10. März 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
US-Aktienmärkte drehen nach Trump-Aussagen
Ein mögliches baldiges Kriegsende im Nahen Osten sorgte an den US-Märkten für steigende Kurse. Heute stehen die Jahreszahlen von Lindt & Sprüngli, Partners Group, Galenica, Flughafen Zürich, Huber + Suhner und Sensirion im Fokus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: -0.73%, SPI: -0.75%, SMIM: -0.72%
Der Schweizer Aktienmarkt startete schwach in die Woche und blieb weiter im Bann des Konflikts zwischen USA/Israel und dem Iran. Hintergrund waren israelische Angriffe auf iranische Öltanker und Öllager am Wochenende. Erst die Diskussion über eine mögliche Freigabe strategischer Ölreserven konnte die Lage etwas beruhigen. Die Verluste konnten bis zu Börsenschluss etwas reduziert werden. Der SMI schloss letztlich 0.7% tiefer als am letzten Freitag. Zu den gestrigen Gewinner-Aktien gehörten Swisscom (+0.9%), Logitech (+1.6%) und Novartis (+1.7%). Deutlich tiefere Kurse stellen Sika (-2.3%), Amrize (-2.5%) und Roche (-2.5%). Der Pharmatitel verzeichnete einen deutlichen Kursrückgang, nachdem eine klinische Studie mit dem experimentellen Brustkrebsmittel Giredestrant das Hauptziel verfehlt hatte. Der Wirkstoff zeigte keine bessere Wirkung als die Standardtherapie, als es darum ging, das Fortschreiten der Krankheit zu verzögern. Trotz des Rückschlags hält Roche am Potenzial des Medikaments fest und setzt die Entwicklung mit einer weiteren Phase-III-Studie in einer anderen Patientengruppe fort. Die Aktien von Richemont fielen mit 3.3% am stärksten. Die Titel wurden unter anderem von einer Kursziel-Reduzierung belastet. Am breiten Markt verbuchten Temeons (+3.3%), Mobilezone (+4.5%), Gurit (+8.7%) und Ascom (+11.9%) hohe Kurszuwächse. Nach unten zeigten die Entwicklungen bei Cicor Technologies (-6.8%), Komax (-8.5%) und Cosmo (-10.5%).
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: -0.61 %, DAX: -0.77%
Die europäischen Aktienmärkte sind zum Wochenauftakt erneut unter Druck geraten, belastet durch die Zuspitzung des Konflikts im Nahen Osten und den starken Anstieg der Energiepreise. Der sprunghafte Ölpreisanstieg drückte die Kurse zunächst deutlich ins Minus, doch mit der Beruhigung an den Rohstoffmärkten konnten die Verluste im weiteren Verlauf etwas eingegrenzt werden. Bezüglich einer möglichen Freigabe strategischer Ölreserven betonte Frankreichs Finanzminister Roland Lescure, dass die G7-Länder bislang keine Entscheidung getroffen hätten. Der EuroStoxx 50 gab am Montag um 0.6% nach. Der CAC40 fiel 1.0%, der DAX 0.8% und der FTSE100 um 0.3%. Aus Branchensicht schaffte es gestern nur der Sektor Energie in die Gewinnzone. Unter Verlierer-Bereichen verbuchten die Sektoren Zyklischer Konsum, Grundstoffe und Immobilien die höchsten Verluste.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.50%, S&P 500: +0.83%, Nasdaq: +1.38%
Die amerikanischen Aktienmärkte haben am Montag nach einem schwachen Start deutlich zugelegt, gestützt von Hoffnungssignalen auf ein mögliches Ende des Iran-Kriegs. Aussagen von US-Präsident Donald Trump, der in einem Interview ein baldiges Kriegsende für realistisch hielt, sorgten für einen spürbaren Stimmungsumschwung an der Wall Street. Trump erklärte, dass der Iran keine funktionsfähige Marine oder Luftwaffe mehr besitze. Zudem betonte er, die USA lägen deutlich vor dem ursprünglich geplanten Zeitrahmen des Militäreinsatzes und erwögen, die Kontrolle über die für den Ölhandel zentrale Strasse von Hormus zu übernehmen. Der Dow Jones stieg um 0.5%, während der marktbreite S&P500 um 0.8% und der Nasdaq 1.4% gestiegen sind. Auf Einzeltitelebene stiegen die Papiere von Caterpillar (+3.5%), Nvidia (+2.7%), Amgen (+2.0%) und Goldman Sachs (+1.3%). Tiefer aus dem Handel gingen Salesforce (-1.6%), IBM (-2.1%), Cisco (-3.1%) und Paramount Skydance (-6.7%).
