12. Mai 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
Zwischen Hoffnung und Eskalation im Iran-Konflikt
Die globalen Aktienmärkte schlossen zum Wochenstart nahezu unverändert. Heute stehen die Quartalsberichte von PSP Swiss Property und Tecan im Fokus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.01%, SPI: +0.00%, SMIM: -0.67%
Der Schweizer Aktienmarkt zeigte sich zum Wochenstart richtungslos und schloss nahezu unverändert. Belastet wurde die Stimmung durch die anhaltende Unsicherheit im Nahostkonflikt sowie erneut gescheiterte Gespräche zwischen den USA und dem Iran. Der Ölpreis stieg zunächst deutlich an, gab im Tagesverlauf jedoch einen Teil der Gewinne wieder ab. Anleger hielten sich zudem vor den heute anstehenden US-Inflationsdaten und dem für diese Woche geplanten Treffen zwischen US-Präsident Trump und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping zurück. Nach einem Auf und Ab schloss der SMI (+0.01%) kaum verändert. Der SMIM mit den mittelgrossen Werten verlor 0.67%, während der marktbreite SPI auf Vortagesniveau schloss. Von den 20 SMI-Werten schlossen 11 mit positivem Vorzeichen.
Gestützt wurde der SMI insbesondere von den defensiven Schwergewichten Roche (+1.3%) und Novartis (+0.3%), die ohne spezifische Unternehmensnachrichten zulegten. Ebenfalls gefragt waren Zurich Insurance (+1.1%), die morgen die 1. Quartalszahlen publiziert, sowie ABB (+1.9%) und Holcim (+1.2%). Belastet wurde der Markt hingegen von Nestlé (-1.8%) sowie konjunktursensitiven Titeln wie Richemont (-2.6%) Geberit (-1.7%), Sika (-1.1%) und Amrize (-1.0%). Richemont wurde von den im April überraschend deutlich gestiegenen chinesischen Verbraucherpreisen unter Druck gesetzt. Der Kursrückgang von 3.0% bei den Aktien von Swiss Life war auf den Dividendenabschlag von CHF 36.50 zurückzuführen und damit rein technischer Natur.
Am breiten Markt fielen Lindt & Sprüngli (-3.4%) auf. Belastet wurde die Aktie durch Berichte über eine schwächere Nachfrage nach Osterprodukten sowie vereinzelte Preissenkungen in bestimmten Sortimenten. Swatch (-4.1%) gab einen Teil der jüngsten Kursgewinne wieder ab. Negativ wirkten bestätigte Verkaufsempfehlungen mehrerer Broker sowie eine nachlassende Euphorie rund um die inzwischen offiziell bestätigte Kooperation mit Audemars Piguet. Zudem richtet sich der Blick auf die heute Dienstag stattfindende Generalversammlung, an der US-Investor Steven Wood erneut gegen den Widerstand der Hayek-Familie in den Verwaltungsrat gewählt werden möchte. AMS-Osram profitierte von einer Ratingerhöhung durch einen Broker, worauf der Aktienkurs einen Sprung von 13.2% nach oben machte.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: -0.27%, DAX: +0.05%
Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich zum Wochenauftakt von der uneinheitlichen Seite. Während der italienische FTSE MIB (+0.8%), der britische FTSE 100 (+0.4%) und der deutsche DAX (+0.1%) Gewinne verzeichneten, verloren der französische CAC 40 (-0.7%), der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx50 (-0.3%) und der spanische IBEX 35 (-0.2%) an Wert. Auf Sektorenebene mussten einzig die Bereiche Zyklischer Konsum, Basiskonsum und Technologie Verluste hinnehmen. Überdurchschnittlich zeigten sich die Branchen Grundstoffe, Energie und Versorger. Unter Abgaben litten die Aktien von LVMH (-4.4%). Der Luxusgüterhersteller litt unter einem negativen Analystenkommentar sowie unter den überraschend gestiegenen chinesischen Verbraucherpreisen. Renault (-2.3%) und Stellantis (-1.8%) gerieten nach Abstufungen durch einen Broker unter Druck.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.19%, S&P 500: +0.19%, Nasdaq: +0.10%
Die amerikanischen Aktienmärkte starteten verhalten in die neue Börsenwoche. Der Leitindex DowJones und der marktbreite S&P500 legten um 0.2% zu. Der technologielastige Nasdaq gewann 0.1% an Wert. Anleger agierten vor den heute anstehenden US-Inflationsdaten sowie angesichts der anhaltenden Unsicherheit im Nahostkonflikt zurückhaltend. Im Fokus steht insbesondere die Frage, wie sich die zuletzt gestiegenen Ölpreise auf Inflation und Geldpolitik auswirken werden. Lumentum legte um 16.5% zu, nachdem bekannt wurde, dass der Hersteller optoelektronischer Komponenten ab dem 18. Mai 2026 in den Nasdaq 100 aufgenommen wird. Unter Abgabedruck stand hingegen Dell (-5.2%), nachdem ein Broker das Rating reduzierte. Goodyear verlor 8.5%, nachdem die Absatzzahlen für das erste Quartal die Markterwartungen leicht verfehlt hatten.
