24. Februar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht

Verunsicherung durch US-Handelspolitik belastet Stimmung

Die drei Index-Schwergewichte stützen den SMI zum Wochenauftakt. Im Fokus stehen heute die Geschäftszahlen von dormakaba, OC Oerlikon sowie PSP Swiss Property.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.08%, SPI: -0.24%, SMIM: -1.40%

Der Schweizer Aktienmarkt startete uneinheitlich in die neue Handelswoche. Während der Leitindex SMI entgegen dem Trend mit marginalen Gewinnen von 0.1% aus dem Handel ging, schloss der marktbreite SPI mit Abgaben von 0.2% leicht im Minus. Der die klein- und mittelkapitalisierten Unternehmen umfassende SMIM liess mit einem Rückgang von 1.4% deutlich Federn. Nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA gegen frühere Strafzölle sorgten neue Zollankündigungen von US-Präsident Trump für Verunsicherung. Trump kündigte am Wochenende zusätzliche Zölle in der Höhe von 15% an. Zusätzliche Nervosität entstand durch die anhaltenden KI-Sorgen und geopolitische Spannungen im Iran. Von den SMI-Werten schlossen gestern 13 in der Verlustzone, während sieben Gewinne verzeichneten.

Unterstützung erhielt der SMI von den drei Index-Schwergewichten. Novartis (+1.2%), Roche (+0.7%) und Nestlé (+0.6%) waren im nervösen Marktumfeld gesucht. An der Tabellenspitze notierten die defensiven Aktien von Swisscom (+1.8%), aber auch die eher zyklischen Zurich Insurance, Richemont und Givaudan schlossen mit Kurszuwächsen von 0.8% bis 1.3%. Schwächster Wert war Partners Group (-8.4%), der damit die jüngste Kursschwäche fortsetzte. Belastet wurde der Titel von Sorgen, dass Künstliche Intelligenz das Geschäftsmodell beeinträchtigen könnte. Ebenfalls deutliche Verluste verzeichneten Lonza (-3.0%), Kühne + Nagel (-2.2%), Amrize (-2.1%) sowie UBS (-1.9%).

Nach Publikation der Geschäftszahlen für 2025 sackten die Aktien von Belimo um 10% ab. Der Umsatz hatte Belimo bereits im Januar publiziert. Dieser stieg um rund 19% auf CHF 1.12 Mrd. und auch der gestern publizierte Gewinn zog kräftig an. Der operative Gewinn (EBIT) nahm um 28.6% auf CHF 232.9 Mio. zu. Die entsprechende Marge stieg um 160 Basispunkte auf 20.8%. Die Dividende soll um 50 Rappen auf CHF 10 je Aktie erhöht werden. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 prognostiziert Belimo ein Umsatzwachstum in Lokalwährungen im mittleren Zehnprozentbereich. Die EBIT-Marge soll erneut über 20% betragen. Die publizierten Zahlen lagen innerhalb der Markterwartungen. Etwas kritisiert wurden der vorsichtige Ausblick sowie die nur leicht erhöhte Dividende. Allerdings dürfte der Kursrückgang vor allem auf Gewinnmitnahmen nach dem jüngst starken Lauf zurückzuführen sein. Unter Druck standen auch Bachem (-13.7%), Ypsomed (-8.9%) und PolyPeptide (-7.5%) nach enttäuschenden Studiendaten von Novo Nordisk zum Abnehmpräparat CagriSema. Marktteilnehmer stuften das Konkurrenzpräparat Tirzepatide von Eli Lilly als überlegen ein.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -0.28%, DAX: -1.06%

