Anlage zur Ölproduktion

09. September 2026, Tägliche Marktsicht

SMI erneut von Novartis belastet

Der Schweizer Aktienmarkt wurde erneut von den Kursverlusten des Index-Schwergewichts Novartis ausgebremst. Die Aktien des Pharmamultis gaben nach Kursverlusten von über 3% am Vortag aufgrund eines weiteren Forschungsrückschlags gestern erneut rund 10% nach.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: -1.55%, SPI: -1.09%, SMIM: +0.79%

Der Schweizer Aktienmarkt baute seine Verluste aus der negativen Wocheneröffnung gestern weiter aus. Der Leitindex SMI gab um 1.6% nach. Für Gegenwind sorgten die anhaltenden Auseinandersetzungen um die Strasse von Hormus und der in der Folge wieder Richtung USD 100 gestiegene Preis für ein Fass Rohöl der Sorte Brent. Von den 20 grosskapitalisierten Werten schlossen acht mit positivem Vorzeichen und zwölf mit Verlusten. Hauptverantwortlich für den Kursrückgang waren die Verluste des Index-Schwergewichts Novartis. Die Aktie gab aufgrund eines weiteren Forschungsrückschlags um 10.9% nach. Dies entspricht dem grössten Tagesverlust an Marktkapitalisierung in der Novartis-Historie. Grund dafür war, dass der Produktkandidat Del-desiran zur Behandlung einer seltenen Muskelerkrankung die primären Endpunkte einer Phase-III-Studie verfehlte. Bereits zur Wocheneröffnung wurde die Aktie aufgrund von enttäuschenden Studiendaten mit einem Kursrückgang von 3.2% abgestraft. Angeführt wurde der Leitindex von den Aktien ABB (+2.5%) Swisscom (+2.4%), und Nestlé (+2.1%). Neben Novartis waren Amrize (-2.6%), Alcon (-2.0%) und SwissRe (-1.6%) Tagesverlierer.

Im breiten Markt gab Sandoz (+0.1%) die anfänglichen Gewinne in Folge des Kapitalmarkttages mit neuen Mittelfristzielen wieder weitgehend ab. Kursgewinne gab es hingegen für OC Oerlikon (+2.1%), nachdem am Kapitalmarkttag ebenfalls neue Mittelfristziele präsentiert wurden. Nach oben ging es auch für Ascom (+5.1%). Der Kommunikationsspezialist mit Fokus auf die Gesundheitsbranche informierte über einen Grossauftrag aus Norwegen über sieben Jahre mit einem Volumen von CHF 80 Mio. Die Kursgewinne nach den Halbjahreszahlen zur Wocheneröffnung musste hingegen Burkhalter (-8.4%) bereits wieder preisgeben.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +0.14%, DAX: 0.00%

Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich gestern uneinheitlich. Die anziehenden Öl- und Gaspreise und der am Donnerstag anstehende Zinsentscheid der EZB sorgten für Zurückhaltung bei den Investoren. Der länderübergreifende EuroStoxx 50 (+0.1%) schloss leicht höher, während der deutsche DAX unverändert schloss und der französische CAC40 0.1% zulegte. Auf Sektorenebene waren entsprechend die Bereiche Grundstoffe, Nichtzyklischer Konsum und Industrie gefragt. Die stärksten Abgaben verbuchten die Branchen Gesundheit, Zyklischer Konsum und Finanzen.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -1.18%, S&P 500: -0.58%, Nasdaq: -0.32%

Die US-Aktienmärkte starteten mit Abgaben in die verkürzte Handelswoche. Für Gegenwind sorgten die steigenden Ölpreise und Ängste um weiter steigende Zinsen. Am Freitag stehen zudem die wichtigen US-Inflationszahlen an. Der Leitindex Dow Jones gab um 1.2% nach, während der breiter gefasste S&P500 0.6% verlor. Etwas besser konnte sich der technologielastige Nasdaq (-0.3%) halten. Bei den Technologiewerten standen die Verluste der Schwergewichte Nvidia (-2.0%), Apple (-1.2%) und Microsoft (-1.2%), Gewinnen bei den Chip-Aktien wie AMD (+5.9%), Lam Research (+4.2%), Applied Materials (+4.0%) und Broadcom (+3.0%) gegenüber. Die Aktie von Intel (+9.1%) erfreute mit einem Kurssprung nach Medienberichten über voraussichtliche Preisanhebungen. Auch die Aktien des Chip-Designers Qualcomm gewannen 3.2% hinzu, nachdem bekannt wurde, dass dieser mit Amazon eine Partnerschaft zur Lieferung von massgeschneiderten Datencenter-Chips eingeht.

