Weisse Tanks zur Lagerung von Erdöl

24. September 2026, Tägliche Marktsicht

Höherer Ölpreis und Inflationssorgen belasten Aktienmärkte

Steigende Ölpreise schürten zur Wochenmitte erneut Inflationssorgen und sorgten an den Aktienmärkten für Gegenwind.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: -0.23%, SPI: -0.25%, SMIM: -0.54%

Nachdem die Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahostkonflikt nachliessen, schloss der Schweizer Aktienmarkt gestern in einem ansonsten ruhigen und impulsarmen Handel schwächer. Erneute Angriffe auf Frachtschiffe in der Strasse von Hormus liessen den Ölpreis wieder steigen und schürten damit auch die Inflationssorgen. Der SMI verlor 0.2%, während der klein- und mittelkapitalisierte SMIM 0.5% nachgab. Im Fokus der Anleger stand zudem das Treffen zwischen den Staatschefs Donald Trump und Xi Jinping in Washington. Von den 20 Blue Chips im SMI schlossen acht im Plus und zwölf im Minus.

An der Spitze stand Logitech (+2.4%). Überwiegend gefragt waren auch Pharma- und Gesundheitswerte. Novartis (+1.0%), Sandoz (+0.9%) und Alcon (+0.5%) legten zu. Galderma (-1.8%), Roche (-0.3%) und Lonza (-0.2%) gaben hingegen nach. Roche schloss trotz positiver Studiendaten zur Behandlung einer Autoimmunerkrankung tiefer. Unter Druck standen die Baustoffwerte Sika (-2.1%), Amrize (-1.3%) und Holcim (-0.5%). Auch Finanzwerte gehörten zu den Verlierern. UBS (-1.7%) wurde durch den Entscheid des Ständerats zur Verschärfung der Eigenmittelvorschriften belastet. Julius Bär (-0.8%) sowie die Versicherer Helvetia Baloise (-1.7%) und Swiss Life (-1.2%) verloren ebenfalls überdurchschnittlich. Am breiten Markt sprangen die Aktien von ams-Osram nach einer Kaufempfehlung eines Brokers um 10.3% nach oben.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -0.39%, DAX: -0.66%

Die europäischen Aktienmärkte legten gestern den Rückwärtsgang ein. In einem ansonsten impulsarmen Handel belasteten insbesondere die wieder anziehenden Ölpreise. Die weiterhin angespannte Lage rund um die Strasse von Hormus sorgte für zusätzliche Unsicherheit. Am stärksten verlor der zyklische DAX (-0.7%), gefolgt vom spanischen IBEX 35 (-0.6%). Auf Sektorenebene profitierten Energiewerte von den höheren Ölpreisen. Ebenfalls gefragt waren Technologie- und Grundstoffwerte. Unterdurchschnittlich schnitten hingegen die Sektoren Nichtzyklischer Konsum, Zyklischer Konsum und Finanzen ab.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -0.68%, S&P 500: -0.75%, Nasdaq: -1.13%

Die US-Aktienmärkte gaben zur Wochenmitte nach. Belastend wirkten steigende Ölpreise sowie stärker als erwartete US-Konjunkturdaten, welche die Inflations- und Zinssorgen erneut schürten. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf 5.11% und damit auf den höchsten Stand seit 2007. Der Nasdaq verlor 1.1%, der S&P 500 0.8% und der Dow Jones 0.7%. Auf Sektorenebene konnten einzig Energiewerte von den höheren Ölpreisen profitieren. Unterdurchschnittlich entwickelten sich hingegen Kommunikationsdienste, Versorger und der Zyklische Konsum. McDonald’s (-4.8%) bildete das Schlusslicht im Dow Jones. Der Fast-Food-Konzern stellte an seinem Investorentag eine neue Wachstumsstrategie vor und kündigte Basisinvestitionen von USD 3 Mrd. sowie zusätzliche USD 1.5 bis 2 Mrd. zur Unterstützung seiner Franchisenehmer an. Gleichzeitig rechnet das Management angesichts eines schwierigen Konsumentenumfelds kurzfristig mit einer negativen Umsatzentwicklung des US-Geschäfts im dritten Quartal. Langfristig strebt McDonald’s bis 2030 eine operative Marge im niedrigen bis mittleren 50%-Bereich an. Positiv stach hingegen Salesforce hervor. Die Aktie legte entgegen dem schwächeren Gesamtmarkt ohne nennenswerte Neuigkeiten zu.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 5.10%; DE: 3.55%; CH: 0.58%

Der Trend bei den Marktzinsen zeigte gestern beidseits des Atlantiks nach oben. Überraschend starke Konjunkturdaten und der höhere Ölpreis verstärkten die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen erreichte dadurch erneut ein neues Jahreshoch.

Heute gibt die Schweizerische Nationalbank ihren Zinsentscheid bekannt. Eine Änderung des Leitzinses wird nicht erwartet. Im Fokus steht vielmehr, ob die SNB angesichts der gestiegenen Inflation einen restriktiveren Ton anschlägt.

Währungen

Euro in Franken: 0.938
US-Dollar in Franken: 0.824
Euro in US-Dollar: 1.138

Der Franken hat gestern gegenüber dem Euro zugelegt. Der EUR/CHF-Kurs fiel erstmals seit Anfang Monat wieder unter die Marke von 0.94. Gegenüber dem Franken legte dagegen der US-Dollar zu. Er wird weiterhin von den Erwartungen weiterer Zinserhöhungen der Fed gestützt.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 102.25 pro Fass
Goldpreis: USD 4'288.56 pro Unze

Der Ölpreis ist gestern wieder über 100 US-Dollar pro Fass gestiegen. Erneute Angriffe auf Schiffe und die schwierigen Verhandlungen zwischen den USA und Iran unterstreichen die weiterhin fragile Lage in der Golfregion. Gleichzeitig bleibt die Lage am Dieselmarkt angespannt. In der US-Regierung werden Beschränkungen der Dieselexporte diskutiert. Eine solche Massnahme würde den internationalen Markt zusätzlich belasten.

Wirtschaft und Konjunktur

Eurozone: Einkaufsmanagerindex Composite (September)
aktuell: 53.1 (erwartet: 51.7, Vormonat: 52.0)

Der vorausschauende Einkaufsmanagerindex für September deutet auf eine weitere Belebung der Konjunktur im Euroraum hin. Die wirtschaftliche Aktivität nahm so kräftig zu wie seit fast dreieinhalb Jahren nicht mehr. Vor allem der Dienstleistungssektor gewann an Schwung, aber auch die Industrie entwickelte sich positiv. Die Auftragseingänge legten ebenfalls zu. Gleichzeitig hat der Preisdruck wieder spürbar zugenommen.

USA: Einkaufsmanagerindex Composite (September)
aktuell: 58.4 (erwartet: 55.3, Vormonat: 56.0)

Der Einkaufsmanagerindex für die USA hat positiv überrascht und ist auf ein Mehrjahreshoch gestiegen. Der Aufschwung hat sich verbreitert: Neben dem Dienstleistungssektor gewann auch die Industrie an Schwung. Gleichzeitig nahm der Preisdruck wieder zu. Die Lieferketten bleiben ein Schwachpunkt und sorgen weiterhin für Verzögerungen.

Angela Truniger

Portraitfoto von Angela Truniger, Senior Finanzanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Daniel Wachter

Portraitfoto von Daniel Wachter, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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