28. August 2026, Tägliche Marktsicht
SMI mit Abgaben
Die defensiven Indexschwergewichte belasteten gestern den Schweizer Aktienmarkt. In der Schweiz stehen heute die Zahlen von Ems-Chemie, Flughafen Zürich und Jungfraubahnen im Fokus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: -1.09%, SPI: -0.85%, SMIM: -0.38%
Der Schweizer Aktienmarkt musste gestern Kursverluste hinnehmen. Insbesondere der grosskapitalisierte SMI verlor mit 1.1% deutlich. Von den positiven Vorgaben von Nvidia profitierten hierzulande lediglich einzelne Halbleiterwerte wie Comet (+0.9%). Von den 20 Blue Chips im SMI schlossen nur drei im Plus. An der Spitze stand der Privatmarktspezialist Partners Group (+2.2%), gefolgt von Lonza (+0.1%) und Richemont (+0.03%). Deutlich unter Druck gerieten die Aktien von Givaudan (-2.9%) nach einer Rückstufung durch einen Broker. Der gleichzeitig stattfindende Investorentag rückte dadurch etwas in den Hintergrund. Massgeblich für die schwache Indexentwicklung waren zudem die drei Schwergewichte Novartis (-2.0%), Nestlé (-1.7%) und Roche (-1.2%). Im Fokus stand auch Kühne + Nagel (-1.8%). Medienberichten zufolge hat das US Bureau of Industry and Security eine Untersuchung gegen die Tochtergesellschaft Apex eingeleitet. Hintergrund sind Vorwürfe im Zusammenhang mit dem illegalen Transport von Nvidia-Chips nach China. Die Aktien von Accelleron (-4.4%) gerieten trotz eines besser als erwarteten Halbjahresergebnisses und einer angehobenen Umsatzprognose unter Druck. Nach der zuvor starken Kursentwicklung haben Gewinnmitnahmen belastet.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: -0.71%, DAX: +0.31%
Die europäischen Aktienmärkte gaben gestern mehrheitlich nach. Entgegen dem Trend konnte der deutsche DAX um 0.3% zulegen. Die stärksten Abgaben verzeichnete der französische CAC 40 (-1.7%). Nach Sektoren schwang einzig der Technologiesektor obenauf. Unterdurchschnittlich schnitten hingegen die Bereiche Energie, Kommunikationsdienste und Versorger ab. Im Dax profitierten SAP (+5.5%) und Infineon (+3.6%) am stärksten von den positiven US-Vorgaben.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.20%, S&P 500: +0.72%, Nasdaq: +1.57%
Die amerikanischen Aktienmärkte schlossen gestern mit Kursgewinnen. Insbesondere der technologielastige Nasdaq (+1.6%) legte dank starker Zahlen und eines besseren Ausblicks von Nvidia deutlich zu. Dahinter folgten der marktbreite S&P 500 (+0.7%) und der US-Leitindex Dow Jones (+0.2%). Der Chiphersteller Nvidia hatte im zweiten Quartal den Umsatz und Gewinn mehr als verdoppelt und ein stärker als erwartetes Wachstum in Aussicht gestellt. Die Aktie des wertvollsten Börsenunternehmens der Welt gewann 8.7%. Davon profitierten auch die weiteren Halbleitertitel. Broadcom (+4.5%) und Intel (+4.4%) schlossen überdurchschnittlich.
Unternehmensberichte
EMS-Chemie steigert Profitabilität
Nachdem EMS-Chemie bereits am 10. Juli provisorische Halbjahreszahlen vorgelegt hatte, folgten heute die definitiven Ergebnisse inklusive Gewinnzahlen. Der Umsatz ging wie bereits kommuniziert um 0.8% auf CHF 1.01 Mrd. zurück. Der EBIT stieg hingegen um 4.4% auf CHF 309 Mio., womit sich die EBIT-Marge auf hohe 30.6% verbesserte. Dank der konsequenten Ausrichtung auf margenstarke Spezialitäten und Innovationen konnte EMS-Chemie die Profitabilität trotz der schwachen Industriekonjunktur weiter steigern. Im Juli hatte das Unternehmen einen EBIT von rund CHF 310 Mio. in Aussicht gestellt. Unter dem Strich resultierte ein um 2.5% höherer Reingewinn von CHF 259 Mio. Damit liegt EMS-Chemie beim EBIT leicht über den Markterwartungen, während die übrigen Kennzahlen die Erwartungen erfüllen.
