01. September 2026, Tägliche Marktsicht

Schweizer Aktienmarkt mit leicht negativer August-Bilanz

Der Schweizer Aktienmarkt beendete den August insgesamt leicht im Minus. In der Schweiz stehen heute die Zahlen von Partners Group, Swiss Life und dormakaba im Fokus.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: -0.79%, SPI: -0.79%, SMIM: -0.97%

Der Schweizer Aktienmarkt startete schwach in den letzten Handelstag des Augusts. Auf die Anlegerstimmung drückten insbesondere wiederaufkommende Zinssorgen und höhere Ölpreise. Aussagen von Fed-Präsident Kevin Warsh am letzten Freitag schürten dabei Erwartungen einer restriktiveren US-Geldpolitik. Der Schweizer Leitindex SMI verlor 0.8% und beendete damit auch den August mit einer leicht negativen Bilanz von -0.6%. Von den 20 Blue Chips im SMI konnten gestern lediglich Alcon (+1.1%) und Nestlé (+0.3%) zulegen. Die grössten Verluste verzeichneten Holcim (-2.7%), Partners Group (-2.2%) und Kühne + Nagel (-1.9%). Die UBS (-0.6%) stand im Vorfeld der Beratungen zur Eigenkapitalunterlegung ihrer Auslandstöchter im Fokus. Nach Börsenschluss sprach sich die Wirtschaftskommission des Ständerats gegen die vom Bundesrat vorgeschlagene vollständige Unterlegung mit hartem Kernkapital aus. Gemäss Vorschlag der Kommission sollen 50% mit hartem Kernkapital und die übrigen 50% mit AT1-Kapital unterlegt werden können. Deutlich unter Abgabedruck standen zudem KI-nahe Industriewerte wie Accelleron (-5.3%), Huber + Suhner (-3.9%), Comet (-2.9%) und Belimo (-2.7%). Entgegen dem schwachen Markttrend legte der Windenergiezulieferer Gurit (+13.8%) kräftig zu und profitierte von einer Kurszielerhöhung.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -1.01%, DAX: -1.17%

Die europäischen Aktienmärkte schlossen gestern mehrheitlich im Minus. Einzig der britische FTSE 100 (+0.3%) konnte leicht zulegen. Die stärksten Abgaben verzeichnete der deutsche DAX (-1.2%), gefolgt vom länderübergreifenden EuroStoxx 50 (-1.0%). Belastend wirkten insbesondere die gestiegenen Anleihenrenditen sowie der höhere Ölpreis. Die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe stieg zeitweise auf den höchsten Stand seit mehr als 15 Jahren. In der Folge gerieten vor allem zinssensitive und wachstumsstarke Titel unter Druck. Auf Sektorenebene schloss einzig der Energiebereich im Plus. Unterdurchschnittlich entwickelten sich die Sektoren Technologie, Industrie und Immobilien. Siemens Energy (-5.0%) zählte zu den schwächsten Werten im DAX. Belastend wirkten Aussagen von Elon Musk, wonach SpaceX künftig Turbinen- und Leitschaufeln für Gasturbinen selbst herstellen und damit für zusätzlichen Wettbewerbs- und Preisdruck in der Branche sorgen könnte.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -0.70%, S&P 500: -0.33%, Nasdaq: -0.12%

Der US-Aktienmarkt startete mit Abgaben in die neue Woche. Eine weitere Eskalation im Iran-Krieg liess die Ölpreise erneut ansteigen und schürte Inflationssorgen. Zusätzlichen Gegenwind lieferten die Aussagen von Fed-Präsident Kevin Warsh an der letzten Freitag stattfindenden Notenbankenkonferenz in Jackson Hole, die auf eine restriktivere Geldpolitik hindeuteten. Die stärksten Verluste verzeichnete der Dow Jones (-0.7%), gefolgt vom marktbreiten S&P 500 (-0.3%), während der technologielastige Nasdaq lediglich 0.1% nachgab. Auf Sektorenebene waren einzig Energie- und Technologiewerte gefragt.. Im Dow Jones führte der Energiekonzern Chevron (+2.1%) dank des höheren Ölpreises die Gewinnerliste an. Unter Druck standen hingegen Amazon (-2.5%) und Alphabet (-2.1%). Amazon sieht sich mit einer Klage der US-Kartellbehörde und 22 US-Bundesstaaten konfrontiert. Dem Konzern wird vorgeworfen, Werbekunden über Jahre hinweg überhöhte Preise verrechnet zu haben.

Unternehmensberichte

Partners Group mit rückläufigem Gewinn und CEO-Wechsel

Partners Group verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatzrückgang von 7% auf CHF 1.12 Mrd. Während die Managementgebühren um 6% auf CHF 905 Mio. zulegten, gingen die Performancegebühren um 39% auf CHF 216 Mio. zurück. Die verwalteten Vermögen beliefen sich auf USD 186 Mrd., verglichen mit USD 185 Mrd. per Ende 2025. Der EBITDA sank um 9% auf CHF 706 Mio., womit die EBITDA-Marge um 100 Basispunkte auf 63% zurückging. Unter dem Strich resultierte ein um 13% tieferer Reingewinn von CHF 502 Mio. Für das Gesamtjahr bestätigt Partners Group die Guidance für neue Kapitalzusagen von USD 26 bis 32 Mrd. Der Anteil der Performancegebühren an den Gesamterträgen soll zwischen 20% und 25% liegen. Gleichzeitig kündigte Partners Group einen Wechsel an der Konzernspitze per 1. Januar 2027 an. Der bisherige CEO David Layton übernimmt die Funktion des Chief Investment Officer, während Roberto Cagnati und Juri Jenker künftig als Co-CEOs fungieren. Der Umsatz liegt leicht über den Markterwartungen, während EBITDA und Reingewinn etwas schwächer als erwartet ausfallen.

