Skyline von Zürich am Abend

28. Oktober 2026, Tägliche Marktsicht

Quartalsergebnisse im Fokus

Der SMI knüpfte gestern an die Kursgewinne vom Montag an. Im Fokus stehen heute die Quartalszahlen von Logitech, Sandoz, Straumann, UBS, dormakaba und Temenos.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.40%, SPI: +0.46%, SMIM: +0.54%

Nach einem schwachen Auftakt konnte der Schweizer Aktienmarkt an den positiven Wochenstart anknüpfen und verzeichnete weitere Kursgewinne. Der Leitindex SMI überschritt im Handelsverlauf zeitweise die Marke von 14'600 Punkten und näherte sich damit seinem Allzeithoch. Für Rückenwind sorgten positive Vorgaben aus den USA sowie erfreuliche Unternehmenszahlen. Von den 20 Blue Chips im SMI schlossen 13 im Plus. An der Spitze stand der Technologiekonzern ABB (+2.6%), gefolgt von den Baustoffwerten Amrize (+2.0%), Holcim (+1.8%) und Geberit (+1.3%). Auch die Pharmaschwergewichte Novartis (+1.0%) und Roche (+0.6%) waren gefragt, während Nestlé (-0.6%) nachgab. Novartis profitierte von besser als erwarteten Quartalszahlen, die das Vertrauen der Anleger in die weitere Geschäftsentwicklung stärkten. Auf der Verliererseite stand Galderma (-3.1%), wo nach der starken Kursentwicklung der vergangenen Wochen Gewinnmitnahmen einsetzten. Auch Swiss Re (-1.6%) und Alcon (-0.7%) verzeichneten Abgaben.

Am breiten Markt gehörte der Verpackungsspezialist SIG (+9.6%) zu den Tagesgewinnern. Ein starkes Quartalsergebnis und der bestätigte Jahresausblick sorgten für deutliche Kursgewinne. Auch der Messtechnikhersteller Inficon (+8.4%) überzeugte mit besser als erwarteten Geschäftszahlen. Davon profitierten auch die Halbleiterwerte Comet (+4.3%) und VAT (+3.5%), die ebenfalls deutlich zulegten. Bucher Industries (-0.9%) gab hingegen nach einem gemischten Zahlenset leicht nach.

Aktienmärkte Europa

Euro Stoxx 50: +0.79%, DAX: +0.71%

Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich gestern mehrheitlich von der freundlichen Seite. Nach einem schwachen Auftakt drehten die meisten Indizes im Handelsverlauf ins Plus. Für Rückenwind sorgten positive Vorgaben aus den USA, insbesondere von den Technologiewerten. Die stärksten Avancen verzeichneten der italienische FTSE MIB (+0.9%) und der länderübergreifende Euro Stoxx 50 (+0.9%). Der britische FTSE 100 (-0.8%) musste hingegen als einziger Index Kursverluste hinnehmen. Belastend wirkten insbesondere die schwachen Quartalszahlen von HSBC (-5.4%) und Reckitt (-4.9%). Auf Sektorenebene waren vor allem Technologie, Industrie und Grundstoffe gefragt. Unterdurchschnittlich entwickelten sich hingegen Energie, Nichtzyklischer Konsum und Zyklischer Konsum.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.03%, S&P 500: +0.60%, Nasdaq: +1.18%

Die US-Aktienmärkte knüpften an den positiven Wochenauftakt an und verzeichneten weitere Kursgewinne. Insbesondere der technologielastige Nasdaq (+1.2%) profitierte von der Stärke der Technologiewerte, während der marktbreite S&P 500 (+0.6%) moderater zulegte und der Dow Jones nahezu unverändert schloss. Für Zuversicht sorgten Berichte über den baldigen Börsengang des KI-Unternehmens Anthropic. Zudem richtete sich der Fokus der Anleger auf die bevorstehenden Quartalszahlen der Technologiekonzerne Alphabet und Microsoft am Mittwochabend sowie Amazon am Donnerstag. Auf Sektorenebene waren insbesondere die zyklischen Bereiche Technologie, Zyklischer Konsum und Grundstoffe gefragt. Unterdurchschnittlich entwickelten sich hingegen Energie, Immobilien und Nichtzyklischer Konsum. Broadcom (+4.0%) profitierte von einem positiven Analystenkommentar. Auch Tesla (+1.1%) legte zu. Die anhaltenden Spekulationen über einen möglichen Zusammenschluss mit SpaceX sorgten weiterhin für Gesprächsstoff.

