13. Oktober 2026, Tägliche Marktsicht

SMI setzt Aufwärtstrend mit breiter Unterstützung fort

Der Schweizer Aktienmarkt setzte seine Erholung trotz steigender Ölpreise fort. Sämtliche 20 Indexmitglieder schlossen im Plus. Heute stehen die Quartalszahlen von Givaudan und Sulzer im Fokus.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.66%, SPI: +0.56%, SMIM: +0.21%

Der Schweizer Aktienmarkt hat zum Wochenauftakt an die Gewinne vom Freitag angeknüpft. Unterstützung lieferten die weitere Stabilisierung der Anleihemärkte sowie die jüngste Entspannung im Handelsstreit zwischen der EU und China. Die erneut gestiegenen Ölpreise bremsten hingegen die Kauflaune. Neue Impulse blieben angesichts der dünnen Nachrichtenlage weitgehend aus. Zudem verlief der US-Aktienhandel aufgrund des Feiertags «Columbus Day» ruhig, während die US-Anleihemärkte geschlossen blieben. Im Fokus stehen nun die US-Inflationszahlen zur Wochenmitte sowie die Quartalsberichtssaison, für die heute sowohl in den USA als auch in der Schweiz der Startschuss fällt. In den USA eröffnen erste Grossbanken die Berichtssaison. Der SMI gewann am Montag 0.7%, wobei sämtliche 20 Indexmitglieder den Handel mit Kursgewinnen beendeten. An der Spitze standen Galderma und Sandoz (je +1.9%). Galderma setzte damit den positiven Trend der Vorwoche fort. Für Unterstützung sorgten weiterhin ermutigende Dreijahresdaten zum Neurodermitis-Medikament Nemluvio. Givaudan (+1.4%) legte im Vorfeld der heutigen Publikation der Quartalszahlen ebenfalls zu. Gefragt waren auch die Bauwerte Amrize (+1.3%), Holcim (+1.2%) und Sika (+0.6%). Bei den Versicherern verzeichneten Swiss Life (+0.8%), Swiss Re (+0.7%) und Zurich Insurance (+0.5%) Kursgewinne. Auch die Schwergewichte Novartis (+0.7%), Roche (+0.6%) und Nestlé (+0.5%) trugen zur positiven Entwicklung des Gesamtmarktes bei.

Am breiten Markt gerieten Adecco (-8.2%) nach enttäuschenden Geschäftszahlen eines Konkurrenten und Centiel (-5.6%) nach einer Gewinnwarnung deutlich unter Druck. Beim Tessiner Unternehmen Centiel verzögert sich der Markteintritt in den USA, weshalb die Umsatz- und Margenprognosen für 2026 gesenkt wurden. Ebenfalls schwächer schlossen VAT (-1.1%), Lindt & Sprüngli (-0.8%) und Swisscom (-0.5%). VAT litt unter erneuten Gewinnmitnahmen im Halbleitersektor. Gefragt war hingegen Idorsia (+4.8%) nach der Veröffentlichung neuer Studiendaten zum Blutdruckmedikament Aprocitentan.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +0.45%, DAX: +0.76%

Die europäischen Aktienmärkte haben ihre Erholung zum Wochenauftakt fortgesetzt. Unterstützung lieferte die jüngste Einigung zwischen der EU und China über Exportbeschränkungen für Hybridautos, wodurch eine weitere Eskalation des Handelskonflikts vorerst abgewendet scheint. Positiv wirkte zudem die weitere Stabilisierung der Anleihemärkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx50 gewann 0.5%. Der spanische IBEX 35 (+1.3%) verzeichnete die stärksten Gewinne, gefolgt vom britischen FTSE 100 (+1.0%), dem deutschen DAX (+0.8%) und dem französischen CAC 40 (+0.4%). Auf Sektorenebene musste einzig der Technologiesektor Verluste hinnehmen. Die grössten Gewinne verzeichneten die Bereiche Finanzen, Basiskonsum, Gesundheit und Industrie.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.38%, S&P 500: -0.05%, Nasdaq: -0.44%

Die US-Aktienmärkte haben sich zum Wochenauftakt uneinheitlich entwickelt. Vor dem Beginn der Quartalsberichtssaison hielten sich die Anleger zurück. Insbesondere Technologiewerte standen aufgrund anhaltender Gewinnmitnahmen bei Halbleiteraktien unter Druck. Zusätzliche Impulse blieben wegen des Feiertags «Columbus Day», an dem die US-Anleihemärkte geschlossen blieben, aus. Der technologielastige Nasdaq verlor 0.4%, während der S&P 500 (-0.1%) leicht nachgab. Der Dow Jones (+0.4%) legte hingegen zu. Die im Tagesverlauf wieder gestiegenen Ölpreise rückten die Inflationsrisiken erneut in den Fokus. Entsprechend richten sich die Blicke auf die US-Inflationszahlen zur Wochenmitte sowie den heutigen Auftakt der Quartalsberichtssaison mit den Ergebnissen erster Grossbanken. Bei den Einzelwerten verlor Chipotle (-3.8%), nachdem Starbucks (+1.7%) Spekulationen über eine mögliche Übernahme der Restaurantkette zurückgewiesen hatte. Salesforce (+2.1%) gehörte nach einem positiven Analystenkommentar zu den stärksten Werten im Dow Jones. Hingegen geriet Adobe (-1.7%) nach einer doppelten Herabstufung durch einen Broker unter Druck.

