Eine grüne Ampel neben einem Strassenschild der Wall Street

05. August 2026, Tägliche Marktsicht

Dow Jones und S&P 500 erreichen Allzeithoch

Angetrieben von starken Technologiewerten und Entspannungssignalen im Nahostkonflikt erreichten die US-Aktienindizes Dow Jones und S&P 500 gestern neue Allzeithochs. Heute stehen in der Schweiz die Halbjahreszahlen von Sandoz im Fokus.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.64%, SPI: +0.65%, SMIM: +0.69%

Der Schweizer Aktienmarkt legte gestern mit Aussicht auf eine Entspannung im Nahen Osten und aufgrund positiver Vorgaben der US-Technologiewerte weiter zu. Der Leitindex SMI schloss 0.6% höher. Für Zuversicht sorgten Äusserungen von US-Finanzminister Scott Bessent, wonach eine Vereinbarung, welche die sichere Fahrt durch die Strasse von Hormus beinhaltet, in Kürze erzielt werden könnte. Der Ölpreis der Sorte Brent glitt in der Folge weiter zurück Richtung USD 80 je Fass. Bei den 20 grosskapitalisierten Werten im SMI standen 14 Tagesgewinner, fünf Tagesverlierer und einer unveränderten Aktie gegenüber. Angeführt wurde das Tableau von Partners Group (+3.3%), Givaudan (+2.2%), UBS (+2.0%) und Amrize (+2.0%). Partners Group war nach Avancen von 3.3% am Vortag erneut gefragt. Tagesverlierer waren Zurich Insurance (-1.0%), die morgen die Halbjahreszahlen vorlegen, sowie Lonza (-0.7%) und Kühne+Nagel (-0.0%).

Im breiten Markt konnte AMS Osram (+3.4%) nach den Quartalszahlen weiter zulegen. Die volatile Aktie hat im bisherigen Jahresverlauf eine Performance von rund 120% erzielt. Von positiven US-Vorgaben im Chip-Sektor profitierten die Schweizer Halbleiterzulieferer Comet (+6.4%), Inficon (+4.1%) und VAT (+3.1%). Seit vier Handelstagen konnten die zuvor abgestraften Aktien, teilweise angeschoben durch positive Halbjahresabschlüsse, wieder starke Kursgewinne verbuchen. Auch die Aktie von Interroll (+8.5%) legte nach einem positiven Brokerkommentar deutlich zu.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +1.08%, DAX: +1.45%

Die europäischen Aktienmärkte knüpften, getragen von den Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Nahostkonflikt, an die Gewinne zur Wocheneröffnung an. Der länderübergreifende EuroStoxx50 legte um 0.9% zu. Der zyklischere deutsche DAX gewann 0.8% hinzu und der französische CAC40 0.6%. Auf Sektorenstufe avancierten die Technologiewerte am stärksten. ASML (+3.7%), Infineon (+3.7%) und SAP (+1.7%) zeigten allesamt Kursgewinne. Ebenfalls stark nach oben ging es für die Sektoren Grundstoffe und Industrie. Tagesverlierer war aufgrund der rückläufigen Ölpreise der Energiesektor.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +1.71%, S&P 500: +1.79%, Nasdaq: +2.59%

Die US-Aktienmärkte rückten gestern weiter vor. Der Leitindex Dow Jones (+1.7%) und der breiter gefasste S&P 500 (+1.8%) erklommen dabei neue Höchststände. Der technologielastige Nasdaq legte um 2.6% zu, angetrieben von Kursgewinnen, die sich für einmal gleichzeitig bei den Halbleiter- und Softwarewerten materialisierten. Der Handel war dabei stark von der laufenden Berichtssaison geprägt. Am meisten herausstach die KI-Datenfirma Palantir. Nach einem Umsatzsprung von rund 93% avancierte die Aktie um 29.3%. Die Fast-Food-Kette McDonald’s (+1.1%) konnte den Umsatz auf vergleichbarer Basis im abgelaufenen Quartal um 1.3% steigern. Gleichzeitig wuchs der Gewinn um 5% auf USD 2.4 Mrd. Der Pharmamulti Merck & Co. (+0.3%) erhöhte die Umsatzziele für 2026, senkte aber wegen einer Übernahme gleichzeitig seine Gewinnprognose. Der Branchennachbar Pfizer (+0.1%) wuchs im 2. Quartal ebenfalls stärker als erwartet und hob das Umsatzziel an. Der Baumaschinen- und Turbinenbauer Caterpillar (+5.5%) profitiert weiter vom Strombedarf der weltweit gebauten KI-Rechenzentren und steigerte den Gewinn im vergangenen Quartal um fast drei Viertel.

