08. Oktober 2026, Tägliche Marktsicht
Pharmawerte stützen SMI
Während die europäischen und amerikanischen Börsen nachgaben, sorgten die Pharmaschwergewichte für Stabilität.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.14%, SPI: -0.04%, SMIM: -0.53%
Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch nach einem wechselhaften Handel wenig verändert geschlossen. Der Leitindex SMI legte um 0.1% zu, während der breite SPI um 0.04% nachgab. Belastet wurde die Stimmung von steigenden Ölpreisen und hohen Anleiherenditen. In den USA erreichte die Rendite 30-jähriger Staatsanleihen den höchsten Stand seit 2002. Gleichzeitig sorgten die angespannte Lage in der Strasse von Hormus und die Sorgen um die französischen Staatsfinanzen für Verunsicherung. Gestützt wurde der SMI insbesondere von den defensiven Schwergewichten Roche (+2.9%) und Novartis (+2.4%). Letztere profitierte unter anderem von der US-Zulassung des Medikaments Rhapsido für eine weitere Hauterkrankung. Ebenfalls gesucht waren Sandoz (+1.4%) und Galderma (+0.8%). Unter Druck standen dagegen Finanz-, Industrie- und Bauwerte. Die grössten Verluste verzeichneten Holcim (-3.3%), ABB (-3.3%), UBS (-3.1%), Partners Group (-3.0%) und Amrize (-2.7%).
Im breiten Markt entwickelten sich insbesondere Industrie- und Technologiewerte schwach. Zu den Verlierern gehörten Accelleron (-4.9%), Comet (-3.8%), Inficon (-3.3%) und VAT (-2.3%). Deutlich zulegen konnten hingegen die Aktien von DocMorris (+5.7%), die von positiven Analystenkommentaren zur deutschen Konkurrentin Redcare Pharmacy profitierten. Montana Aerospace (+3.1%) bestätigte anlässlich eines Investorentags die Wachstumsprognosen für 2026 und 2027. Für das kommende Jahr stellt das Unternehmen weiterhin einen Umsatz von über EUR 1.1 Mrd. und ein bereinigtes EBITDA von mehr als EUR 210 Mio. in Aussicht.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: -1.47%, DAX: -1.36%
Die europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch deutliche Verluste verzeichnet. Steigende Ölpreise und Anleiherenditen belasteten die Stimmung der Anleger. Insbesondere französische Staatsanleihen gerieten angesichts der hohen Staatsverschuldung unter Druck. Der Präsident der französischen Zentralbank warnte vor den Risiken des Staatsdefizits und forderte einen glaubwürdigen Haushaltsplan für 2027. Der EuroStoxx 50 verlor 1.5% und fiel zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Mitte Juni. Der deutsche DAX gab um 1.4% nach, der französische CAC 40 um 1.2% und der britische FTSE 100 um 0.8%. Besonders schwach entwickelten sich Banken- und Technologiewerte. Die Aktien zahlreicher europäischer Grossbanken verloren zwischen 2% und 5%, darunter die französischen Institute Société Générale (-5.0%) und BNP Paribas (-3.9%) deutlich. Im Halbleitersektor standen Infineon (-5.8%) und BE Semiconductor (-8.5%) unter Druck.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: -0.66%, S&P 500: -0.22%, Nasdaq: -0.22%
Die US-Aktienmärkte haben am Mittwoch nach den Rekordständen vom Vortag leichte Verluste verzeichnet. Steigende Anleiherenditen und anhaltend hohe Ölpreise sorgten für Zurückhaltung und schürten die Sorge vor einem erneuten Anstieg der Inflation. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte zwischenzeitlich den höchsten Stand seit 2002. Der Dow Jones gab um 0.7% nach, während der breiter gefasste S&P 500 und der technologielastige Nasdaq jeweils 0.2% verloren. Auf Sektorenebene entwickelten sich Gesundheitswerte am stärksten, während die Bereiche Immobilien, Grundstoffe und Industrie die grössten Verluste verzeichneten.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 5.31%; DE: 3.47%; CH: 0.53%
Nach dem deutlichen Anstieg der letzten Wochen bewegt sich die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen diese Woche bisher in einem Seitwärtsband zwischen 5.25% und 5.35%. Auch wenn die Kapitalmarktzinsen somit eine kleine Verschnaufpause einlegen, ist die Rendite des 10-jährigen Treasuries damit seit Mitte Jahr um mehr als 0.8 Prozentpunkte angestiegen.
Keine neuen Impulse ergaben sich derweil aus dem gestern veröffentlichten Protokoll zur Fed-Sitzung von Mitte September. Laut den sogenannten «Fed Minutes» unterstützten sämtliche 19 Mitglieder der US-Notenbank die beschlossene Leitzinserhöhung, um den sich verschärfenden Inflationsdruck zu bekämpfen. Zudem gingen die meisten Notenbanker von einem weiteren Zinsschritt bis Jahresende aus, was sich mit den aktuellen Markterwartungen deckt.
Währungen
Euro in Franken: 0.933
US-Dollar in Franken: 0.833
Euro in US-Dollar: 1.120
Der Euro stand auch gestern wieder unter Druck und hat gegenüber sämtlichen G10-Währungen an Boden verloren. Hauptthema bleiben die Budgetdebatte und die Präsidentschaftswahlen in Frankreich. Die wachsenden Staatsschulden und die politische Unsicherheit haben den Euro zuletzt stark belastet.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 102.52 pro Fass
Goldpreis: USD 4'118.82 pro Unze
Der Ölpreis ist im gestrigen Tagesverlauf wieder etwas angestiegen. Zwar ist die Blockade der Strasse von Hormus durch den Iran in den letzten Wochen etwas löchriger geworden. Allerdings kursierten gestern erneut Meldungen über Angriffe auf Schiffe in der Meerenge. Ohne belastbaren Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran wird es keinen deutlichen Rückgang des Ölpreises geben.
Wirtschaft und Konjunktur
Deutschland: Industrieproduktion MoM (August)
aktuell: +2.0% (erwartet: +0.5%, Vormonat: -1.2%)
Nachdem die Produktion der deutschen Industrie im Juli noch um 1.2% zurückgegangen war, kam es im August zur erwarteten Gegenbewegung. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Industrieproduktion um 2% an. Bereinigt um Sondereffekte wäre der Anstieg vermutlich noch grösser ausgefallen: In diesem Jahr fiel ein grösserer Teil der in der Automobilindustrie üblichen Werkferien in den Monat August als in anderen Jahren. Entsprechend sank das Produktionsvolumen in der Autoindustrie im Vergleich zum Vormonat um mehr als 5%. Deutlich besser entwickelten sich dagegen der deutsche Maschinenbau sowie die Rüstungsindustrie.
Patrick Häfeli
8021 Zürich
Florian Hiltpold
8021 Zürich
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