Unternehmensberichte
PSP Swiss Property übertrifft beim Reingewinn, Leerstandsquote steigt leicht an
PSP Swiss Property konnte den Liegenschaftsertrag im 1. Quartal 2026 um 0.7% auf CHF 87.5 Mio. steigern. Der Betriebsgewinn ohne Liegenschaftserfolg (EBITDA) belief sich auf CHF 74.4 Mio., was einem Rückgang von 0.3% im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht. Der Reingewinn ohne Liegenschaftserfolg stieg um 8.4% auf CHF 54.2 Mio. Unter Einbezug von Neubewertungen resultierte ein Reingewinn von CHF 64.8 Mio., was gegenüber dem 1. Quartal 2025 einem Anstieg von 6.9% entspricht. Die Leerstandsquote erhöhte sich von 3.5% per Ende 2025 auf 3.9%. PSP Swiss Property bestätigt die Prognose für das Gesamtjahr und rechnet mit einer weiterhin positiven Entwicklung des Schweizer Immobilienmarktes. Das Unternehmen peilt einen EBITDA ohne Liegenschaftserfolg von rund CHF 310 Mio. an und eine Leerstandquote von 3.5%. Damit übertraf PSP die Analystenerwartungen beim Reingewinn deutlich, verfehlte jedoch die Prognosen bei der Leerstandsquote. Die übrigen Kennzahlen lagen leicht unter den Konsensschätzungen.
Tecan wächst moderat und bestätigt den Ausblick
Tecan publizierte heute Morgen ein qualitatives Update. Der Laborausrüster erzielte im 1. Quartal 2026 einen um 3.4% höheren Umsatz in Lokalwährungen. Der Auftragseingang stieg um 6.7% in Lokalwährungen, wobei das Book-to-Bill-Verhältnis in beiden Geschäftssegmenten über 1 lag. Im Segment Life Sciences Business wurde das Wachstum in Lokalwährungen von 1.3% insbesondere von Biopharma-Kunden getragen. Im Geschäftssegment Partnering Business, das in Lokalwährungen um 4.9% wuchs, stützten vor allem die Bereiche Diagnostik und Medtech die Entwicklung, während die Life-Science-Forschung wie erwartet schwächer ausfiel. Tecan bestätigt die Prognose für das Geschäftsjahr 2026, mit einem Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich in Lokalwährungen und einer bereinigten EBITDA-Marge von 15.5% bis 16.5%. Auch den mittelfristigen Ausblick bestätigt Tecan, wobei der Laborausrüster bis 2028 einen Umsatz von CHF 1 Mrd. erzielen will und eine bereinigte EBITDA-Marge von 20% erreichen möchte. Die publizierten Zahlen treffen in etwa die Markterwartungen.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.42%; DE: 3.04%; CH: 0.41%
Der Krieg im Nahen Osten bleibt das dominierende Thema an den Kapitalmärkten. Die Renditen langlaufender Staatsanleihen stiegen gestern angesichts des höheren Ölpreises wieder leicht an. Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe legte im Tagesverlauf um rund sechs Basispunkte zu. Auch in der Schweiz und in Europa zogen die langfristigen Zinsen leicht an. Im Fokus stehen heute Nachmittag die neuesten US-Inflationsdaten. Sie dürften Hinweise darauf liefern, wie stark sich die höheren Energiepreise bereits auf die Konsumentenpreise auswirken.
Währungen
Euro in Franken: 0.917
US-Dollar in Franken: 0.780
Euro in US-Dollar: 1.176
Auch an den Devisenmärkten bleibt der Konflikt im Nahen Osten im Fokus. Der US-Dollar legte gestern zunächst zusammen mit dem Ölpreis zu. Ein Muster, das seit Ausbruch des Kriegs im Iran Ende Februar immer wieder zu beobachten ist. Im weiteren Tagesverlauf gaben jedoch sowohl der Ölpreis als auch der US-Dollar einen Teil ihrer Gewinne wieder ab. Eine nachhaltige Trendumkehr nach der Dollarschwäche vom Vorjahr ist aber nicht erkennbar. Gegenüber dem Schweizer Franken notiert der Greenback im Vergleich zum Jahresbeginn 2026 weiterhin im Minus.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 104.95 pro Fass
Goldpreis: USD 4'719.89 pro Unze
Die Nordseeölsorte Brent setzte gestern seinen Aufwärtstrend vom Freitag fort. Da auch über das Wochenende keine Fortschritte bei den diplomatischen Bemühungen zur Entschärfung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran erzielt wurden, stieg der Ölpreis gestern Vormittag zeitweise auf nahezu 106 US-Dollar pro Fass. Im weiteren Tagesverlauf gab er jedoch einen Teil der Gewinne wieder ab.
Wirtschaft und Konjunktur
Es wurden gestern keine Konjunkturdaten aus der ersten Reihe publiziert.
Céline Keller
8021 Zürich
Anja Felder
8021 Zürich
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