20. März 2026, Meine Anlagewelt | Zinsen & Geldpolitik
Die Notenbanken warten ab
Mit dem Ausbruch des Iran-Kriegs hat sich die Ausgangslage für die Notenbanken schlagartig verändert. Dennoch besteht aktuell noch kein Handlungsbedarf.
Mitte März gaben die US-Notenbank Fed, die Europäische Zentralbank (EZB) und die Schweizerische Nationalbank (SNB) bekannt, ihren jeweiligen Leitzins erwartungsgemäss unverändert zu belassen. Das Interesse der Marktteilnehmer galt dabei vor allem den Einschätzungen der Notenbanken zu den möglichen Auswirkungen des Iran-Kriegs auf Konjunktur und Inflation.
Mehr Inflation, weniger Wachstum
Einig sind sich die Notenbanken dahingehend, dass der Krieg im Nahen Osten aufgrund der gestiegenen Energiepreise deutliche Aufwärtsrisiken für die Inflation mit sich bringt. Gleichzeitig sind jedoch auch die Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum gestiegen. Insbesondere die Europäische Zentralbank revidierte ihre Prognose für das BIP-Wachstum 2026 deutlich nach unten: von 1.2% auf 0.9%. Gleichzeitig erhöhten die EZB-Ökonomen ihre Inflationsprognose für das Jahr 2026 von 1.9% auf 2.6%. Die Schweizerische Nationalbank erwartet für das Jahr 2026 weiterhin ein leicht unterdurchschnittliches Wirtschaftswachstum von 1%. Aufgrund der gestiegenen Energiepreise liegt jedoch auch in der Schweiz die Inflationsprognose für die nächsten Quartale höher als noch im Dezember. Mittelfristig hat sich der Inflationsdruck aufgrund des starken Schweizer Frankens jedoch kaum verändert.
Keine Anpassung des SNB-Leitzinses nötig
Dennoch haben die stark gestiegenen Energiepreise die Inflationsbefürchtungen und damit auch die Zinserwartungen kräftig nach oben getrieben. Entsprechend sind die Kapitalmarktzinsen deutlich angestiegen. Je länger die Strasse von Hormus blockiert bleibt und die Energiepreise in der Folge hoch bleiben oder gar noch weiter steigen, desto stärker wird auch der Inflationsdruck ausfallen. Allerdings braucht es in der Schweiz einiges, bis die Inflation wieder über die obere Grenze des Zielbands von 0-2% steigen würde. Eine Veränderung des Leitzinses ist deshalb aus unserer Sicht vorderhand nicht angezeigt. Wir gehen deshalb davon aus, dass sich die Kapitalmarktzinsen mittelfristig wieder nach unten bewegen werden. Das kann jedoch durchaus noch ein paar Wochen dauern.
Unsere Zinsprognosen auf einen Blick
| 20.03.26 | In 3 Monaten | In 12 Monaten | |
|---|---|---|---|
| SARON | -0.05% | -0.10% bis 0.00% | -0.10% bis 0.00% |
| Swap 5 Jahre | 0.35% | 0.30% bis 0.50% | 0.05% bis 0.25% |
| Swap 10 Jahre | 0.58% | 0.55% bis 0.75% | 0.35% bis 0.55% |
Langfristige Zinsentwicklung
Patrick Häfeli
8021 Zürich
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