14. August 2026, Tägliche Marktsicht
Schweizer Aktienmarkt mit leichten Kursgewinnen
Der Schweizer Aktienmarkt schloss gestern leicht höher. Heute rücken die Halbjahreszahlen von VZ Holding und Mobilezone in den Fokus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.18%, SPI: +0.21%, SMIM: +0.21%
Nach den jüngsten Kursverlusten zeigte sich der Schweizer Aktienmarkt gestern etwas freundlicher. Der SMI gewann letztlich 0.2%. Die Stimmung blieb jedoch von einer gewissen Zurückhaltung geprägt. Neben der weiterhin unsicheren Lage im Nahen Osten sorgte insbesondere der unklare weitere Verlauf der US-Geldpolitik für Vorsicht. Nach den teils kräftigen Kursgewinnen der vergangenen Wochen waren zudem vereinzelt Gewinnmitnahmen zu beobachten. Von den 20 SMI-Titeln schlossen neun im Plus, während elf Werte nachgaben. Bei den Schwergewichten bot sich ein gemischtes Bild. Während Roche (-0.9%) und Novartis (-0.4%) den Leitindex belasteten, sorgte Nestlé (+2.5%) für deutliche Unterstützung. An der Spitze des SMI stand Kühne + Nagel (+3.1%). Der Logistikkonzern profitierte von positiven Quartalszahlen der dänischen Reederei A.P. Møller-Mærsk. Ebenfalls deutlich gefragt war Logitech (+2.6%). Zu den weiteren Gewinnern zählten Lonza (+1.2%), Richemont (+1.0%), Swiss Re (+0.6%) und Alcon (+0.4%). Schwächer präsentierten sich dagegen die Baustoffwerte. Amrize (-1.3%) bildete das Schlusslicht im SMI, gefolgt von Sika (-1.0%). Auch Geberit (-0.7%) und Holcim (-0.5%) schlossen tiefer. Am breiten Markt standen vor allem Unternehmenszahlen und Ausblicke im Fokus. Swissquote (-14.0%) geriet deutlich unter Druck, nachdem der Onlinebroker vor dem Hintergrund eines schwächeren Kryptoumfelds den Jahresausblick reduzierte und mit dem Zahlenwerk die Markterwartungen verfehlte. Montana Aerospace (+1.9%) legte nach soliden Geschäftszahlen klar zu. Für das deutlichste Ausrufezeichen sorgte Komax (+21.5%): Trotz eines unter den Erwartungen liegenden Umsatzes überzeugte der Kabelverarbeitungsspezialist die Anleger mit seinem Ausblick. Tecan (+6.9%) setzte derweil zu einer deutlichen Gegenbewegung an, nachdem die am Dienstag vorgelegten Zahlen zunächst mit Kursverlusten quittiert worden waren.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +0.18%, DAX: -0.12%
Die europäischen Aktienmärkte gaben gestern mehrheitlich nach. Einzig der länderübergreifende EuroStoxx 50 (+0.2%) konnte leicht zulegen. Die stärksten Verluste verzeichnete der britische FTSE 100 (-0.6%), gefolgt vom französischen CAC 40 (-0.3%). Belastet wurde der britische Leitindex insbesondere von schwächeren Rohstoffwerten. Der deutsche Versorger RWE (+2.6%) gehörte hingegen zu den Gewinnern. Die Geschäftszahlen lagen im Rahmen der Erwartungen, während der bestätigte Jahresausblick bei den Anlegern für Zuversicht sorgte.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.13%, S&P 500: +0.65%, Nasdaq: +0.81%
Die amerikanischen Aktienmärkte knüpften an die positive Entwicklung des Vortages an. Unterstützung lieferten nachlassende Inflations- und Zinssorgen, begünstigt durch den tieferen Ölpreis. Besonders gefragt waren in der Folge zinssensitive Wachstumswerte. Der technologielastige Nasdaq legte um 0.8% zu, gefolgt vom marktbreiten S&P 500 (+0.7%). Der Dow Jones (+0.1%) konnte hingegen nur leicht zulegen. Auf Sektorenebene führten Kommunikationsdienste, Immobilien und Technologie die Gewinnerliste an, während Grundstoffe, Energie und Gesundheit hinter dem Gesamtmarkt zurückblieben. Deutlich unter Druck gerieten die Aktien des Netzwerkausrüsters Cisco (-8.4%). Obwohl die Quartalszahlen die Markterwartungen weitgehend erfüllten, enttäuschte der Ausblick im wichtigen KI-Geschäft. Cisco stellt für das laufende Jahr Umsätze mit KI-Infrastruktur von rund USD 7.5 Mrd. in Aussicht. Angesichts der hohen Erwartungen an die KI-bezogene Nachfrage und der entsprechend ambitionierten Bewertung vieler Technologiewerte wurde diese Prognose vom Markt als zu wenig dynamisch aufgenommen.
