06. Oktober 2026, Aktienmärkte

Der Anlagehorizont macht den Unterschied

Wer in Aktien investiert, fürchtet sich oft vor dem falschen Einstiegszeitpunkt. Die Schweizer Börsengeschichte zeigt jedoch, dass sich selbst grössere Korrekturen mit einem langen Zeithorizont wieder aufholen lassen.

Den perfekten Zeitpunkt für den Einstieg an der Börse zu finden, ist praktisch unmöglich. Gerade nach längeren Kursanstiegen stellt sich deshalb oft die Frage, ob man besser noch zuwartet. Die langfristige Entwicklung des Schweizer Aktienmarktes zeigt jedoch, dass ein ungünstiger Einstiegszeitpunkt mit zunehmender Anlagedauer an Bedeutung verliert. Die Vergangenheit ist zwar keine Garantie für die zukünftige Kursentwicklung. Die historischen Daten zeigen jedoch eindrücklich, wie stark der Anlagehorizont das Ergebnis einer Aktienanlage beeinflusst.

Kurzfristig sind hohe Verluste möglich

Kurzfristig können die Börsenschwankungen erheblich sein. So verlor der Schweizer Aktienmarkt 2008 während der Finanzkrise innerhalb eines Jahres 34%. Im von der Ölkrise geprägten Jahr 1974 betrug das Minus 33.1%. 1987 waren es im Zuge des Börsencrashs am «Black Monday» 27.5%. Wer unmittelbar vor solchen Einbrüchen investierte, musste zunächst hohe Buchverluste verkraften. Über einen längeren Zeitraum präsentiert sich dagegen ein anderes Bild. In den vergangenen 100 Jahren erzielten Schweizer Aktien inklusive reinvestierter Dividenden eine durchschnittliche nominale Rendite von rund 7.8% pro Jahr. Darin enthalten sind zahlreiche Rezessionen, Börsencrashs und andere Krisen, welche die Aktienmärkte zwischenzeitlich stark belasteten.

Der Einstiegszeitpunkt verliert an Bedeutung

Auch das Risiko eines ungünstigen Einstiegszeitpunkts nahm mit zunehmender Haltedauer deutlich ab. Seit 1931 gab es bei einer breit diversifizierten Anlage in Schweizer Aktien keine einzige zehnjährige Anlageperiode, die mit einem Verlust endete. Selbst wer unmittelbar vor ausgeprägten Börsenkrisen investierte, holte die erlittenen Verluste innerhalb dieses Zeitraums wieder auf. Dies galt auch für das Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 sowie die globale Finanzkrise im Jahr 2008. Bei einem Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren ist der Einstiegszeitpunkt also deutlich weniger entscheidend als die Frage, wie lange das Geld effektiv investiert bleibt.

10-Jahres-Renditen Schweizer Aktien seit 1931

Annualisierte nominale Gesamtrenditen inkl. reinvestierter Dividenden

Anja Felder

Portraitfoto von Anja Felder, Senior Finanzanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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