Swiss Life lanciert neues Aktienrückkaufprogramm

Swiss Life steigerte im ersten Halbjahr 2026 die verbuchten Prämieneinnahmen um 2% auf CHF 12.33 Mrd. Die Fee-Erträge erhöhten sich um 5% auf CHF 1.34 Mrd. Der Betriebsgewinn nahm um 7% auf CHF 967 Mio. zu, während der Reingewinn um 8% auf CHF 649 Mio. stieg. Die Eigenkapitalrendite verbesserte sich deutlich von 17.6% auf 20.2%. Gleichzeitig erhöhte sich die SST-Solvenzquote um rund 200 Basispunkte auf 215%. Der Lebensversicherer kündigte zudem ein neues Aktienrückkaufprogramm über CHF 250 Mio. an. Bis Ende 2028 sollen rund 600 Stellen abgebaut werden, um die Effizienz weiter zu steigern. Swiss Life sieht sich bei der Umsetzung des Strategieprogramms «Swiss Life 2027» auf Kurs, das unter anderem ein Fee-Ergebnis von über CHF 1 Mrd. und eine Eigenkapitalrendite von 17% bis 19% vorsieht. Insgesamt fällt das Zahlenset besser als von den Markterwartungen aus.

dormakaba erhöht Dividende

dormakaba legte heute die per Ende Juni abgeschlossenen Jahreszahlen 2025/26 vor. Der Umsatz ging um 2.7% auf CHF 2.79 Mrd. zurück, organisch resultierte hingegen ein Wachstum von 3.0%. Der bereinigte EBITDA stieg um 0.9% auf CHF 449.0 Mio., womit sich die Marge um 60 Basispunkte auf 16.1% verbesserte. Unter dem Strich sank der Reingewinn um 1.5% auf CHF 185.2 Mio. Den Aktionären wird eine höhere Dividende von CHF 0.95 je Aktie vorgeschlagen, nach CHF 0.92 im Vorjahr. Für das neue Geschäftsjahr erwartet dormakaba ein organisches Umsatzwachstum von über 3% sowie eine operative Gewinnmarge von mehr als 11%. Der Umsatz liegt leicht unter den Markterwartungen, während der operative Gewinn die Erwartungen leicht übertrifft.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.78%; DE: 3.34%; CH: 0.44%

Der Trend bei den langjährigen Marktzinsen in den USA zeigt weiter nach oben. Die Rendite auf die 10-jährige US-Staatsanleihe hat heute Morgen mit 4.78%% den höchsten Stand seit Anfang 2025 erreicht. Der mittelfristige Treiber dieser Entwicklung ist der Inflationsschub infolge des Iran-Kriegs. Kurzfristig unterstützt wurde der Trend durch die über das Wochenende erneut gestiegenen Ölpreise sowie Aussagen von US-Zentralbankchef Kevin Warsh vom letzten Freitag beim Notenbank-Meeting in Jackson Hole. Letztere hatten die Märkte in ihrer Einschätzung bestärkt, dass die US-Notenbank ihre Zinsen noch in diesem Jahr anheben wird.

Währungen

Euro in Franken: 0.934
US-Dollar in Franken: 0.810
Euro in US-Dollar: 1.161

Auf und ab beim US-Dollar: Vor rund zwei Wochen hatte US-Finanzminister Scott Bessent angekündigt, vermehrt langlaufende US-Staatsanleihen zurückkaufen zu wollen. Dies hatte den Dollar belastet. Der gegenteilige Effekt trat ein, als Kevin Warsh letzten Freitag beim Notenbank-Meeting in Jackson Hole die Wichtigkeit der Inflationsbekämpfung betonte. Das Ergebnis: Ein US-Dollar kostet aktuell rund 81 Rappen – ähnlich viel wie vor zwei Wochen.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 91.30 pro Fass
Goldpreis: USD 4'432.45 pro Unze

In der Nacht auf Montag gab es zum ersten Mal seit rund einem Monat wieder Angriffe zwischen den USA und dem Iran. In der Folge ist der Ölpreis gestern wieder über die Marke von 90 US-Dollar gestiegen. Insgesamt hielt sich die Reaktion an den Rohwarenmärkten aber in Grenzen. Ein Fass Öl der Nordsee-Sorte Brent kostet aktuell rund 30% mehr als im langjährigen Schnitt.

Wirtschaft und Konjunktur

Es wurden gestern keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe veröffentlicht. Für heute steht unter anderem die Publikation der August-Zahlen zur Inflation in der Eurozone auf dem Programm.

Angela Truniger

Portraitfoto von Angela Truniger, Senior Finanzanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Roman Elbel

Portraitfoto von Roman Elbel, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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