Unternehmensberichte

Logitech übertrifft Erwartungen leicht
Logitech steigerte den Umsatz im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027 zu konstanten Wechselkursen um 2% auf USD 1.22 Mrd. Besonders erfreulich entwickelten sich die Gaming-Sparte mit einem Wachstum von 8% sowie der Bereich Video Collaboration mit einem Plus von 12%. Regional überzeugte insbesondere das Geschäft in Nord- und Südamerika, während sich Asien-Pazifik schwächer entwickelte. Der bereinigte Betriebsgewinn (EBIT) erhöhte sich leicht um 0.4% auf USD 230.9 Mio. Unter dem Strich resultierte ein um 0.5% höherer Reingewinn von USD 216.7 Mio. Für das dritte Quartal erwartet Logitech aufgrund eines Zulieferausfalls eine Umsatzbelastung von USD 70 bis 80 Mio. Der Konzern rechnet mit einem Umsatz zwischen USD 1.36 und 1.43 Mrd., was einer stagnierenden bis um 5% rückläufigen Entwicklung (zu konstanten Währungen) gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der bereinigte Betriebsgewinn soll zwischen USD 220 und 255 Mio. liegen. Insgesamt lagen die Quartalszahlen leicht über den Markterwartungen.

Sandoz verfehlt die Erwartungen und reduziert Umsatzzielsetzung
Sandoz steigerte den Umsatz im dritten Quartal 2026 um 4% auf USD 2.94 Mrd. Wachstumstreiber blieb das Biosimilar-Geschäft, dessen Umsatz um 16% auf USD 998 Mio. zulegte. Das grössere Generikageschäft verzeichnete hingegen einen Umsatzrückgang von 1% auf USD 1.94 Mrd. Belastend wirkten insbesondere die anhaltenden Preisrückgänge bei wichtigen Antibiotika-Wirkstoffen. Regional überzeugte insbesondere Nordamerika mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von über 20%. Für das Gesamtjahr konkretisierte Sandoz den Umsatzausblick und erwartet neu ein währungsbereinigtes Wachstum von 5% bis 6% (zuvor: mittleres bis hohes einstelliges Wachstum). Die Prognose für die bereinigte EBITDA-Marge wurde auf 23% bis 23.5% angehoben. Insgesamt verfehlte Sandoz mit dem Quartalsergebnis die Markterwartungen.

Straumann übertrifft Erwartungen leicht und bestätigt Jahresguidance
Straumann steigerte den Umsatz im dritten Quartal 2026 um 10.8% auf CHF 667.1 Mio. Organisch beschleunigte sich das Wachstum auf 9.2%, nach 8.5% im Vorquartal. Besonders erfreulich entwickelten sich die Regionen Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) mit einem organischen Wachstum von 10.5% auf CHF 256.0 Mio. sowie Asien-Pazifik mit einem Plus von 10.3% auf CHF 165.6 Mio. Auch Nordamerika (+7.5% auf CHF 174.9 Mio.) und Lateinamerika (+6.5% auf CHF 70.5 Mio.) verzeichneten ein solides organisches Wachstum. In China kehrte Straumann nach mehreren schwierigen Quartalen auf den Wachstumspfad zurück. Wachstumstreiber waren insbesondere die anhaltend hohe Nachfrage nach Premiumimplantaten sowie die digitalen Lösungen. Den Jahresausblick bestätigte Straumann. Für 2026 erwartet der Konzern weiterhin ein organisches Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich sowie eine Verbesserung der Kern-EBIT-Marge um 140 bis 170 Basispunkte zu konstanten Wechselkursen. Insgesamt übertraf Straumann mit den Quartalszahlen die Markterwartungen.

UBS mit solidem Zahlenset
Die UBS erzielte im dritten Quartal 2026 einen Reingewinn von USD 2.7 Mrd. und lag damit leicht unter den Markterwartungen von USD 2.76 Mrd. Der Geschäftsertrag stieg gegenüber dem Vorjahr um 5% auf USD 13.35 Mrd., während der Vorsteuergewinn um 27% auf USD 3.6 Mrd. zulegte. Auf bereinigter Basis erreichte der Vorsteuergewinn USD 4.1 Mrd. Besonders erfreulich entwickelte sich die globale Vermögensverwaltung mit einem Nettoneugeldzufluss von USD 55.1 Mrd. Die verwalteten Vermögen des Konzerns erreichten USD 7.3 Bio. Auch das Investment Banking profitierte von einer hohen Kundenaktivität, insbesondere im Aktienhandel. Die harte Kernkapitalquote (CET1) verbesserte sich auf 14.7%. Bei der Integration der Credit Suisse erzielte die UBS weitere Fortschritte. Die kumulierten Kosteneinsparungen erhöhten sich auf USD 13.2 Mrd. Bis Jahresende erwartet die Grossbank nun Einsparungen von USD 13.7 Mrd. und damit mehr als die bisher angestrebten USD 13.5 Mrd. Zudem plant die UBS, ihr Aktienrückkaufprogramm über USD 3 Mrd. bereits bis zur Veröffentlichung der Jahreszahlen 2026 abzuschliessen. Insgesamt erfüllte die UBS mit dem Zahlenset die Erwartungen.

