Ein Chartverlauf mit zwei Kursverläufen

01. Oktober 2026, Tägliche Marktsicht

Kursverluste zum Ende des Quartals

Der SMI konnte anfängliche Kursgewinne nicht halten und schloss gestern im Einklang mit europaweit schwachen Aktienbörsen im Minus. In den USA konnte sich der Nasdaq dem negativen Trend entziehen und schloss als einziger Index leicht höher.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: -0.59%, SPI: -0.56%, SMIM: -0.66%

Der Schweizer Aktienmarkt schloss zum Quartalsabschluss mit einem Kursminus. Negativ aufgenommen wurden gestern Inflationszahlen aus verschiedenen europäischen Ländern, die höher als erwartet ausfielen. Nach einem guten Start drehte der SMI im Tagesverlauf deutlich ins Minus und schloss schliesslich 0.6% tiefer. 15 der 20 grosskapitalisierten Werte schlossen mit Kursverlusten. Zu den schwächsten gehörten die Versicherungswerte: Zurich Insurance, Swiss Re und Swiss Life gaben zwischen 1.1% und 1.7% nach. Ebenfalls schwach entwickelten sich die Zykliker ABB (-1.7%) und Holcim (-2.4%). Von den Schwergewichten verlor Novartis (-0.8%) am deutlichsten an Terrain, während Nestlé (-0.3%) und Roche (-0.1%) mit einem blauen Auge davonkamen. Dem Verkaufstrend entziehen konnten sich Amrize (+0.5%), Logitech (+0.7%), Richemont (+1.4%) und Partners Group (+1.5%).

Bei den Nebenwerten litten Julius Bär (-3.2%) nach dem Kursansprung vom Vortag gestern unter Gewinnmitnahmen. Nach dem Abschluss der Finma-Untersuchung waren die Aktien der Privatbank am Dienstag von Hoffnungen auf ein Aktienrückkaufprogramm angetrieben worden. Beim kriselnden Industrieunternehmen Rieter (-1.0%) schlug der unerwartete Abgang des CEO und Verwaltungsratspräsidenten Thomas Oetterli keine grossen Wellen. DocMorris sprangen um 8.3% nach oben. Grund für den Freudensprung bei der Onlineapotheke war eine Umsatzzielerhöhung des Konkurrenten Redcare. Die Aktien des Pharmazulieferers Skan sprangen nach einer Kurszielerhöhung eines Brokers um 4.7% nach oben.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -0.81%, DAX: -0.79%

Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich gestern ebenfalls im Korrekturmodus. Fehlende Impulse aus dem Unternehmensbereich und Inflationssorgen liessen die Anleger zurückhaltend agieren. Der EuroStoxx50 und der DAX beendeten den Handelstag 0.8% tiefer. Aus Branchensicht verloren Aktien aus den Bereichen Industrie, Finanzen, Energie, Kommunikationsdienste am stärksten an Terrain. Überdurchschnittlich entwickelten sich der Grundstoff- und der Versorgersektor.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -0.86%, S&P 500: -0.25%, Nasdaq: +0.24%

Die amerikanischen Aktienmärkte standen gestern mehrheitlich unter Druck. Etwas tiefer als erwartet ausgefallene PCE-Inflationszahlen sorgten nur kurzfristig für eine positive Reaktion. Im Fokus der Anleger stehen weiterhin der hohe Ölpreis und die stark gestiegenen Obligationsrenditen. Der auf Standardwerte ausgerichtete Dow Jones gab 0.9% nach, während der breiter gefasste S&P 500 um 0.3% zurückfiel. Der Nasdaq konnte sich dem negativen Trend entziehen und schloss 0.2% höher. Auf Einzeltitelebene standen unter anderem die Aktien von Boeing im Fokus, die trotz eines Grossauftrags der US-Marine zum Bau eines Kampfjets um 0.9% nachgaben. HP-Enterprise gewannen 3.9% dazu. Der Spezialist für IT-Infrastruktur zog einen Auftrag von AMD (+0.7%) an Land. Micron (+0.0%) präsentierte nachbörslich die Zahlen zum abgelaufenen Quartal. Der Speicherchiphersteller übertraf mit seinem Zahlenset die Erwartungen und auch der Umsatzausblick aufs nächste Quartal fiel besser aus als erwartet. Die Aktie reagierte nachbörslich kaum auf das Ergebnis.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 5.27%; DE: 3.58%; CH: 0.58%

Im September prägte ein stetiger Anstieg der Renditen der US-Staatsanleihen den Kapitalmarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg im Monatsverlauf um rund 50 Basispunkte und seit Jahresbeginn um über einen Prozentpunkt. Die Zinsen in der Schweiz waren gegenüber dem Druck aus dem Ausland lange immun, bevor auch sie im September erfasst wurden und ein Jahreshoch erreichten.

