Candle Chart auf einem Bildschirm

23. Oktober 2026, Tägliche Marktsicht

Quartalszahlen sorgen für deutliche Kursausschläge am Schweizer Aktienmarkt

Gestern sorgten verschiedene Quartalsergebnisse am Schweizer Markt für Kursausschläge. Heute stehen die Quartalsergebnisse von Holcim, Sika, SGS und Gurit im Fokus.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: -0.03%, SPI: -0.10%, SMIM: -0.13%

Der Schweizer Aktienmarkt schloss nach einem volatilen Handelsverlauf nahezu unverändert. Im Fokus standen zahlreiche Quartalsberichte, die bei einzelnen Titeln für deutliche Kursbewegungen sorgten. Besonders positiv stach Galderma (+7.1%) hervor. Der Dermatologiekonzern überzeugte mit starken Quartalszahlen und einem angehobenen Jahresausblick. Auch Alcon (+3.4%) verzeichnete deutliche Kursgewinne. Die Indexschwergewichte entwickelten sich ebenfalls mehrheitlich positiv. Novartis (+1.6%) legte am stärksten zu, gefolgt von Nestlé (+1.1%), während Roche unverändert schloss. Nestlé konnte das organische Umsatzwachstum beschleunigen und übertraf damit die Markterwartungen. Der Jahresausblick wurde bestätigt. Auch Roche hielt nach einem soliden Quartalsergebnis an der Jahresprognose fest. Die Aktie hatte allerdings bereits im Vorfeld deutlich zugelegt. Unter Druck standen hingegen KI-nahe Werte, die von negativen Vorgaben aus den USA belastet wurden. ABB (-4.1%), Comet (-6.5%), VAT (-5.9%) und Inficon (-4.6%) gehörten zu den grössten Verlierern. Auch Finanzwerte wie UBS (-2.9%) sowie Baustofftitel wie Holcim (-2.2%) und Sika (-0.7%) waren nicht gefragt. Am breiten Markt sprang Schindler (+8.7%) nach besser als erwarteten Quartalszahlen und einer Anhebung des Jahresausblicks deutlich nach oben. Kühne + Nagel (-2.5%) überzeugte ebenfalls mit einem starken Luftfrachtgeschäft und einer erhöhten Jahresprognose. Die anfänglichen Kursgewinne gingen im Handelsverlauf jedoch vollständig verloren. EMS-Chemie (-1.3%) gab trotz einer leichten Anhebung des Ausblicks nach. Nach einem Kursanstieg von über 60% seit Jahresbeginn dürften Gewinnmitnahmen eine Rolle gespielt haben.

Aktienmärkte Europa

Euro Stoxx 50: -1.94%, DAX: -1.07%

Die europäischen Aktienmärkte mussten gestern deutliche Kursverluste hinnehmen. Belastend wirkten steigende Ölpreise sowie negative Vorgaben aus den USA, insbesondere bei den Technologiewerten. Die stärksten Abgaben verzeichnete der italienische FTSE MIB (-2.5%), gefolgt vom spanischen IBEX 35 (-2.1%). Auf Sektorenebene waren insbesondere die defensiven Bereiche Gesundheit, Nichtzyklischer Konsum und Kommunikationsdienste gefragt. Unterdurchschnittlich entwickelten sich hingegen Technologie, Industrie und Finanzen. Negativ fielen die Aktien des französischen Luxusgüterkonzerns Hermès (-4.9%) auf. Belastend wirkte insbesondere die schwache Geschäftsentwicklung in China.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.02%, S&P 500: -1.21%, Nasdaq: -2.60%