Flughafen Zürich: Solides Halbjahr leicht über Erwartungen
Der Flughafen Zürich steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr um 5% auf CHF 673.6 Mio., getragen insbesondere vom höheren Passagieraufkommen. Davon profitierten sowohl die Aviation- als auch die Non-Aviation-Erträge, die um jeweils 5% auf CHF 345.2 Mio. respektive CHF 328.4 Mio. zunahmen. Der EBITDA erhöhte sich um 4% auf CHF 374.2 Mio. Unter dem Strich resultierte ein um 1% höherer Reingewinn von CHF 163.7 Mio. Das Gewinnwachstum wurde durch höhere Abschreibungen und gestiegene Finanzaufwendungen im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme des Flughafens Noida in Indien gebremst. Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet der Flughafen Zürich mit über 33 Mio. Passagieren am Standort Zürich und bestätigt die Erwartung eines EBITDA auf Vorjahresniveau. Insgesamt liegt das Zahlenset leicht über den Markterwartungen.
Jungfraubahnen: Gästerückgang belastet Ergebnis
Die Jungfraubahn-Gruppe verzeichnete im ersten Halbjahr einen um 8.6% tieferen Betriebsertrag von CHF 137.0 Mio. Nach Ausbruch des Irankriegs gingen insbesondere die Gästezahlen aus Asien zurück. Höhere Reisekosten, eine gestiegene Preissensibilität und die geopolitischen Unsicherheiten belasteten zusätzlich. Der Verkehrsertrag sank um 8.9% auf CHF 97.6 Mio. Am Jungfraujoch lagen die Gästezahlen 17.6% unter dem Vorjahr, wobei höhere Durchschnittserträge den Rückgang teilweise kompensierten. Der EBITDA erreichte CHF 56.8 Mio. (-13.8%), während der Reingewinn um 22.0% auf CHF 28.9 Mio. zurückging. Für das zweite Halbjahr bleibt das Umfeld von globalen Unsicherheiten geprägt, der Buchungsstand wird jedoch als solide bezeichnet. Insgesamt erfüllt das Zahlenset die Markterwartungen in etwa.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.68%; DE: 3.25%; CH: 0.38%
Derzeit richtet sich der Blick der Kapitalmärkte auf den Bergort Jackson Hole in den Rocky Mountains. Die Notenbankkonferenz, welche gestern startete und noch bis am Samstag dauert, ist das wohl wichtigste jährliche Zusammentreffen der geldpolitischen Entscheidungsträger weltweit. Der Fokus richtet sich insbesondere auf den heutigen Nachmittag, an dem US-Notenbankchef Kevin Warsh eine vielbeachtete Rede halten wird. Inwiefern sich daraus Rückschlüsse auf die zukünftige Geldpolitik ziehen lassen, bleibt jedoch abzuwarten. Die Kapitalmarktzinsen bewegen sich im Vorfeld dieser Rede deshalb seitwärts.
Währungen
Euro in Franken: 0.937
US-Dollar in Franken: 0.805
Euro in US-Dollar: 1.164
Im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Rede des US-Notenbankchefs Kevin Warsh blieb es an den Devisenmärkten ausgesprochen ruhig und die wichtigsten Währungspaare bewegten sich seitwärts.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 89.27 pro Fass
Goldpreis: USD 4'575.15 pro Unze
Der Erdölpreis der Sorte Brent hat sich gestern wieder der Marke von 90 US-Dollar pro Fass angenähert. Zwar meldete Iran zur Wochenmitte eine Einigung mit Oman über die Aufteilung von Gewässern und Einnahmen in der Strasse von Hormus. Inwiefern die USA dies jedoch akzeptieren wird, ist zumindest fraglich.
Wirtschaft und Konjunktur
Es wurden gestern keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe veröffentlicht.
Angela Truniger
8021 Zürich
Patrick Häfeli
8021 Zürich
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