Unternehmensberichte

Givaudan übertrifft die Wachstumserwartungen
Der Aromen- und Riechstoffhersteller Givaudan hat sein organisches Wachstum im 3. Quartal 2026 deutlich auf 8.6% beschleunigt, nach 3.6% im 1. Halbjahr 2026. Wachstumstreiber blieb der Bereich Riechstoffe & Schönheit, der organisch um 13.5% zulegte. Besonders erfreulich entwickelte sich die Luxusparfümerie, die in den ersten neun Monaten organisch um 15.3% zulegte. Gleichzeitig zeigte das zuletzt etwas schwächelnde Segment Geschmack & Wohlbefinden mit einem organischen Wachstum von 3.5% eine deutliche Erholung. Belastend blieb hingegen das Geschäft in Nordamerika. In den ersten neun Monaten stieg der Konzernumsatz um 2.6% auf CHF 5.89 Mrd., während das organische Wachstum 5.2% betrug. Givaudan bestätigte seine mittelfristigen Ziele eines durchschnittlichen organischen Umsatzwachstums von 4% bis 6% sowie einer bereinigten freien Geldflussmarge von über 12%. Mit den publizierten Zahlen hat Givaudan die Markterwartungen übertroffen.

Sulzer holt Rückstand beim Bestellungseingang auf
Der Industriekonzern Sulzer erzielte in den ersten neun Monaten 2026 einen Bestellungseingang von CHF 2'749.3 Mio., was einem Anstieg von 1.8% gegenüber der Vorjahresperiode entspricht. Damit konnte der Konzern den Rückstand aus dem 1. Halbjahr aufholen. Wachstumstreiber war die Division Flow mit einem organischen Plus von 11.6%, unterstützt durch grössere Aufträge und eine steigende Nachfrage nach Energieinfrastruktur. Bei Services ging der Bestellungseingang leicht um 0.9% zurück, während Chemtech aufgrund verzögerter Grossprojekte und eines schwierigen Investitionsumfelds einen Rückgang von 14.9% verzeichnete. Die Entwicklung im 3. Quartal stützt die Erwartung einer stärkeren zweiten Jahreshälfte. Angesichts einer soliden Auftragspipeline hält Sulzer an seiner Prognose für 2026 fest. Diese sieht ein Wachstum des Bestellungseingangs von 1% bis 5%, ein Umsatzplus von 2% bis 5% sowie eine EBITDA-Marge von 16.5% vor. Mit dem Bestellungseingang lag Sulzer über den Konsenserwartungen der Analysten.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 5.20%; DE: 3.47%; CH: 0.56%

Der Kapitalmarkt in den USA blieb gestern aufgrund eines Feiertages geschlossen. Damit fehlte auch an den europäischen Kapitalmärkten ein wichtiger Impulsgeber für grössere Bewegungen. Im weiteren Wochenverlauf richtet sich die Aufmerksamkeit auf die neusten US-Inflationszahlen für September, die am Mittwoch veröffentlicht werden.

Währungen

Euro in Franken: 0.931
US-Dollar in Franken: 0.833
Euro in US-Dollar: 1.117

Der US-Dollar hat seine jüngste Aufwärtsbewegung zum Wochenstart fortgesetzt und sowohl gegenüber dem Euro als auch dem Franken zugelegt. Während den Euro die Sorgen um die französischen Staatsfinanzen belasten, macht die wachsende Zinsdifferenz zu den USA den Franken weniger attraktiv. Hohe US-Renditen und die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen der Fed stützen den Dollar vorerst.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 105.57 pro Fass
Goldpreis: USD 4'198.11 pro Unze

Der Ölpreis der Sorte Brent ist in den vergangenen drei Handelstagen um über 6% auf zeitweise 107 US-Dollar pro Fass gestiegen. Hintergrund sind die erneut zunehmenden Spannungen im Nahen Osten durch die jüngsten Angriffe der Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien. Dies, obwohl sich die Ölexporte aus der Region zuletzt wieder dem Vorkriegsniveau angenähert hatten. Der Ölpreis hält sich damit weiterhin über der Marke von 100 US-Dollar.

Wirtschaft und Konjunktur

Gestern wurden keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe publiziert.

Daniel Wachter

Portraitfoto von Daniel Wachter, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Anja Felder

Portraitfoto von Anja Felder, Senior Finanzanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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