14. Oktober 2026, Tägliche Marktsicht

Givaudan eröffnet erfolgreich die Berichtssaison zum 3. Quartal 2026

Der Leitindex SMI legte gestern um 0.4% zu. Für Unterstützung sorgten die Quartalszahlen von Givaudan, welche die Aktien um 9.4% beflügelten und die Berichtssaison zum 3. Quartal in der Schweiz eröffneten.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.36%, SPI: +0.37%, SMIM: +0.32%

Der Schweizer Aktienmarkt wurde gestern von leicht nachgebenden Ölpreisen und einer fortgesetzten Entspannung bei den Anleihenmärkten beflügelt. Der Leitindex SMI schloss 0.4% höher. Von den 20 grosskapitalisierten Werten schlossen elf höher. Angeführt wurde das Tableau klar von Givaudan, welcher die Berichtssaison zum 3. Quartal 2026 eröffnete. Der Aromen- und Riechstoffkonzern beschleunigte das organische Wachstum im vergangenen Quartal stark auf 8.6% und übertraf damit klar die Erwartungen. Die Aktie avancierte in der Folge um 9.4%. Weitere Tagesgewinner waren die Aktien von Logitech (+3.0%), Geberit (+1.9%), Zurich Insurance (+1.8%) und Swiss Re (+1.6%). Zurich Insurance profitierte dabei von einer Broker-Aufstufung. Der Rückversicherer Swiss Re gab bekannt, dass er die versicherten Schäden des schweren Hagelereignisses in der Schweiz von Ende August auf rund CHF 1.7 Mrd. schätzt. Unter Abgabedruck standen hingegen Alcon (-1.9%), Lonza (-1.3%), Amrize (-1.3%) und Novartis (-0.6%). Der Luxuskonzern Richemont (-0.4%) notierte ebenfalls tiefer und wurde dabei von schwachen Vorgaben des Luxusgüterkonzern LVMH, welche am Montagabend das Quartalsresultat präsentierten, belastet. Das Wachstum in der Schmucksparte ging dort von 11% auf 6% zurück.

Am breiten Markt stiegen die Aktien von Sulzer nach der Zahlenpräsentation um 8.0% an. Insbesondere der starke Auftragseingang in der Division Flow überzeugte die Marktteilnehmer. Ebenfalls nach oben ging es für den Givaudan-Konkurrenten DSM-Firmenich (+4.2%), im Schlepptau der starken Vorgaben. Nach wie vor unter Druck stand Centiel (-7.2%), nach der Gewinnwarnung und Abgaben von 6.0% am Vortag. Nach Börsenschluss wurde bekannt, dass das Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde der Swisscom (+0.8%) im Glasfaser-Streit gutgeheissen hat. Damit wird die Verfügung der Wettbewerbskommission zur Art des Glasfasernetzausbaus aufgehoben.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -0.55%, DAX: -0.07%

Die europäischen Aktienmärkte standen nach zwei Handelstagen mit Gewinnen wieder mehrheitlich unter Druck. Der länderübergreifende EuroStoxx50 gab um 0.5% nach. Der deutsche DAX und der französische CAC 40 verloren je 0.1%. Der italienische FTSE MIB (+0.04%) konnte sich hingegen knapp im Plus halten. Auf Sektorenebene führten Energie, Kommunikationsdienste und Basiskonsum das Feld an. Die grössten Abgaben verzeichneten die Bereiche Technologie, Industrie und Gesundheit.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -0.35%, S&P 500: -0.02%, Nasdaq: -0.15%

Die US-Aktienmärkte wurden gestern von durchwachsenen Zahlen bei den Unternehmensberichten gebremst. Der Leitindex Dow Jones verlor 0.4%, wohingegen der breiter gefasste S&P 500 (-0.02%) nur minimal im Minus schloss. Der technologielastige Nasdaq gab 0.2% nach. Bei den Einzelwerten standen die Grossbanken JPMorgan (-1.0%), Citigroup (-5.8%), Goldman Sachs (-0.4%) und Wells Fargo (-3.3%) zum Auftakt der Berichtssaison zum 3. Quartal 2026 im Fokus. JPMorgan, die grösste US-Bank, verfehlte mit einem 6% höheren Gewinn von USD 15.3 Mrd. die Analystenerwartungen. Belastend wirkten insbesondere ein schwächer als erwarteter Anleihenhandel und Verluste auf Wertpapieranlagen. Der Konkurrent Citigroup konnte hingegen genau im Handel mit Anleihen den Ertrag um 4% steigern und erhöhte den Gewinn auf Konzernstufe um 41%. Goldman Sachs konnte die Analystenerwartungen dank dem Aktienhandel und dem Investmentbanking übertreffen und erhöhte den Reingewinn um 29%. Wells Fargo erreichte einen um 6.5% grösseren Gewinn, der über den Erwartungen lag, erhöhte aber gleichzeitig die Risikovorsorge für Kreditverluste um 51%. Der Gesundheitskonzern Johnson & Johnson (-5.9%) legte ein von Rückstellungen belastetes Quartalsergebnis vor. Gleichzeitig wurde aber die Gewinnprognose für das Gesamtjahr erhöht. Unter Abgabedruck standen auch die Aktien von Applied Materials (-6.9%), nachdem am Investorentag nur ein wenig konkreter Ausblick abgegeben wurde.