Unternehmensberichte
VZ Holding mit starkem Wachstum und steigender Profitabilität
VZ Holding setzte den Wachstumskurs im ersten Halbjahr 2026 fort und steigerte die Erträge um 13.9% auf CHF 316.5 Mio. Unterstützt wurde die Entwicklung durch die positiven Finanzmärkte und eine anhaltend hohe Nachfrage nach Beratungs- und Vermögensverwaltungsdienstleistungen. Besonders dynamisch entwickelten sich die Erträge auf den verwalteten Vermögen, die um 18.2% auf CHF 216.6 Mio. zunahmen. Die Beratungshonorare stiegen um 6.7% auf CHF 22.6 Mio. Das Netto-Neugeld erhöhte sich von CHF 3.0 Mrd. auf CHF 3.3 Mrd., während die verwalteten Vermögen gegenüber dem Vorjahr um 19.8% auf CHF 67.7 Mrd. zulegten. Da die Kosten mit 10.4% weniger stark zunahmen als die Erträge, profitierte VZ von einem positiven operativen Hebel. Der EBIT stieg um 17.8% auf CHF 153.1 Mio., wodurch sich die EBIT-Marge von 46.8% auf 48.4% verbesserte. Der Reingewinn nahm um 17.7% auf CHF 131.9 Mio. zu. Für das zweite Halbjahr erwartet das Management bei stabilen Finanzmärkten ähnliche Wachstumsraten wie in der ersten Jahreshälfte und stellt erneut eine Dividendenerhöhung im Rahmen des Gewinnwachstums in Aussicht. Insgesamt liegt das Zahlenset über den Markterwartungen.
Mobilezone: Starkes MVNO-Geschäft, Zahlen unter Erwartungen
Mobilezone steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr um 4.2% auf CHF 127.2 Mio. und den bereinigten EBITDA um 2.6% auf einen neuen Halbjahres-Höchstwert von CHF 19.6 Mio. Die EBITDA-Marge ging allerdings leicht von 15.7% auf 15.4% zurück. Positiv entwickelte sich insbesondere das margenstarke MVNO-Geschäft: Die Zahl der Postpaid-Abonnements stieg innert sechs Monaten um 10.6% auf 243'100, während der MVNO-Umsatz um 9.8% auf CHF 24.1 Mio. zulegte. Dadurch verbesserte sich auch die Bruttomarge deutlich von 46.1% auf 48.1%. Gegenwind kam hingegen vom stationären Geschäft, wo Vertrags- und Zubehörverkäufe sowie die Profitabilität spürbar unter dem Vorjahr lagen. Die Übernahme der AK Group mit Apfelkiste.ch und MAREIN wurde per 1. Juni vollzogen und trug aufgrund der einmonatigen Konsolidierung erst begrenzt zum Halbjahresergebnis bei. Ab 2027 erwartet Mobilezone daraus unverändert EBITDA-Synergien im mittleren einstelligen Millionenbereich. Der bereinigte Reingewinn sank um 7.2% auf CHF 12.8 Mio. Für 2026 bestätigte das Unternehmen die EBITDA-Guidance von CHF 50 bis 57 Mio. Insgesamt bleibt das Zahlenset hinter den Erwartungen zurück.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.65%; DE: 3.13%; CH: 0.38%
Die Kapitalmarktzinsen bewegten sich gestern auf beiden Seiten des Atlantiks südwärts. Einerseits wirkten die am Mittwoch publizierten US-Inflationsdaten noch etwas nach. Andererseits sorgte der wieder etwas tiefere Erdölpreis für Entspannung, da damit der Inflationsdruck weiter abnimmt. Eine baldige Leitzinserhöhung der US-Notenbank Fed wird damit weniger wahrscheinlich.
Währungen
Euro in Franken: 0.939
US-Dollar in Franken: 0.813
Euro in US-Dollar: 1.154
Wenig Bewegung gab es gestern an den Devisenmärkten und die wichtigsten Währungspaare notierten weiter in engen Handelsspannen. Bereits die Publikation der neusten US-Inflationsdaten am Mittwoch hatte kaum neue Impulse für die Devisenhändler gebracht.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 87.12 pro Fass
Goldpreis: USD 4'319.20 pro Unze
Der Ölpreis verbilligte sich im gestrigen Tagesverlauf um gut einen US-Dollar pro Fass. Dies, obwohl die Hoffnung auf eine baldige Entspannung rund um die Strasse von Hormus weiter nachgelassen hat. Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran scheinen festgefahren. Zudem wurden Presseberichten zufolge in der Nacht auf heute erneut zwei Schiffe in der Meerenge angegriffen.
Wirtschaft und Konjunktur
Es wurden gestern keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe veröffentlicht.
Patrick Häfeli
8021 Zürich
Angela Truniger
8021 Zürich
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