31. Juli 2026, Tägliche Marktsicht
Schweizer Markt im Gegenwind
Der Schweizer Aktienmarkt schloss gestern entgegen dem europäischen Trend im Minus. Im Fokus standen die starken Quartalszahlen von Microsoft. Heute rücken die Ergebnisse von Holcim, Comet, Clariant, Interroll, Amazon und Apple in den Mittelpunkt.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: -0.65%, SPI: -0.31%, SMIM: +0.38%
Im Gegensatz zu den übrigen europäischen Börsen schloss der Schweizer Aktienmarkt gestern im Minus. Der Leitindex SMI verlor 0.7%, während der breite SPI um 0.3% nachgab. Der klein- und mittelkapitalisierte SMIM konnte sich hingegen mit einem Plus von 0.4% dem negativen Trend entziehen. Von den 20 SMI-Titeln schlossen lediglich sechs im Plus, während 14 Werte nachgaben. Belastend wirkten insbesondere die Pharmaschwergewichte Roche (-2.3%) und Novartis (-2.3%). Auch Nestlé konnte sich dem negativen Marktumfeld nicht entziehen und verlor 0.4%. Die grössten Abgaben im SMI verzeichnete Logitech (-6.5%). Der Computerzubehörhersteller setzte damit die Kursverluste nach der Zahlenvorlage vom Dienstagabend fort. Auf der Gewinnerseite standen vor allem konjunktursensitive Werte. ABB (+3.1%), Holcim (+2.4%) und Richemont (+1.5%) legten deutlich zu. Sika gewann 0.2% und profitierte von positiven Analystenkommentaren. Im Fahrwasser der starken US-Technologiewerte waren auch Schweizer Halbleiterunternehmen gefragt. VAT stieg um 4.0%, Comet um 8.4% und Inficon um 6.7%. Inficon überzeugte mit einem starken Halbjahresergebnis und hob den Ausblick für das Gesamtjahr an.
Bei den Nebenwerten reagierten Kardex (+3.5%) positiv auf einen rekordhohen Auftragseingang sowie ein solides Halbjahresergebnis. Bachem (+4.6%) avancierte nach der Vorlage robuster Halbjahreszahlen ebenfalls deutlich. Unter Druck stand hingegen Bucher Industries (-5.2%). Der Landmaschinen- und Industriekonzern senkte aufgrund der anhaltend schwachen Kapazitätsauslastung den Jahresausblick, nachdem Umsatz und Betriebsgewinn rückläufig ausgefallen waren. Avolta (+1.3%) schloss nach einer soliden Zahlenvorlage leicht höher. DSM-Firmenich (+12.4%) gewann deutlich an Boden, nachdem das Unternehmen das Wachstum im 2. Quartal beschleunigt hatte und nun erwartet, das Umsatzziel am oberen Ende der Zielbandbreite von 2% bis 4% zu erreichen. Zu den grössten Tagesgewinnern zählte Clariant (+16.1%). Der Spezialchemiekonzern profitierte von einem Urteil eines Gerichts in Amsterdam, das sowohl eine Schadenersatzklage von Shell als auch eine weitere Haftungsklage der Stiftung Ethylene Claims abwies.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +1.53%, DAX: +0.60
Die europäischen Aktienmärkte schlossen gestern überwiegend im Plus. Einzig der britische FTSE 100 (-0.1%) beendete den Handel leicht im Minus. Die stärksten Kursgewinne verzeichnete der spanische IBEX 35 (+1.8%), gefolgt vom länderübergreifenden Euro Stoxx 50 (+1.5%). Im Fokus standen zahlreiche Halbjahresergebnisse. Besonders gefragt waren Technologiewerte, die von den starken Geschäftszahlen des US-Softwarekonzerns Microsoft Rückenwind erhielten. Ebenfalls überdurchschnittlich entwickelten sich die Sektoren Industrie und Grundstoffe. Demgegenüber blieben Gesundheit, Kommunikationsdienste sowie der Nichtzyklische Konsum hinter dem Gesamtmarkt zurück. An der Spitze des EuroStoxx50 stand Schneider Electric (+10.8%). Der französische Industriekonzern überzeugte mit besser als erwarteten Zahlen für das 2. Quartal und hob aufgrund der anhaltend starken Nachfrage nach Lösungen für Rechenzentren und Automatisierung seine Jahresprognose an. Ebenfalls deutlich im Plus schlossen die Halbleiterwerte Infineon (+9.2%) und ASML (+5.7%). Zu den grössten Verlierern zählte hingegen Sanofi (-9.0%). Zwar übertraf der französische Pharmakonzern mit seinen Quartalsergebnissen die Erwartungen und erhöhte den Ausblick. Analysten kritisierten jedoch die weiterhin hohe Abhängigkeit vom Blockbuster-Medikament Dupixent, dessen Wachstumsperspektiven zunehmend als ausgereizt eingeschätzt werden.