31. August 2026, Rohstoffe
Gold mit Comeback
Der Goldpreis hat seine Schwächephase im August überwunden und auf Monatsbasis rund 10% zugelegt.
Vom Allzeithoch von über 5’500 US-Dollar pro Feinunze zu Jahresbeginn fiel der Goldpreis bis im Juli kurzzeitig unter die Marke von 4’000 US-Dollar. Der Rücksetzer sorgte zugleich dafür, dass die Übertreibung der Monate zuvor korrigiert wurde. Das Umfeld für Gold hat sich trotz gestiegener Langfristzinsen zuletzt aufgehellt. Die mittelfristigen Treiber bleiben intakt. Gold bleibt als Absicherung gefragt und wird von der Nachfrage der Notenbanken gestützt.
Notenbanken kaufen weiter
Die Zentralbanken setzen ihre strukturell höheren Käufe der letzten Jahre fort, auch mit dem Ziel, die Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern. Im vergangenen Jahr fielen die Käufe zwar etwas geringer aus, lagen aber weiterhin deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Im vorangegangenen Jahrzehnt kauften die Zentralbanken im Schnitt lediglich 500 Tonnen Gold pro Jahr. Die hohe Nachfrage der Zentralbanken dürfte anhalten. So stockte die People’s Bank of China (PBoC) im Juli ihre Goldreserven um weitere 20 Tonnen auf – der grösste monatliche Zuwachs seit drei Jahren. Gemäss der jüngsten Umfrage des World Gold Council gaben 45% der befragten Zentralbanken an, die eigenen Goldbestände auch in den nächsten zwölf Monaten aufzustocken.
Gold-ETF im August wieder mit Mittelzuflüssen
Die Nachfrage privater Investoren nach Barren und Münzen bleibt hoch, die Bestände von Gold-ETF liegen zugleich unter ihren früheren Höchstständen. In der ersten Jahreshälfte kam es vermehrt zu Umschichtungen in andere Anlageklassen. Ein Teil der Abflüsse dürfte auch auf Gewinnmitnahmen und Liquiditätsbeschaffung zurückzuführen sein. Im August verzeichneten die Gold-ETF nun erstmals wieder grössere Mittelzuflüsse. Potenzial besteht laut dem World Gold Council weiterhin. Demnach entfallen auf das von privaten und institutionellen Investoren gehaltene Gold lediglich 3% der weltweiten Finanzanlagen – vor rund vierzig Jahren waren es noch etwa 14%.
Gold und Silber im Quervergleich
Daniel Wachter
8021 Zürich
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