dormakaba bestätigt Jahresausblick
dormakaba steigerte den Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 um 5.2% auf CHF 702.9 Mio. Organisch wuchs der Schliesstechnik- und Zutrittslösungsanbieter um 4.0%, während Akquisitionen 1.3% zum Wachstum beitrugen. Das organische Wachstum wurde hauptsächlich von Preiserhöhungen (+2.7%) getragen. Erfreulich entwickelte sich auch das Absatzvolumen, das um 1.3% zulegte. Zudem stärkte dormakaba seine Marktposition durch weitere kleinere Ergänzungsakquisitionen. Den Jahresausblick bestätigte der Konzern. Für das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet dormakaba weiterhin ein organisches Umsatzwachstum von mehr als 3% sowie eine operative Gewinnmarge von mehr als 11%.

Temenos übertrifft Erwartungen und erhöht Jahresausblick
Der Bankensoftwarehersteller Temenos steigerte den Umsatz im dritten Quartal 2026 um 13% auf USD 292.8 Mio. Besonders erfreulich entwickelten sich die wichtigen Software-Lizenzeinnahmen, die um 23% auf USD 121.8 Mio. zulegten. Der bereinigte Betriebsgewinn (EBIT) erhöhte sich um 29% auf USD 109.3 Mio., womit sich die entsprechende Marge von 32.7% auf 37.3% verbesserte. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 32% auf USD 1.23. Angesichts der starken Geschäftsentwicklung erhöhte Temenos den Jahresausblick. Neu erwartet der Konzern ein währungsbereinigtes EBIT-Wachstum von rund 12% (zuvor: 9%) sowie einen Anstieg des Gewinns je Aktie um rund 10% (zuvor: 7%). Die Prognose für das Wachstum der Software-Lizenzeinnahmen von rund 9% sowie die Mittelfristziele bis 2028 wurden bestätigt. Insgesamt übertraf Temenos die Markterwartungen.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 5.02%; DE: 3.36%; CH: 0.47%

Die Renditen langlaufender Staatsanleihen tendierten gestern mehrheitlich seitwärts. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen liegt mit rund 5% zwar 30 Basispunkte tiefer als Mitte Oktober, gegenüber dem Jahresbeginn aber weiterhin rund 80 Basispunkte höher. Neben der Berichtssaison steht die Geldpolitik im Fokus. Trotz der höher als erwartet ausgefallenen US-Inflationsdaten für September wird heute Abend mit unveränderten US-Leitzinsen gerechnet. Die Europäische Zentralbank folgt am Donnerstag, die Bank of Japan am Freitag.

Währungen

Euro in Franken: 0.922
US-Dollar in Franken: 0.829
Euro in US-Dollar: 1.112

Der US-Dollar handelte gestern im Vorfeld der anstehenden Zinsentscheide fester, während die Unsicherheit in Frankreich weiterhin auf dem Euro lastete. Aus Sicht der Devisenmärkte bleibt 2026 das Jahr des US-Dollars. Noch besser fällt die Bilanz nur für die Rohstoffwährungen Norwegens und Australiens aus. Getrieben von veränderten Zinserwartungen hat die US-Währung gegenüber dem Euro und dem Schweizer Franken seit Jahresbeginn um mehr als 4% zugelegt.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 115.45 pro Fass
Goldpreis: USD 4'036.54 pro Unze

Der Brent-Ölpreis verharrt in Wartestellung und notiert weiterhin über der Marke von 110 US-Dollar. Trotz diplomatischer Bemühungen im Nahen Osten bleibt ein Durchbruch aus. Vergleichbar hohe Preise wurden zuletzt im Frühling erreicht. Hintergrund des jüngsten Anstiegs sind unter anderem die anhaltenden Angriffe der Huthi-Milizen auf Saudi-Arabien. Zudem wird über mögliche neue US-Angriffe auf den Iran nach den US-Zwischenwahlen spekuliert.

Wirtschaft und Konjunktur

USA: Conference Board Konsumentenstimmung (Oktober)
aktuell: 91.7 (erwartet: 81.0, Vormonat: 84.2)

Die vom Conference Board erhobene Konsumentenstimmung hat sich im Oktober nach dem deutlichen Dämpfer im September wieder verbessert. Dies verdeutlicht, wie stark der Stimmungsindex auf Veränderungen der Benzinpreise reagiert. Gleichzeitig deutet dies darauf hin, dass sich an den grundlegenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wenig verändert hat. Eine Woche vor den US-Zwischenwahlen bleiben die hohen Lebenshaltungs- und Energiepreise sowie die Entwicklung am Arbeitsmarkt zentrale Themen.

Angela Truniger

Portraitfoto von Angela Truniger, Senior Finanzanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Daniel Wachter

Portraitfoto von Daniel Wachter, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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