18. September 2026, Tägliche Marktsicht
Schweizer Aktienmarkt legt zu
Der sinkende Ölpreis und positive US-Börsen haben dem Schweizer Aktienmarkt Rückenwind verliehen.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.57%, SPI: +0.70%, SMIM: +1.45%
Der Schweizer Aktienmarkt schloss gestern im Plus. Unterstützung aus den USA sowie nachlassende Ölpreise sorgten für Rückenwind. In den USA wurden die Zinsen erwartungsgemäss erhöht. Positiv aufgenommen wurde jedoch, dass der Entscheid einstimmig ausfiel, was als klares Signal für die Entschlossenheit der US-Notenbank im Kampf gegen die Inflation gewertet wurde. Der Ölpreis fiel derweil wieder in Richtung der Marke von USD 100 pro Fass, nachdem China den Iran aufgefordert hatte, auf die Huthi-Rebellen mässigend einzuwirken. Der Schweizer Leitindex SMI legte 0.6% zu, während der klein- und mittelkapitalisierte SMIM um 1.5% avancierte. Von den 20 SMI-Titeln schlossen 14 im Plus und sechs im Minus. An der Spitze standen Logitech (+2.4%) und ABB (+1.6%). Die Indexschwergewichte entwickelten sich uneinheitlich. Novartis (+1.5%) und Nestlé (+0.9%) legten zu, während Roche 0.4% verlor. Am breiten Markt waren auch die zu Wochenbeginn noch deutlich unter Druck geratenen Halbleiterwerte wieder gefragt. Comet (+3.7%), Inficon (+2.8%) und VAT (+1.5%) verzeichneten überdurchschnittliche Kursgewinne. Die Gesundheitswerte entwickelten sich uneinheitlich. Sandoz (+3.3%) und Galderma (+2.5%), die beide nächste Woche in den SMI aufsteigen, avancierten deutlich. Dagegen gaben Alcon (-3.0%) und Straumann (-0.6%) ohne nennenswerte Unternehmensnachrichten nach. Auch bei den Baustoffwerten zeigte sich ein gemischtes Bild. Während Sika (+1.0%) zulegte, verloren Holcim (-0.3%) und Amrize (-1.5%). Helvetia Baloise (+5.3%) schloss deutlich höher, nachdem die Halbjahreszahlen die Erwartungen übertroffen hatten und die Integration schneller voranschreitet als ursprünglich geplant. Rieter (-16.3%) geriet hingegen nach einer Ratingherabstufung durch einen Broker stark unter Druck.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +0.90%, DAX: +0.70%
Die europäischen Aktienmärkte zeigten gestern auf breiter Front Kursgewinne. Für Rückenwind sorgten der weitere Rückgang des Ölpreises sowie am Nachmittag freundlichere US-Börsen. Die stärksten Gewinne verzeichnete der britische FTSE 100 (+1.2%), gefolgt vom spanischen IBEX 35 (+1.0%). Die britische Zentralbank beliess ihren Leitzins unverändert. Nach Sektoren schwangen die Bereiche Versorger, Technologie und Industrie obenauf. Unterdurchschnittlich schnitten hingegen die Energiekonzerne ab, die von einem Rückgang des Ölpreises gebremst wurde.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.61%, S&P 500: +1.14%, Nasdaq: +1.69%
Die US-Aktienmärkte konnten sich gestern von der negativen Reaktion auf die Leitzinserhöhung erholen und schlossen deutlich im Plus. Rückenwind lieferte der rückläufige Ölpreis. Zudem wurde die Entschlossenheit der Fed bei der Inflationsbekämpfung positiv aufgenommen. Der einstimmige Zinsentscheid wurde dabei als Signal für die Unabhängigkeit der US-Notenbank und ihren klaren Fokus auf Preisstabilität gewertet. Am stärksten legte der technologielastige Nasdaq (+1.7%), gefolgt vom marktbreiten S&P500 (+1.1%) und vom US-Leitindex Dow Jones (+0.6%) zu. Gefragt waren die Bereiche Technologie, Zyklischer Konsum und Versorger. Unterdurchschnittlich schnitten hingegen die Bereiche Finanzen und Nichtzyklischer Konsum ab. Gefragt waren wieder KI-nahe Werte. Nvidia (+2.5%) und Cisco (+2.3%) führten den US-Leitindex an. Im breiten Markt avancierten Intel (+7.7%), AMD (+6.4%) und Sandisk (+6.2%) deutlich.
Unternehmensberichte
Nestlé: Russland stellt Tochtergesellschaften unter staatliche Verwaltung
Gestern Abend wurde bekannt, dass der russische Präsident Wladimir Putin zwei in Russland tätige Nestlé-Gesellschaften unter vorübergehende staatliche Verwaltung gestellt hat. Nestlé erwirtschaftet rund 2% seines Konzernumsatzes in Russland. Nestlé prüft derzeit die Lage und die möglichen Optionen. Der Konzern ist jedoch entschlossen, alle nötigen Massnahmen zu ergreifen, um die Rechte zu wahren und die Kontinuität des Geschäftsbetriebs sicherzustellen.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.94%; DE: 3.47%; CH: 0.55%
Am Tag nach der ersten Leitzinserhöhung der US-Notenbank Fed seit über drei Jahren sind die Kapitalmarktrenditen wieder etwas zurückgeglitten. Geholfen hat insbesondere der den zweiten Tag in Folge gesunkene Ölpreis, wodurch die Inflations- und Zinserwartungen etwas gedämpft wurden.
Währungen
Euro in Franken: 0.946
US-Dollar in Franken: 0.824
Euro in US-Dollar: 1.148
Nach dem starken Anstieg vom Vortag setzte der US-Dollar gestern seinen Anstieg nicht mehr weiter fort. Dennoch bleibt der Greenback zum Schweizer Franken mit rund 82.4 Rappen pro Dollar nahe am bisherigen Höchststand seit mehr als einem Jahr. Der US-Dollar hatte zuletzt stetig an Wert gewonnen, nachdem Daten zur US-Inflation die Markterwartungen definitiv in Richtung der nun erfolgten Zinserhöhung verschoben hatten.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 103.72 pro Fass
Goldpreis: USD 4'362.42 pro Unze
Der Ölpreis ist am gestrigen Handelstag erneut leicht gesunken. Der Grund dafür waren Medienberichte, wonach China den Iran aufgefordert haben soll, auf eine Eindämmung der Huthi-Rebellen hinzuwirken. Die Huthi-Rebellen sorgten zuletzt für eine Reihe von Angriffen auf Öltanker in der Meerenge Bab-al-Mandab am Roten Meer. Ebenfalls für leichte Entspannung sorgte bereits zuvor die Meldung, wonach die wichtige Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien ihren Betrieb innerhalb weniger Tage wieder aufnehmen kann.
Wirtschaft und Konjunktur
USA: Philadelphia Fed Geschäftsklima (September)
aktuell: +37.8 (erwartet: +32.1, Vormonat: +47.4)
Der gestern veröffentlichte Geschäftsklimaindex der Philadelphia Fed, welcher die Aktivität im Industriesektor misst, ist im September weniger stark als erwartet zurückgeglitten. Damit liegt er mit 37.8 Punkten weiterhin auf dem zweithöchsten Stand seit dem Jahr 2021. Somit bewertet laut der aktuellen Umfrage noch immer eine deutliche Mehrheit der Unternehmen die allgemeine Geschäftslage optimistisch. Weiterhin positiv zeigen sich insbesondere auch der «Auftragseingang» und die «Offenen Aufträge».
Angela Truniger
8021 Zürich
Patrick Häfeli
8021 Zürich
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