Unternehmensberichte

Medacta bestätigt Ausblick

Der Spezialist für Gelenkersatzlösungen Medacta legte heute Morgen die detaillierten Halbjahreszahlen 2026 vor. Wie bereits bekannt nahm der Umsatz um 0.7% auf EUR 368 Mio. zu. Zu konstanten Wechselkursen betrug das Wachstum 7.0%. Der bereinigte EBITDA nahm um 1.4% auf EUR 97.4 Mio. ab. Die entsprechende EBITDA-Marge glitt von 28.7% auf 26.5% zurück. Begründet wurde dies mit einer unerwarteten Abschwächung im US-Markt, der margenstärker als andere Regionen ist, sowie gestiegenen Transportkosten aufgrund von Treibstoffzuschlägen. Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von 42 Mio. verglichen mit 60 Mio. in der Vorjahresperiode. Grund dafür war unter anderem ein einmaliger Gewinn von EUR 13.7 Mio. aus einer Übernahme im 1. Halbjahr 2025. Für das laufende Jahr und für 2027 wurde der Ausblick bestätigt. Mit dem Zahlenset lag das Unternehmen leicht unter den Analystenerwartungen.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.79%; DE: 3.37%; CH: 0.43%

Marktbewegende Konjunkturdaten wurden gestern keine veröffentlicht. Angesichts wieder gestiegener Ölpreise und der damit verbundenen Inflationsgefahren rücken die geldpolitischen Entscheidungen in den Fokus. Diesen Donnerstag steht der Zinsentscheid der EZB an. An den Märkten gilt eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte als praktisch ausgemacht. Am Freitag werden zudem die neusten US-Inflationszahlen publiziert, gefolgt vom Zinsentscheid der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche. An den Futures-Märkten wird eine US-Zinserhöhung aktuell mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 60% eingepreist.

Währungen

Euro in Franken: 0.941
US-Dollar in Franken: 0.809
Euro in US-Dollar: 1.163

Der Euro und der US-Dollar traten gestern gegenüber dem Franken auf der Stelle. Aus Schweizer Sicht bleibt das Jahr 2026 insofern speziell, als dass der Franken trotz geopolitischer Turbulenzen zur Schwäche neigt. Gegenüber dem US-Dollar resultiert seit Anfang Jahr ein Minus von 2%, zum Euro beträgt das Minus rund 1%. Mit Blick auf die G10-Währungen haben im laufenden Jahr hingegen die Rohstoffwährungen Australiens und Norwegens Auftrieb erhalten.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 99.07 pro Fass
Goldpreis: USD 4'387.28 pro Unze

Der Preis für ein Fass Öl der Nordsee-Sorte Brent liegt erstmals seit einem Monat wieder nahe der 100-US-Dollar-Marke. Seit Anfang September ist ein Anstieg von rund 10% zu verzeichnen. Zuletzt deuteten die Entwicklungen im Nahen Osten nicht auf eine Deeskalation hin. Das US-Militär setzte gestern nach eigenen Angaben als Vergeltung für Teherans Angriffe auf ein US-Kriegsschiff fünf iranische Rohöltanker ausser Betrieb und versenkte einen davon. Für zusätzliche Verunsicherung sorgten Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien.

Wirtschaft und Konjunktur

Gestern wurden keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe veröffentlicht.

Tobias Kistler

Portraitfoto von Tobias Kistler, Senior Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Daniel Wachter

Portraitfoto von Daniel Wachter, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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