Die US-Aktienmärkte schlossen gestern uneinheitlich. Während sich der Dow Jones nach einem schwachen Auftakt noch in die Gewinnzone retten konnte und nahezu unverändert schloss, verloren der technologielastige Nasdaq (-2.6%) und der marktbreite S&P 500 (-1.2%) deutlich an Wert. Belastend wirkten erneut steigende Ölpreise sowie Sorgen über die hohen Investitionen der Technologiekonzerne in künstliche Intelligenz. Besonders unter Druck stand Meta (-7.0%). Der Technologiekonzern plant für 2026 Investitionen von USD 135 bis 145 Mrd., insbesondere für den Ausbau seiner KI-Infrastruktur. Die hohen Ausgaben schürten am Markt Sorgen über die Rentabilität der Investitionen und einen steigenden Finanzierungsbedarf. Auch Tesla (-3.1%) geriet nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen unter Druck. Der Umsatz stagnierte im dritten Quartal bei USD 28.0 Mrd., während der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr um 43% auf USD 787 Mio. zurückging. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit USD 0.48 hingegen leicht über den Erwartungen. Gleichzeitig hielten die Spekulationen über einen möglichen Zusammenschluss mit SpaceX (-9.1%) an. Beide Unternehmen prüfen eine entsprechende Transaktion, wobei sich die Gespräche noch in einem frühen Stadium befinden.

Unternehmensberichte

Holcim übertrifft Erwartungen und erhöht Jahresausblick

Holcim steigerte den Umsatz im dritten Quartal 2026 um 15.5% auf CHF 4.66 Mrd. Organisch wuchs der Baustoffkonzern um 5.1%, während Akquisitionen 8.2% zum Wachstum beitrugen. Auch positive Währungseffekte unterstützten die Umsatzentwicklung mit 2.4%. Sämtliche Regionen und Geschäftssegmente verzeichneten Wachstum. Der wiederkehrende Betriebsgewinn (EBIT) erhöhte sich um 16.8% auf CHF 976 Mio., womit sich die entsprechende Marge um 20 Basispunkte auf 20.9% verbesserte. Angesichts der starken Geschäftsentwicklung erhöhte Holcim den Jahresausblick. Neu erwartet der Konzern ein Wachstum des wiederkehrenden EBIT von 10% bis 12% (zuvor 10%). Gleichzeitig hält Holcim an einem organischen Umsatzwachstum von 5% und einer Verbesserung der wiederkehrenden EBIT-Marge fest. Insgesamt übertraf Holcim mit dem Quartalsergebnis die Markterwartungen.

Sika erfüllt Markterwartungen

Sika steigerte den Umsatz in den ersten neun Monaten 2026 um 1.6% auf CHF 8.7 Mrd. Während negative Währungseffekte den Umsatz um 3.2% belasteten, trugen Akquisitionen 1.3% zum Wachstum bei. Organisch wuchs der Konzern um 3.5%. Regional entwickelte sich insbesondere EMEA mit einem Wachstum von 5.6% auf CHF 4.05 Mrd. erfreulich. Auch in der Region Americas legte der Umsatz um 4.0% auf CHF 3.02 Mrd. zu. Schwächer entwickelte sich hingegen Asien-Pazifik mit einem organischen Rückgang von 2.3% auf CHF 1.6 Mrd. Der Betriebsgewinn (EBIT) erhöhte sich um 2.3% auf CHF 1.26 Mrd., womit sich die EBIT-Marge um 10 Basispunkte auf 14.5% verbesserte. Unter dem Strich resultierte ein um 1.9% höherer Reingewinn von CHF 887.8 Mio. Den Jahresausblick bestätigte Sika. Sika legte ein solides Neunmonatsergebnis vor und erfüllte die Markterwartungen.

SGS wächst kräftig und übertrifft Umsatzerwartungen leicht

Der Warenprüfkonzern SGS steigerte den Umsatz im dritten Quartal 2026 um 14.6% auf CHF 1.98 Mrd. Organisch wuchs das Unternehmen um 5.7%, während positive Währungseffekte 2.0% zum Umsatzwachstum beitrugen. Regional überzeugte insbesondere Asien-Pazifik mit einem organischen Wachstum von 9.3% auf CHF 594 Mio. Das Segment Testing & Inspection erzielte ein organisches Wachstum von 5.9% auf CHF 1.77 Mrd., während Business Assurance organisch um 4.2% auf CHF 213 Mio. zulegte. Den Jahresausblick bestätigte SGS. Für 2026 erwartet der Konzern weiterhin ein organisches Umsatzwachstum von 5% bis 7% sowie eine operative Marge von mindestens 16%. Insgesamt lagen die Umsatzzahlen leicht über den Markterwartungen.

