16. Oktober 2026, Tägliche Marktsicht

SMI setzt Aufwärtstrend fort

Defensive Schwergewichte stützen den SMI, während KI-nahe Werte unter Druck bleiben.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +1.55%, SPI: +1.44%, SMIM: +1.41%

Der Schweizer Aktienmarkt setzte seine Aufwärtsbewegung am Donnerstag fort und schloss bereits den fünften Handelstag in Folge höher. Unterstützt wurde der heimische Markt erneut von seiner defensiven Ausrichtung, während technologienahe Titel angesichts zunehmender Inflations- und Zinssorgen unter Druck standen. Der SMI beendete den Handelstag 1.6% höher und damit in der Nähe des Tageshochs. Stärkster Titel im Leitindex war Alcon (+3.3%), gefolgt von Lonza (+3.1%). Beim Pharmazulieferer sorgten mehrere Kurszielerhöhungen nach dem jüngsten Kapitalmarkttag für Rückenwind. Ebenfalls deutlich gesucht waren Givaudan (+2.9%), Zurich (+2.8%) und Nestlé (+2.8%). Auch die Pharmaschwergewichte Novartis (+2.6%) und Roche (+2.4%) profitierten von der Umschichtung in defensivere Bereiche. Auf der Gegenseite verloren ABB (-3.4%) deutlich, während Holcim (-0.4%) und UBS (-0.1%) leicht nachgaben.

Am breiten Markt legten Barry Callebaut (+7.7%) und Lindt & Sprüngli (+6.3%) kräftig zu. Auch sie profitierten von der Umschichtung in defensivere Bereiche. DocMorris (+3.6%) gewann nach den Quartalszahlen ebenfalls deutlich. Unter Druck standen dagegen mehrere technologienahe Titel. Huber+Suhner (-7.9%), Comet (-7.0%) und Inficon (-5.9%) wurden im schwachen Technologieumfeld abgestraft. Cicor (-4.3%) enttäuschte zudem mit einem unter den Erwartungen liegenden Quartalsumsatz.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -0.36%, DAX: +0.33%

Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich am Donnerstag uneinheitlich. Belastend wirkten erneut die hohen Energiepreise und zunehmende Sorgen vor weiteren Zinserhöhungen, nachdem auch die US-Produzentenpreise stärker als erwartet gestiegen waren. Der EuroStoxx 50 schloss 0.4% tiefer, während der britische FTSE 100 1.1% hinzugewann. Der CAC 40 legte 0.8% und der DAX 0.3% zu. Im Technologiesektor setzte sich die Korrektur fort. ASML (-4.2%) litt unter der weltweit schwachen Stimmung für Halbleiteraktien und der Sorge, dass höhere Zinsen die hohen Investitionen in KI-Infrastruktur zunehmend verteuern könnten. Infineon (-5.2%) geriet aus denselben Gründen unter Druck und setzte damit seine jüngste Verlustserie fort. Gefragte Aktien waren in den Bereichen Gesundheit, Konsumgüter und Kommunikationsdienste zu finden.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +1.08%, S&P 500: +0.33%, Nasdaq: +0.08%

Die amerikanischen Aktienmärkte drehten am Donnerstag im Tagesverlauf ins Plus beziehungsweise grenzten ihre Verluste deutlich ein. Der S&P 500 gewann 0.3%, der Dow Jones legte 1.1% zu, während der technologielastige Nasdaq nach zwischenzeitlich deutlich stärkeren Verlusten praktisch unverändert mit einem Minus von 0.1% schloss. Zu den stärksten Einzeltiteln gehörte Intuit (+6.4%). Der Finanzsoftware-Anbieter profitierte hauptsächlich von der Branchenstärke des Software-Bereichs. Im Dow Jones zählten Nike (+5.2%) und UnitedHealth (+2.8%) zu den Gewinnern. Diese Titel profitierten hauptsächlich von der Branchenrotation aus den Technologie-Aktien. Deutlich schwächer entwickelten sich dagegen erneut Dell (-6.8%) und Hewlett Packard Enterprise (-7.1%). Beide Aktien litten unter anderem wegen einer jüngsten Rating-Rückstufung eines Brokers.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 5.09%; DE: 3.41%; CH: 0.54%

Die Unsicherheit über die weitere Zukunft des Technologie-Sektors lastete gestern erneut auf den Kapitalmärkten. Die als sicher geltenden Staatsanleihen blieben weiter gesucht. Die Rendite des 10-jährigen US-Treasuries fiel innerhalb von zwei Tagen von 5.33% auf zeitweise unter 5.05%. Auch in Europa glitten die Staatsanleihenrenditen zurück, jedoch in wesentlich geringerem Ausmass.

Währungen

Euro in Franken: 0.929
US-Dollar in Franken: 0.827
Euro in US-Dollar: 1.123

Der Schweizer Franken profitierte gestern wieder einmal von seinem Ruf als sogenannt «sicherer Hafen» und legte gegenüber den wichtigsten Handelswährungen deutlich zu. Dies war jedoch dieses Jahr nicht immer so. Der US-Dollar legte zum Franken seit Jahresanfang bereits um gut 4 Prozentpunkte zu. Gegenüber dem Euro notiert der Franken seit Jahresbeginn praktisch unverändert.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 105.27 pro Fass
Goldpreis: USD 4'172.75 pro Unze

Der Ölpreis bewegte sich gestern unverändert um die Marke von 105 US-Dollar je Barrel. Zwar nähren intensivierte iranische Angriffe auf die Schifffahrt in der Strasse von Hormus Zweifel an einer baldigen Entspannung der Situation. Gleichzeitig will die Internationale Energieagentur (IEA) ihre Ölnotreserven beschleunigt freigeben, was den Aufwärtsdruck auf den Ölpreis mässigt.

Wirtschaft und Konjunktur

USA: Philadelphia Fed Geschäftsklima (Oktober)
aktuell: +20.9 (erwartet: +28.0, Vormonat: +37.8)

Der gestern veröffentlichte Geschäftsklimaindex der Philadelphia Fed, welcher die Aktivität im Industriesektor misst, ist im Oktober stärker als erwartet zurückgeglitten. Dennoch liegt er mit 20.9 Punkten weiterhin im Bereich, das Wachstum verspricht. Denn laut der aktuellen Umfrage bewertet noch immer eine deutliche Mehrheit der Unternehmen die allgemeine Geschäftslage optimistisch. Allerdings zeigen sich insbesondere der «Auftragseingang» und die «Offenen Aufträge» weniger positiv als noch im Vormonat.

Florian Hiltpold

Portraitfoto von Florian Hiltpold, Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Patrick Häfeli

Portraitfoto von Patrick Häfeli, Senior Strategieanalyst Fixed Income bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst Fixed Income
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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