17. Juni 2026, Tägliche Marktsicht
Zykliker ziehen SMI nach oben
Nach der Erzielung eines Rahmenabkommens im Iran-Konflikt waren gestern weiterhin zyklische Aktien gefragt, während die beiden defensiven Pharma-Schwergewichte Roche und Novartis erneut Verluste verbuchten.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.32%, SPI: +0.18%, SMIM: -0.11%
Der Schweizer Aktienmarkt gab einen Teil der erzielten Tagesgewinne bis Handelsende wieder ab. Der Leitindex SMI schloss schlussendlich 0.3% höher. Bei den grosskapitalisierten Werten standen elf Gewinner neun Verlierern gegenüber. Ausgebremst wurde der Schweizer Markt, wie am Vortag, vor allem von den Pharma-Schwergewichten Roche (-0.6%) und Novartis (-0.4%). Aufgrund der zunehmenden Friedenshoffnung im Iran-Konflikt haben die Märkte wieder auf «Risk-On» geschaltet. Geplant ist die formelle Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran am kommenden Freitag auf dem Bürgenstock. Gleichzeitig war am Markt auch eine gewisse Zurückhaltung vor dem heutigen Entscheid der US-Notenbank zu spüren. Tagesverlierer waren die Aktien von Holcim (-1.5%), Logitech (-1.4%) und Swisscom (-1.4%). Angeführt wurde das Tableau entsprechend von den Zyklikern Amrize (+2.1%), ABB (+1.7%), UBS (+1.7%) und Richemont (+1.1%). Enttäuschende Konjunkturdaten aus China belasteten die Uhren- und Luxuswerte ungleichmässig. Die Aktien von Swatch gaben um 1.2% nach, während Richemont 1.1% zulegen konnte. Die Aktien von Partners Group (+0.2%) profitierten von weiteren Managementkäufen in Millionenhöhe.
Im breiten Markt sackten die Aktien von Cicor (-4.7%) nach der Ankündigung eines Effizienzprogramms ab. Siegfried (-7.6%), Huber+Suhner (-5.6%) und SMG (-1.9%) litten unter Brokerrückstufungen. Klar nach oben ging es hingegen für Belimo (+4.3%) und Polypeptide (+5.7%), angetrieben von Kurszielanhebungen. Seit Anfang April hat der Belimo-Kurs damit rund 50% zugelegt.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +0.45%, DAX: +0.07%
Auch die europäischen Aktienmärkte zeigten sich gestern freundlich. Der länderübergreifende EuroStoxx50 legte um 0.5% zu. Der zyklischere deutsche DAX gewann 0.1% hinzu und der französische CAC40 avancierte um 0.8%. Unter Druck standen die Automobilwerte. Diese litten unter dem Verkaufseinbruch auf dem chinesischen Markt im Mai. Auf Branchenstufe waren Finanzen, Industrie und Basiskonsum gefragt. Unter Abgabedruck standen Technologie, Gesundheit und Kommunikationsdienste. Im Technologiesektor belasteten die Halbleiterwerte ASML (-1.9%), STMicroelectronics (-4.1%) und Infineon (-1.8%).
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.64%, S&P 500: -0.57%, Nasdaq: -1.15%
Verluste bei den Technologiewerten bremsten gestern die US-Aktienmärkte aus. Während der Leitindex Dow Jones (+0.9%) ein neues Rekordhoch markierte und von sinkenden Inflationssorgen profitierte, gab der breiter gefasste S&P 500 um 0.6% nach. Am stärksten unter die Räder kam der technologielastige Nasdaq (-1.2%), nach einer Verkaufswelle bei den Halbleiterwerten. Auch herrsche vor dem heutigen US-Zinsentscheid eine gewisse Nervosität. Er wird erwartet, dass bei der ersten Sitzung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh das Zinsniveau unverändert bleibt. Gleichzeitig erhofft sich der Markt Signale zur weiteren Geldpolitik. Weiter nach oben ging es für SpaceX (+4.7%), welche gemessen an der Marktkapitalisierung Amazon (-0.1%) überholten und zum weltweit fünftgrössten Unternehmen aufstiegen. Unter Abgabedruck standen vor allem Marvell Technology (-9.9%), Intel (-8.5%), AMD (-7.3%), Micron (-6.2%) und Broadcom (-4.4%) aus dem Halbleitersegment.
Unternehmen
Straumann straft die Short-Seller
Der Zahnimplantatespezialist Straumann erhöht heute Morgen den Ausblick für den operativen Gewinn. Neu soll für das laufende Jahr eine Verbesserung der Kern-EBIT-Marge von 140 bis 170 Basispunkten erreicht werden (zuvor: 30 bis 60 Basispunkte). Grund für die Erhöhung sind operative Verbesserungen in allen Geschäftsbereichen, ein günstiger geografischer Mix sowie geringere Zölle als zuvor erwartet. Der Umsatz soll, wie ursprünglich kommuniziert, ein hohes einstelliges organisches Wachstum erreichen.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.43%; DE: 2.93%; CH: 0.36%
Die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen sowie deutscher Bundesanleihen notieren derzeit auf dem Niveau von Anfang Monat. Die Rendite der 10-jährigen Schweizer Eidgenossenschaftsanleihe ist zuletzt auf 0.36% gefallen und notiert damit auf dem tiefsten Stand seit Anfang April. Im Fokus steht heute Abend der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed. Eine Änderung der Leitzinsen wäre eine Überraschung. Die Unbekannte ist, wie der neue Fed-Präsident Kevin Warsh den Entscheid kommunizieren wird. Am Donnerstag folgt zudem der Zinsentscheid der Schweizerischen Nationalbank. Die Märkte rechnen derzeit mit einem unveränderten Leitzins.
Währungen
Euro in Franken: 0.919
US-Dollar in Franken: 0.792
Euro in US-Dollar: 1.161
Am Devisenmarkt herrschte im Vorfeld des heutigen Fed-Zinsentscheids Zurückhaltung. Eine Zinsänderung in den USA wird nicht erwartet, der Fokus liegt vielmehr auf der anschliessenden Pressekonferenz des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh. Für den US-Dollar wird ausschlaggebend sein, wie sich Warsh zum weiteren geldpolitischen Kurs äussern wird. Ein US-Dollar kostet derzeit rund 79 Rappen und notiert damit auf dem gleichen Niveau wie zum Jahresstart. Der Euro notiert gegenüber dem Franken bei 92 Rappen und damit etwa ein Prozent unter dem Stand von Anfang Jahr.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 78.06 pro Fass
Goldpreis: USD 4'326.16 pro Unze
Mit der Hoffnung auf eine dauerhafte Beruhigung der Lage am Persischen Golf ist der Ölpreis in den letzten fünf Handelstagen um über 16% gefallen. Damit handelt Brent erstmals seit Mitte März wieder unter 80 US-Dollar pro Fass. Das angekündigte Abkommen zwischen den USA und dem Iran wirkt weiterhin nach. Gleichzeitig ist klar, dass der Deal erst der Auftakt weiterer schwieriger Verhandlungen ist. Im Fokus stehen nun die Normalisierung der Schifffahrt in der Strasse von Hormus sowie das Ausmass der Schäden an der regionalen Energieinfrastruktur.
Wirtschaft und Konjunktur
Es wurden gestern keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe publiziert.
Tobias Kistler
8021 Zürich
Daniel Wachter
8021 Zürich
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