04. September 2026, Tägliche Marktsicht
SMI legt in ruhigem Handel leicht zu
Der Schweizer Aktienmarkt schloss am Donnerstag leicht höher, unterstützt von rückläufigen US-Anleiherenditen. Im Fokus stehen heute die US-Arbeitsmarktdaten.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.22%, SPI: +0.20%, SMIM: +0.07%
Der Schweizer Aktienmarkt hat einen insgesamt ruhigen Handelstag mit moderaten Gewinnen beendet. Unterstützung kam von rückläufigen US-Anleiherenditen, nachdem ein Gouverneur der US-Notenbank erste Anzeichen eines nachlassenden Inflationsdrucks ausgemacht hatte. Hierzulande sorgte zudem die überraschend hohe Inflation für Zurückhaltung. Die Teuerungsrate stieg im August von 0.4% auf 0.8% und erreichte damit den höchsten Stand seit 2024. Im Fokus stehen heute die US-Arbeitsmarktdaten, von denen sich die Anleger weitere Hinweise auf die künftige Geldpolitik der US-Notenbank erhoffen. Der SMI schloss am Donnerstag mit einem Plus von 0.2%. Im Schweizer Leitindex der 20 grössten börsenkotierten Unternehmen hielten sich Gewinner und Verlierer etwa die Waage.
An der Tabellenspitze stand Logitech (+3.3%), das ohne konkrete Unternehmensnachrichten seine jüngste Erholung fortsetzte. Givaudan (+2.4%) profitierte von einem positiven Analystenkommentar mit einer Kurszielerhöhung und der Bestätigung der Kaufempfehlung. Ebenfalls gesucht war das Index-Schwergewicht Roche (+2.1%), während Konkurrentin Novartis unverändert schloss. Auch die Versicherer Swiss Life (+2.0%), Zurich Insurance (+1.7%) und Swiss Re (+1.0%) legten zu. Partners Group (+1.9%) stabilisierte sich nach den deutlichen Kursverlusten der Vortage im Nachgang an die Halbjahreszahlen. Unterstützung kam dabei von mehreren positiven Analystenkommentaren. Auf der Verliererseite stand Richemont (-3.1%) am Tabellenende. Der Luxusgüterkonzern litt unter der Schwäche des europäischen Luxussektors, nachdem Sorgen über die Nachfrageentwicklung im laufenden Quartal aufgekommen waren. Die Konkurrentin Swatch (-0.5%) gab ebenfalls nach. Alcon (-2.3%) musste deutlichere Abgaben hinnehmen, wobei Medtech-Werte insgesamt wenig gefragt waren. Das Schwergewicht Nestlé (-1.0%) gab ebenfalls nach.
Am breiten Markt legte Romande Energie (+3.4%) nach einem deutlich höheren Halbjahresgewinn zu. Accelleron (+2.5%) und dormakaba (+1.3%) profitierten von Kurszielerhöhungen. Bossard schloss unverändert und reagierte damit kaum auf die Ernennung eines neuen CFO, der sein Amt im März 2027 antreten wird.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +0.32%, DAX: +0.63%
Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Donnerstag nach den jüngsten Verlusten leicht erholt. Unterstützung kam aus den USA, wo Aussagen eines Notenbankgouverneurs zur Inflationsentwicklung für sinkende Anleiherenditen und eine freundlichere Stimmung an den Aktienmärkten sorgten. Die deutlichsten Gewinne verzeichnete der spanische IBEX 35 (+1.1%), gefolgt vom italienischen FTSE MIB (+0.9%), dem britischen FTSE 100 (+0.7%) und dem deutschen DAX (+0.6%). Der EuroStoxx 50 (+0.3%) legte ebenfalls zu, während der französische CAC 40 (+0.1%) nur leicht höher schloss. Auf Sektorenebene notierten die Bereiche Finanzen, Kommunikationsdienste und Immobilien auf den vordersten Rängen. Unterdurchschnittlich zeigten sich hingegen die Sektoren Basiskonsum, Energie, Technologie und Zyklischer Konsum. Unter Druck standen die europäischen Luxuswerte. Belastend wirkten eine weiterhin schleppende Nachfrageerholung in China sowie der stärkere Yen, der Luxusgüter für japanische Konsumenten verteuert und damit die Tourismusausgaben im Land belasten könnte. LVMH, Hermès, EssilorLuxottica und Kering verloren zwischen 1.8% und 3.6%.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +1.18%, S&P 500: +1.06%, Nasdaq: +1.40%
Die US-Aktienmärkte haben am Donnerstag deutlich zugelegt. Für Kauflaune sorgten Aussagen eines Gouverneurs der US-Notenbank, der sich angesichts erster Anzeichen eines nachlassenden Inflationsdrucks offen für eine Beibehaltung der Leitzinsen zeigte. Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten rückten damit etwas in den Hintergrund. Im Fokus stehen heute die US-Arbeitsmarktdaten, von denen sich die Anleger weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank erhoffen. Der Tech-Index Nasdaq (+1.4%) verzeichnete die deutlichsten Gewinne, gefolgt vom Dow Jones (+1.2%) und dem marktbreiten S&P 500 (+1.1%). Bei den Einzelwerten geriet Broadcom (-2.7%) nach der Vorlage der Quartalszahlen unter Druck. Der Chiphersteller profitierte weiterhin von der starken KI-Nachfrage, enttäuschte die Anleger jedoch mit einem hinter den Erwartungen gebliebenen Ausblick. Hewlett Packard Enterprise (+5.0%) drehte nach anfänglichen Verlusten deutlich ins Plus, obwohl das Umsatzwachstum hinter den hohen Markterwartungen zurückblieb. Besonders stark entwickelte sich Strategy (+17.6%), das als grosser Bitcoin-Halter vom deutlichen Kursanstieg der Kryptowährung profitierte. Der Bitcoin stieg zeitweise auf über USD 81'000 und erreichte damit den höchsten Stand seit Mai, notiert jedoch weiterhin deutlich unter dem Jahreshoch von knapp USD 98'000.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.77%; DE: 3.34%; CH: 0.45%
Die Zinsen waren gestern auf beiden Seiten des Atlantiks leicht rückläufig. Fed-Gouverneur Christopher Waller signalisierte, dass er bei weiter nachlassendem Inflationsdruck für unveränderte Leitzinsen plädiert. Entsprechend reduzierten die Märkte ihre Erwartungen an eine Zinserhöhung im September. Im Fokus stehen nun die US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag, die wichtige Hinweise für den Zinsentscheid der Fed Mitte September liefern dürften.