Unternehmensberichte

Lonza gibt neue Mittelfristziele aus
Der Pharmaauftragsfertiger Lonza gibt im Vorfeld des heutigen Kapitalmarkttags neue Mittelfristziele bekannt. Es wird nun ein jährliches organisches Umsatzwachstum im unteren zweistelligen Bereich von 10% bis 13% angestrebt. Die Core-EBITDA-Marge soll mittelfristig im hohen Dreissiger-Bereich liegen. Die Rendite auf dem investierten Kapital soll dem zwei- bis dreifachen des durchschnittlichen Kapitalkostensatzes entsprechen. Die Kapitalinvestitionen sollen weiterhin im mittleren bis hohen Zehn-Prozentbereich des Umsatzes liegen. Für das laufende Geschäftsjahr wurde der Ausblick bestätigt.

Bossard beschleunigt Umsatzwachstum weiter
Bossard steigerte den Umsatz im 3. Quartal 2026 gegenüber der Vorjahresperiode um 12% auf CHF 296.1 Mio. In Lokalwährung lag das Plus bei 11.2%. Damit erhöhte sich das Wachstum auch sequenziell gegenüber dem 2. Quartal, in dem 9.7% Wachstum erreicht wurde. Die Nachfragedynamik sei breit abgestützt und alle Regionen haben sich positiv entwickelt. Der Ausblick für das Gesamtjahr 2026 wurde auf einen Umsatz von CHF 1'140 bis 1'160 Mio. und eine EBIT-Marge von über 12% präzisiert. Mit den Umsatzzahlen lag das Unternehmen leicht über den Analystenerwartungen.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 5.20%; DE: 3.46%; CH: 0.56%

Zeigten die Marktzinsen im September noch fast ungebremst nach oben, ist inzwischen eine gewisse Konsolidierung eingetreten. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen liegt mit 5.20% aktuell rund 15 Basispunkte tiefer als vor einer Woche. Auch die Rendite des gleichlaufenden Eidgenossen notiert rund 10 Basispunkte unter ihrem Jahreshöchststand. Heute Nachmittag stehen die US-Inflationszahlen für den September im Fokus. Die nächsten Zinsentscheide der Fed und EZB folgen Ende Oktober.

Währungen

Euro in Franken: 0.932
US-Dollar in Franken: 0.832
Euro in US-Dollar: 1.120

Der US-Dollar legte gestern nach seiner jüngsten Aufwärtsbewegung eine Pause ein. Die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen in den USA hatte dem Dollar zuletzt Rückenwind verliehen. Seit Anfang September legte der Dollarindex um über 3% zu. Der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, hält wegen der hohen Inflation eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr für angemessen, sieht für 2027 aber keinen Bedarf für weitere Zinsschritte. Damit richtet sich heute Nachmittag auch der Blick der Devisenhändler auf die neusten US-Inflationszahlen.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 106.29 pro Fass
Goldpreis: USD 4'166.32 pro Unze

Der Ölpreis hat sich gestern kaum verändert. Die Nordseeölsorte Brent bewegt sich seit rund einem Monat in einer Handelsspanne von etwa 10 US-Dollar pro Fass. Diplomatische Fortschritte zwischen den USA und dem Iran blieben zuletzt aus. Gleichzeitig sorgen die jüngsten Angriffe der Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien für Unsicherheit. Trotz der anhaltenden Spannungen haben sich die Ölexporte aus der Region wieder dem Vorkriegsniveau angenähert.

Wirtschaft und Konjunktur

Gestern wurden keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe publiziert. Heute Nachmittag stehen in den USA die Inflationsdaten für den September auf der Agenda. Erwartet wird ein Anstieg der Jahresteuerung von 3.4% auf 3.6%.

Tobias Kistler

Portraitfoto von Tobias Kistler, Senior Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Daniel Wachter

Portraitfoto von Daniel Wachter, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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