16. September 2026, Tägliche Marktsicht
Schwache Aktienmärkte vor US-Zinsentscheid
Die globalen Aktienmärkte notierten im Vorfeld des heutigen Zinsentscheids der US-Notenbank Fed schwächer.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: -0.50%, SPI: -0.43%, SMIM: -0.33%
Der Schweizer Aktienmarkt startete mit klaren Verlusten in den Handelstag, die er im Tagesverlauf teilweise wieder aufholen konnte. Nach wie vor belasten die steigenden Ölpreise und anziehenden Anleiherenditen die Märkte. Ein Fass der Ölsorte Brent notiert bei rund 108 US-Dollar und die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg zeitweise auf über 5% an. Dies ist das höchste Niveau seit 2007. Ausserdem sorgte der für heute anstehende Zinsentscheid der US-Notenbank für Zurückhaltung. Der SMI gab letztlich um 0.5% nach. Von den 20 grosskapitalisierten Aktien konnten sich zehn im Plus halten und zehn gaben nach. Angeführt wurde das Tableau von Swisscom (+2.1%), ABB (+1.6%), Zurich Insurance (+1.1%) und SwissRe (+1.1%). Die Versicherer profitierten dabei von Umschichtungen innerhalb des Finanzsektors. ABB zeigte nach dem gestrigen Ausverkauf von Titeln mit KI-Bezug eine Gegenbewegung. Tagesverlierer waren UBS (-3.4%), Partners Group (-2.6%), und Richemont (-1.9%). Die UBS wurde dabei von negativen Aussagen der Bank of America zum eigenen Handelsgeschäft belastet. Der Private Equity Spezialist Partners Group litt hingegen unter Kurszielsenkungen. Die defensiven Index-Schwergewichte Novartis (-0.1%), Roche (-0.2%) und Nestlé (-1.7%) sorgten derweil nicht für Unterstützung.
Im breiten Markt stand SMG (-2.9%) im Fokus. Die Mobiliar platzierte rund 7.5% der Aktien zu einem Preis von CHF 28.50 je Aktie am Markt, wovon rund 3.5% von der TX Group (+0.1%) übernommen wurde. Aktien mit KI-Bezug zeigten eine leichte Erholung: Belimo (+1.3%), Huber+Suhner (+0.6%), Inficon (+0.5%), VAT (+0.3%) und Accelleron (+0.1%) legten zu.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: -0.38%, DAX: -0.15%
Die europäischen Aktienmärkte knüpften an die negative Wocheneröffnung an. Der länderübergreifende EuroStoxx 50 gab um 0.4% nach, konnte die Verluste gegenüber dem Tagestief aber klar eindämmen. Der zyklischere deutsche DAX büsste 0.2% ein und der französische CAC 40 schloss um 0.3% tiefer. Auf Sektorenebene waren Energie, Versorger, Immobilien und Industrie gefragt. Verkaufsdruck gab es bei Luxusgüterwerten und Bankentiteln, was die Branchen Zyklischer Konsum und Finanzen belastete.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: -0.63%, S&P 500: -0.45%, Nasdaq: -0.78%
Die Zurückhaltung der Marktteilnehmer vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank zeigte sich auch an den US-Aktienmärkten. Der Leitindex Dow Jones gab um 0.6% nach, während der breiter gefasste S&P500 0.5% verlor. Der technologielastige Nasdaq schloss 0.8% tiefer. Auf Sektorenebene zeigten nur die Bereiche Energie und Grundstoffe ein positives Vorzeichen. Bei den am Vortag abgestraften Chipwerten zeigte sich teilweise eine Gegenbewegung: AMD (+2.2%), Qualcomm (+4.3%) und Marvell (+1.3%) legten unter anderem zu. Am stärksten unter Abgabedruck standen die Sektoren Zyklischer Konsum, Versorger und Nichtzyklischer Konsum. Bei den Einzelwerten gaben Aktien mit Bezug zum Kryptowährungssektor nach, nachdem ein umfassendes US-Gesetz zu dessen Regulierung nicht vorankam. Dies war unter anderem in den Kursen von Coinbase (-9.8%) und Strategy (-5.0%) zu sehen.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.99%; DE: 3.53%; CH: 0.60%
Die Kapitalmarktzinsen sind im Sog der höheren Energiepreise zuletzt deutlich angestiegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe kletterte gestern zwischenzeitlich bis auf 5.04% und notiert derzeit nur knapp darunter. Die Rendite der 10-jährigen Eidgenossenanleihe notiert mit 0.60% ebenfalls in der Nähe ihres Jahreshochs.
Heute Abend entscheidet die US-Notenbank Fed über ihre Geldpolitik. In den kommenden beiden Tagen folgen die Zinsentscheide der Bank of England und der Bank of Japan. Die Schweizerische Nationalbank ist kommende Woche an der Reihe.
Währungen
Euro in Franken: 0.945
US-Dollar in Franken: 0.818
Euro in US-Dollar: 1.154
Im Vorfeld mehrerer wichtiger Zinsentscheide zeigte sich gestern kein klarer Trend am Devisenmarkt. Euro und US-Dollar notierten zum Franken auf Vortagesniveau. Mehr Bewegung ins Währungsgefüge dürfte heute die geldpolitische Lagebeurteilung durch Fed-Präsident Kevin Warsh bringen.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 108.01 pro Fass
Goldpreis: USD 4'321.70 pro Unze
Der Preis der Ölsorte Brent handelt im Wochenverlauf in einer Spanne zwischen 104 und 110 US-Dollar. Damit liegt er rund 20% höher als noch zu Monatsbeginn. Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt. Der jüngste Drohnenangriff auf die saudische East-West-Pipeline sowie der Vormarsch der Huthi am wichtigen Seeweg durch den Bab al-Mandab sorgen für Unsicherheit. Saudi-Arabien bekundet zunehmend Mühe, sein Öl über das Rote Meer auf die Weltmärkte zu bringen. Entsprechend dürfte der Ölpreis weiterhin stark auf Meldungen und Gerüchte reagieren.
Wirtschaft und Konjunktur
Gestern wurden keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe veröffentlicht. Heute Abend steht der Zinsentscheid der US-Notenbank auf der Agenda. Es wird mit einer Zinserhöhung um 0.25% gerechnet.
Tobias Kistler
8021 Zürich
Daniel Wachter
8021 Zürich
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