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +1.19%, S&P 500: +1.66%, Nasdaq: +2.78%
Die US-Aktienmärkte verzeichneten gestern deutliche Kursgewinne. Rückenwind lieferten die besser als erwarteten Quartalszahlen von Microsoft, welche insbesondere den Technologiesektor beflügelten. Der technologielastige Nasdaq führte die Gewinnerliste mit einem Plus von 2.8% an, gefolgt vom breiten S&P 500 (+1.7%) und dem Dow Jones (+1.2%). Microsoft überzeugte insbesondere mit einem anhaltend starken Wachstum im Cloud-Geschäft. Die Investitionen in den Ausbau der KI-Infrastruktur bleiben weiterhin hoch und wurden bestätigt, jedoch hat Microsoft die Nutzungsdauer der Rechenzentren auf zehn Jahre erhöht und glättet so die Abschreibungen über mehr Jahre, sodass die Ergebnisbelastung sinkt. Anleger werteten dies positiv, da der Konzern an seinen Investitionsplänen im Bereich Künstliche Intelligenz festhält. Insgesamt übertraf Microsoft die Markterwartungen deutlich, worauf die Aktie um 15.5% zulegte. Entgegen dem positiven Gesamtmarkt verlor Meta Platforms 8.0%. Zwar präsentierte der Konzern ebenfalls starke Quartalszahlen, erhöhte jedoch die geplanten Investitionen für das Geschäftsjahr 2026 auf USD 130 bis 145 Mrd., um den Ausbau der KI-Infrastruktur und der Rechenzentren weiter voranzutreiben. Der damit verbundene stärkere Rückgang des freien Cashflows sorgte bei den Anlegern für Zurückhaltung. Im Sog der starken Microsoft-Zahlen legten auch andere Softwareunternehmen deutlich zu. Oracle gewann 9.8%, während Palo Alto Networks um 3.7% zulegte. Besonders gefragt waren zudem Halbleiterwerte, die sich nach den zuletzt schwächeren Handelstagen kräftig erholten. Micron (+18.4%), Lam Research (+18.9%), Applied Materials (+15.0%), AMD (+13.0%) und Intel (+11.3%) gehörten zu den grössten Gewinnern des Tages.
Unternehmensberichte
Holcim hebt Jahresprognose an
Holcim steigerte den Umsatz im 1. Halbjahr 2026 um 0.7% auf CHF 7.9 Mrd. Organisch belief sich das Wachstum auf 5.2%, wobei sich die Dynamik insbesondere im 2. Quartal nochmals beschleunigte. Am stärksten entwickelte sich der Bereich Building Solutions, dessen organischer Umsatz um 6.4% auf CHF 4.68 Mrd. zulegte. Das Segment Building Materials wuchs organisch um 3.0% auf CHF 3.09 Mrd. Der wiederkehrende EBIT ging aufgrund von Portfolioeffekten und Währungseinflüssen leicht um 0.1% auf CHF 1.44 Mrd. zurück. Organisch resultierte hingegen ein Anstieg von 11.5%. Die wiederkehrende EBIT-Marge sank um 20 Basispunkte auf 18.1%. Belastend wirkten dabei insbesondere die Veräusserung margenstarker Geschäftsbereiche sowie die Aufwertung des Schweizer Frankens. Der Reingewinn erhöhte sich leicht um 0.5% auf CHF 913 Mio. Nach dem starken Halbjahresergebnis hob Holcim den Ausblick für das Gesamtjahr an. Neu erwartet das Unternehmen ein organisches Umsatzwachstum von rund 5% (zuvor: 3% -5%) sowie ein organisches Wachstum des wiederkehrenden EBIT von rund 10% (zuvor: 8% - 10%). Insgesamt fiel das Zahlenwerk klar besser aus als vom Markt erwartet.