Die europäischen Aktienmärkte reagierten verunsichert auf die jüngsten Zollankündigungen. Die stärksten Abgaben musste der zyklische DAX (-1.1%) hinnehmen. Aber auch EuroStoxx50 (-0.3%) und der französische CAC40 (-0.2%) mussten Federn lassen. Der italienische FTSE MIB (+0.5%) und der spanische IBEX 35 (+0.6%) verzeichneten hingegen Kursgewinne. Negativ aufgefallen ist gestern das dänische Pharmaunternehmen Novo Nordisk. Das Abnehmmittel Cagrisema blieb in einer Studie hinter den Erwartungen zurück und in die Aktie sackte um 16.5% ab und fiel damit auf den tiefsten Stand seit 2021. In London sorgte der Mischkonzern Johnson Matthey (-16.4%) für eine Enttäuschung. Das Unternehmen teilte gestern mit, dass der Verkauf der Sparte Catalyst Technologies an den US-Konzern Honeywell nur zu einem Unternehmenswert von rund GBP 1.3 Mrd. zustande kommt und damit deutlich unter den im Mai 2025 vereinbarten GBP 1.8 Mrd. liegt.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -1.66%, S&P 500: -1.04%, Nasdaq: -1.13%

An den US-Aktienmärkten belasteten die Sorgen um die Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz auf die Unternehmensgewinne sowie die wieder aufgeflammte Unsicherheit bezüglich der US-Zölle die Anlegerstimmung. Der Leitindex Dow Jones musste mit Abgaben von 1.7% die deutlichsten Verluste hinnehmen, gefolgt vom Tech-Index Nasdaq (-1.1%) und dem marktbreiten S&P 500 (-1.0%). Insbesondere die Finanzwerte standen unter Abgabedruck. Eine vielbeachtete Studie warnte vor KI-Risiken für verschiedene Wirtschaftssegmente. Zudem wachsen Zweifel an der kurzfristigen Rentabilität der hohen Investitionen. American Express, JPMorgan, Goldman Sachs und Visa verloren zwischen 3.3% und 7.2%. Die Aktien des Pharmaunternehmens Eli Lilly stiegen um 4.9% und profitierten vom erneuten Rückschlag des dänischen Konkurrenten Novo Nordisk bei dessen Abnehmpräparat Cagrisema. Die Aktien von Paypal reagierten mit einem Plus von 5.8% auf Übernahmespekulationen.

Unternehmensberichte

Portfolioaufwertungen treiben Gewinn bei PSP Swiss Property

PSP Swiss Property erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 einen Liegenschaftsertrag von CHF 349.2 Mio., was einem leichten Rückgang von 0.2% entsprach. Der Betriebsgewinn ohne Liegenschaftserfolg auf Stufe EBITDA sank im Vorjahresvergleich um 1.0% auf CHF 302 Mio. Der Reingewinn ohne Liegenschaftserfolg betrug CHF 225.4 Mio., ein Rückgang von 2.7%. Unter dem Strich stieg der Reingewinn vor allem dank Portfolioaufwertungen um 8.9% auf CHF 408.5 Mio. Per Ende 2025 lag die Leerstandsquote bei 3.5%, nach 3.2% per Ende 2024. Der Generalversammlung wird eine 5 Rappen höhere Dividende von CHF 3.95 je Aktie vorgeschlagen. Für das laufende Jahr erwartet PSP Swiss Property eine positive Entwicklung auf dem Schweizer Immobilienmarkt. Der EBITDA ohne Liegenschaftserfolg soll mit rund CHF 310 Mio. leicht über dem Geschäftsjahr 2025 liegen. Die Leerstandsquote soll bei 3.5% verbleiben. PSP Swiss Property erfüllt die Markterwartungen auf allen Stufen und kann beim Gewinn den Analystenkonsens übertreffen.

Margenanstieg bei dormakaba, aber EBITDA unter Erwartungen

Dormakaba publizierte heute Morgen die Halbjahreszahlen für das verschobene Geschäftsjahr 2025/26 (per Ende Dezember 2025). Der Umsatz sank im Vergleich zur Vorjahresperiode um 4.1% auf CHF 1.36 Mrd. Das organische Umsatzwachstum betrug 2.0% und war getrieben durch Preiserhöhungen (+2.6%), während die Volumen leicht rückläufig waren (-0.6%). Die Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber allen wesentlichen Währungen wirkte sich mit -5.0% negativ auf den Nettoumsatz aus. Der bereinigte Betriebsgewinn (EBITDA) betrug CHF 211.9 Mio., was einem Rückgang um 1.9% im Vergleich zum 1. Halbjahr 2024/25 entspricht. Die entsprechende Marge stieg um 40 Basispunkte auf 15.6%. Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von CHF 40.5 Mio. nach CHF 50.4 Mio. im Vorjahr. Die bereinigte operative Cashflow-Marge betrug 4.5% nach 7.4% im 1. Halbjahr 2024/25. Dormakaba bestätigt die Jahresziele 2025/26 trotz eines anspruchsvolleren und volatilen wirtschaftlichen Umfelds. Mit dem Zahlenset verfehlt dormakaba die Markterwartungen auf Stufe EBITDA, während die anderen Ergebnisse etwa den Erwartungen entsprechen.

