Renditeliegenschaften
Herbstausgabe 2021

Preisentwicklungen für Renditeliegenschaften im Bereich Wohnen und Geschäft für die Kantone St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden. 

Die Mietwohnungsnachfrage zeigt sich im Kanton St. Gallen robust, weist aber angesichts der vergleichsweise hohen Attraktivität von Wohneigentum kein nennenswertes Wachstum auf. So bewegte sich die Zahl der auf den Vermarktungsplattformen registrierten Suchabos im Oktober 2021 auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr. Dabei sind die Märkte in sämtlichen St. Galler Regionen bestens versorgt, und das Angebot bezugsbereiter Mietwohnungen dürfte hier vorerst reichhaltig bleiben. Entsprechend gering ist für Wohnungsanbieter auch in den kommenden Monaten der Spielraum für Mietpreisanstiege bei der Neu- und Wiedervermietung.

Angebot und Baumarkt

Obschon das Mietwohnungsangebot im Kanton St. Gallen in letzter Zeit etwas zurückgegangen ist, präsentiert es sich hier mit 7.7 Prozent am Bestand im 3. Quartal 2021 immer noch überdurchschnittlich umfangreich. Zudem fliessen in dieser Region immer noch beachtliche Summen in den Mietwohnungsbau, denn zahlreiche Projekte befinden sich entweder in der Entwicklungspipeline oder stehen kurz vor der Realisierung. Mittelfristig dürfte die Bautätigkeit jedoch an Tempo verlieren: Im 3. Quartal 2021 waren kantonsweit rund 20 Prozent weniger Mietwohnungen baubewilligt als im 3. Quartal des Vorjahres.

Mietpreise

Die inserierten Wohnungsmieten stehen im Kanton St. Gallen schon seit Längerem unter Druck, was in Anbetracht der erheblichen Konkurrenz unter den Mietwohnungsanbietern kaum überrascht. Ähnlich wie im Gesamtschweizer Durchschnitt hat sich der Abwärtstrend im Laufe des vergangenen Jahres sogar noch etwas akzentuiert: Im 3. Quartal 2021 lag hier der mittlere Angebotspreis um 1.6 Prozent unter dem Vorjahresquartal (Gesamtschweizer Durchschnitt: minus 2.7 Prozent).

Ausblick

Wegen der zurzeit noch regen Neubautätigkeit ist davon auszugehen, dass das Angebot bezugsbereiter Mietwohnungen im Kanton St. Gallen auch im Jahr 2022 reichhaltig bleiben wird. Immerhin ist mit einem lebhaften Wohnungsbedarf zu rechnen, sodass der Rückgang der Marktmieten schwächer ausfallen dürfte als in den vergangenen Monaten. Die besten Vermarktungschancen besitzen derzeit geräumige Mietwohnungen mit mindestens 4 Zimmern, welche inzwischen gefragter sind als kleinere Einheiten.

Preislandschaft Wohnungsmieten

Preislandschaft Wohnungsmieten

Entwicklung Wohnungsmieten

Entwicklung der Wohnungsmieten
(Index 1. Quartal 2011 = 100)

Die Ostschweizer Wirtschaft befindet sich auf einem soliden Erholungspfad. Nach den Pandemie-bedingten Verlusten des vergangenen Jahres entwickeln sich die hiesigen Beschäftigtenzahlen wieder leicht aufwärts. Insbesondere der Dienstleistungssektor verzeichnete zwischen Mitte 2020 und Mitte 2021 ein solides Stellenwachstum, was wiederum die Nachfrage nach Geschäftsflächen stützt. Auch die bislang ungebrochene Konsumfreude dürfte die Konjunktur – trotz steigender Preise aufgrund von Lieferschwierigkeiten – in Zukunft antreiben. Die weiteren Aussichten bleiben daher im Gesamtkontext positiv, und zahlreiche der in der Ostschweiz ansässigen Unternehmen rechnen mit einer anhaltenden Verbesserung der Geschäftslage.

Angebot und Baumarkt

Nachdem zu Beginn des Jahres bei den Büroflächen eine Reduktion des Angebots im Verhältnis zum Bestand zu beobachten war, stieg dank reger Bautätigkeit in der ersten Jahreshälfte das Flächenangebot. Dieses liegt mit einer Angebotsquote von 6.3 Prozent nun wieder um 10 Prozent höher als zu Beginn des Jahres. Gemessen am Bestand bewegt sich das Mietangebot zudem fast überall im nationalen Durchschnitt oder darunter (so beispielsweise in der Region Wil). Die Bautätigkeit im Kanton St. Gallen hält sich relativ konstant und birgt daher relativ wenig Potenzial für grosse Veränderungen des Angebots.

Mietpreisentwicklung

Während bei den inserierten Mietpreisen für Büroflächen im Jahresvergleich ein Anstieg von 1.4 Prozent resultierte, zeigt sich bei den Verkaufsflächen ein gegenteiliges Bild. Die Mieten sind dort auf kantonaler Ebene um 3.3 Prozent gesunken. In den einzelnen Regionen war diese Entwicklung aber äusserst heterogen. Zum Beispiel erhöhten sich die Mietpreise für Verkaufsflächen im Sarganserland zwischenzeitlich, gleichzeitig erfolgte im Gegenzug eine Reduktion im Rheintal.

Ausblick:

Die Perspektiven für die Vermieter von Geschäftsgebäuden bleiben herausfordernd. Strukturelle Nachfrageveränderungen im Zuge der Pandemie haben auch im kommenden Jahr das Potenzial, Druck auf die erzielbaren Geschäftsmieten auszuüben. Einschneidende Flächenreduktionen im Büromarkt sind jedoch weiterhin eher unwahrscheinlich. So zeigte eine kürzlich durchgeführte, breit angelegte Befragung diverser Führungspersonen, dass das Homeoffice zwar gekommen ist, um zu bleiben – jedoch dürfte dies in vielen Branchen zu geringeren Flächeneinsparungen führen, als zunächst erwartet wurde.

Preislandschaft

Preislandschaft Büroflächen

Preislandschaft Büroflächen

Preislandschaft Verkaufsflächen

Preislandschaft Verkaufsflächen

Entwicklung Büro- und Verkaufsflächen

Entwicklung der mittleren Angebotsmieten
für Büro- und Verkaufsflächen
(Index 1. Quartal 2011 = 100)