Unternehmensberichte
Lindt & Sprüngli kündigt Dividendenerhöhung und weiteres Aktienrückkaufprogramm an
Lindt & Sprüngli konnte, wie bereits im Januar angekündigt, im 2025 organisch um 12.4% (19.0% Preiserhöhungen und – 6.6% Volumen/Mixrückgang) auf CHF 5.92 Mrd. wachsen, wobei alle Regionen zum Wachstum beitrugen. Der EBIT nahm um 9.8% auf CHF 971 Mio. zu, was einer um 20 Basispunkte höheren Marge von 16.4% entspricht. Trotz höherer Kakaopreise konnte die Marge durch Effizienzsteigerungen, Kostenkontrolle und Preiserhöhungen verbessert werden. Insgesamt stieg der Reingewinn um 8.1% auf CHF 726.7 Mio. an. Den Aktionären soll eine CHF 30 Franken höhere Dividende von CHF 180 je Partizipationsschein ausbezahlt werden. Zudem lanciert der Konzern ein neues Aktienrückkaufprogramm in Höhe von bis zu CHF 1 Mrd. Wegen der geopolitischen Unsicherheit passt Lindt & Sprüngli den Ausblick beim organischen Wachstum auf 4% bis 6% an, was unter der mittelfristigen Zielsetzung von 6% bis 8% liegt. Die EBIT-Marge soll unverändert um 20 bis 40 Basispunkte verbessert werden. Das Zahlenset liegt insgesamt leicht über den Erwartungen, während der Jahresausblick etwas tiefer ausfällt.
Partners Group mit solidem Zahlenset und höherer Dividende
Partners Group konnte 2025 die Umsätze um 20% auf CHF 2.56 Mrd. steigern. Insbesondere die Performancegebühren stiegen um 60% auf CHF 819 Mio. an, während die Managementgebühren um 7% auf CHF 1.74 Mrd. zulegten. Der EBITDA legte um 19% auf CHF 1.61 Mrd. zu, was einer 80 Basispunkte tieferen EBITDA-Marge von 62.8% entsprach. Insgesamt blieb ein 12% höherer Reingewinn von CHF 1.26 Mrd. Die Dividende soll um CHF 4 auf CHF 46 je Aktie erhöht werden. Die Jahresziele 2026 wurden bestätigt. Partners Group rechnet weiterhin mit Kapitalzusagen in Höhe von USD 26 bis 32 Mrd. Zudem sollen die verwalteten Vermögen bis 2033 auf USD 450 Mrd. ansteigen. Das Zahlenset von Partners Group liegt insgesamt über den Erwartungen, einzig beim Reingewinn hätten sich die Marktteilnehmer etwas mehr erhofft.
Galenica hebt die mittelfristige Prognose
Galenica konnte den Umsatz im Geschäftsjahr 2025 um 5.5% auf CHF 4.14 Mrd. steigern, wobei alle Geschäftsbereiche zum Wachstum beitrugen. Das bereinigte EBIT erhöhte sich um 11.3% auf CHF 234.8 Mio., während der bereinigte Nettogewinn um 3.0% auf CHF 188.7 Mio. zunahm. Die bereinigte Umsatzrendite (ROS) verbesserte sich auf 5.7% nach 5.4% im Vorjahr, unterstützt durch eine höhere Bruttomarge und optimierte Personalkosten. Der bereinigte operative Cashflow stieg auf CHF 245.7 Mio. dank der operativen Entwicklung. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung eine Dividendenerhöhung auf CHF 2.50 je Aktie vor (+8.7%). Für 2026 erwartet Galenica ein Umsatzwachstum zwischen 5% und 7% sowie eine EBIT-Steigerung von 6% bis 8%. Die mittelfristige Prognose wurde bis 2027 auf ein bereinigtes EBIT von CHF 270 Mio. (vorher 250 Mio.) angehoben. Die ausgewiesenen Geschäftszahlen liegen im Rahmen der Analystenerwartungen.
Flughafen Zürich erhöht Dividende
Flughafen Zürich erzielte 2025 Erträge von CHF 1'361 Mio. (+3%), davon aviatische Erträge von CHF 709 Mio. (+5%) und nicht-aviatische in der Höhe von CHF 652 Mio. (-0.2%, bereinigt +2%). Der EBITDA stieg um 4% auf CHF 762 Mio., das Konzernergebnis auf CHF 346 Mio. (+6%). Die EBITDA-Marge betrug 56.0% (Vorjahr: 55.3%). Im Jahr 2025 verzeichnete der Flughafen Zürich insgesamt 32.6 Mio. Passagiere, was einem Zuwachs von 4.5% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im internationalen Geschäft stiegen die Erträge bereinigt um 10% auf CHF 114 Mio. Die Investitionen beliefen sich auf CHF 716 Mio. (+25%). Der Verwaltungsrat schlägt eine Dividende von CHF 8.50 je Aktie vor (Vorjahr: CHF 5.7). Die Flughafen Zürich AG erwartet für 2026 weiter steigende Verkehrszahlen am Standort Zürich mit über 33 Mio. Passagieren. Die ausgewiesenen Zahlen liegen am oberen Ende der Analystenerwartungen.
