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07. Juli 2026, Tägliche Marktsicht

Verschnaufpause am Schweizer Aktienmarkt

Nachdem der SMI letzte Woche neue Rekordstände erklommen hatte, startete er gestern mit einer Verschnaufpause in die neue Woche. Impulse blieben rar.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: -0.85%, SPI: -0.79%, SMIM: -0.59%

Der Schweizer Aktienmarkt legte nach den Rekordständen der vergangenen Woche zu Wochenbeginn eine Verschnaufpause ein. Der Leitindex SMI gab um 0.9% nach und wurde insbesondere von den defensiven Indexschwergewichten belastet. Roche verlor 2.6% und bildete das Schlusslicht im SMI. Auch Novartis (-2.2%) und Nestlé (-1.0%) schlossen deutlich tiefer. Belastet wurden die Pharmaschwergewichte von negativen Analystenkommentaren. Insgesamt schlossen lediglich acht der 20 SMI-Titel im Plus. Zu den Gewinnern zählten Swiss Life (+1.8%) und UBS (+1.7%), gefolgt von Lonza (+1.1%), Logitech (+0.9%) und Swiss Re (+0.7%). Kühne + Nagel gab nach der starken Kursentwicklung der vergangenen Wochen um 2.4% nach. Das Marktumfeld bleibt aktuell ruhig, bevor in der kommenden Woche die Berichterstattung zur Quartalssaison wieder an Fahrt aufnimmt. Im Technologiesegment standen insbesondere KI nahe Werte unter Druck. VAT (-2.3%), Huber + Suhner (-4.6%) und ABB (-0.3%) schlossen allesamt im Minus. Am breiten Markt rückte OC Oerlikon mit einem Kursplus von 7.5% in den Fokus. Auslöser war ein positiver Analystenkommentar.

Nach Börsenschluss gab Novartis die Übernahme des britischen Biotechunternehmens Myricx Bio für bis zu USD 1.5 Mrd. bekannt. Mit der Akquisition will der Pharmakonzern seine Pipeline im Bereich Krebstherapien stärken. Der Abschluss der Transaktion wird für das zweite Halbjahr 2026 erwartet.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -0.23%, DAX: +0.15%

Die europäischen Aktienmärkte sind uneinheitlich in die neue Woche gestartet. Die deutlichsten Abgaben verzeichnete der spanische IBEX 35 (-0.9%). Der französische CAC 40 sowie der britische FTSE 100 schlossen jeweils 0.3% tiefer. Zulegen konnten hingegen der italienische FTSE MIB (+0.3%) und der deutsche DAX (+0.2%). In einem insgesamt ruhigen Handel ohne wesentliche Impulse entwickelten sich auf Sektorebene lediglich die Bereiche Finanzen und Energie positiv. Unterdurchschnittlich schnitten hingegen die defensiven Sektoren Versorger, Gesundheit und Basiskonsumgüter ab.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.29%, S&P 500: +0.72%, Nasdaq: +1.12%

Die US-Aktienmärkte sind positiv in die neue Woche gestartet. Vor allem der technologielastige Nasdaq (+1.1%) erhielt Rückenwind von den Halbleiterwerten. Der marktbreite S&P 500 (+0.7%) und der Leitindex Dow Jones (+0.3%) schlossen ebenfalls im Plus. Der Handel verlief insgesamt in ruhigen Bahnen, da wichtige Impulse fehlten. Auf Sektorebene entwickelten sich die konjunktursensitiven Bereiche Kommunikationsdienste, Technologie und Zyklischer Konsum überdurchschnittlich. Unterdurchschnittlich schnitten hingegen die defensiven Sektoren Gesundheit, Versorger und Basiskonsumgüter ab. Microsoft verlor 1.0%, nachdem der Konzern im Rahmen einer Restrukturierung des Geschäftsbereichs Xbox den Abbau von rund 3'200 Stellen angekündigt hatte. Zu den Gewinnern zählte Broadcom (+3.7%). Der Halbleiterhersteller profitierte von der Nachricht, dass er bis mindestens 2031 massgeschneiderte Chips für Apple entwickeln und liefern wird, die in einer Vielzahl von Apple-Produkten zum Einsatz kommen werden.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.50%; DE: 2.95%; CH: 0.34%