Unternehmensberichte

Sandoz übertrifft dank Biosimilars Markterwartungen knapp
Der Generika- und Biosimilar-Spezialist Sandoz steigerte den Umsatz im 1. Halbjahr 2026 um 10% auf USD 5.8 Mrd. Zu konstanten Wechselkursen entspricht dies einem Anstieg um 5%. Die Generika-Sparte erzielte einen 1% tieferen währungsbereinigten Umsatz von USD 3.9 Mrd. Dynamischer entwickelte sich die Biosimilar-Sparte mit einem währungsbereinigten Wachstum von 20% auf USD 1.9 Mrd. Alle Regionen trugen konzernweit zum Wachstum bei. Auf Gewinnstufe stieg der Kern-Betriebsgewinn (Core EBITDA) um 15% (währungsbereinigt um 9%) auf USD 1.2 Mrd. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 20% auf 20.9%. Unter dem Strich resultierte ein um 71% geringerer Reingewinn von USD 109 Mio. Für das Gesamtjahr wurde der Ausblick bestätigt. Mit den Zahlen übertrifft Sandoz die Analystenerwartungen leicht.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.60%; DE: 3.10%; CH: 0.39%

Im Nachgang an die Fed-Zinssitzung von letzter Woche kam es zu starken Bewegungen an den Anleihenmärkten. Für Verunsicherung sorgten dabei die nicht eindeutigen Aussagen des Fed-Vorsitzenden zum weiteren geldpolitischen Kurs. In der laufenden Woche verlief der Handel an den Kapitalmärkten dagegen ruhiger, wobei der gefallene Ölpreis die Renditen in den USA und der Eurozone nach unten drückte. Gegenüber dem vor Wochenfrist erreichten Jahreshöchststand notiert die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen wieder 14 Basispunkte tiefer. Auch der Schweizer Eidgenoss mit gleicher Laufzeit notiert mit 0.39% rund sieben Basispunkte tiefer als in der Vorwoche.

Währungen

Euro in Franken: 0.932
US-Dollar in Franken: 0.808
Euro in US-Dollar: 1.153

Am Devisenmarkt fallen die Wechselkursbewegungen im Vergleich zur Vorwoche ebenfalls deutlich geringer aus. Der US-Dollar und der Euro tendierten am gestrigen Handelstag zum Franken seitwärts. Mit Blick auf die zweite Wochenhälfte steht am Freitag der monatliche Arbeitsmarktbericht in den USA auf der Agenda, der wieder klarere Impulse liefern dürfte.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 78.89 pro Fass
Goldpreis: USD 4'135.70 pro Unze

Im Wochenverlauf ist die Zuversicht auf eine Einigung im Nahen Osten wieder gestiegen, die eine Wiederöffnung der Strasse von Hormus ermöglichen und damit wieder mehr Öl aus dem Persischen Golf freisetzen könnte. Im Zuge dessen ist der Brent-Preis unter 80 Dollar pro Fass auf ein Dreiwochentief gefallen. Katar teilte am Dienstag mit, dass ein neuer Vorschlag ausgearbeitet worden sei, und sowohl die USA als auch Iran signalisierten Fortschritte bei den Gesprächen zur Wiederöffnung der wichtigen Handelsroute.

Der Goldpreis legte gegenüber dem Vortag um 0.6% zu. Das gelbe Edelmetall zementiert damit seine in den letzten Wochen beobachtbare Bodenbildung bei 4'000 Dollar pro Unze.

Wirtschaft und Konjunktur

Es wurden gestern keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe publiziert.

Tobias Kistler

Portraitfoto von Tobias Kistler, Senior Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Daniel Wachter

Portraitfoto von Daniel Wachter, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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