26. August 2026, Tägliche Marktsicht
Aktienmärkte mit leichten Gewinnen
Heute stehen in der Schweiz die Halbjahreszahlen von Stadler Rail, Intershop und Gurit im Fokus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.54%, SPI: +0.54%, SMIM: +0.32%
Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Dienstag vom schwächeren Wochenauftakt erholt. Unterstützung kam von tieferen Ölpreisen und rückläufigen Renditen auf US-Staatsanleihen. Für Entspannung sorgte die vorerst ausgebliebene weitere Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. US-Finanzminister Scott Bessent kündigte in einer Rede keine unmittelbar neuen Massnahmen gegen Teheran an, während Präsident Donald Trump erklärte, die Strasse von Hormus sei von Minen geräumt worden. Im weiteren Wochenverlauf richten sich die Blicke insbesondere auf die Nvidia-Zahlen sowie das Notenbanktreffen in Jackson Hole, von dem sich Anleger neue Hinweise zur künftigen US-Geldpolitik erhoffen. Der SMI legte gestern um 0.5% zu. Im SMI führten ABB (+1.8%) und Sika (+1.5%) die Gewinner an. Ebenfalls gesucht waren Swisscom (+1.4%), Novartis (+1.3%) und Lonza (+1.0%). Unter Druck standen dagegen Nestlé (-0.8%) und Amrize (-2.6%). Amrize muss nach knapp fünf Monaten einen Wechsel auf dem CFO-Posten verkraften. Finanzchef Baris Oran tritt aus persönlichen Gründen zurück. Seine Nachfolge übernimmt mit sofortiger Wirkung Samuel Poletti, bislang verantwortlich für Strategie sowie Fusionen und Übernahmen.
Am breiten Markt standen die Titel von SMG im Fokus, die nach starken Halbjahreszahlen mit einem Kurssprung von 8.3% deutlich zulegen konnten. Ebenfalls klar im Plus waren die Aktien von AMS-Osram (+8.3%) und TX Group (+14.4%). Letztere konnte ebenfalls von den präsentieren Halbjahreszahlen profitieren. Nach der Senkung der Umsatzprognose verloren die Papiere von Orior 9.5%.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +0.12%, DAX: +0.61%
Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag leicht zugelegt. Rückenwind kam vor allem von gesunkenen Ölpreisen und tieferen Anleiherenditen, während robuste deutsche Konjunkturdaten zeitweise zusätzlich stützten. Der EuroStoxx 50 gewann 0.1%, der FTSE 100 stieg um 0.3%. Sektoriell waren die Bereiche Gesundheit, Industrie und Versorger stark gefragt. Schwächere Kurse stellten die Sektoren Energie, Zyklischer Konsum und Nichtzyklischer Konsum. Auf Einzeltitelebene gewannen unter anderem AstraZeneca (+3.0%) und Siemens Energy (+2.7%) hinzu, während Wolters Kluwer (-3.1%), Renault (-3.3%) und Kering (-3.3%) Verluste hinnehmen mussten.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.30%, S&P 500: +0.32%, Nasdaq: +0.66%
Die amerikanischen Aktienmärkte zeigten sich am Dienstag moderat fester. Unterstützung kam zudem von sinkenden Ölpreisen und rückläufigen Anleiherenditen. Die Sorgen rund um den Iran-Konflikt traten etwas in den Hintergrund, da trotz schärferer US-Rhetorik vorerst keine konkreten neuen Sanktionen angekündigt wurden. Besonders Technologiewerte zogen an, nachdem sich Nvidia vor den am Mittwochabend erwarteten Quartalszahlen erholt hatte. Der Nasdaq gewann 0.7%, während der S&P 500 um 0.3% und der Dow Jones um 0.3% zulegten. Auf Einzeltitelebene profitierte Moderna nach wie vor von den positiven Studiendaten aus der letzten Woche und sprang gestern nochmals um 14.4% nach oben. Deutlich schwächer zeigten sich dagegen Dicks Sporting Goods mit einem Einbruch von gut 30.8%, nachdem das Unternehmen wegen Problemen bei Foot Locker den Ausblick gesenkt hatte. Nike und On Shoes verloren im Sog davon 3.1% bzw. 2.3%.
Unternehmensberichte
Stadler Rail mit deutlichem Umsatzsprung
Der Umsatz von Stadler stieg im ersten Halbjahr 2026 um 40% auf CHF 2.0 Mrd. Gleichzeitig verbesserte sich die EBIT-Marge deutlich von 2.6% auf 4.0%. Der Gewinn auf Stufe EBIT betrug CHF 79.5 Mio., eine deutliche Steigerung zum Vorjahreswert mit CHF 36.9 Mio. Der Auftragseingang blieb mit CHF 2.7 Mrd. auf hohem Niveau, während der Auftragsbestand mit CHF 33.3 Mrd. einen neuen Rekord erreichte. Für 2026 bestätigt Stadler die Prognose eines Umsatzes von deutlich über CHF 5 Mrd. und einer EBIT-Marge von über 5%. Unterstützend wirken der hohe Auftragsbestand, eine höhere Produktionsleistung sowie Effizienzmassnahmen in Deutschland. Mittelfristig hält das Unternehmen an einer EBIT-Marge von 6% bis 8% bei einem Umsatz von über CHF 5 Mrd. fest. Das Zahlenset liegt am oberen Ende der Analystenerwartungen.
