Renditeliegenschaften
Herbstausgabe 2021

Preisentwicklungen für Renditeliegenschaften im Bereich Wohnen und Geschäft für die Kantone St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden. 

Die Mietwohnungsnachfrage erfuhr im Kanton St. Gallen zuletzt wieder etwas stärkere Impulse, nachdem die hiesige Einwohnerzahl im 2021 ein reges Wachstum von 0.9 Prozent verzeichnet hatte. So lag die Zahl der auf den Vermarktungsplattformen registrierten Suchabos für Mietobjekte im April 2022 um 7 Prozent über dem Vorjahreswert. Auch die Auswahl bezugsbereiter Wohnungen hat sich etwas verkleinert. Besonders die Insertionszahl von Mietwohnungen mit 3 bis 4.5 Zimmern ist im Kanton St. Gallen deutlich zurückgegangen, während sie im Bereich der Kleinwohnungen mit höchstens 2.5 Zimmern leicht zugelegt hat. Darin spiegelt sich der gewachsene Bedarf an grossen Wohnungen, welche genügend Platz für das Arbeiten im Homeoffice bieten.

Angebot und Baumarkt

Das Mietwohnungsangebot hat sich in den vergangenen Monaten abermals leicht reduziert und liegt nun 15 Prozent unter dem vor zwei Jahren gemessenen Niveau. Mit 7.3 Prozent inserierten Mietwohnungen am Bestand ist das Angebot im 1. Quartal 2022 aber immer noch vergleichsweise gross, wobei die Regionen Sarganserland, Toggenburg und St. Gallen eine besonderes reichhaltige Auswahl aufweisen. Die Neubautätigkeit verliert allerdings an Dynamik: Es liegen nun doch deutlich weniger Baugesuche für Mietwohnungen vor, als dies in den vergangenen Jahren der Fall war.

Preisentwicklung

Ähnlich wie im Gesamtschweizer Durchschnitt gaben die Mietpreise auch im Kanton St. Gallen zuletzt nicht mehr so stark nach wie in den vergangenen Jahren: Im 1. Quartal 2022 lag hier der mittlere Angebotspreis um 0.8 Prozent unter dem Vorjahresquartal (Gesamtschweizer Durchschnitt: minus 1.6 Prozent). Der Rückgang ist hauptsächlich auf grösser werdende Anteile an Altbauwohnungen mit tieferen Mietpreisniveaus zurückzuführen. Die Marktmieten für Wohnungen vergleichbarer Qualität und für Neubauwohnungen entwickeln sich robust.

Ausblick

Im laufenden Jahr dürften sich die durchschnittlichen Angebotsmieten für Wohnungen im Kanton St. Gallen seitwärts bewegen oder punktuell gar steigen. Der Grund: Einerseits wächst die Haushaltsnachfrage gegenwärtig überdurchschnittlich, andererseits sind bei der Neubautätigkeit von Mietwohnungen im Kanton St. Gallen derzeit wenig zusätzliche Impulse zu erkennen. Somit deutet alles darauf hin, dass hier das Angebot an bezugsbereiten Wohnungen in diesem Jahr noch mehr schrumpfen wird.

Preislandschaft Wohnungsmieten

Preislandschaft Wohnungsmieten

Entwicklung Wohnungsmieten

Entwicklung der Wohnungsmieten
(Index 1. Quartal 2012 = 100)

Zu Beginn des Jahres 2022 präsentierten sich die Perspektiven für die Ostschweizer Geschäftsflächenmärkte trotz Widrigkeiten im globalen Umfeld vergleichsweise erfreulich. Insbesondere der hiesige Dienstleistungssektor expandierte und generierte eine Flächennachfrage. Viele der in der Ostschweiz ansässigen Unternehmen melden zwar nach wie vor eine gute Auftragslage – mit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges haben die Unsicherheiten und wirtschaftlichen Belastungen in Form von Materialengpässen sowie von steigenden Rohstoff- und Energiepreisen jedoch zugenommen. Die konjunkturelle Lage in der Schweiz bleibt im Vergleich zu vielen anderen Ländern weiterhin robust, auch wenn das Wachstum an Schwung verlieren dürfte.

Angebot und Baumarkt

Im regionalen Büromarkt St. Gallens zeigt sich angebotsseitig eine leichte Zunahme: Im ersten Quartal 2022 waren hier rund 5 Prozent mehr Flächen ausgeschrieben als noch im Vorjahresquartal. Mit 6.1 Prozent des Bestands liegt die Angebotsziffer jedoch noch unter dem nationalen Durchschnitt von 6.9 Prozent. Zudem ist die Neubautätigkeit in diesem Segment fast zum Erliegen gekommen. Auch bei den Verkaufsflächen wurden in den vergangenen zwölf Monaten deutlich weniger Neubaugesuche eingereicht als in der Vorjahresperiode.

Mietpreisentwicklung

Die inserierten Mietpreise für Büroflächen setzten im Kanton St. Gallen ihren Aufwärtstrend fort und lagen im 1. Quartal 2022 um knapp 2 Prozent über dem entsprechenden Vorjahrswert, während sie sich im landesweiten Durchschnitt rückläufig entwickelten. Auch der Angebotsmietindex für Verkaufsflächen legte jüngst wieder etwas zu, allerdings bewegt sich dieses Teilsegment des Geschäftsflächenmarktes nach wie vor in einem anspruchsvollen Umfeld.

Ausblick:

Mit den gewachsenen Herausforderungen ist die Beschäftigungsentwicklung in der Ostschweiz zwar erhöhten Risiken ausgesetzt. Dennoch stehen die Zeichen gut, dass sich die Nachfrage nach Büro- und Gewerbeflächen in diesem Jahr robust entwickeln wird: Der hiesige Arbeitsmarkt zeigt sich dynamisch, und die Anzahl offener Stellen liegt in der Ostschweiz deutlich über dem Vorjahreswert. Im Verkaufsflächenmarkt ist aufgrund des Strukturwandels damit zu rechnen, dass auch künftig weniger Flächen durch den stationären Handel angemietet werden. Zunehmend treten aber persönliche Dienstleister als potenzielle Nachfragegruppe für kleinere Verkaufsflächen auf.

Preislandschaft

Preislandschaft Büroflächen

Preislandschaft Büroflächen

Preislandschaft Verkaufsflächen

Preislandschaft Verkaufsflächen

Entwicklung Büro- und Verkaufsflächen

Entwicklung der mittleren Angebotsmieten
für Büro- und Verkaufsflächen
(Index 1. Quartal 2012 = 100)