Renditeliegenschaften
Preisentwicklungen für Renditeliegenschaften im Bereich Wohnen und Geschäft für die Kantone St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden.
Ausgabe vom Juni 2026 mit Datenstand April 2026
Auf den St. Galler Mietwohnungsmärkten stösst der Wohnungsbedarf auf ein vielerorts knappes Angebot. Besonders angespannt ist die Situation weiterhin in der Region Linthgebiet, die im Frühjahr 2026 mit fast 9 Mietinteressierten pro angebotener Wohnung erneut einen ausgeprägten Nachfrageüberschuss verzeichnete. In den übrigen Regionen des Kantons St. Gallen fällt der Druck zwar weniger stark aus, dennoch kommen im Durchschnitt zwischen 2 und 3 Suchende auf jede ausgeschriebene Mietwohnung. Dieses unausgeglichene Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage hat die inserierten Wohnungsmieten erneut nach oben getrieben.
Angebot und Baumarkt
Die Auswahl an Mietwohnungen hat sich im Kanton St. Gallen in den letzten 5 Jahren mehr als halbiert. Im 1. Quartal 2026 stabilisierte sich das Angebot bei 4.3 % des Bestands. Auf dem gesamtschweizerischen Mietwohnungsmarkt ist das Angebot in den vergangenen Jahren ebenfalls stark geschrumpft und liegt aktuell bei tiefen 3.7 %. Gleichzeitig gewinnt die Neubautätigkeit sowohl kantonal als auch landesweit etwas an Dynamik: Zwischen dem 1. Quartal 2025 und dem 1. Quartal 2026 wurden im Kanton St. Gallen rund 40 % mehr Mietwohnungen neubaubewilligt als im Vorjahreszeitraum.
Mietpreise
Parallel zur zunehmend knappen Verfügbarkeit von Mietwohnungen sind die Mieten bei Neu- und Wiedervermietungen im Kanton St. Gallen in den letzten 3 Jahren markant gestiegen. Auch im 1. Quartal 2026 lagen die inserierten Wohnungsmieten um 2.4 % über dem entsprechenden Vorjahreswert (qualitätsbereinigt). Dieser Anstieg fiel – wie bereits im vergangenen Jahr – etwas dynamischer aus als die landesweite Entwicklung (+1.3 %), die sich im Vergleich zu den Jahren 2023 und 2024 bereits spürbar abgeflacht hat.
Ausblick
Während die nun anziehende Neubautätigkeit für ein wachsendes Angebot sorgt, ist davon auszugehen, dass sich die Zusatznachfrage nach Mietwohnungen abschwächen wird. Denn die Beschäftigungsprognosen – und damit auch die Aussichten für das Bevölkerungswachstum – sind für 2026 verhaltener als in den Vorjahren. Unter diesen Voraussetzungen ist auch im Kanton St. Gallen nur noch mit moderat steigenden Angebotsmieten zu rechnen. Bei den Bestandesmieten wird aufgrund der beiden letztjährigen Senkungen des hypothekarischen Referenzzinssatzes ein leichter Rückgang für 2026 erwartet.
Nachdem die Ostschweizer Wirtschaft zuversichtlich ins Jahr 2026 gestartet war, haben sich unterdessen die Aussichten infolge der Iran-Krise und der steigenden Energiepreise eingetrübt. Die Geschäftslage wird von den Ostschweizer Industrieunternehmen derzeit nur noch als knapp befriedigend beurteilt. Besonders die exportorientierten Branchen stehen unter Druck. Positive Impulse kommen weiterhin von der Binnenwirtschaft: Vor allem in der Bauindustrie ist die Stimmung angesichts gut gefüllter Auftragsbestände nach wie vor positiv. Auch der Detailhandel bleibt eine wichtige Stütze, durch die wirtschaftlichen Unsicherheiten verringert sich jedoch sein Aufwärtspotenzial.
Angebot und Baumarkt
Das Büroflächenangebot im Kanton St. Gallen hat zwar leicht zugenommen, dennoch bestehen hier keine nennenswerten Überkapazitäten. Mit einem Angebotsanteil von 5.9 % am Bestand lag der Wert im 1. Quartal 2026 nur leicht über dem nationalen Durchschnitt von 5.4 % und weiterhin klar unter dem kantonalen Zehnjahresmittel von 7.0 %. Im Segment der Verkaufsflächen bleibt das Angebot dagegen knapp: Derzeit sind im Kanton St. Gallen nur rund 1.2 % der Flächen zur Vermietung ausgeschrieben – das ist deutlich weniger als der schweizweite Durchschnitt von 1.7 %.
Mietpreisentwicklung
Seit Ende 2021 entwickeln sich die Mieten ausgeschriebener Büroflächen im Kanton St. Gallen weitgehend seitwärts. Im 1. Quartal 2026 lagen sie mit einem Plus von 1.0 % gegenüber dem Vorjahr leicht im positiven Bereich und zeigten sich damit – ähnlich wie im Schweizer Durchschnitt (+0.9 %) – trotz des herausfordernden Umfelds bemerkenswert stabil. Die Mieten für Verkaufsflächen verzeichneten im Kanton St. Gallen einen weiteren Anstieg von 3.4 % (Schweiz: 2.3 %).
Ausblick
Das verhaltene Beschäftigungswachstum und die gedämpfte Konjunkturlage drosseln den Bedarf an zusätzlichen Büroflächen. Die Nachfrage konzentriert sich verstärkt auf moderne und zentral gelegene Flächen, während die Vermarktung weniger attraktiver Liegenschaften anspruchsvoller wird. Die Verkaufsflächenmärkte profitieren zwar von der robusten Binnenwirtschaft, aber die wirtschaftlichen Unsicherheiten belasten die Konsumstimmung, und der E-Commerce setzt den stationären Handel weiterhin unter Druck. Verkaufsflächen an stark frequentierten Lagen dürften dennoch auf eine solide Nachfrage treffen.
Kontakt Beratungszentrum
Servicezeiten
07:30 bis 17:30 Uhr (Montag bis Freitag; CHF 0.04/Minute)
Im Notfall
24-Stunden-Sperrservice für Karten und SGKB TWINT
Zu den Notfallnummern