem unveränderten Leitzins ausgegangen.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 101.88 pro Fass
Goldpreis: USD 4'316.47 pro Unze

Der Ölpreis ist in den letzten Tagen auf hohem Niveau leicht zurückgegangen. Hintergrund sind Äusserungen von US-Präsident Trump, wonach er einem Treffen mit dem iranischen Präsidenten Pezeshkian am Rande der UN-Generalversammlung grundsätzlich offen gegenüberstehe. Der Ölpreis der Sorte Brent bleibt aber über der Marke von 100 US-Dollar pro Fass, rund 65% höher als Anfang Jahr.

Wirtschaft und Konjunktur

Gestern wurden keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe publiziert.

Anja Felder

Portraitfoto von Anja Felder, Senior Finanzanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Roman Elbel

Portraitfoto von Roman Elbel, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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