Währungen
Euro in Franken: 0.939
US-Dollar in Franken: 0.808
Euro in US-Dollar: 1.163
Der Franken legte nach den überraschend hohen Schweizer Inflationsdaten gegenüber Euro und US-Dollar zu. Der Inflationsanstieg erhöht den geldpolitischen Spielraum der SNB ohne sie unter Zugzwang zu bringen. Gleichzeitig wertete der Yen deutlich auf. Neben der eingepreisten Zinserhöhung der Bank of Japan sorgen Spekulationen über erneute Devisenmarktinterventionen für Unterstützung.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 95.52 pro Fass
Goldpreis: USD 4'472.92 pro Unze
Der Ölpreis der Sorte Brent erreichte gestern zeitweise den höchsten Stand seit einem Monat und hat sich seit Wochenbeginn um mehr als 6% verteuert. Treiber bleibt die erneute Eskalation im Iran-Krieg.
Der Goldpreis setzte seine Erholung vom Vortag fort und legte rund 2% zu. Unterstützung erhielt das Edelmetall vor allem vom schwächeren US-Dollar sowie von nachlassenden Erwartungen an eine Zinserhöhung der Fed. Damit machte Gold einen Teil der Verluste vom Ende der Vorwoche wieder wett.
Wirtschaft und Konjunktur
Schweiz: Inflationsrate YoY (August)
aktuell: 0.8% (erwartet: 0.5%, Vormonat: 0.4%)
Die Inflation in der Schweiz ist im August überraschend stark angestiegen. Getrieben wurde der Anstieg von den höheren Energiepreisen sowie von gestiegenen Mieten. Letztere werden nur vier Mal im Jahr neu erhoben. Der Anstieg reflektiert also eine Veränderung auf Quartals- und nicht auf Monatsbasis. Zusätzlich gestützt wurde das Preiswachstum im August von der Währungsseite. Der im Vergleich zum Vorjahr leicht schwächere Schweizer Franken hat dazu geführt dazu, dass mehr Inflation aus dem Ausland importiert wurde. Die um volatile Elemente wie Energie bereinigte Kerninflationsrate ist im August mit +0.4% nur geringfügig höher als im Vormonat (+0.3%). Der energiebedingte Preisschub hat sich bisher nicht wesentlich auf andere Güterkategorien ausgeweitet.
Schweiz: Bruttoinlandprodukt QoQ, sport-event-bereinigt (2. Quartal)
aktuell: 1.5% (erwartet: 1.5%, Vorquartal: 0.5%)
Die Schweizer Wirtschaft ist im 2. Quartal 2026 überdurchschnittlich stark gewachsen. Die gestern publizierten Detailzahlen haben das BIP-Wachstum gemäss Schnellschätzung von +1.5% bestätigt. Dieses Wachstum wurde zu rund der Hälfte von der Chemie- und Pharmaindustrie getrieben, welche nach einigen schwächeren Quartalen wieder stärkerer expandierte und deutlich mehr exportierte. Aber auch die Binnenwirtschaft zeigte sich gegenüber den Vorquartalen verbessert. Die privaten Konsumausgaben wuchsen mit +0.3% wieder im Bereich des langfristigen Mittelwerts. Die neuen BIP-Zahlen stützen die These einer langsamen Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. Allerdings ausgehend von einem tiefen Niveau. Die Schwankungen im Beitrag der Chemie- und Pharmaindustrie zum Bruttoinlandprodukt sind aber traditionell gross und sollten nicht unmittelbar als konjunkturelle Entwicklungen interpretiert werden.
USA: Einkaufsmanagerindex DL-Sektor (ISM, August)
aktuell: 55.4 (erwartet: 54.1, Vormonat: 54.1)
Der US-Dienstleistungssektor bleibt auf Wachstumskurs und hat im August nochmals an Dynamik gewonnen. Der Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management stieg auf 55.4 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit sechs Monaten. Besonders die Neuaufträge und die Geschäftstätigkeit legten deutlich zu, gestützt durch eine weiterhin robuste Nachfrage. Ein ähnliches Bild zeigt der methodisch vergleichbare Index von S&P Global. Dessen finaler August-Wert liegt mit 56.5 Punkten ebenfalls deutlich im Expansionsbereich.
Roman Elbel
8021 Zürich
Dominik Schmidlin
8021 Zürich
Anja Felder
8021 Zürich
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