Huber + Suhner mit zweistelligem Bestellungseingang
Huber + Suhner hat im Geschäftsjahr 2025 einen Bestellungseingang von CHF 1'032 Mio. erreicht, was 13.7% über dem Vorjahr liegt. Die EBIT-Marge verbesserte sich auf 10.5% (Vorjahr: 9.7%). Der Nettoumsatz sank um 3.3% auf CHF 864.1 Mio., organisch blieb er jedoch auf Vorjahresniveau (CHF 894.7 Mio. bereinigt um Währung und Kupferpreis). Der Auftragsbestand lag Ende Dezember bei CHF 432.2 Mio. mit einem Book-to-Bill-Verhältnis von 1.19. Wachstumstreiber waren die Data-Center-Initiative im Communication-Segment sowie die breite Nachfrage im Industry-Segment mit zweistelligem Plus, während Transportation stabil blieb. Der Verwaltungsrat schlägt eine Dividende von CHF 2.00 je Aktie vor (zuvor CHF 1.90). Für 2026 erwartet das Unternehmen ein organisches Umsatzwachstum von mindestens 10% sowie eine EBIT-Marge im oberen Bereich der Zielspanne von 9% bis 12%. Das Zahlenset von Huber + Suhner entspricht den Analystenerwartungen.
Sensirion steigert Profitabilität
Sensirion hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatz von CHF 342.4 Mio. abgeschlossen, was einem Wachstum von 23.8% (29.2% in lokalen Währungen) entspricht. Die Bruttomarge verbesserte sich deutlich auf 52.3%. Der EBITDA stieg auf CHF 63.5 Mio. (+119% zum Vorjahr) mit einer Marge von 18.5% (Vorjahr: 10.5%). Der operative Gewinn stieg auf CHF 42.8 Mio. Der Reingewinn kam bei CHF 20.1 Mio. zu liegen (Vorjahr CHF -28.9 Mio.). Haupttreiber waren A2L-Lecksensoren für Klimaanlagen in den USA sowie Wachstum in drei von vier Endmärkten. Der operative Cashflow konnte auf CHF 58.3 Mio. (+57%) gesteigert werden. Für 2026 erwartet Sensirion ein Umsatzwachstum von 5% bis 12% in konstanten Währungen (CHF 335 bis 360 Mio.) bei stabiler EBITDA-Marge in den mittleren bis hohen 10er-Prozenten. Der mittelfristige Ausblick wurde bestätigt. Der ausgewiesene Umsatz und EBITDA liegen am oberen Ende der Analystenerwartungen, während sich der Reingewinn am unteren Ende befindet.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.11%; DE: 2.86%; CH: 0.42%
Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe stieg gestern zunächst wegen Inflationssorgen infolge höherer Ölpreise auf über 4.2%, gab mit dem späteren Rückgang des Ölpreises jedoch wieder nach. Insgesamt sank sie um 4 Basispunkte. Die Zinsen in Europa und der Schweiz folgten dieser Entwicklung. Seit Ausbruch des Nahostkriegs sind die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen um 17 Basispunkte gestiegen, jene deutscher Bundes- und Schweizer Eidgenossenanleihen um gut 21 Basispunkte.
Währungen
Euro in Franken: 0.904
US-Dollar in Franken: 0.777
Euro in US-Dollar: 1.163
Der Schweizer Franken war gestern wenig gefragt und verlor gegenüber allen wichtigen Währungen an Wert. Der US-Dollar gab nach Aussagen von Donald Trump zu einem möglichen Kriegsende ebenfalls nach. Insgesamt hat der Greenback seit Kriegsbeginn jedoch gegenüber den meisten G10-Währungen an Wert gewonnen.
Rohwarenmärkte
Ölpreis WTI: USD 89.74 pro Fass
Goldpreis: USD 5'173.61 pro Unze
Der Ölpreis der US-Sorte WTI stieg gestern Morgen auf fast 120 US-Dollar pro Fass und erreichte damit den höchsten Stand seit Sommer 2022. Im Tagesverlauf gab er jedoch deutlich nach und liegt aktuell wieder unter 90 US-Dollar. Für etwas Beruhigung sorgten Aussagen von Donald Trump, wonach der Krieg so gut wie beendet sei, sowie die Ankündigung, ölbezogene Sanktionen zu lockern. Dennoch liegt der Ölpreis weiterhin rund 25 US-Dollar über dem Niveau vor der Eskalation.
Unsere aktuelle Einschätzung zur Lage im Nahen Osten und den Auswirkungen auf die Finanzmärkte finden Sie in unserem Bericht «Der Krieg im Nahen Osten macht die Energiemärkte nervös».
Wirtschaft und Konjunktur
Es wurden gestern keine Wirtschaftsdaten aus der ersten Reihe publiziert.
Céline Koster
8021 Zürich
Florian Hiltpold
8021 Zürich
Angela Truniger
8021 Zürich
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