03. Juli 2026, Tägliche Marktsicht
Weiteres Rekordhoch am Schweizer Aktienmarkt
Der SMI erreichte ein neues Allzeithoch. Rückenwind lieferten die Schwergewichte sowie Hoffnungen auf eine weniger restriktive US-Geldpolitik.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +1.69%, SPI: +1.45%, SMIM: +0.73%
Der Schweizer Aktienmarkt konnte nach dem schwachen Semesterstart wieder deutlich zulegen. Der Leitindex SMI überschritt im Tagesverlauf erstmals die Marke von 14'400 Punkten und markierte damit ein weiteres Rekordhoch. Für Unterstützung sorgten insbesondere die starke Entwicklung der drei Indexschwergewichte sowie breit abgestützte Kursgewinne. Zudem nährten schwächer als erwartete US-Arbeitsmarktdaten die Hoffnung auf eine weniger restriktive Geldpolitik der US-Notenbank. An der Spitze des SMI stand Roche mit einem Plus von 3.9%. Auch Novartis (+2.4%) und Nestlé (+1.9%) verzeichneten deutliche Kursgewinne. Nestlé übertraf im Tagesverlauf zudem das bisherige Jahreshoch von CHF 84.65, das im März erreicht wurde. Von den 20 SMI-Titeln schlossen lediglich ABB (-1.5%) und Logitech (-0.7%) im Minus. Im Markt war eine Sektorrotation zu beobachten. Nach der starken Entwicklung der Technologiewerte in den vergangenen Wochen rückten zunehmend konjunktursensitive Titel in den Fokus. Getrieben wurde diese Entwicklung von der Hoffnung auf eine Verbesserung der wirtschaftlichen Aussichten. Entsprechend gehörten Holcim (+2.9%), Kühne + Nagel (+2.6%) und Sika (+2.3%) zu den Gewinnern. Unter Druck standen dagegen Halbleiterwerte wie Comet (-5.8%), Inficon (-3.4%) und VAT (-2.7%) sowie Belimo (-2.6%). Daneben profitierte die Lebensmittelbranche von besser als erwarteten Quartalszahlen des US-Nahrungsmittelkonzerns General Mills. Orior gewann 8.4% hinzu, Barry Callebaut legte um 2.9% zu, Lindt & Sprüngli stieg um 2.5% und Emmi schloss 1.1% höher. Auch Finanzwerte waren gefragt. UBS (+2.0%) und Julius Bär (+2.9%) entwickelten sich überdurchschnittlich. Tecan setzte den positiven Trend nach einer Broker-Hochstufung fort und gewann weitere 2.7%. Galderma erholte sich nach den jüngsten Kursverlusten im Zusammenhang mit einem Zulassungsentscheid für ein Hautstraffungsprodukt leicht und schloss 0.8% höher.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +1.24%, DAX: +2.18%
Die europäischen Aktienmärkte konnten sich gestern nach dem schwachen Vortag deutlich erholen und verzeichneten breit abgestützte Kursgewinne. Am stärksten legte der deutsche DAX (+2.2%) zu und markierte damit ein neues Rekordhoch. Es folgten der britische FTSE 100 (+1.7%) sowie der französische CAC 40 (+1.7%). Für Rückenwind sorgten die am Nachmittag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten. Der Beschäftigungsaufbau fiel schwächer aus als erwartet und nährte die Hoffnung auf eine weniger restriktive Geldpolitik der US-Notenbank. Zusätzliche Unterstützung erhielten die Märkte durch den weiter gesunkenen Ölpreis, der die Inflationssorgen etwas dämpfte. Auf Sektorebene gehörten die defensiven Bereiche Gesundheit, Basiskonsumgüter und Versorger zu den stärksten Gewinnern. Unterdurchschnittlich entwickelte sich hingegen einzig der Technologiesektor. Im DAX stand Bayer mit einem Kursplus von 8.9% an der Spitze. Der Chemiekonzern kündigte an, das US-Geschäft mit dem glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup in die eigenständige Tochtergesellschaft Ruveon auszugliedern. Damit soll das operative Geschäft klarer von den laufenden Rechtsstreitigkeiten getrennt werden. Ebenfalls deutlich gefragt war Rheinmetall, dessen Aktien um 6.1% zulegten.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +1.14%, S&P 500: +0.00%, Nasdaq: -0.80%
Die US-Aktienmärkte schlossen gestern uneinheitlich. Während der Leitindex Dow Jones um 1.1% zulegte, beendete der marktbreite S&P 500 den Handel nahezu unverändert. Der technologielastige Nasdaq verlor hingegen 0.8%. Für Unterstützung sorgten die nachlassenden Sorgen vor weiteren Zinserhöhungen der US-Notenbank, wovon insbesondere der zinssensitivere Dow Jones profitierte. Gleichzeitig belasteten deutliche Kursverluste bei den zuvor stark gelaufenen Halbleiterwerten den Technologiesektor und verhinderten weitere Gewinne im S&P 500. Auch auf Sektorenebene überwogen defensive Werte. Die stärksten Kursgewinne verzeichneten die Bereiche Gesundheit, Basiskonsumgüter und Versorger. Unter Druck standen hingegen die Sektoren Technologie, Kommunikationsdienste und Zyklischer Konsum.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.48%; DE: 2.90%; CH: 0.32%
Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe notierte gestern praktisch unverändert, so auch in Europa und der Schweiz. Der neuste US-Arbeitsmarktbericht dämpft den Handlungsdruck des neuen US-Notenbankchefs Kevin Warsh etwas, indem er weitere Inflationsdaten abwarten kann. Die Terminmärkte preisen die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung am 29. Juli gemäss Fed Funds Futures derzeit bei 20% ein.
