23. September 2026, Tägliche Marktsicht
Mittelkapitalisierte Aktien legen zu
Der Schweizer Aktienmarkt zeigte sich gestern von der volatilen Seite. Während die mittelgrossen Schweizer Aktien klar zulegten, wurde der Leitindex SMI von den Schwergewichten Roche, Nestlé und Novartis sowie den Finanzwerten gebremst.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: -0.02%, SPI: +0.22%, SMIM: +1.29%
Der Schweizer Aktienmarkt erholte sich nach einem schwachen Start und schloss noch knapp im Minus. Der Leitindex SMI gab um 0.02% nach. Die Volatilität blieb derweil hoch. Vor allem der wieder unter USD 100 gefallene Ölpreis der Sorte Brent sorgte kurzfristig für Entspannung. Bei den grosskapitalisierten Werten standen 14 Gewinner sechs Verlierer gegenüber. An der Spitze des Tableaus standen Geberit (+3.2%), Givaudan (+2.8%) und Lonza (+2.6%). Der Aromen- und Duftstoffkonzern Givaudan profitierte dabei von positiven Broker-Kommentaren. Tagesverlierer waren die Finanztitel UBS (-3.4%), Zurich Insurance (-2.1%), Swiss Life (-1.7%) und SwissRe (-0.7%). Die UBS-Aktie wurde dabei von Sorgen um die heute anstehende Fortsetzung der politischen Regulierungsdiskussion gebremst. Den Index nach unten zogen aber vor allem die Index-Schwergewichte Roche (-0.2%) und Nestlé (-0.0%). Klar besser als die grosskapitalisierten Aktien entwickelten sich entsprechend die mittelgrossen Gesellschaften im SMIM (+1.3%). Weiter zulegen konnten wie am Vortag Titel mit Bezug zum Thema Künstliche Intelligenz: Inficon (+4.4%), VAT (+3.9%), Comet (+3.5%), Belimo (+3.3%), Huber+Suhner (+2.9%) und Accelleron (+1.9%) schlossen alle höher.
Im breiten Markt avancierte OC Oerlikon (+5.5%) nach einer Broker-Aufstufung. Heute Morgen gibt die Privatbank EFG (-0.8%) bekannt, im Rechtsstreit mit den kuwaitischen Pensionsfonds PIFSS einen Vergleich erzielt zu haben. Nach Steuern wird dieser den Gewinn im 2. Halbjahr 2026 um rund CHF 5 Mio. belasten, zusätzlich zu den bereits im Vorjahr gebildeten Rückstellungen von CHF 59.5 Mio.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +0.10%, DAX: +0.01%
Die europäischen Aktienmärkte entwickelten sich gestern uneinheitlich. Der EuroStoxx50 gewann 0.1%, während der italienische FTSE MIB 0.5% und der britische FTSE 100 0.3% nachgaben. Der französische CAC 40 gewann 0.2% hinzu und der zyklischere DAX (+0.01%) schloss nahezu unverändert. Im Fokus stand erneut der Ölpreis, welcher zunächst nachgab und gegen Handelsende wieder zulegte. Besonders gefragt waren die Sektoren Grundstoffe sowie Technologie. Entsprechend gehörten Infineon (+3.2%), ASML (+1.8%), Air Liquide (+1.3%) und BASF (+0.8%) zu den stärksten Werten im EuroStoxx50. Unter Abgabedruck standen die Bereiche Kommunikationsdienste, Finanzen und Energie.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: -0.36%, S&P 500: 0.00%, Nasdaq: +0.45%
Die US-Aktienmärkte entwickelten sich ebenfalls uneinheitlich. Während der technologielastige Nasdaq (+0.5%) dank anziehender Chip-Aktien zulegen konnte, stagnierte der marktbreite S&P 500 und der Leitindex Dow Jones gab um 0.4% nach. Der Ölpreis entspannte sich nach Meldungen über diplomatische Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs. Bei den Einzelwerten fiel der Pharmakonzern Amgen (+4.4%) auf. Das Unternehmen konnte positive vorläufige Ergebnisse einer Phase-3-Studie vorlegen. Auf Sektorenebene spürten Aktien von Banken, Versicherern und Online-Reiseplattformen Gegenwind durch den neuen KI-Assistenten Muse von Meta. Wells Fargo (-3.9%), JPMorgan (-3.4%), Bank of America (-3.0%) und Booking (-2.6%) gaben entsprechend nach. Die Branchen Grundstoffe, Basiskonsum und Technologie führten derweil den Markt an.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.95%; DE: 3.46%; CH: 0.55%
Die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen notierten gestern auf beiden Seiten des Atlantiks praktisch unverändert. Die Schweiz bleibt im globalen Zinsumfeld eine Ausnahme. Während sich an den Obligationenmärkten in Europa und den USA, gemessen an breiten Indizes, Renditen von rund 4 bis 6% erzielen lassen, liegen sie in der Schweiz weiterhin nur bei etwa 1%.
Währungen
Euro in Franken: 0.939
US-Dollar in Franken: 0.821
Euro in US-Dollar: 1.144
Der Franken hat gestern gegenüber dem Euro weiter zugelegt. Der EUR/CHF-Kurs fiel wieder unter die Marke von 0.94, während das USD/CHF-Währungspaar weitgehend stabil blieb. Der US-Dollar wird weiterhin von den Erwartungen weiterer Zinserhöhungen der Fed gestützt und behauptete sich zuletzt auch trotz rückläufiger Ölpreise und US-Renditen. Im Fokus bleiben damit vor allem der weitere geldpolitische Kurs der Fed und die Entwicklung der Energiepreise.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 98.61 pro Fass
Goldpreis: USD 4'359.58 pro Unze
Der Ölpreis ist gestern erstmals seit dem 9. September wieder unter die Marke von 100 US-Dollar je Fass gefallen. Auslöser waren Fortschritte bei der Wiederinbetriebnahme der saudischen Ost-West-Pipeline sowie zunehmende diplomatische Bemühungen rund um die Strasse von Hormus. Dies verbesserte die Aussicht auf höhere Exportvolumen und reduzierte die geopolitische Risikoprämie. Brent notiert dennoch weiterhin knapp 40% höher als vor Beginn des Iran-Kriegs.
Wirtschaft und Konjunktur
Gestern wurden keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe publiziert.
Tobias Kistler
8021 Zürich
Dominik Schmidlin
8021 Zürich
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