09. Oktober 2026, Tägliche Marktsicht
Schwache Pharmawerte belasten SMI
Weiterhin hohe Ölpreise und Anleihenrenditen sowie schwache Pharmaschwergewichte setzten den Schweizer Aktienmarkt unter Druck.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: -1.24%, SPI: -1.11%, SMIM: -0.56%
Auch der Schweizer Aktienmarkt konnte sich dem negativen Marktumfeld nicht entziehen und schloss auf breiter Front im Minus. Besonders deutlich verlor der Leitindex SMI (-1.2%), der von den schwachen Pharmaschwergewichten belastet wurde. Der marktbreite SPI gab um 1.1% nach, während sich der mittelkapitalisierte SMIM mit einem Minus von 0.6% vergleichsweise robust zeigte. Belastend wirkten weiterhin die hohen Anleihenrenditen und der anhaltend hohe Ölpreis. Von den 20 Blue Chips im SMI schlossen lediglich Nestlé (+0.6%) und Galderma (+0.1%) im Plus. Die stärksten Abgaben verzeichneten Richemont (-2.4%), Lonza (-2.4%), Roche (-2.0%) und Sandoz (-2.0%).
Am breiten Markt geriet DSM-Firmenich (-1.8%) nach einer Ratingherabstufung durch einen Broker unter Druck. Lindt & Sprüngli (+2.2%) konnte sich nach der Talfahrt der vergangenen Wochen etwas erholen. Unterstützend wirkten Aktienkäufe durch das Management. Sonova (+1.2%) entzog sich dank eines positiven Analystenkommentars dem schwachen Branchentrend. Auch Emmi (+2.5%) stemmte sich gegen das negative Marktumfeld und profitierte von einer Kaufempfehlung eines Brokers.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: -0.87%, DAX: -1.18%
Die europäischen Aktienmärkte setzten ihre Verlustserie der vergangenen Tage fort. Die stärksten Abgaben verzeichnete der italienische FTSE MIB (-1.4%), gefolgt vom deutschen DAX (-1.2%). Belastend wirkten weiterhin die hohen Ölpreise und Anleihenrenditen sowie die Sorgen um die französische Staatsverschuldung. Auf Sektorenebene waren insbesondere Energie, Nichtzyklischer Konsum und Versorger gefragt. Unterdurchschnittlich entwickelten sich hingegen Gesundheit, Finanzen und Immobilien. Das Schlusslicht im Euro Stoxx 50 bildete das Biotechunternehmen Argenx (-15.9%). Auslöser war der Abbruch einer Phase-III-Studie zu einem Wirkstoff. Auch die Bankenwerte gehörten erneut zu den Verlierern. UniCredit (-3.1%), Banco Santander (-2.9%), ING (-2.7%) und BNP Paribas (-2.4%) gaben überdurchschnittlich nach.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.10%, S&P 500: -0.47%, Nasdaq: -1.25%
Nach einem schwachen Auftakt und einem volatilen Handelsverlauf schlossen die US-Aktienmärkte uneinheitlich. Während sich der Dow Jones noch knapp in die Gewinnzone retten konnte, gaben der technologielastige Nasdaq (-1.3%) und der marktbreite S&P 500 (-0.5%) nach. Insbesondere Technologiewerte gerieten nach einem Bericht der Financial Times über die Umsatzentwicklung von OpenAI unter Druck. Demnach erreichte der annualisierte Umsatz des KI-Unternehmens per Ende September knapp USD 50 Mrd. und lag damit rund USD 20 Mrd. unter zuvor veröffentlichten Schätzungen. Die Abweichung könnte allerdings auf unterschiedliche Berechnungsmethoden zurückzuführen sein. Dennoch schürte der Bericht Zweifel an der Rentabilität der hohen KI-Investitionen. Besonders deutlich verloren die Halbleiterwerte Intel (-5.3%), Micron (-4.8%), AMD (-3.9%) und Nvidia (-2.9%). Für Gesprächsstoff sorgten zudem Medienberichte, wonach Starbucks (-0.4%) eine Übernahme der Restaurantkette Chipotle (+6.2%) prüfe. Eine konkrete Übernahmeofferte wurde bislang nicht bestätigt.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 5.23%; DE: 3.49%; CH: 0.58%
Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen ist gestern wieder unter die Marke von 5.25% gefallen. Dies, nachdem die Auktionen auf 10-jährige und 30-jährige Treasuries deutlich überzeichnet waren und damit eine starke Investorennachfrage signalisierten. Wenig Bewegung zeigten hingegen die europäischen Staatsanleihen sowie die Schweizer Eidgenossenanleihen.
Währungen
Euro in Franken: 0.932
US-Dollar in Franken: 0.830
Euro in US-Dollar: 1.123
Am gestrigen Handelstag stand für einmal der US-Dollar unter Druck. Der Greenback hat sich sowohl zum Euro als auch zum Schweizer Franken etwas verbilligt. Trotzdem bleiben die Budgetdebatte und die Präsidentschaftswahlen in Frankreich weiterhin im Fokus der Devisenmärkte. Die wachsenden Staatsschulden und die politische Unsicherheit haben den Euro zuletzt stark belastet.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 102.77 pro Fass
Goldpreis: USD 4'177.83 pro Unze
Der Ölpreis ist im gestrigen Tagesverlauf zuerst deutlich angestiegen, nachdem Medienberichte über mögliche neue US-Angriffe auf den Iran veröffentlicht wurden. US-Präsident Donald Trump dementierte jedoch umgehend. So würden die USA Iran nicht vor den Zwischenwahlen angreifen. In der Zwischenzeit führe man konstruktive Gespräche mit dem Iran. Der Ölpreis reagierte darauf mit einem Preisrückgang, bleibt jedoch weiterhin über 100 US-Dollar pro Fass.
Wirtschaft und Konjunktur
Gestern wurden keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe publiziert.
Patrick Häfeli
8021 Zürich
Angela Truniger
8021 Zürich
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