Intershop senkt Ausblick leicht
Die Mieterträge der Immobiliengesellschaft Intershop gingen im ersten Halbjahr 2026 um 3.1% auf CHF 42.9 Mio. zurück, hauptsächlich aufgrund von Immobilientransaktionen. Der Reingewinn ohne Neubewertungseffekte stieg im ersten Halbjahr 2026 um 18.0% auf CHF 33.8 Mio. Ausschlaggebend waren höhere operative Erträge, tiefere Kosten und positive einmalige Steuereffekte. Inklusive Bewertungsänderungen bei Immobilien belief sich der Reingewinn auf CHF 67.5 Mio. (-62% zum Vorjahr). Für das Gesamtjahr wurde der Ausblick leicht angepasst. Neu erwartet Intershop stabile Nettoliegenschaftserträge statt zuvor stabile bis leicht höhere Erträge. Gleichzeitig sollen Immobilienverkäufe mindestens CHF 30 Mio. Gewinn beisteuern. Der Reingewinn ohne Bewertungsgewinne soll weiterhin über dem Vorjahr liegen und die Fortsetzung der Dividendenpolitik ermöglichen.
Gurit mit starkem Halbjahr und erhöhter Prognose
Der Umsatz von Gurit belief sich im ersten Halbjahr 2026 auf CHF 153.9 Mio. Aus fortgeführten Aktivitäten stieg der Umsatz währungsbereinigt um 16.0% auf CHF 152.4 Mio., wobei alle drei Geschäftsbereiche zulegten. Die bereinigte operative Marge verbesserte sich deutlich auf 11.0% nach 5.7% im Vorjahr. Aufgrund der soliden Halbjahreszahlen erhöhte Gurit die Jahresprognose. Neu erwartet das Unternehmen ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 9% bis 11% statt zuvor im mittleren einstelligen Prozentbereich. Die bereinigte operative Marge soll rund 10% erreichen, nach zuvor mehr als 8.1%. Zudem wurde Viktor Bernhardt, der seit Juli interimistisch als CEO amtierte, per 25. August definitiv zum Konzernchef ernannt. Die Suche nach einem neuen CFO startet umgehend. Bis dahin verantwortet Bernhardt weiterhin auch die Finanzfunktion. Das ausgewiesene Zahlenset übertrifft die Analystenerwartungen.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.64%; DE: 3.20%; CH: 0.37%
Zusammen mit dem gestern gefallenen Ölpreis sind auch die Zinsen gesunken. Die langfristigen Zinsen in den USA bleiben jedoch erhöht. Die letzte Woche vom US-Finanzministerium angekündigte Erhöhung der Rückkäufe langlaufender Anleihen hat nur eine geringe Wirkung entfaltet. Damals hatte die Rendite auf die 30-jährige US-Staatsanleihe den höchsten Wert seit 2007 erreicht. Mit rund 5.18% liegt die aktuelle Rendite nur leicht darunter.
In der zweiten Wochenhälfte blicken die Kapitalmärkte nach Jackson Hole in den Rocky Mountains. Am Freitag wird dann der US-Notenbankchef an der dortigen Notenbank-Konferenz eine Rede halten. Die Märkte erhoffen sich davon neue Hinweise auf den zukünftigen geldpolitischen Kurs der USA.
Währungen
Euro in Franken: 0.937
US-Dollar in Franken: 0.803
Euro in US-Dollar: 1.166
Der Euro und der US-Dollar treten zur Wochenmitte zum Franken mehr oder weniger auf der Stelle. Heute Nachmittag steht der PCE-Preisindex für Juli auf der Agenda. Es ist das bevorzugte Inflationsmass der Fed und könnte für einige Impulse beim Dollar sorgen.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 86.69 pro Fass
Goldpreis: USD 4'642.30 pro Unze
Die Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich gestern um 4% auf ein Zweiwochentief bei 86 US-Dollar, nachdem Iran und Oman über einen «Interimsrahmen» zur Wiederaufnahme der Schifffahrt durch die Strasse von Hormus diskutiert hatten. Die technischen Gespräche beider Länder über einen dauerhaften Seekorridor sind noch vage und sollen in den kommenden 30 bis 60 Tagen fortgesetzt werden.
Wirtschaft und Konjunktur
Deutschland: ifo-Gschäftsklimaindex (August)
aktuell: 88.8 (erwartet: 87.2, Vormonat: 86.7)
Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich im August den vierten Monat in Folge aufgehellt. Der ifo-Index signalisiert damit eine weitere Stabilisierung der Wirtschaft, allerdings weiterhin auf tiefem Niveau. Sowohl die Einschätzung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen für die kommenden Monate fallen besser aus. Im verarbeitenden Gewerbe ist die Stimmung spürbar gestiegen. Auch im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima aufgehellt. Der Iran-Konflikt und die hohen Energiepreise bleiben Risikofaktoren. Dennoch lebt die Hoffnung auf eine weitere wirtschaftliche Erholung in der zweiten Jahreshälfte wieder auf.
USA: Conference Board Konsumentenstimmung (August)
aktuell: 89.4 (erwartet: 90.2, Vormonat: 90.2)
Die vom Conference Board erhobene Konsumentenstimmung in den USA hat sich im August eingetrübt und ist auf den tiefsten Stand seit Jahresbeginn gefallen. Ausschlaggebend waren ein verhaltenerer Ausblick auf die Geschäftsbedingungen und den Arbeitsmarkt, hohe Benzinpreise sowie eine sich abschwächende Stellenschaffung. Auch bei den Erwartungen an die künftige Beschäftigungs- und Einkommensentwicklung zeigten sich die Haushalte vorsichtiger. Dennoch planen die Konsumentinnen und Konsumenten für die kommenden Monate weiterhin höhere Ausgaben. Die Umfrage deutet darauf hin, dass der Privatkonsum vorerst eine Stütze für die US-Konjunktur bleibt.
Florian Hiltpold
8021 Zürich
Daniel Wachter
8021 Zürich
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