Währungen
Euro in Franken: 0.918
US-Dollar in Franken: 0.803
Euro in US-Dollar: 1.144
Der US-Dollar hat gestern zu allen anderen wichtigen Währungen nachgegeben. Der Dollarindex hielt sich nahe einem Zweiwochentief, nachdem schwache US-Arbeitsmarktdaten die Spekulationen auf eine restriktivere Fed-Politik gedämpft hatten.
Der Dollar kostete zum Franken im Tagesverlauf rund einen halben Rappen weniger als am Morgen, kann sich aber über der Marke von 80 Rappen halten.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 72.23 pro Fass
Goldpreis: USD 4'174.80 pro Unze
Die Waffenruhe im Nahen Osten bleibt fragil, während die Gespräche zwischen den USA und Iran andauern. Dennoch reagiert der Erdölpreis deutlich weniger stark auf die täglichen Nachrichten rund um die Strasse von Hormus. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostet rund 72 US-Dollar und hält sich damit weiterhin oberhalb der 70-Dollarmarke. Der Goldpreis erhält Rückenwind vom schwächeren Dollar und überschritt im Tagesverlauf die Marke von 4'100 US-Dollar pro Unze, nachdem er am Mittwoch kurz unter die 4'000 Dollarmarke gefallen war.
Wirtschaft und Konjunktur
USA: Non Farm Payrolls (Juni)
aktuell: 57’000 (erwartet: 113’000, Vormonat: 129’000)
USA: Arbeitslosenrate (Juni)
aktuell: 4.2% (erwartet: 4.3%, Vormonat: 4.3%)
In den USA werden zwar weiter Stellen geschaffen, doch die Dynamik hat deutlich nachgelassen. Im Juni wurden nur halb so viele neue Stellen geschaffen wie erwartet. Zudem wurden die Zahlen aus den beiden Vormonaten nach unten revidiert. Die neuen Stellen verteilen sich auf die Unternehmensdienstleistungen, den Sozialhilfebereich sowie das Gesundheitswesen. In etlichen Branchen gingen somit unter dem Strich Jobs verloren. Zugleich sank die Arbeitslosenquote auf 4.2%, da auch die Erwerbsquote gefallen ist. Wenn diese Quote sinkt, ziehen sich mehr Menschen aus dem Erwerbsleben zurück.
Schweiz: Inflationsrate yoy (Juni)
aktuell: 0.5% (erwartet: 0.5%, Vormonat: 0.6%)
Die Inflationsrate ist im Juni zum Vormonat stabil geblieben. Die Jahresinflation sank leicht auf 0.5%. Damit bewegt sich die Inflation in etwa auf dem Niveau der Vormonate, im April und Mai lag sie jeweils bei 0.6%. Die Kerninflation notiert mit 0.3% im internationalen Vergleich ebenfalls weiterhin tief. Haupttreiber bleibt der Dienstleistungssektor mit einem Preisanstieg von 0.9%, während die Güterpreise um 0.3% sanken. Es zeigte sich eine leichte Abschwächung der importierten Inflation. Die Preise importierter Güter und Dienstleistungen stiegen im Juni um 0.5% gegenüber dem Vorjahr nach 0.7% im Mai. Die Inlandpreise erhöhten sich um 0.5% gegenüber dem Vorjahr.
Daniel Wachter
8021 Zürich
Angela Truniger
8021 Zürich
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