Wenig Bewegung gestern an den Kapitalmärkten: Sowohl die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe als auch die der wichtigen europäischen Länder veränderten sich nur geringfügig. Mittelfristig betrachtet ist das Renditeniveau insbesondere in den USA angestiegen. Bei der Rendite der 10-jährigen US-Anleihe resultiert seit Jahresbeginn ein Plus von rund 30 Basispunkten. Beim Pendant aus Deutschland ist es mit 10 Basispunkten deutlich weniger. Die Rendite des 10-jährigen Schweizer Eidgenoss ist aktuell fast gleich hoch wie noch Anfang Jahr.

Währungen

Euro in Franken: 0.922
US-Dollar in Franken: 0.807
Euro in US-Dollar: 1.143

An den Devisenmärkten steht aktuell der japanische Yen im Fokus. Gegenüber dem US-Dollar hat die Währung in den letzten Tagen den tiefsten Stand seit 1986 erreicht. Ein US-Dollar kostet im Moment rund 162 Yen. Dies ist rund 11% weniger als noch vor einem Jahr – trotz Stützungsversuchen von Seiten des Finanzministeriums. Während in den letzten Monaten auch spekulative Positionen eine grosse Rolle spielten, liegen die strukturellen Gründe der Yen-Schwäche bei der erheblichen Zinsdifferenz zwischen Japan und den USA. Dieser Effekt hat sich durch die veränderten Markterwartungen an die US-Geldpolitik zuletzt nochmals verstärkt.

Rohwarenmärkte

Ölpreis (Brent): USD 72.82 pro Fass
Goldpreis: USD 4'122.63 pro Unze

Obwohl weiterhin nur wenige Tanker die Strasse von Hormus durchqueren, hat sich der Ölpreis wieder normalisiert. Mit aktuell knapp über 70 US-Dollar pro Fass liegt der Preis zwar immer noch leicht höher als vor Kriegsausbruch, bewegt sich aber nahe dem langfristigen Mittelwert. Berichte über neue iranische Angriffe im Persischen Golf führten gestern zu keinen massgebenden Bewegungen.

Wirtschaft und Konjunktur

USA: Einkaufsmanagerindex DL-Sektor (ISM, Juni)
aktuell: 54.0 (erwartet: 54.0, Vormonat: 54.4)
Der US-Dienstleistungssektor bleibt auf Wachstumskurs. Der entsprechende Index des Institute for Supply Management hat sich im Juni gegenüber dem Vormonat nur wenig verändert und liegt weiterhin deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Ein ähnliches Fazit kann auch für den methodisch vergleichbaren Index von S&P Global gezogen werden. Dort liegt der Wert für den Monat Juni mit 51.2 aber weniger klar im Expansionsbereich.

Schweiz: Arbeitslosenrate (Juni)
aktuell: 2.9% (erwartet: 2.9%, Vormonat: 3.0%)
Die Arbeitslosenrate in der Schweiz ist im Juni leicht gesunken. Die Veränderung ist aber primär saisongetrieben, beispielsweise durch mehr Arbeiten auf Baustellen während der Sommermonate. Die um entsprechende Schwankungen bereinigte Rate verharrte im Juni bei 3.1% – rund 0.4 Prozentpunkte über dem Schnitt der letzten zehn Jahre. Insgesamt ist die Lage am Schweizer Arbeitsmarkt angespannter als noch im Vorjahr. Die anhaltende Schwäche verschiedener Industriesektoren hinterlässt ihre Spuren.

Angela Truniger

Portraitfoto von Angela Truniger, Senior Finanzanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Roman Elbel

Portraitfoto von Roman Elbel, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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