09. Juni 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
Verhaltener Wochenauftakt
Der Schweizer Leitindex startete mit leichten Abgaben in die neue Woche. Der Intralogistiker Kardex wurde aufgrund einer Gewinnwarnung auf Talfahrt geschickt.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: -0.50%, SPI: -0.39%, SMIM: +0.36%
Der Schweizer Aktienmarkt ist verhalten in die neue Woche gestartet. Die angespannte Lage im Nahen Osten belastete weiterhin die Stimmung der Anleger. In diesem Umfeld verlor der Schweizer Leitindex SMI 0.5%, während der marktbreite SPI um 0.4% nachgab. Der Nebenwerteindex SMIM konnte sich diesem negativen Trend hingegen entziehen und schloss 0.4% höher. Unternehmensnachrichten waren insgesamt rar. Im Fokus der Anleger steht in dieser Woche vor allem die Zinssitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag. Von den 20 Blue Chips schlossen lediglich sieben Titel im Plus, während 13 Werte Verluste verzeichneten. An der Spitze des Index stand der Duft- und Aromastoffhersteller Givaudan mit einem Plus von 2.1%, gefolgt von Lonza (+0.8%), UBS (+0.6%), Kühne + Nagel (+0.5%) und Partners Group (+0.3%). Givaudan profitierte von einer Hochstufung von einem Broker. Unter Druck standen die Zementkonzerne Amrize (-4.2%) und Holcim (-2.4%). Belastend für den SMI wirkte zudem die schwache Entwicklung der Indexschwergewichte. Roche verlor 1.4%, während Novartis und Nestlé jeweils 0.5% nachgaben.
Am breiten Markt gerieten die Aktien des Intralogistikspezialisten Kardex zeitweise um mehr als 20% unter Druck. Auslöser war eine Gewinnwarnung: Das Unternehmen senkte seine EBIT-Margenprognose auf 8% bis 10%, nachdem zuvor ein Wert knapp unter 12% in Aussicht gestellt worden war. Verantwortlich dafür sei vor allem ein ungünstiger Produktemix, der die Profitabilität kurzfristig belastet habe. Die Mittelfristziele und auch das Jahresziel beim Umsatz, wonach ein Wachstum von 15% bis 20% angestrebt wird, wurden jedoch bestätigt. Die Verluste konnten im Tagesverlauf etwas eingedämmt werden. Die Aktie schloss letztlich 12.0% tiefer. Im Zuge der negativen Branchenstimmung verlor auch Interroll 1.9%. Ebenfalls schwächer schloss Temenos (-1.9%), nachdem der Softwarehersteller die Übernahme des Fintech-Unternehmens Additiv angekündigt hatte.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +0.00%, DAX: -0.58%
Die europäischen Aktienmärkte starteten uneinheitlich in die neue Woche. Während der italienische FTSE MIB mit einem Plus von 0.6% und der britische FTSE 100 mit 0.1% als einzige wichtige Indizes höher schlossen, beendete der länderübergreifende Euro Stoxx 50 den Handel nahezu unverändert. Die stärksten Verluste verzeichnete der spanische IBEX 35 mit einem Minus von 0.7%, gefolgt vom deutschen DAX, der 0.6% nachgab. Zu den grössten Gewinnern zählten die Halbleiterwerte. STMicroelectronics legte 4.0% zu, während ASML um 3.6% avancierte. Entsprechend gehörte der Technologiesektor zu den stärksten Branchen. Ebenfalls gefragt waren die konjunktursensitiven Bereiche Kommunikationsdienste und Zyklischer Konsum. Unter Abgabedruck standen die defensiveren Sektoren Gesundheit, Grundstoffe und Versorger.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: -0.16%, S&P 500: +0.30%, Nasdaq: +0.86%
Die US-Aktienmärkte beendeten den ersten Handelstag der Woche uneinheitlich. Während der US-Leitindex Dow Jones 0.2% verlor, konnten der marktbreite S&P 500 um 0.3% und der technologielastige Nasdaq um 0.9% zulegen. Nachdem die Halbleiterwerte am vergangenen Freitag infolge des enttäuschenden Ausblicks von Broadcom und des starken US-Arbeitsmarktberichts gefolgt von höheren Zinsen unter Druck geraten waren, setzte zu Wochenbeginn eine Gegenbewegung ein. Die Technologiewerte gehörten folglich zu den stärksten Sektoren. Ebenfalls gefragt waren die Bereiche Energie und Zyklischer Konsum. Unterdurchschnittlich entwickelten sich hingegen die Sektoren Versorger, Immobilien und Grundstoffe. Intel gewann 11.2% und gehörte damit zu den stärksten Werten im Index. Auftrieb erhielt die Aktie durch Berichte, wonach Alphabet mehr als 3 Mio. KI-Chips bei Intel bestellt haben soll. Auch Marvell Technology gehörte mit einem Kursplus von 9.6% zu den grössten Gewinnern. Der Halbleiterhersteller profitierte von der Ankündigung, in den S&P 500-Index aufgenommen zu werden.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.56%; DE: 3.06%; CH: 0.45%
Nach dem unerwartet positiven US-Arbeitsmarktbericht war die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe letzten Freitag wieder über die Marke von 4.5% gestiegen. Auch zum Start der neuen Woche blieb sie dort. Vor dem Hintergrund des Doppelmandats der US-Notenbank – Preisstabilität und Vollbeschäftigung – gibt ein solider Arbeitsmarkt der Fed mehr Spielraum für Zinserhöhungen. Morgen Mittwoch werden zusätzlich neue Inflationszahlen publiziert, welche weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs in den USA geben dürften. Derzeit wird an den Märkten bis Ende Jahr mit insgesamt einem Zinsschritt um +25 Basispunkte gerechnet.
Währungen
Euro in Franken: 0.920
US-Dollar in Franken: 0.797
Euro in US-Dollar: 1.155
Mit dem positiven Bericht vom US-Arbeitsmarkt hat auch der US-Dollar Ende letzter Woche dazugewonnen. Dies zeigt sich auch im Vergleich zum Franken. Der Preis für einen US-Dollar bewegt sich seither wieder im Bereich von 79.5 Rappen. Zuletzt so stark war der Dollar zum Franken Anfang April.
Rohwarenmärkte
Ölpreis (Brent): USD 93.51 pro Fass
Goldpreis: USD 4'334.45 pro Unze
Der Ölpreis bleibt weiterhin von den Entwicklungen im Iran-Krieg geprägt. Nach einer neuen Eskalation zwischen dem Iran und Israel stieg der Preis gestern kurzzeitig in den Bereich von 97.5 US-Dollar, beruhigte sich in der Folge aber wieder. Mittelfristig betrachtet liegt der Preis pro Fass klar unter dem Niveau der ersten Kriegsmonate. Auch die Grösse der Tagesbewegungen hat abgenommen. Seit rund zwei Wochen bewegt sich der Ölpreis in einer Handelsspanne von 92 bis 98 US-Dollar.
Wirtschaft und Konjunktur
Gestern wurden keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe publiziert. Morgen Mittwoch werden die neusten Zahlen zur US-Inflation veröffentlicht. Am Donnerstag entscheidet die EZB über ihren Leitzins.
Angela Truniger
8021 Zürich
Roman Elbel
8021 Zürich
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