Comet: Starkes zweites Quartal, positiver Ausblick bestätigt
Comet steigerte den Umsatz im 1. Halbjahr 2026 um 5.6% auf CHF 239.8 Mio. Zu konstanten Währungen hätte das Wachstum 12.7% betragen. Besonders dynamisch entwickelte sich das 2. Quartal, in dem der Umsatz um 25.7% auf CHF 133.5 Mio. zulegte. Das Book-to-Bill-Verhältnis lag per Ende Juni bei 1.48 und signalisiert weiterhin eine robuste Nachfrage. Der EBIT erhöhte sich um 36.5% auf CHF 31.4 Mio. Die EBIT-Marge verbesserte sich um 300 Basispunkte auf 13.1%, was die höhere Auslastung und den verbesserten Produktmix widerspiegelt. Für das 2. Halbjahr zeigt sich das Management weiterhin optimistisch und erwartet eine anhaltend dynamische Entwicklung des Halbleitermarktes. Sowohl der Umsatz als auch die Profitabilität dürften gegenüber dem 1. Halbjahr weiter zulegen. Für das Gesamtjahr stellt Comet einen Umsatz von CHF 540 bis 570 Mio. sowie eine EBITDA-Marge von 14% bis 17% in Aussicht. Das Zahlenwerk fiel insgesamt leicht unter den Markterwartungen aus.
Clariant bestätigt Jahresziele
Clariant verzeichnete im 2. Quartal 2026 einen Umsatzrückgang von 2.7% auf CHF 941.3 Mio. In Lokalwährungen blieb der Umsatz hingegen nahezu stabil (-0.3%). Belastend wirkte insbesondere der starke Schweizer Franken, der den Umsatz um 2.4% schmälerte. Zudem gingen die Absatzvolumen um 3.3% zurück. Hauptgrund dafür waren verzögerte Bestellungen im Katalysatorgeschäft infolge des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten. Positiv entwickelten sich dagegen die Bereiche Care Chemicals sowie Adsorbents & Additives. Der operative Gewinn auf EBITDA-Stufe stieg trotz des schwierigen Marktumfelds um 2.8% auf CHF 142.4 Mio. Die EBITDA-Marge verbesserte sich um 80 Basispunkte auf 15.1%. Dazu trugen insbesondere Restrukturierungs- und Effizienzmassnahmen bei. Der Reingewinn im 1. Halbjahr erhöhte sich deutlich auf CHF 85.0 Mio., nach CHF 44.2 Mio. im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr bestätigte Clariant die Prognose. Das Unternehmen rechnet weiterhin mit einem stabilen Umsatz in Lokalwährungen sowie einer EBITDA-Marge vor Sondereffekten von rund 18%. Der Konflikt im Nahen Osten dürfte das Katalysatorgeschäft sowie den Bereich Oil Services weiterhin belasten. Auch die Mittelfristziele wurden bestätigt. Das Zahlenwerk fiel gemischt aus. Während der Umsatz die Markterwartungen leicht übertraf, blieb der EBITDA hinter den Konsensschätzungen zurück.
Interroll: Auftragseingang legt zu, Zuversicht für das zweite Halbjahr
Interroll steigerte den Auftragseingang im 1. Halbjahr 2026 um 3.9% auf CHF 295.2 Mio. Der Umsatz erhöhte sich um 9.0% auf CHF 269.9 Mio., was einem organischen Wachstum von 5.4% entspricht. Belastend wirkte der starke Schweizer Franken. Das Wachstum wurde von einer soliden Nachfrage in der Region EMEA sowie einer Erholung im Raum Asien-Pazifik- getragen. Verzögerungen bei Flughafenprojekten im Nahen Osten sowie aufgeschobene Investitionsentscheide in Europa dämpften hingegen die Geschäftsentwicklung. Der EBIT ging um 2.1% auf CHF 27.0 Mio. zurück. Grund dafür waren höhere Investitionen in Innovationen, akquisitionsbedingte Kosten sowie gestiegene Abschreibungen. Entsprechend verringerte sich die EBIT-Marge von 11.1% auf 10.0%. Der Reingewinn sank um 6.6% auf CHF 19.8 Mio. Neben dem tieferen operativen Ergebnis belastete auch eine höhere Steuerquote. Für das Gesamtjahr zeigt sich das Management zuversichtlich. Die Geschäftsdynamik habe sich im Jahresverlauf verbessert und bilde eine solide Grundlage für ein stärkeres 2. Halbjahr. Während Umsatz und EBIT die Markterwartungen übertrafen, fiel der Reingewinn leicht unter den Analystenschätzungen aus.