OC Oerlikon mit Sonderdividende nach Verkauf von Barmag

OC Oerlikon erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von CHF 1.57 Mrd., was im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang von 4.3% entspricht. Währungsbereinigt wäre der Umsatz lediglich um 0.3% tiefer ausgefallen. Der Auftragseingang der fortgeführten Geschäfte (nach dem Verkauf der Tochter Barmag noch die Bereiche Surface Solutions und HRSflow) wuchs um 2.0% auf CHF 1.66 Mrd. Zu konstanten Währungen wäre der Bestellungseingang um 6.5% gewachsen. Der operative Betriebsgewinn auf Stufe EBITA sank um rund 11% auf CHF 271 Mio. Die entsprechende Marge verringerte sich um 120 Basispunkte auf 17.3%. Unter dem Strich erzielte OC Oerlikon einen Verlust von CHF 14 Mio. Das Ergebnis wurde insbesondere durch einmalige Ausgaben in den Bereichen Automobilbau und Luxusgüter belastet. Durch den Verkauf von Barmag erzielte OC Oerlikon einen Buchgewinn von CHF 287 Mio., welcher im laufenden Jahr verbucht wird. Diesen will das Unternehmen über eine ausserordentliche Sonderdividende in der Höhe von CHF 0.65 pro Aktie an die Aktionäre ausschütten. Zusammen mit der ordentlichen Dividende von 20 Rappen ergibt dies eine Ausschüttung von CHF 0.85 pro Aktie. Für 2026 peilt OC Oerlikon ein organisches Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich sowie eine operative EBITDA-Marge von rund 17.5% an. Das Ergebnis 2025 liegt leicht über den Markterwartungen, während der Ausblick 2026 leicht unter den Erwartungen liegt.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.04%; DE: 2.71%; CH: 0.26%

Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatanleihe sank gestern um fünf Basispunkte. Die als sicher geltenden US-Staatsanleihen waren wegen der Verunsicherung rund um die US-Zollpolitik sowie den anhaltenden Spannungen zwischen dem Iran und den USA gesucht. Im Schlepptau der US-Zinsen bewegten sich am gestrigen Handelstag auch die Zinsen in Europa und der Schweiz nach unten.

Währungen

Euro in Franken: 0.914
US-Dollar in Franken: 0.776
Euro in US-Dollar: 1.178

Der US-Dollar büsste gestern Morgen zunächst weiter an Terrain ein. Die erneute Unsicherheit um die US-Zollpolitik belastete den Greenback. Im Tagesverlauf erholte er sich jedoch etwas von den Verlusten. Schlussendlich schloss er sowohl gegenüber dem Schweizer Franken als auch gegenüber dem Euro praktisch unverändert.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 66.71 pro Fass
Goldpreis: USD 5'173.39 pro Unze

Die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran stehen weiterhin im Fokus des Ölmarktes. Für diese Woche ist eine weitere Verhandlungsrunde angekündet. Eine Eskalation ist jedoch weiterhin nicht ausgeschlossen. Gemäss Medienberichten könnte Trump mit einem begrenzten Militärschlag den Druck auf den Iran erhöhen. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI bewegte sich gestern mit grossen Schwankungen seitwärts.

Wirtschaft und Konjunktur

Es wurden gestern keine Wirtschaftsdaten aus der ersten Reihe publiziert.

 

Céline Koster

Portraitfoto von Céline Koster, Strategieanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Strategieanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Anja Felder

Portraitfoto von Anja Felder, Senior Finanzanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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