Weisse Tanks zum Lagern von Erdöl

02. September 2026, Tägliche Marktsicht

Novartis hievt SMI in die Gewinnzone

Der Schweizer Aktienmarkt begann den September entgegen dem Trend im Plus. Die europäischen und amerikanischen Märkte entwickelten sich hingegen schwach.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.34%, SPI: +0.19%, SMIM: -0.26%

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag leicht fester in den September gestartet. Für Zurückhaltung sorgten weltweit steigende Marktzinsen und anhaltende Inflationssorgen. Der Preisdruck in der Eurozone blieb im August erhöht, während steigende Ölpreise infolge der erneuten Spannungen zwischen den USA und dem Iran zusätzliche Inflationsängste schürten. Der SMI gewann 0.3%, wobei das Plus nahezu vollständig auf den starken Kursanstieg von Novartis zurückzuführen war. Insgesamt blieb die Marktbreite schwach. Nur sechs der 20 SMI-Titel legten zu. Novartis stach mit einem Kursplus von 6.3% deutlich hervor. Positive Studiendaten zum Wirkstoff Remibrutinib gegen Multiple Sklerose weckten Hoffnungen auf ein künftig führendes orales MS-Medikament. Ebenfalls in der Gewinnzone befanden sich Holcim (+1.3%) und Swiss Re (+0.8%). Kursverluste mussten unter anderem ABB (-1.4%), Roche (-1.5%) und Richemont (+1.8%) hinnehmen. Tagesverlierer-Aktie war Partners Group mit einem Minus von 7.3%. Der Umsatz des Private-Equity-Spezialisten sank im ersten Halbjahr. Hauptgrund war ein Rückgang der erfolgsabhängigen Erträge um 39%. Gleichzeitig stellte Partners Group für die Performance Fees einen schwächeren Ausblick in Aussicht.

Am breiten Markt waren die Papiere von Montana Aerospace (+2.8%), Straumann (+3.7%), Dormakaba (+4.0%) und Gurit (+6.4%) gefragt. Schwächere Kurse stellten Sensirion (-4.7%), Cicor (-5.8%) und Centiel (-5.8%).

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -0.80%, DAX: -1.10%

Die europäischen Aktienmärkte standen am Dienstag erneut unter Druck. Der EuroStoxx 50 verlor 0.8% und fiel damit auf das Niveau von Anfang August zurück. Der britische FTSE 100 gab um 0.3% nach. Belastend wirkten die erneute Eskalation im Iran-Konflikt sowie steigende Ölpreise, welche die Inflations- und Zinssorgen der Anleger verstärkten. Auf der Stufe der Sektoren stiegen die Energie-Aktien deutlich an, gefolgt von Gesundheit und Nichtzyklischer Konsum. Deutlich schwächere Kurse stellten die Bereiche Zyklischer Konsum, Industrie und Technologie.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -0.79%, S&P 500: -0.71%, Nasdaq: -1.03%

Die amerikanischen Aktienmärkte verbuchten am Dienstag Kursverluste. Belastet wurden die Börsen vor allem von anhaltenden Inflationssorgen und steigenden Ölpreisen infolge der erneuten Eskalation im Nahen Osten. Besonders zinssensitive Technologiewerte gerieten unter Verkaufsdruck. Der Nasdaq verlor 1.0%, der S&P 500 gab um 0.7% nach und der Dow Jones sank um 0.8%. Zulegen konnten vor allem Aktien aus den Sektoren Energie und Versorger. Schwach entwickelten sich die Sektoren Technologie, Grundstoffe, Industrie und Zyklischer Konsum. Bei den Einzelaktien gewannen Moderna (+10.0%), HP (+4.3%) und Regeneron (+3.1%) hinzu. Dell (-6.8%), CrowdStrike (-6.9%) und Axon (-8.5%) mussten deutliche Verluste hinnehmen.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.80%; DE: 3.34%; CH: 0.43%

Der Trend bei den langfristigen Marktzinsen zeigte jüngst weiter nach oben. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe liegt aktuell bei 4.80% und damit rund 40 Basispunkte höher als noch vor zwei Monaten. Wie in den USA notiert auch die 10-jährige deutsche Bundesanleihe auf einem neuen Jahreshoch. In der Schweiz ist dies noch nicht der Fall. Mittelfristiger Treiber der steigenden Zinsen ist der Inflationsschub infolge des Iran-Kriegs. Zuletzt verstärkten der erneut gestiegene Ölpreis und die neusten Inflationsdaten den Aufwärtstrend.