Apple enttäuscht mit schwächerem Quartalsausblick
Apple steigerte den Umsatz im 3. Quartal um 16% auf USD 109.4 Mrd. und übertraf damit die Markterwartungen. Das Wachstum war breit abgestützt und fiel in allen geografischen Regionen sowie in den Produktkategorien iPhone, Mac und Services zweistellig aus. Besonders stark entwickelte sich das iPhone-Geschäft, dessen Umsatz um 21.7% auf USD 54.3 Mrd. zulegte. Der operative Gewinn stieg um 26.6% auf USD 35.7 Mrd., während der Reingewinn um 27.1% auf USD 29.8 Mrd. zunahm. Für das 4. Quartal stellt Apple ein Umsatzwachstum von 9% bis 11% in Aussicht. Damit bleibt der Ausblick leicht hinter den Erwartungen des Marktes zurück. Als Gründe nannte das Management Lieferengpässe bei bestimmten Chips sowie Gegenwind von der Währungsseite. Insgesamt überzeugte Apple mit einem starken Quartalsabschluss und übertraf die Analystenschätzungen bei Umsatz und Gewinn. Der Ausblick für das laufende Quartal liegt aber hinter den Erwartungen zurück.
Amazon übertrifft mehrheitlich die Erwartungen
Amazon konnte im 2. Quartal 2026 den Umsatz um 20% auf USD 200.6 Mrd. steigern und übertraf damit die Markterwartungen. Das Nordamerika-Geschäft wuchs um 16% auf USD 116.2 Mrd., während die internationalen Umsätze um 15% auf USD 42.2 Mrd. zulegten. Besonders dynamisch entwickelte sich erneut die Cloud-Sparte AWS, deren Umsatz um 37% auf USD 42.2 Mrd. anstieg. Der operative Gewinn (EBIT) erhöhte sich um 43.2% auf USD 27.5 Mrd. Der ausgewiesene Reingewinn belief sich auf USD 62.6 Mrd., nach USD 18.2 Mrd. im Vorjahresquartal. Darin enthalten ist jedoch ein nicht operativer Buchgewinn von USD 53.4 Mrd., der auf die Neubewertung der Beteiligung am KI-Unternehmen Anthropic zurückzuführen ist. Der freie Cashflow fiel mit -USD 7.6 Mrd. deutlich negativ aus, nachdem im Vorjahreszeitraum noch USD 66.1 Mrd. erzielt worden waren. Dies spiegelt die weiterhin sehr hohen Investitionen in den Ausbau der KI-Infrastruktur und der Rechenzentren wider. Für das 3. Quartal 2026 erwartet Amazon einen Umsatz zwischen USD 197 Mrd. und USD 202 Mrd. sowie einen operativen Gewinn von USD 22.5 Mrd. bis USD 26.5 Mrd. Insgesamt übertraf Amazon mit dem Quartalsabschluss die Erwartungen des Marktes. Einzig der freie Cashflow blieb hinter den Analystenschätzungen zurück.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.67%; DE: 3.16%; CH: 0.44%
Nach den starken Bewegungen am Vortag verlief der Handel an den Kapitalmärkten deutlich ruhiger. Die Renditen notierten praktisch unverändert und liegen in den USA und Deutschland nahe ihrer Jahreshöchststände. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen stieg zeitweise auf über 5.2% und damit auf den höchsten Stand seit 2007. Für Verunsicherung sorgten die wenig eindeutigen Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh zum weiteren geldpolitischen Kurs.
Währungen
Euro in Franken: 0.928
US-Dollar in Franken: 0.805
Euro in US-Dollar: 1.153
Der US-Dollar blieb auch gestern unter Druck. Gegenüber dem Franken verlor er im Tagesverlauf rund 1.1%, gegenüber dem Euro 0.5%. Gleichzeitig wertete der japanische Yen ohne erkennbaren fundamentalen Auslöser deutlich auf. Dies nährte am Devisenmarkt Spekulationen, dass die japanischen Behörden zur Stützung der Währung interveniert haben könnten.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 89.03 pro Fass
Goldpreis: USD 4'103.41 pro Unze
Die Ölpreise gaben nach dem deutlichen Vortagesanstieg leicht nach. Brent notierte zuletzt bei knapp 90 US-Dollar je Barrel. Die Lage im Nahen Osten bleibt jedoch angespannt. Nach neuen gegenseitigen Angriffen verschärften die USA den Druck auf den Iran mit weiteren Sanktionen. Belastend wirken weiterhin sinkende Liefermengen und die Unsicherheit über die Strasse von Hormus.