Gurit wächst zweistellig und bestätigt Jahresausblick

Gurit steigerte den Umsatz in den ersten neun Monaten 2026 um 11.1% auf CHF 239.5 Mio. Zu konstanten Wechselkursen betrug das Wachstum 14.3%. Besonders stark entwickelte sich das Segment Manufacturing Solutions mit einem währungsbereinigten Umsatzplus von 61.1% auf CHF 38.4 Mio. Auch Wind Materials (+7.5% auf CHF 129.5 Mio.) und Marine & Industrial (+9.6% auf CHF 70.3 Mio.) verzeichneten zu konstanten Wechselkursen ein solides Wachstum. Den Jahresausblick bestätigte Gurit. Für 2026 erwartet der Konzern weiterhin ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 9% bis 11% sowie eine bereinigte operative Marge von rund 10%.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.97%; DE: 3.33%; CH: 0.49%

Gestern stand an den Kapitalmärkten Sicherheit für einmal wieder hoch im Kurs. Die Sorgen über die hohen Investitionen der Technologiekonzerne in künstliche Intelligenz trieb die Anleger in die als sicher geltenden Staatsanleihen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasury-Anleihe fiel damit zum ersten Mal seit einem Monat wieder unter die Marke von 5%. Weiter ausgeweitet hat sich hingegen der Renditeaufschlag französischer Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen. Dieser beträgt aktuell 1.78% und liegt damit auf dem höchsten Stand seit 15 Jahren. Hintergrund sind die wachsenden Zweifel darüber, ob Frankreich eine Einigung auf einen Haushalt erzielen kann, der die hohe Staatsverschuldung nachhaltig adressiert. Damit rentieren französische Staatsanleihen nun erstmals seit 2013 wieder mehr als ihr US-Pendant.

Währungen

Euro in Franken: 0.921
US-Dollar in Franken: 0.822
Euro in US-Dollar: 1.121

Auch an den Devisenmärkten zeigte sich gestern das gestiegene Bedürfnis nach Sicherheit. Entsprechend legte der Schweizer Franken gegenüber den meisten Währungen zu, so auch gegenüber dem Euro und dem US-Dollar. Stärker gesucht war lediglich der japanische Yen, der gemeinhin ebenfalls als sicherer Hafen gilt.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 113.99 pro Fass
Goldpreis: USD 4'023.50 pro Unze

Der Ölpreis ist gestern weiter angestiegen. Ausschlaggebend sind die zunehmenden Angriffe der Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien. Damit notiert der Preis für ein Fass Rohöl der Sorte Brent nun bereits über einen Monat über der Marke von 100 US-Dollar.

Wirtschaft und Konjunktur

USA: Vorlaufende Indikatoren (September)
aktuell: 0.0% (erwartet: -0.1%, Vormonat: -0.1%)

Der Index der vorlaufenden Indikatoren, welcher vom Conference Board erhoben wird, blieb im September konstant. Der Sammelindex setzt sich aus zehn Frühindikatoren zusammen, wie beispielsweise den Neuaufträgen in der Industrie oder den Arbeitslosenanträgen. Positiv zeigte sich weiterhin der Arbeitsmarkt, während das Konsumentenvertrauen den Index negativ beeinflusste.

Patrick Häfeli

Portraitfoto von Patrick Häfeli, Senior Strategieanalyst Fixed Income bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst Fixed Income
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Angela Truniger

Portraitfoto von Angela Truniger, Senior Finanzanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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