Damit rücken die anstehenden Zinsentscheide nach der Sommerpause in den Fokus. An den Finanzmärkten wird mit einer Leitzinserhöhung der EZB am 10. September gerechnet. Die EZB würde damit zum zweiten Mal in diesem Jahr den Zins anheben, von 2.25% auf 2.50%. Auch bei der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) gehen die Märkte inzwischen mehrheitlich von einer Leitzinserhöhung am 16. September aus.

Währungen

Euro in Franken: 0.941
US-Dollar in Franken: 0.813
Euro in US-Dollar: 1.157

Am Devisenmarkt verliert der Franken gegenüber dem Euro und dem US-Dollar weiter leicht an Boden. Grund sind die gestiegenen Inflationssorgen. Diese haben die Märkte in ihrer Einschätzung bestärkt, dass die US-Notenbank und die EZB ihre Leitzinsen in diesem Jahr anheben werden. Dadurch würde sich die Zinsdifferenz zur Schweiz ausweiten.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 95.34 pro Fass
Goldpreis: USD 4'307.12 pro Unze

Der Ölpreis setzt den Anstieg der letzten Tage fort. Der Fokus liegt wieder stärker auf der fragilen Lage am Persischen Golf und der Strasse von Hormus. Neue gegenseitige Angriffe der USA und des Iran schüren die Sorge vor weiteren Störungen der Energieversorgung. In der Folge notiert der Brent-Preis erstmals seit Mitte Juli wieder bei 95 US-Dollar pro Fass.

In die Gegenrichtung ging es im bisherigen Wochenverlauf für den Goldpreis. Nach dem Preisanstieg von 15% im August sorgen die gestiegenen Zinsen und der stärkere US-Dollar für eine Konsolidierung.

Wirtschaft und Konjunktur

Schweiz: Einkaufsmanagerindex Industrie (August)
aktuell: 57.1 (erwartet: 54.0, Vormonat: 53.2)

Die Schweizer Industrie bleibt auf Wachstumskurs. Der Einkaufsmanagerindex stieg im August auf 57.1 Punkte und lag damit den sechsten Monat in Folge über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die Verbesserung war breit abgestützt. Produktion und Auftragsbestände nahmen deutlich zu. Gleichzeitig stiegen die Einkaufspreise weiter, wenn auch weniger stark. Auch die Lieferfristen verlängerten sich. Verzögerungen wurden insbesondere bei elektronischen Komponenten wie Speicherchips gemeldet.

USA: Einkaufsmanagerindex Industrie (August)
aktuell: 54.6 (erwartet: 55.2, Vormonat: 55.6)

Die US-Industrie hat im August gemessen am ISM-Index an Schwung verloren. Im Juli hatte der Index mit 55.6 Punkten noch den höchsten Stand seit vier Jahren erreicht. Die Stärke konzentriert sich vor allem auf Hightech- und KI-Segmente. Der übrige Industriesektor zeigt sich angesichts höherer Rohstoffkosten und der Auswirkungen von Zöllen zurückhaltender. Auch der Beschäftigungsindikator hat sich eingetrübt. Am Freitag folgt der offizielle US-Arbeitsmarktbericht.

Eurozone: Inflationsrate (August) 
aktuell: 3.3% (erwartet: 3.3%, Vormonat: 2.9%)

Nachdem die Inflation in der Eurozone im Juni noch vom sinkenden Erdölpreis profitiert hatte, stieg sie im Juli und August wieder an. Im August erhöhte sich die Inflationsrate wie erwartet von 2.9% auf 3.3%. An den Futures-Märkten wird für den nächsten EZB-Zinsentscheid am 10. September mehrheitlich eine Zinserhöhung eingepreist.

Florian Hiltpold

Portraitfoto von Florian Hiltpold, Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Daniel Wachter

Portraitfoto von Daniel Wachter, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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