In der Schweiz stehen heute die neusten Inflationsdaten an. Zwar dürfte die Teuerung bis Ende Jahr auch aufgrund von Basiseffekten vorübergehend über 1% steigen. Die grundsätzliche Inflationsdynamik bleibt aber moderat.

Währungen

Euro in Franken: 0.946
US-Dollar in Franken: 0.836
Euro in US-Dollar: 1.132

Zum Start ins Schlussquartal 2026 ein Blick zurück auf den September. Der US-Dollar legte gemessen am Dollarindex um 2% zu und verzeichnete den stärksten Monat seit Juni. Der erneute Fokus der US-Notenbank auf die Inflationsbekämpfung liess die Zinserwartungen und US-Renditen steigen und stützte den «Greenback».

Das eher untypische Jahr für den Schweizer Franken setzte sich im September fort. Seit Jahresbeginn hat er sich zum US-Dollar und Euro um rund 5% bzw. 1.5% abgeschwächt. Während bei der Fed und EZB für 2026 weitere Zinserhöhungen erwartet werden, hält die SNB an ihrer Nullzinspolitik fest.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 96.93 pro Fass
Goldpreis: USD 4'179.34 pro Unze

Im September bewegte sich die Ölsorte Brent zwischen 90 und 110 US-Dollar pro Fass und legte auf Monatssicht rund 15% zu. Der jüngste Rückgang ist teilweise technisch bedingt (Wechsel des Futures-Kontrakts). Gleichzeitig rückten höhere Liefermengen aus Saudi-Arabien in den Fokus. Dazu beigetragen hat die Wiederaufnahme der Lieferungen über die wichtige East-West-Pipeline, welche die Strasse von Hormus umgeht. Ein diplomatischer Durchbruch rund um die Strasse von Hormus lässt jedoch weiter auf sich warten.

Der Goldpreis handelt gegenüber Montag rund 2% höher und nähert sich wieder der Marke von 4'200 US-Dollar. Im September verlor das Edelmetall rund 6%. Belastet haben insbesondere die gestiegenen Marktzinsen und der stärkere US-Dollar.

Wirtschaft und Konjunktur

Deutschland: Inflationsrate YoY (September)
aktuell: 3.3% (erwartet: 3.1%, Vormonat: 2.9%)

Die Jahresteuerung in Deutschland ist im September erstmals seit fast drei Jahren wieder über 3% gestiegen. Haupttreiber waren die höheren Energiepreise, insbesondere die Kraftstoffpreise. Die Kerninflation blieb dagegen weitgehend stabil. Die ab Oktober geltende Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel dürfte die Teuerung vorübergehend dämpfen. Entscheidend bleibt, ob sich die höheren Energiekosten zunehmend auch auf andere Güter und Dienstleistungen übertragen.

USA: Inflationsrate auf Basis der Personal Consumption Expenditures (August)
aktuell: 3.4% (erwartet: 3.7%, Vormonat: 3.4%)

Der Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) verharrte im August bei 3.4% und lag damit tiefer als erwartet. Auch die von der US-Notenbank bevorzugte Kernrate blieb mit 3.0% unverändert. Gleichzeitig stiegen die Konsumausgaben gegenüber dem Vormonat um 0.9%. Neuere Stimmungsdaten für September zeichnen allerdings ein gemischtes Bild. Das Konsumentenvertrauen des Conference Board fiel auf den tiefsten Stand seit zwölf Jahren.

USA: Bruttoinlandprodukt (2. Quartal, dritte Schätzung, QoQ annualisiert)
aktuell: 2.2% (erwartet: 1.5%, Vorquartal: 2.5%)

Ein Blick zurück: Gemäss einer dritten und finalen Schätzung wuchs die US-Wirtschaft im 2. Quartal annualisiert um 2.2%. Damit fiel das Wachstum höher aus als zuvor geschätzt, blieb aber unter der Wachstumsrate des 1. Quartals. Im 2. Quartal zeigten sich der private Konsum und die Unternehmensinvestitionen robust. Insbesondere Investitionen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz lieferten wichtige Impulse. Belastet wurde das Wachstum dagegen vom Aussenhandel.

Matthias Müller

Portraitfoto von Matthias Müller, Senior Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich

Daniel Wachter

Portraitfoto von Daniel Wachter, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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