Der Goldpreis tendierte gestern leicht höher und legte gegenüber dem Vortag um 0.9% zu.
Wirtschaft und Konjunktur
USA: Bruttoinlandprodukt (2. Quartal, erste Schätzung, QoQ annualisiert)
aktuell: 1.5% (erwartet: 2.0%, Vorquartal: 2.1%)
Gemäss einer ersten Schätzung wuchs die US-Wirtschaft im 2. Quartal annualisiert um lediglich 1.5% und damit schwächer als erwartet. Die Binnenkonjunktur blieb jedoch robust: Der Konsum legte um 3.2% zu, die Unternehmensinvestitionen stiegen dank des KI-Booms kräftig um 8.4%. Belastet wurde das Wachstum vor allem durch die Nettoexporte mit einem negativen Beitrag von 1 Prozentpunkt sowie durch den Lagerabbau mit weiteren 0.7 Prozentpunkten. Insgesamt zeigt sich die US-Wirtschaft trotz der Folgen des Iran-Kriegs widerstandsfähig. Sinkende Benzinpreise, hohe Steuerrückzahlungen und Verkaufsaktionen stützten den privaten Konsum, obwohl der Konflikt die Stimmung dämpfte und den Preisdruck erhöhte.
Eurozone: Bruttoinlandprodukt (2. Quartal, erste Schätzung, QoQ)
aktuell: 0.4% (erwartet: 0.2%, Vorquartal: 0.0%)
Gemäss einer ersten Schätzung wuchs die Wirtschaft des Euroraums im 2. Quartal um 0.4% und damit doppelt so stark wie erwartet. Nach der Stagnation im ersten Quartal zeigt sich die Konjunktur trotz des Iran-Kriegs widerstandsfähig. Deutschland und Frankreich legten dank höherer Exporte jeweils um 0.2% zu. Italien wuchs ebenfalls um 0.2%, Spanien mit 0.7% deutlich kräftiger. Den stärksten Zuwachs aller 21 Länder verzeichnete Irland mit 3.9%. Am Ende der Tabelle rangieren Belgien und Österreich, welche beide stagnierten.
USA: Inflationsrate auf Basis Personal Consumption Expenditures (Juni)
aktuell: 3.7% (erwartet: 3.7%, Vormonat: 4.1%)
Der Preisauftrieb in den USA hat sich im Juni deutlich abgeschwächt. Der Preisindex der persönlichen Konsumausgaben sank gegenüber dem Vormonat um 0.1%, wodurch die Jahresrate von 4.1 % auf 3.7% zurückging. Die von der US-Notenbank bevorzugte Kernrate fiel von 3.4% auf 3.3 % und damit stärker als erwartet. Auch die kurzfristige Inflationsdynamik liess nach. Dies stützt den jüngsten Entscheid der Fed, die Leitzinsen unverändert zu belassen. Offen bleibt, in welchem Ausmass der erneut gestiegene Erdölpreis über Transportkosten und Vorprodukte verzögert auf die Inflation durchschlägt.
Deutschland: Inflationsrate YoY (Juli)
aktuell: 2.8% (erwartet: 2.7%, Vormonat: 2.4%)
Die Inflation in Deutschland ist im Juli von 2.4% auf 2.8% gestiegen und erreichte damit den höchsten Stand seit drei Monaten. Haupttreiber waren höhere Energiepreise, das Auslaufen temporärer Entlastungen bei Kraftstoffen und der erneute Ölpreisanstieg infolge der Eskalation im Nahen Osten. Für die Eurozone wird im Rahmen der heutigen Publikation eine Inflationsrate von 2.9% erwartet.
Schweiz: KOF-Konjunkturbarometer (Juli)
aktuell: 103.5 (erwartet: 100.9, Vormonat: 101.2)
Das KOF-Konjunkturbarometer stieg im Juli von 102.1 auf 103.5 Punkte und übertraf die Erwartungen deutlich. Damit liegt es den zweiten Monat in Folge über dem langfristigen Durchschnitt und auf dem höchsten Stand seit Februar. Die Verbesserung ist breit abgestützt und umfasst Industrie, Bau, Finanzdienstleistungen und weitere Services. Besonders positiv entwickelten sich das Wettbewerbsumfeld, die Ertragsaussichten und das Geschäftsklima. Die Nachfrage blieb stabil. Insgesamt deutet der Indikator auf ein überdurchschnittliches Wachstum in den kommenden Monaten hin.
Dominik Schmidlin
8021 Zürich
Angela Truniger
8021 Zürich
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